Das interdisziplinare Forschungsprojekt erstreckt sich über drei Semester und analysiert die Präferenzen der Studierenden zur Tätigkeits- und Arbeitgeberwahl. Zusätzlich werden die Wandlungsprozesse des Systems der Erwerbsarbeit veranschaulicht und die erhobenen Daten darauf angewendet. Es wird sich der Methodik einer quantitativen Erhebung über einen Online-Fragebogen bedient. Betrachtet werden zwei Dimensionen, zum einen die Werteeinstellung zur Erwerbsarbeit, entsprechend einer individuellen Perspektive. Zum anderen die Werteeinstellung zum Arbeitgeber, abzuleiten einer Werteeinstellung zu institutionellen Strukturen.
Die Erkenntnisse stammen aus einer internen Perspektive von Studierenden der FH Bielefeld. Es wird angenommen, dass diese den Arbeitsmarkt mit ihren Präferenzen beeinflussen können. Das Forschungsinteresse besteht darin, aus aktuellen modernen Arbeitskonzepten die Zustimmung der Studierenden quantitativ zu erfragen und mit anderen Studien zu vergleichen, um Annahmen über eine mögliche Transformation treffen zu können. Die erhobenen Daten veranschaulichen eine Momentaufnahme. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, weshalb keine allgemeinen Feststellungen auf andere Gruppen getroffen werden können. Es erfolgt ein Vergleich mit anderen Studien, um die Ergebnisse kritisch zu reflektieren. Es wird sich an einem quantitativen Paradigma orientiert, welches die Erkenntnissuche mit einer kritischen Auseinandersetzung der Erfahrungswirklichkeit beobachtet. Einzuordnen lässt sich dies in das wissenschaftstheoretische Programm des kritischen Rationalismus.
Das folgende Kapitel schafft ein theoretisches Grundverständnis zum Forschungsgegenstand, welches unter anderem ontologisch das untersuchte Arbeitsverständnis begründet. Es erfolgt eine Definition der Erwerbsarbeit und eine Präsentation von drei modernen Arbeitskonzepten. Erläutert wird der Unterschied zwischen Transformation und Wandel. Zuletzt erfolgt die Vorstellung des Transformationstools, welches für die Analyse genutzt wird. Das dritte Kapitel reflektiert die Projektentwicklung der drei Semester. Es werden die Herausforderungen und daraus resultierenden Erfahrungen dieses ersten Forschungsprojekts dargestellt. Abschließend leitet das Forschungsdesign in das vierte Kapitel ein, indessen die Forschungsergebnisse präsentiert werden. Die statistischen Ergebnisse werden mithilfe der MLP und anderen empirischen Studien analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Kontextualisierung
2.1 Die Erwerbsarbeit
2.2 Moderne Arbeitstheorien
2.2.1 CSR
2.2.2 New Work
2.2.3 Arbeit 4.0
2.3 Die Transformation
2.4 Die Multi-Level-Perspektive
3. Entwicklung, Durchführung und Reflexion des Projekts
3.1 Die chronologische Projektentwicklung
3.2 Die Reflexion des Arbeitsprozesses
3.3 Das Forschungsdesign
4. Projektergebnisse
4.1 Der Pretest
4.2 Die statistische Analyse
4.3 Einordnung in die Transformationsforschung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Präferenzen von Studierenden der FH Bielefeld in Bezug auf moderne Arbeitskonzepte (CSR, New Work, Arbeit 4.0) zu analysieren und im Kontext von Transformationsprozessen in der Erwerbsarbeit zu untersuchen.
- Einfluss moderner Arbeitstheorien auf die Arbeitswahl
- Vergleichende Analyse von Geschlechtern und Fachbereichen (Wirtschaft vs. Sozialwesen)
- Reflexion des Forschungsprozesses innerhalb eines interdisziplinären Projekts
- Anwendung der Multi-Level-Perspektive auf Transformationsphänomene
- Untersuchung von Wertepräferenzen und deren Relevanz für Arbeitgeber
Auszug aus dem Buch
2. Theoretische Kontextualisierung
Die Ontologie der Arbeit ist ein grundlegender Ansatz, um die Natur, den Wert und die Rolle der Arbeit in menschlichen Gesellschaften zu verstehen. Arbeit wird dabei als bewusste, zweckmäßige Tätigkeit definiert, mit der etwas erstellt wird. Dabei ist die Bedeutung von Arbeit von den gesellschaftlichen Umständen geprägt. In der ökonomischen Theorie wird Arbeit als einer von mehreren Produktionsfaktoren betrachtet, während sie bei Hegel und Marx als eine Form der menschlichen Entäußerung gesehen wird. Arbeit hat im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen erfüllt und verschiedene Formen angenommen. Diese war bzw. ist noch mit dem Status des Einzelnen in der Gesellschaft verbunden und diente als Identitätsstifter. Durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Pluralisierung der Werte in der globalisierten Welt hat sich diese Funktion gewandelt. Die Identität wird nicht mehr allein durch die Tätigkeit im Unternehmen bestimmt, sondern auch durch die qualifizierte und spezialisierte Berufung, die das Individuum vor den Verschiebungen des Arbeitsmarktes schützen soll.
