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Wertschätzende Kommunikation im schulischen Anfangsunterricht. Eine kritische Studie

Título: Wertschätzende Kommunikation im schulischen Anfangsunterricht. Eine kritische Studie

Tesis de Máster , 2017 , 77 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Tasja Schwormstedt (Autor)

Pedagogía - Pedagogía en educación Pre-escolar
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Die Konzepte der Erziehungspsychologie nach Tausch und Tausch und der Ermutigungspädagogik nach Dreikurs und Adler zeigen konkrete Umsetzungsmöglichkeiten von wertschätzender Kommunikation auf. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, vor dem (theoretischen) Vergleich beider Konzepte zu untersuchen, wie Grundschullehrer wertschätzende Kommunikation im Anfangsunterricht umsetzen.

Im Rahmen der INTAKT-Studien wurde beobachtet, dass durchschnittlich ein Viertel der pädagogischen Interaktionen in Klassenzimmern verletzend und jede sechzehnte Interaktion sogar missachtend sei. Beschämungen können psychische Folgeschäden hinterlassen und sich lernhinderlich auswirken. Lehrer haben daher die Verantwortung präventiv dazu beizutragen, dass Schüler sich gesund entwickeln können. Sie erreichen Schüler in einer frühen Lebensphase unter konstanten Rahmenbedingungen. Dabei treffen sie auf Individuen, die, familiär und kulturell bedingt, unterschiedlich vorbereitet am Unterricht teilnehmen. Vor der systemischen Bedingung der Selektion und Bewertung, stellt sich die Herausforderung, Schüler wertzuschätzen: ihnen zu verdeutlichen, dass jeder Mensch gleichwertig ist, unabhängig von seiner Leistung.

Die Thematik der wertschätzenden Kommunikation erfordert eine stark interdisziplinäre Ausrichtung im Rahmen der Psychologie, Soziologie, Sozialphilosophie, Pädagogik und Neurobiologie. Aktuell liegen leider nur wenige Publikationen zu wertschätzender Kommunikation in pädagogischen Beziehungen vor. Die vorliegende Studie stellt den Anspruch, einen Beitrag zu leisten, um diese Forschungslücke zu ergänzen.

Das Konzept der Erziehungspsychologie nach Reinhard und Anne-Marie Tausch basiert auf dem Menschenbild der humanistischen Psychologie. Sie entwickelten die klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers weiter unter anderem als Konzept zur Umsetzung wertschätzender Kommunikation. Das Konzept der Ermutigungspädagogik basiert auf dem Menschenbild der Individualpsychologie. Alfred Adlers und Rudolf Dreikurs Konzept der wertschätzenden Kommunikation folgt dem Prinzip, dass Lehrer ihre Schüler ermutigen und sie dadurch ihren Selbstwert erfahren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten als zentrale Grundlage pädagogischen Handelns

2.1 Wertschätzung aus anerkennungstheoretischer Perspektive

2.2 Wertschätzung im Kontext inklusiver Pädagogik

2.3 Wertschätzung und ihre Auswirkung auf Persönlichkeitsentwicklung

2.4 Kommunikation im Kontext der Untersuchung

3. Gestaltung der Lehrer-Schüler-Beziehung

3.1 Bedeutung und Qualität von Beziehung

3.2 systemische Bedingungen der Lehrer-Schüler-Beziehungen

4. Konzepte zur Umsetzung wertschätzenden Kommunikation

4.1 humanistische Psychologie

4.1.1 Konzept der Erziehungspsychologie nach Tausch und Tausch

4.1.2 Wertschätzung im Kontext der Erziehungspsychologie nach Tausch und Tausch

4.1.3 Erziehungsstile im Kontext von Wertschätzung

4.2 Individualpsychologie

4.2.1 Konzept der Ermutigungspädagogik nach Dreikurs und Adler

4.2.2 Lob im Kontext der Ermutigungspädagogik

4.2.3 Wertschätzung im Kontext der Ermutigungspädagogik

4.3 Vergleich der Konzepte im Kontext wertschätzender Kommunikation

4.3.1 Kategorien für wertschätzende Kommunikation

4.3.2 Kategorien für nicht-wertschätzende Kommunikation

5. empirische Untersuchung

5.1 Darstellung der Untersuchungsmethode

5.2 Darstellung der Ergebnisse

5.3 Zusammenfassung

6. Schlussbetrachtung

6.1 methodische Diskussion

6.2 Fazit

6.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht im schulischen Anfangsunterricht, wie Grundschullehrkräfte wertschätzende Kommunikation umsetzen, und vergleicht hierzu die theoretischen Konzepte der Erziehungspsychologie sowie der Ermutigungspädagogik.

