Globalisierung, Mobilität, Leistungsbereitschaft, Ehrgeiz – dies sind nur einige Begriffe, die die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts prägen. Sie finden sich ebenfalls alle im Sport wieder. Neben dem „höher, weiter, schneller“ wird von Sportlern, vor allem Mannschaftssportlern, extreme Mobilität verlangt. Doch muss man sich fragen, ob durch beispielsweise den Einkauf neuer Spieler das Team bzw. die Mannschaft wirklich immer profitiert. Im Leistungssport werden solche Kader-Entscheidungen meist vom Management getroffen, im Breitensport hingegen darf häufig die Mannschaft selbst mitbestimmen, wer ins Team aufgenommen wird und wer nicht. Entscheidet sie sich für eine Aufnahme folgt in der Regel ein Integrationsprozess, der früher oder später abgeschlossen und nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Die Sportsozialforschung ist auf diesem Gebiet hinsichtlich Ratschlägen für Trainer schon recht fortgeschritten. Jedoch findet sich keine Literatur, die den Integrationsprozess genauer beschreibt. Wie läuft er nicht aus der Perspektive des Trainers, sondern aus der des neuen Spielers ab? Um diese Lücke zu schließen, möchte diese Arbeit erste Forschungsergebnisse darlegen sowie Denkanstöße für weitere Forschungen geben. Sie beschreibt anhand des Modells der Sozialintegration von Esser den Prozess der Integration einer neuen Spielerin in eine Volleyballmannschaft aus Sicht der für die Mannschaft Unbekannten und zeigt auftretende Probleme, die im Zuge dieses Prozess statt finden, auf. Wie verhalten sich die Spielerinnen gegenüber der Neuen? Verläuft die Integration problemlos? Kann sie innerhalb des Beobachtungszeitraums abgeschlossen werden? Wie geeignet scheint das Modell von Esser für diese Arbeit? Das vorrangige Ziel dieser Forschungsarbeit ist es den Integrationsprozess mittels einer explorativen Beobachtung als beobachtende Teilnehmerin zu beschreiben. Es geht also darum, das sichtbare Verhalten der Volleyballspielerinnen und des Trainers zu erfassen und zu protokollieren. Im ersten Schritt werden die verwendete Forschungsmethode sowie die Untersuchungsobjekte erläutert und Fachbegriffe definiert. Hierauf folgen die Darstellung der Ergebnisse, die anhand von Protokollen der Trainingseinheiten gewonnen werden konnten, sowie deren Interpretation. Nach einem kurzen Fazit wird schließlich wird ein Ausblick für weitere Forschungen gegeben. Im Anhang befinden sich alle angefertigten Protokolle.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. FORSCHUNGSMETHODE
3. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
3.1 PROZESS DER INTEGRATION
3.2 AUFTRETENDE PROBLEME WÄHREND DER INTEGRATION
4. FAZIT
5. AUSBLICK
6. LITERATURVERZEICHNIS
7. ANHANG - PROTOKOLLE
7.1 PROTOKOLL VOM 20.10.08
7.2 PROTOKOLL VOM 27.10.08
7.3 PROTOKOLL VOM 30.10.08
7.4 PROTOKOLL VOM 03.11.08
7.5 PROTOKOLL VOM 10.11.08
7.6 PROTOKOLL VOM 13.11.08
7.7 PROTOKOLL VOM 15.11.08 (WEIHNACHTSFEIER)
7.8 PROTOKOLL VOM 17.11.08
7.9 PROTOKOLL VOM 24.11.08
7.10 PROTOKOLL VOM 27.11.08
7.11 PROTOKOLL VOM 01.12.08
7.12 PROTOKOLL VOM 04.12.08
7.13 PROTOKOLL VOM 08.12.08
7.14 PROTOKOLL VOM 11.12.08
7.15 PROTOKOLL VOM 14.12.08 (SPIELTAG GEGEN ERKELENZER VV)
Zielsetzung & Themen
Diese Forschungsarbeit untersucht den Integrationsprozess einer neuen Spielerin in eine Volleyballmannschaft des Breitensports. Ziel ist es, das sichtbare Verhalten und die Interaktionen der Beteiligten während des Eingliederungsprozesses mittels explorativer Teilnehmerbeobachtung zu dokumentieren und anhand soziologischer Modelle, insbesondere von Esser, zu analysieren.
- Integrationsprozesse in Sportgruppen
- Empirische Beobachtung im Breitensport
- Anwendung soziologischer Integrationsmodelle
- Dynamik zwischen Integration und Konkurrenz
- Rolle von gruppenspezifischen Normen und Symbolen
Auszug aus dem Buch
3.1 PROZESS DER INTEGRATION
Die Integration einer neuen Spielerin vollzieht als Prozess, der dem von Esser in Kapitel 2 Dargestellten stark ähnelt. Man kann die Protokolle ähnlich der von ihm genannten Dimensionen einteilen.
