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Eduard Rhein alias Claude Borell

Ein homoerotischer/homosexueller Schriftsteller?

Title: Eduard Rhein alias Claude Borell

Scientific Essay , 2008 , 38 Pages , Grade: 1

Autor:in: Master of Arts Janet Beier (Author), Katina Scholz (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Summary Excerpt Details

Eduard Rhein ist bekannt als Erfinder, Schriftsteller und Publizist. Er ist bekannt unter den Pseudonymen Hans Ulrich Horster, Klaus Hellmer, Klaus Hellborn und Claude Borell.
Er brachte dem Axel-Springer-Verlag den Erfolg und erweckte die "Hörzu" zum Leben. Neben seinen technischen Erfindungen und Aufsätzen schrieb er viele bekannte Romane.
Unter dem Pseudonym Claude Borell veröffentlichte er homosexuelle Schriften. Nie wurde erwiesen, ob Eduard Rhein selbst auch schwul war oder nicht. Viele Institutionen schweigen darüber und er wird dieses Geheimnis wohl mit in sein Grab genommen haben. Diese Arbeit forscht jedoch nach und zeigt Zusammenhänge und Hinweise auf und untersucht Rheins Werke, seine Biografie und sein Leben mit all seinen Bekanntschaft auf die Frage: Eduard Rhein - ein homosexueller Schriftsteller?
[Auszug]
Da sich Rhein über seine Homosexualität niemals direkt äußerte, können nur Aussagen von Zeitzeugen, von indirekte Aussagen von ihm selbst, sein Zusammenleben mit Will Theden und bestimmte Geschehnisse gedeutet und interpretiert werden.
Bernhard Rosenkranz und Dr. Gottfried Lorenz gehen in ihrem Werk „Hamburg auf an-deren Wegen, Die Geschichte des schwulen Lebens in der Hansestadt“ sehr eindeutig davon aus, dass Eduard Rhein homosexuell war. Im Gegensatz dazu behandelt das Siebenge-birgsmuseum in Königswinter, welches ein Eduard-Rhein-Zimmer beinhaltet, diese Thematik als ungeklärt und spekulativ. Allerdings spricht auch das Museum davon, dass es zahlreiche, ziemlich eindeutige Hinweise auf Rheins Homosexualität gibt.
Was nun für die gleichgeschlechtliche Liebe Rheins sprechen kann, wird im Folgenden näher dargestellt:
So äußerte sich ein Zeitzeuge in einem Interview mit Bernhard Rosenkranz zwar nur sehr kurz, aber sehr eindeutig : „In dem Haus von Eduard Rhein gingen viele Tunten aus und ein“ .
Eduard Rhein schreibt in seiner Autobiografie „Der Jahrhundertmann“ über seinen Umzug 1923 nach Berlin wie folgt: [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Eduard Rhein

2 Die geschichtliche Entwicklung der Homosexualität in Verbindung mit Eduard Rheins Lebenslauf

2.1 Kaiserreich

2.2 Weimarer Republik - erste Homosexuellenbewegung und Eduard Rhein

2.3 NS-Zeit und Eduard Rhein

2.4 Nachkriegszeit - zweite Homosexuellenbewegung und Eduard Rhein

2.5 Aufbruch nach 1969 – Schwulenbewegung und Eduard Rhein

2.6 AIDS

2.7 Entwicklung seit 1990

3 Der § 175

4 Die homoerotischen Schriften Rheins

4.1 „Romeo und Julius“

4.2 „Das gestohlene Abitur“

4.3 „Die Dame sah durchs Schlüsselloch“

4.4 „Landgang“

4.5 „Liebe hinter Gittern“

4.6 „Nichts als Schwindeleien“

5 Interessante Fakten

5.1 Springer-Hetze

5.2 Mann-Wedekind-Clique

5.3 Eduard Rhein als heimlicher Autor?

5.3.1 Verhältnis Balz – Rhein

5.3.2 Friedrich Radszuweit

5.3.3 Rosa von Praunheim

5.3.4 Evelyn Künneke

5.3.5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Biografie und das literarische Werk von Eduard Rhein (alias Claude Borell) vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und rechtlichen Entwicklung der Homosexualität in Deutschland im 20. Jahrhundert. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich Rheins verborgene Homosexualität in seinen homoerotischen Schriften widerspiegelt und welche Auswirkungen die historische Diskriminierung, insbesondere durch den § 175, auf sein privates und öffentliches Leben hatte.

  • Die historische Entwicklung der Homosexuellenbewegung in Deutschland (1871–1990).
  • Die Auswirkungen des § 175 auf das Leben und die Identität von Eduard Rhein.
  • Die Analyse der unter dem Pseudonym „Claude Borell“ veröffentlichten homoerotischen Novellen.
  • Die Untersuchung von Rheins sozialen Kontakten zu Persönlichkeiten der homosexuellen Szene wie Bruno Balz und Rosa von Praunheim.

Auszug aus dem Buch

4.1 „Romeo und Julius“

Romeo ist 21 Jahre alt, ein Italiener mit Haaren schwarz wie Pech und einem „wohlgeformten Körper eines jungen Leichtathleten“30. Er arbeitet als Gastarbeiter am Autofließband. Im Warenhaus lernt er Julius kennen. Julius ist 20 Jahre alt. Er stammt aus Rüsselsheim, ist strohblond und hat himmelblaue Augen. Zart gebaut ist sein Körper. Er arbeitet als Dekorateur im Warenhaus, hat „Sinn für alles Schöne, besonders wenn es in stramm sitzende Jeans verpackt war“31. Das Kennen lernen der beiden jungen Männer ist genauso dramatisch wie auch das Ende ihrer Geschichte: Julius zerschlägt mit seinem Hintern eine Fensterscheibe und verletzt dabei Romeo. Statt Schmerzen verspürte Romeo jedoch nur die Anziehung von Julius.

