Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit und Möglichkeiten der Prävention bei Legasthenie

Title: Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit und Möglichkeiten der Prävention bei Legasthenie

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Beyer (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Lesen und Schreiben sind in der Gesellschaft des 21. Jh. unabdingbare Fertigkeiten für den Zugang zu Wissen und Bildung, ein erfolgreiches Leben im Beruf und ein soziales Leben in der Gesellschaft. Ohne Schriftsprachkenntnisse werden elementare Aufgaben in Leben und Alltag, wie etwa das Orientieren anhand von Straßenschildern, Lesen von Busfahrplänen, der Erwerb des Führerscheins oder Nutzung von Computern, zu scheinbar unüberwindbaren Hürden, die die Lebensqualität einschränken und bedrohen. Dementsprechend substantiell ist ein erfolgreicher Schriftspracherwerb in der Grundschule, der für gewöhnlich auch ohne größere Schwierigkeiten von Statten geht. Doch nicht jedes Kind erlernt diese Schlüsselkompetenzen problemlos – was geschieht, wenn ein Kind zu den 2- 4 % (Schnitzler 2008, S. VI.) gehört, die mit einem gestörten Schriftspracherwerb kämpfen? Der Druck, der aus einer solchen Situation erwächst, ist für das Kind, die Eltern, Lehrer und Erzieher unermesslich: Der Schulerfolg scheint langfristig gefährdet und eine Lösung dringend nötig.
Blickt man in Ratgeberliteratur für Betroffene oder wissenschaftliche Forschungsliteratur, so taucht ein Begriff häufig im Zusammenhang mit Legasthenie oder LRS auf: die phonologische Bewusstheit. Entsprechend beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Bedeutung der phonologischen Bewusstheit und Möglichkeiten der Prävention bei Legasthenie.
Im ersten Kapitel soll die Begrifflichkeit Legasthenie und Lese-Rechtschreib- Schwäche definiert und näher erläutert werden. In Kapitel 2 wird die phonologische Bewusstheit und ihre Auffächerung in verschiedene Teilkompetenzen beleuchtet, die für das weitere Verständnis der Arbeit vonnöten sind. Ferner ist es essentiell, die ungestörte Entwicklung der phonologischen Bewusstheit im Vorschul- und Grundschulalter differenziert zu betrachten (Kapitel 3). In Kapitel 4 werden die Phasen des ungestörten Schriftspracherwerbs nach Frith (1985) und Günther (1986) (Brandenburger 2009, S. 35) erläutert und in ihrer Entwicklung in Zusammenhang mit der phonologischen Bewusstheit betrachtet. Insbesondere der alphabethischen Phase soll hier eine besondere Gewichtung zufallen. In der Forschung ist man sich einig, dass die phonologische Bewusstheit eine wichtige Rolle bei Schriftspracherwerb spielt,
allerdings nicht darüber, welcher Natur dieser Zusammenhang ist. In Kapitel 5 wird die Natur der Beziehung von phonologischer Bewusstheit und (gestörtem) Schriftspracherwerb [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Legasthenie und LRS - Eine Begriffserklärung

2. Phonologische Bewusstheit

2.1 Phonologische Bewusstheit i. e. S. und phonologische Bewusstheit i. w. S.

2.2 Teilkomponenten der phonologischen Bewusstheit

2.3 Voraussetzungen für metalinguistische Bewusstheit

3. Die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit

3.1 Entwicklung im Vorschulalter und am Schulanfang

3.2 Entwicklung im Grundschulalter

4. Stufen des ungestörten Schriftspracherwerbs

4.1 Stufen des Schriftspracherwerbs nach Frith und Günther

4.2 Phonologische Bewusstheit und die alphabetische Phase

5. Die Natur der Beziehung von phonologischer Bewusstheit und (gestörtem) Schriftspracherwerb

6. Die Konsequenz: Förderungskonzepte der phonologischen Bewusstheit

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den gelingenden Schriftspracherwerb und analysiert deren Rolle bei der Entstehung sowie Prävention von Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS).

  • Definition und theoretische Einordnung von Legasthenie und LRS.
  • Analyse der phonologischen Bewusstheit als kognitive Teilkomponente.
  • Entwicklungsprozesse phonologischer Fähigkeiten im Vor- und Grundschulalter.
  • Zusammenhang zwischen Schriftspracherwerbsphasen und phonologischer Bewusstheit.
  • Evaluierung von Präventions- und Förderungskonzepten, insbesondere am Beispiel des Würzburger Trainingsprogramms.