Für Hegel hat die Arbeit eine zentrale Bedeutung in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und des individuellen Bewusstseins. In seiner Philosophie betrachtet er die Arbeit als einen Prozess der Verwandlung der Natur und der Formung der menschlichen Selbstentwicklung. Durch die Arbeit kann der Mensch seine Fähigkeiten und Talente entfalten und sich selbst verwirklichen. Hegel betont, dass Arbeit nicht nur ein Mittel zum Erwerb von materiellen Gütern ist, sondern auch einen kulturellen Wert besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den historischen Wandel des Arbeitsbegriffs und führt in die Relevanz der Untersuchung interdisziplinärer Forschungsprojekte ein.
2. Theoretische Kontextualisierung: Hier werden die ontologischen Grundlagen der Erwerbsarbeit sowie theoretische Konzepte wie CSR, New Work und Arbeit 4.0 erläutert.
3. Entwicklung, Durchführung und Reflexion des Projekts: Dieses Kapitel beschreibt den chronologischen Verlauf des Forschungsprojekts, die methodische Vorgehensweise und reflektiert kritisch den Arbeitsprozess.
4. Projektergebnisse: Es werden die quantitativen Daten der Umfrage präsentiert, statistisch ausgewertet und innerhalb der Transformationsforschung eingeordnet.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen empirischen Erkenntnisse mit Blick auf die Forschungsfrage zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Erwerbsarbeit, Transformation, Arbeit 4.0, CSR, New Work, Multi-Level-Perspektive, Arbeitswahl, Studierende, quantitative Erhebung, Arbeitsmarktwandel, Wertevorstellungen, Identitätskonstruktion, Transformationsforschung, Arbeitgeberattraktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse im System der Erwerbsarbeit aus einer interdisziplinären Perspektive unter besonderer Berücksichtigung der Präferenzen von Studierenden.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die Schwerpunkte liegen auf den drei modernen Arbeitskonzepten Corporate Social Responsibility (CSR), New Work und Arbeit 4.0 sowie deren Einfluss auf die berufliche Identität.
Welches primäre Ziel verfolgt das Projekt?
Das Ziel ist es, durch eine quantitative Befragung herauszufinden, welche Faktoren die Arbeitgeberwahl der Studierenden der FH Bielefeld beeinflussen und ob sich daraus Rückschlüsse auf einen globalen Wertewandel ziehen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Datenerhebung erfolgt über eine Online-Fragebogenaktion mit einer Stichprobe von Studierenden. Die Auswertung basiert auf statistischen Verfahren wie Deskriptivstatistik, t-Tests und Faktorenanalysen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Neben der theoretischen Herleitung werden die Ergebnisse der quantitativen Erhebung präsentiert, wobei insbesondere Unterschiede zwischen Geschlechtern und Fachgebieten (Wirtschaft/Sozialwesen) beleuchtet werden.
Wie lässt sich die Arbeit anhand der Schlüsselwörter klassifizieren?
Die Arbeit ist im Bereich der Transformationsforschung und Arbeitssoziologie anzusiedeln, mit Fokus auf moderne Arbeitsformen, deren gesellschaftliche Bedeutung und die subjektive Wahrnehmung durch Erwerbstätige.
Warum wird zwischen Wirtschaft und Sozialwesen unterschieden?
Die Unterscheidung dient dazu, Hypothesen über unterschiedliche Präferenzen in Bezug auf Sicherheitsbedürfnisse und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit zu prüfen, da diese Disziplinen unterschiedliche berufliche Habitus-Strukturen prägen können.
Welche Rolle spielt die "Multi-Level-Perspektive" in dieser Arbeit?
Sie dient als Analyse-Tool, um zu verstehen, wie Interaktionen auf Mikro- (Individuen/Studierende), Meso- (Unternehmen) und Makro-Ebene (gesellschaftlicher Wandel/Transformation) ineinandergreifen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Die Transformation der Erwerbsarbeit. Eine Analyse der Präferenzen der Studierenden zur Tätigkeits- und Arbeitgeberwahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370026