„Hier hätte die Geschichte auf eine ebenso rührende wie laster süße Weise enden können: Romeo verblutet in den Armen seines Geliebten, und Julius stürzt sich – seligsüßen Liebestod suchend – in den Rest der zerbrochenen Fensterscheibe.“32

Doch die Geschichte geht weiter… Julius nimmt seinen Romeo mit ins Haus seiner Eltern. Verständnisvoll steht die Mutter von Julius beiden zur Seite. Das junge Paar lebt ihre Liebe zueinander aus, bis Romeo eines Tages Post von seinen Eltern aus Italien erhält. Er soll verheiratet werden, alles ist bereits verhandelt.

Die arme italienische Familie sieht nur den Reichtum, zu dem die Hochzeit führt, denn die geplante Braut stammt aus einer wohlhabenden Familie. Voller Vorfreude und Verlass auf die Hochzeit ihres Sohnes gibt die Familie Unmengen an Geld aus, welches sie noch gar nicht besitzt. Sie verschulden sich und bauen auf das anstehend übergreifende Vermögen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Eduard Rhein: Vorstellung der Person Eduard Rhein als Erfinder und Autor unter verschiedenen Pseudonymen sowie Einführung in die zentrale Fragestellung der Homosexualität.

2 Die geschichtliche Entwicklung der Homosexualität in Verbindung mit Eduard Rheins Lebenslauf: Ein historischer Abriss der Homosexuellenbewegung im 20. Jahrhundert, parallel zu den Lebensstationen und dem sozialen Umfeld von Eduard Rhein.

3 Der § 175: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Männer in Deutschland von 1871 bis 1994.

4 Die homoerotischen Schriften Rheins: Detaillierte Betrachtung und inhaltliche Zusammenfassung der unter dem Pseudonym Claude Borell veröffentlichten Novellen.

5 Interessante Fakten: Untersuchung spezifischer Kontakte und biografischer Indizien, wie die Springer-Hetze, die Mann-Wedekind-Clique und Rheins Verhältnis zu Zeitgenossen wie Bruno Balz oder Rosa von Praunheim.

Schlüsselwörter

Eduard Rhein, Claude Borell, Homosexualität, § 175, Homosexuellenbewegung, Nationalsozialismus, Literaturgeschichte, Pseudonym, Schwulenkultur, Biografieforschung, Geschichte der Bundesrepublik, Eldorado Berlin, Emanzipation, Versteckspiel, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Leben des Schriftstellers und Erfinders Eduard Rhein vor dem Hintergrund seiner vermuteten Homosexualität und deren Verarbeitung in seinem literarischen Werk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Homosexuellenbewegung, die rechtliche Unterdrückung durch den § 175 sowie die literarische Auseinandersetzung Rheins mit dem Thema unter dem Pseudonym Claude Borell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Hinweise auf Rheins sexuelle Identität zu sammeln und zu prüfen, ob seine homoerotischen Romane als Spiegel seiner eigenen Gefühle und Ängste verstanden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine biografiegeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Autobiografien, Sekundärliteratur, historischen Dokumenten und Zeitzeugeninterviews basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der deutschen Schwulengeschichte, eine detaillierte Inhaltsanalyse der Romane Borells sowie eine Untersuchung sozialer Netzwerke, die Aufschluss über Rheins privates Umfeld geben könnten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Eduard Rhein, Claude Borell, Homosexualität, § 175, historische Biografieforschung und Literaturanalyse.

Was hat das Siebengebirgsmuseum mit der Thematik zu tun?

Das Museum verwaltet den Nachlass Rheins und bewertet die Frage nach seiner Homosexualität als ungeklärt, weist jedoch auf zahlreiche Hinweise in den Unterlagen hin.

Warum wird die Rolle von Will Theden als signifikant erachtet?

Will Theden war über Jahrzehnte Rheins engster Vertrauter und Lebensgefährte, was in der Forschung als eines der stärksten Indizien für Rheins Homosexualität gewertet wird.

Welche Bedeutung hat das Pseudonym "Claude Borell"?

Unter diesem Pseudonym veröffentlichte Rhein ab 1979 explizit homoerotische Romane, womit er sich thematisch weit von seinen sonstigen technischen und populärwissenschaftlichen Arbeiten absetzte.

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Details

Title
Eduard Rhein alias Claude Borell
Subtitle
Ein homoerotischer/homosexueller Schriftsteller?
College
University of Applied Sciences Mittweida
Course
Archive & Datenbanken - Historische Recherche
Grade
1
Authors
Master of Arts Janet Beier (Author), Katina Scholz (Author)
Publication Year
2008
Pages
38
Catalog Number
V136960
ISBN (eBook)
9783640455065
ISBN (Book)
9783640454839
Language
German
Tags
Eduard Rhein Claude Borell Schriftsteller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Janet Beier (Author), Katina Scholz (Author), 2008, Eduard Rhein alias Claude Borell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136960
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