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Machtgedanken bei Michel Foucault und Pierre Bourdieu. Ein Vergleich des Machtbegriffes

Title: Machtgedanken bei Michel Foucault und Pierre Bourdieu. Ein Vergleich des Machtbegriffes

Term Paper , 2022 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tom Eller (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die folgende Hausarbeit wird sich der Frage widmen, wo sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Machtbegriff bei Pierre Bourdieu und Michel Foucault finden lassen. Zu diesem Zweck werden im Folgenden die Überlegungen von beiden Autoren zum Thema Macht ausführlich vorgestellt und verglichen.

Eine Relevanz des Themas entsteht zum einen durch die große Bedeutung Foucaults und Bourdieus für die Sozialwissenschaften, und die Überlegungen der beiden einen wichtigen Beitrag zum Macht- und Herrschaftsdiskurs des 20. Jahrhunderts geleistet haben. Innerhalb der Sozialwissenschaften nehmen Machttheorien und damit die Frage, wie und warum Menschen sich beherrschen lassen, eine wichtige Position ein. Da es noch keine einheitliche Definition von Macht gibt und ihr Wirken noch nicht entschlüsselt wurde, ist ein solcher Vergleich, wie ich ihn vorhabe, sehr hilfreich, um einen Einblick in den Diskurs zu dem Thema zu erhalten.

Weder Bourdieu noch Foucault haben etwas veröffentlicht, was man eine Theorie der Macht nennen könnte. Stattdessen haben sie sich in ihren Werken immer wieder Beschreibungsversuche von Machverhältnissen versucht und sich der Macht so genähert. Durch den zeitlichen und inhaltlichen Umfang ihrer Gesamtwerke gibt es dementsprechend einen sich durchziehenden Wandel ihrer Machtkonzeptionen, weshalb ich mich für diese Arbeit dazu entschieden habe, die zu untersuchenden Schriften stark einzugrenzen. Auch werde ich bestimmte Konzepte nicht anschneiden, welche zwar eine große Rolle in den Werken der beiden einnehmen, jedoch meiner Ansicht nach nicht elementar sind, um die eigentlichen Machtvorstellungen zu begreifen. Beispiel hierfür ist bei Bourdieu der Habitusbegriff und bei Foucault der Sexualitätsdispositiv. Der Grund für diese Entscheidungen ist, dass ich glaube, so diese komplexen Konzepte in einem kompakten, der Verständlichkeit dienlichen Rahmen darstellen zu können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Foucaults Machtbegriff

2.1 Foucaults Analytik der Macht

2.2 Die Bio-Macht

3. Bourdieu und die symbolische Macht

4. Vergleich von Bourdieu und Foucault

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Machtkonzeptionen von Michel Foucault und Pierre Bourdieu gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Verständnis von Macht, Herrschaft und der Reproduktion sozialer Ordnungen herauszuarbeiten.

  • Analyse des Machtbegriffs bei Michel Foucault (Analytik der Macht, Bio-Macht).
  • Untersuchung des Konzepts der symbolischen Macht bei Pierre Bourdieu.
  • Vergleichende Betrachtung der unterschiedlichen Herangehensweisen an Machtverhältnisse.
  • Reflektion über die Rolle von Wissen, Erziehung (Schule) und Sprache bei der Etablierung von Macht.
  • Synthese der Erkenntnisse zur Ergänzung eines differenzierten Bildes von Macht.

Auszug aus dem Buch

2.1 Foucaults Analytik der Macht

Foucault ist der Ansicht, dass man sich von dem klassischen, juridischen Machtverständnis lösen muss, da es durch die Veränderungen seit dem 18. Jahrhundert überholt ist. Diese Betrachtung von Herrschaft, welche stark auf Gesetzen und Gewalt beruht, stammt seiner Meinung nach aus den Zeiten der Monarchie und war möglicherweise eine gute Beschreibung dafür, wie sich Macht zu dieser Zeit präsentierte. Doch die neu entstandenen Methoden der Herrschaft benötigen eine neue Betrachtungsweise von Macht., welche nun auch mit Kontrolle und Normalisierung arbeitet. Es muss auch aufgehört werden, Macht allein als eine Souveränitätsmacht, als die Herrschaft eines Staates oder allgemeiner einer Mehrheit über eine Minderheit, zu denken (Foucault 2020a, S. 90).

Seinem Verständnis nach ist Macht „die Vielfältigkeit von Kraftverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen dieser Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt;“ (Foucault 2020a, S. 93). Während bei den juridischen Theoretikern Macht als eine Art von materieller Ressource verstanden wurde, welche erworben, besessen, geteilt und verloren werden konnte, beschreibt Foucault nun ein Handlungsbezogenes Machtbild.

