Ziel dieser Hausarbeit ist es, die komplexe Beziehung zwischen den traditionellen Medien und rechtspopulistischen Akteur:innen, sowie deren medialem Auftreten zu untersuchen. Dabei sollen die Wechselwirkungen zwischen den rechtspopulistischen Akteur:innen und der Medienlandschaft genauer betrachtet werden. Hierbei wird zunächst der Begriff des Rechtspopulismus definiert und die AfD als rechtspopulistische Partei identifiziert. Anschließend wird die Perspektive der populistischen Akteur:innen, am Beispiel der AfD, auf die Medien beschrieben. Dabei wird ihr mediales Auftreten und Agieren analysiert, sowie die Beziehung zwischen Populismus und Medien untersucht. Die Ergebnisse werden in einem Fazit resümiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1. Populismus
2.2 AfD als rechtspopulistische Partei
3. das Agieren/Auftreten von Populisten in den Medien
4. double bind Verhältnis
5. Beziehung zwischen den Medien
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexe Wechselbeziehung zwischen klassischen Massenmedien und rechtspopulistischen Akteuren am aktuellen Beispiel der AfD, wobei insbesondere die mediale Strategie der Partei und die Antwort der Medienlandschaft analysiert werden.
- Grundlagen des Populismusbegriffs und Einordnung der AfD
- Analyse des Agierens rechtspopulistischer Akteure in medialen Räumen
- Untersuchung des "Double-Bind"-Verhältnisses zwischen Partei und Medien
- Bewertung der strukturellen Wechselwirkungen und der Kommerzialisierung von Medien
Auszug aus dem Buch
4. double bind Verhältnis
“Entweder berichten sie [die Medien] im Sinne der AfD oder sie lügen. Doch mit der fundamentalen Ablehnung der Medien geht zugleich ein geradezu verzweifelhaftes Buhlen und Werben um deren Gunst einher”
Trotz der öffentlich bekundeten Ablehnung, sowie feindlichen Angriffen gegenüber den redaktionell geführten Medien, hegt die AfD eine gewisse Sehnsucht nach deren Gunst und Aufmerksamkeit. Diese versucht die Partei zu erlangen, indem sie die Medien durch bewusstes Brechen von Tabus, sowie Provokationen, instrumentalisiert. Dabei behaupten sie, gegen die „cancel culture“ und politscher Korrektheit zu kämpfen. Diese kalkulierten Tabubrüche, zielen darauf ab, dass die klassischen Massenmedien, sowie die politische Konkurrenz, durch das Ausdrücken ihrer Empörung aus ihren Rollen fallen und sich somit angreifbar werden. Das bestätigt die AfD in ihrer Kritik an den Medien und fördert zudem ihre Strategie der Opferinszenierung. Sie weichen von der herkömmlichen Form ab und präsentieren sich selbst als authentische Außenseiter:innen, deren Worte im Mund verdreht werden. Durch dieses Verhalten erzeugt die AfD trotz negativier Resonanz Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und zwingt die Medien und politischen Gegner, sich mit ihren Themen auseinanderzusetzen.
Demnach lässt sich das Verhalten, sowie die Perspektive der AfD auf die Medien als ambivalent oder auch als double bind bezeichnen, da sie auf der einen Seite die Medien auf das Schärfste kritisieren und ablehnen und auf der anderen Seite unbedingt deren Aufmerksamkeit erlangen wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ambivalente Haltung der AfD gegenüber klassischen Medien und formuliert die Forschungsfrage zur komplexen Wechselbeziehung zwischen dieser rechtspopulistischen Partei und der Medienlandschaft.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Populismus anhand von Cas Muddes "dünner Ideologie" und nimmt eine Einordnung der AfD als rechtspopulistische Partei vor.
3. das Agieren/Auftreten von Populisten in den Medien: Es wird analysiert, wie die AfD klassische Medien als Feindbilder nutzt und durch gezielte Themenwahl und einfache Lösungsvorschläge mediale Aufmerksamkeit erzeugt.
4. double bind Verhältnis: Das Kapitel beschreibt das ambivalente Verhältnis der AfD, die einerseits Medien ablehnt und angreift, andererseits jedoch durch Provokationen massiv um deren Aufmerksamkeit buhlt.
5. Beziehung zwischen den Medien: Hier wird untersucht, wie etablierte Medien auf Rechtspopulisten reagieren und inwiefern Kommerzialisierung und Skandalisierung eine natürliche Allianz begünstigen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die AfD Medien instrumentalisiert, während die Medien wiederum durch eigene strukturelle Zwänge Plattformen für populistische Inhalte bieten; es wird zur Differenzierung im Umgang mit der Partei aufgerufen.
Schlüsselwörter
AfD, Rechtspopulismus, Massenmedien, Mediale Wechselwirkung, Populismus, Double-Bind, Tabubruch, Opferinszenierung, Journalismus, Politische Kommunikation, Kommerzialisierung, Agenda-Setting, Öffentlichkeit, Anti-Establishment, Medienkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Dynamik zwischen rechtspopulistischen Parteien, exemplifiziert an der AfD, und den klassischen Massenmedien in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretische Verortung des Populismus, die mediale Selbstdarstellung der AfD sowie die strukturellen Prozesse der heutigen Medienlandschaft.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Wechselwirkungen zwischen rechtspopulistischen Akteuren und der Medienlandschaft bestehen und wie diese wechselseitige Beziehung gestaltet ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf Fachliteratur (z.B. Cas Mudde) basiert und dokumentarische sowie medienanalytische Ansätze verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Analyse des Auftretens der AfD in Medien, das paradoxe "Double-Bind"-Verhältnis und die Untersuchung der Medienreaktionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Populismus, Double-Bind, Medienfeindlichkeit, Instrumentalisierung und die "vierte Gewalt" im Kontext der politischen Kommunikation.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Populismus von den Medien" und "Populismus durch die Medien"?
Die Arbeit differenziert danach, ob Medien selbst eine populistische Ideologie verfolgen ("von") oder ob sie durch ihre eigenen Kommerzialisierungszwänge Populisten eine Allianz oder Plattform bieten ("durch").
Warum wird die AfD als "rechtspopulistisch" eingeordnet?
Die Einordnung erfolgt über Merkmale wie eine Anti-Establishment-Haltung, Feindbilder gegenüber Minderheiten sowie die Nutzung eines "nativistischen" Vokabulars seit der Flüchtlingskrise 2015.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich einer möglichen Ausschlussstrategie der Medien?
Die Autorin warnt vor einem gänzlichen Ausschluss der Partei aus der Berichterstattung, da die Partei dies vermutlich zur Stärkung ihrer Opferinszenierung nutzen würde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), Wechselwirkungen zwischen Massenmedien und rechtspopulistischen Akteuren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1369596