  • Analyse der Lehrer-Schüler-Interaktionen im Anfangsunterricht
  • Vergleich der Konzepte von Tausch und Tausch sowie Dreikurs und Adler
  • Erstellung und Anwendung theoriegeleiteter Kategorien für wertschätzende Kommunikation
  • Untersuchung von Ambivalenzen in der praktischen Umsetzung
  • Reflexion systemischer Bedingungen und deren Einfluss auf pädagogisches Handeln

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Rahmen der INTAKT-Studien wurde beobachtet, dass durchschnittlich ein Viertel der pädagogischen Interaktionen in Klassenzimmern verletzend und jede sechzehnte Interaktion sogar missachtend sei (vgl. Prengel 2013:114). Beschämungen können psychische Folgeschäden hinterlassen (vgl. Marks 2013:70) und sich lernhinderlich auswirken (vgl. Prengel 2013:115). Lehrer haben daher die Verantwortung präventiv dazu beizutragen, dass Schüler sich gesund entwickeln können. Sie erreichen Schüler in einer frühen Lebensphase unter konstanten Rahmenbedingungen. Dabei treffen sie auf Individuen, die, familiär und kulturell bedingt, unterschiedlich vorbereitet am Unterricht teilnehmen. Vor der systemischen Bedingung der Selektion und Bewertung (vgl. Prengel 2013:87), stellt sich die Herausforderung, Schüler wertzuschätzen: ihnen zu verdeutlichen, dass jeder Mensch gleichwertig ist, unabhängig von seiner Leistung.

Die Thematik der wertschätzenden Kommunikation erfordert eine stark interdisziplinäre Ausrichtung im Rahmen der Psychologie, Soziologie, Sozialphilosophie (vgl. Prengel 2013:25), Pädagogik und Neurobiologie. Aktuell liegen leider nur wenige Publikationen zu wertschätzender Kommunikation in pädagogischen Beziehungen vor (vgl. Osburg 2015:4). Die vorliegende Studie stellt den Anspruch, einen Beitrag zu leisten, um diese Forschungslücke zu ergänzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit wertschätzender Kommunikation als präventive Maßnahme gegen verletzende Interaktionen und beschreibt das methodische Vorgehen sowie die theoretische Verankerung der Studie.

2. Begrifflichkeiten als zentrale Grundlage pädagogischen Handelns: Dieses Kapitel nähert sich wertschätzender Kommunikation durch die anerkennungstheoretische Perspektive und den Kontext inklusiver Pädagogik an und definiert sie als universelle Gleichwertigkeit.

3. Gestaltung der Lehrer-Schüler-Beziehung: Es werden die systemischen Voraussetzungen und die hohe Bedeutung der Qualität pädagogischer Beziehungen im schulischen Anfangsunterricht diskutiert.

4. Konzepte zur Umsetzung wertschätzenden Kommunikation: Die Erziehungspsychologie und die Ermutigungspädagogik werden theoretisch beleuchtet und in konkrete Kategorien zur Untersuchung überführt.

5. empirische Untersuchung: Die Untersuchungsmethode nach Mayring wird erläutert und auf Basis von Unterrichtsbeobachtungen werden Ergebnisse zur praktischen Umsetzung und bestehenden Ambivalenzen dargestellt.

6. Schlussbetrachtung: Die Erkenntnisse werden methodisch reflektiert, ein Fazit gezogen sowie ein Ausblick auf notwendige universitäre und systemische Weiterentwicklungen gegeben.

Schlüsselwörter

Wertschätzung, Wertschätzende Kommunikation, Erziehungspsychologie, Ermutigungspädagogik, Lehrer-Schüler-Beziehung, Inklusive Pädagogik, Beschämung, Sozialphilosophie, Schulpädagogik, Anfangsunterricht, Qualitative Inhaltsanalyse, Persönlichkeitsentwicklung, Individualpsychologie, Schulkultur, Selbstwertgefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die Möglichkeiten der wertschätzenden Kommunikation im schulischen Anfangsunterricht unter Berücksichtigung etablierter psychologischer Konzepte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind pädagogische Anerkennungstheorien, die Qualität von Lehrer-Schüler-Beziehungen, systemische Bedingungen des Schulalltags sowie diverse Kommunikationsmodelle im Erziehungskontext.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Grundschullehrkräfte wertschätzende Kommunikation konkret in den ersten beiden Schuljahren umsetzen und wo dabei die Hürden liegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, um beobachtete Unterrichtsszenen theoriegeleitet zu kategorisieren und auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begriffsbestimmung, die Darstellung und Analyse der Konzepte nach Tausch & Tausch sowie Dreikurs & Adler und den empirischen Teil, in dem die Konzepte anhand von Beobachtungsprotokollen analysiert werden.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Wertschätzung, Ermutigungspädagogik, Lehrer-Schüler-Interaktion und Inklusion einordnen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Lobes?

Die Arbeit steht dem pauschalen Lob kritisch gegenüber, da es zu Abhängigkeiten führen kann und Schüler in eine Konkurrenzsituation setzt, anstatt echtes Selbstvertrauen zu fördern.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Leistung" und "Person" eine so große Rolle?

Die Autorin betont, dass eine Trennung notwendig ist, um Schüler nicht über ihre Leistungsergebnisse zu definieren, sondern sie als gleichwertige Individuen anzuerkennen, was für eine inklusive Schulkultur essentiell ist.

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Detalles

Título
Wertschätzende Kommunikation im schulischen Anfangsunterricht. Eine kritische Studie
Universidad
University of Hamburg  (Erziehungswissenschaften)
Calificación
2.0
Autor
Tasja Schwormstedt (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
77
No. de catálogo
V1369699
ISBN (PDF)
9783346900623
ISBN (Libro)
9783346900630
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wertschätzende Kommunikation belohnung verstärkerplan anfangsunterricht Ermutigungspädagogik Dreikurs adler und Adler
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tasja Schwormstedt (Autor), 2017, Wertschätzende Kommunikation im schulischen Anfangsunterricht. Eine kritische Studie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1369699
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