Für Foucault ist die Macht

" nicht so sehr etwas, was jemand besitzt, sondern vielmehr etwas, was sich entfaltet; nicht so sehr das erworbene oder bewahrte Privileg der herrschenden Klasse, sondern viel mehr die Gesamtwirkung ihrer strategischen Positionen [...]. (Foucault 2020b, S. 38).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Machtkonzeptionen von Pierre Bourdieu und Michel Foucault liegen, und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Foucaults Machtbegriff: Dieses Kapitel stellt Foucaults Überlegungen zur Macht vor, wobei besonders das Abweichen von klassischen juridischen Modellen und der Fokus auf eine Analytik der Macht sowie das Konzept der Bio-Macht hervorgehoben werden.

2.1 Foucaults Analytik der Macht: Der Unterpunkt beschreibt die grundlegenden Eigenschaften und Zusammenhänge, die Foucault der Macht zuordnet, insbesondere ihr handlungsbezogenes und allgegenwärtiges Wesen.

2.2 Die Bio-Macht: Der Abschnitt erläutert die neue Technologie der Macht, die seit dem 17. Jahrhundert das Leben und die Handlungsalternativen der Akteure bestimmt, mit dem Ziel, die Gesellschaft zu optimieren und zu regulieren.

3. Bourdieu und die symbolische Macht: Dieses Kapitel behandelt Bourdieus herrschaftskritischen Ansatz, der untersucht, wie soziale Ordnung und symbolische Gewalt funktionieren, um das unbemerkte Einverständnis der Beherrschten in ihre Lage zu erklären.

4. Vergleich von Bourdieu und Foucault: Hier werden die unterschiedlichen Ansätze der beiden Soziologen gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten in der Machtanalyse und Unterschiede in der Bewertung von Macht und Widerstand aufgezeigt werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die unterschiedlichen Ansätze von Foucault und Bourdieu nicht widersprüchlich sind, sondern sich zu einem differenzierteren Machtverständnis ergänzen.

Schlüsselwörter

Macht, Foucault, Bourdieu, Bio-Macht, symbolische Gewalt, Herrschaft, Machtverhältnisse, Wissen, Disziplinarmacht, Sozialwissenschaften, soziale Ordnung, Subjekt, Widerstand, Kontrolle, Nomos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich der Machtbegriffe der französischen Soziologen bzw. Philosophen Michel Foucault und Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Foucaultsche Analytik der Macht, insbesondere die Konzepte der Bio-Macht und Disziplinierung, sowie Bourdieus Ansatz der symbolischen Gewalt und Macht.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Denkansätzen der beiden Autoren aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit sich ihre Perspektiven auf Macht und Herrschaft ergänzen oder widersprechen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für den Vergleich genutzt?

Der Autor führt eine literaturbasierte Theoriearbeit durch, in der die zentralen Werke der beiden Denker ausgewertet und in Bezug auf die Fragestellung gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Machtkonzepte Foucaults und Bourdieus, gefolgt von einem direkten Vergleich ihrer Schwerpunkte, etwa im Hinblick auf das Verhältnis von Wissen zu Macht.

Welche Eigenschaften definieren die hier behandelten Machtbegriffe?

Die Arbeit charakterisiert Macht bei Foucault als allgegenwärtig und handlungsbezogen, während sie bei Bourdieu stark mit der symbolischen Ebene und der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung verknüpft ist.

Wie unterscheidet sich laut Arbeit Foucaults Machtverständnis von Bourdieus Ansatz?

Foucault sieht Macht eher neutral und produktiv (Bio-Macht), während Bourdieu Macht stärker in einer kritischen Perspektive zur Unterdrückung und Reproduktion sozialer Ungerechtigkeit verortet.

Welche Rolle spielt die Schule in den Machttheorien beider Autoren?

Beide kommen zu dem Schluss, dass die Schule eine zentrale Institution ist: Für Foucault ist sie ein Ort der Disziplinierung, für Bourdieu ein Ort der Implementierung kognitiver Strukturen zur Reproduktion symbolischer Macht.

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Details

Title
Machtgedanken bei Michel Foucault und Pierre Bourdieu. Ein Vergleich des Machtbegriffes
College
University of Kassel  (Fachgebreich 5 Gesellschaftswissenschaft)
Course
Einführung in das politikwissenschaftliche Arbeiten - Staatstheorie
Grade
1,3
Author
Tom Eller (Author)
Publication Year
2022
Pages
13
Catalog Number
V1369636
ISBN (PDF)
9783346900715
ISBN (Book)
9783346900722
Language
German
Tags
Foucault Bourdieu Macht Machtbegriff Politische Theorie Analytik der Macht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Eller (Author), 2022, Machtgedanken bei Michel Foucault und Pierre Bourdieu. Ein Vergleich des Machtbegriffes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1369636
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