In den ersten Trainingseinheiten musste ich die Mannschaft erst kennen lernen, mir die Namen merken, die jeder Mannschaft eigene Spielweise und Aufstellung aneignen. Ich musste also die Kultur dieser Sportgruppe erfahren.5 Hierbei halfen u.a. kurze Gespräche mit den Spielerinnen während des Aufwärmens. Während diese in der ersten Trainingseinheit vorwiegend mit anderen Studenten – ich bin selbst Studentin – statt fanden, folgten schon ab der zweiten Einheit auch mehr Gespräche mit dem Rest der Mannschaft. Dank diesen Unterhaltungen konnte ich einen ersten Eindruck von der Denkweise und dem Handeln der Mannschaft bekommen. An dieser Stelle soll nicht näher auf die Einstellungen, geltenden Regeln und Normen eingegangen werden, da dies nicht im Fokus der Betrachtung stand. Interessant ist, dass die mir unbekannten Spielerinnen sich immer sofort vorstellten und mich schon ab dem zweiten Training mit Wangenkuss begrüßten. Ferner muss während der Phase der Akkulturation auch die Sprache der Gruppe erworben werden. So lernte ich beispielsweise in der zweiten Trainingseinheit den Schlachtruf der Landesliga Damenmannschaft des TuS Hürth. Auch half in dieser Phase die Aufnahme in den E-Mail Verteiler der Mannschaft auf Initiative einer der Spielerinnen hin nach dem zweiten Training.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Mobilität im Sport und definiert das Forschungsziel, den Integrationsprozess einer neuen Spielerin in eine Mannschaft mittels Beobachtung zu beschreiben.
2. FORSCHUNGSMETHODE: Dieses Kapitel erläutert den explorativen Beobachtungsansatz, die Anwendung des Integrationsmodells nach Esser sowie die grundlegenden Volleyball-Fachbegriffe zur Kontextualisierung.
3. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Hier werden der Integrationsverlauf in Anlehnung an Essers Phasen beschrieben und auftretende Konkurrenzprobleme sowie zwischenmenschliche Herausforderungen analysiert.
4. FAZIT: Das Fazit bestätigt, dass Essers Modell der Sozialintegration grundsätzlich auf eine Sportgruppe übertragbar ist, weist jedoch auf die durch die kurze Beobachtungsdauer bedingte unvollständige Assimilation hin.
5. AUSBLICK: Der Ausblick reflektiert Verbesserungsmöglichkeiten für zukünftige Studien, wie die Einbeziehung eines Negativbeispiels und den Einsatz videobasierter Transkriptionen.
6. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur Sozialintegration und empirischen Methoden.
7. ANHANG - PROTOKOLLE: Detaillierte schriftliche Aufzeichnungen der Trainingseinheiten und Spieltage als empirische Datenbasis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Integration, Volleyball, Sportsoziologie, Breitensport, Teilnehmerbeobachtung, Esser, Akkulturation, Assimilation, Gruppendynamik, Training, Spieltag, Soziale Interaktion, Konkurrenzverhalten, Mannschaftskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der sozialen Eingliederung einer neuen Spielerin in eine bestehende Volleyballmannschaft im Breitensport.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen den Prozess der sozialen Integration, die Etablierung gruppenspezifischer Normen sowie den Umgang mit auftretenden zwischenmenschlichen Problemen in einem sportlichen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die explorative Beschreibung des Integrationsprozesses und dessen theoretische Einordnung in das Modell der Sozialintegration nach Hartmut Esser.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der explorativen, teilnehmenden Beobachtung und dokumentiert ihre Erfahrungen und Beobachtungen in chronologischen Protokollen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Integrationsprozesses (Akkulturation und formelle Eingliederung) sowie die Analyse von Hindernissen, insbesondere hinsichtlich auftretender Konkurrenzbeziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Integration, Volleyball, Gruppendynamik, Soziologie, Teilnehmerbeobachtung und Mannschaftskultur.
Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit von Essers Modell?
Sie stellt fest, dass Essers Modell, welches primär für Immigranten entwickelt wurde, erstaunlich gut auf den Integrationsprozess in einer Sportgruppe übertragbar ist, wenngleich die Assimilationsphase durch die kurze Beobachtungsdauer nur ansatzweise erreicht wird.
Welche spezifischen Probleme werden im Rahmen der Integration thematisiert?
Die Arbeit identifiziert Distanz durch sportliche Konkurrenz (insbesondere zu anderen Spielerinnen auf derselben Position) sowie persönliche Antipathien gegenüber der neuen Spielerin als primäre Integrationshemmnisse.
- Quote paper
- Sandra Holte (Author), 2009, Integration einer neuen Spielerin in eine Volleyballmannschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136935