Auszug aus dem Buch

4.2 Phonologische Bewusstheit und die alphabetische Phase

Wie aus der Darstellung der Phasenabfolge des ungestörten Schriftspracherwerbs aus Kapitel 4.1 hervorgeht, besteht in der alphabetischen oder phonologischen Phase (3. Phase) ein enger Zusammenhang zwischen expliziter phonologischer Bewusstheit auf der Phonemebene und alphabetischer Strategie (Suchodoletz 2006, S. 38) (Scheerer-Neumann/ Hofmann 2002, S. 134). So wird in dieser Phase völlig lautgetreu geschrieben, wie folgendes Beispiel einer 7 Jahre und 10 Monate alten Schülerin zeigt.

Felicia schreibt am Beginn der 2. Klasse:

„Ich fare jeden Morgen mit dem Farad an dem Zigen vor bei dan gebe ich inen Gras und dan fare ich weiter und dan an Tabeas Haus vor bei und dan zu Ampel und an der Ampel bleibe ich Stehen und dan wen das rote menchen auf grün springt und dan am Kindergarten vor bei und dann zur Schule.“ (Hofman 1998, S. 23).

Dieses Beispiel stellt für die Schreibfähigkeit am Anfang der 2. Klasse eine sehr gute Leistung dar, da die phonemgetreue Schreibweise und damit die alphabetische Strategie gut ausgeprägt ist. Als orthographische Regel ist bereits die Groß- und Kleinschreibung beachtet worden. Zur phonemgetreuen Verschriftlichung müssen die Kinder in dieser Phase in der Lage sein, die einzelnen Laute zu analysieren, zu isolieren und graphematisch darzustellen (Hofman 1998, S. 22).

Diese explizite Bewusstheit baut nach Marx& Jansen (1999) und Landerl & Wimmer (1994) (Scheerer-Neumann/ Hofmann 2002, S. 134) auf der impliziten phonologischen Bewusstheit auf der Onset-Reim-Ebene auf, die bereits vor der Schulzeit erworben wurde. Die Beherrschung der alphabetischen Strategie stellt die Basis der darauf folgenden orthographischen Strategie dar.

Auch in der orthographischen Phase des Schriftspracherwerbs, in der sich von der alphabetischen Strategie abgewandt wird, ist phonologische Bewusstheit zur Bewältigung des Lese- und Schreibprozesses unumgänglich: Um Rechtschreibregeln normgerecht anwenden zu können, muss auch der phonematische Kontext berücksichtigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz von Schriftsprachkenntnissen und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung der phonologischen Bewusstheit.

1. Legasthenie und LRS - Eine Begriffserklärung: Diskussion der Definitionen von Legasthenie und LRS sowie Kritik an der Diskrepanzmethode.

2. Phonologische Bewusstheit: Erläuterung der kognitiven Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit phonologischen Spracheinheiten.

3. Die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit: Darstellung der kontinuierlichen Entwicklung von impliziten zu expliziten Fähigkeiten im Vor- und Grundschulalter.

4. Stufen des ungestörten Schriftspracherwerbs: Analyse der fünf Phasen des Lese- und Schreiblernprozesses nach Frith und Günther.

5. Die Natur der Beziehung von phonologischer Bewusstheit und (gestörtem) Schriftspracherwerb: Gegenüberstellung der Voraussetzungs-, Konsequenz- und Interaktionshypothesen.

6. Die Konsequenz: Förderungskonzepte der phonologischen Bewusstheit: Vorstellung von Interventionsmöglichkeiten, fokussiert auf das Würzburger Trainingsprogramm.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung frühzeitiger Prävention für den Schulerfolg aller Kinder.

Schlüsselwörter

Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Legasthenie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS, Prävention, Intervention, Würzburger Trainingsprogramm, Phonem, Silbe, Onset-Reim, Alphabetische Strategie, Orthographische Phase, Frühförderung, Risikokinder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb und untersucht, wie Defizite in diesem Bereich mit Legasthenie oder LRS zusammenhängen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition von Legasthenie, der psychologischen Entwicklung phonologischer Fähigkeiten bei Kindern sowie der Evaluation von Förderprogrammen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verdeutlichen, dass phonologische Bewusstheit eine entscheidende Voraussetzung für den Lese- und Schreiblernprozess darstellt und eine frühzeitige Förderung zur Prävention von Schwierigkeiten essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse aktueller Forschungsergebnisse und Studien, um die verschiedenen Hypothesen zum Zusammenhang von Sprachverarbeitung und Schriftspracherwerb kritisch zu beleuchten.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Stufen des ungestörten Schriftspracherwerbs, die Beziehung zwischen phonologischer Bewusstheit und diesen Entwicklungsstufen sowie konkrete Interventionsmaßnahmen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Prävention und die alphabetische Strategie charakterisiert.

Was kritisiert die Autorin an der aktuellen Legasthenie-Diagnostik?

Sie kritisiert die Diskrepanzdefinition, da diese zur Bildung einer stigmatisierenden „2-Klassen-Gesellschaft“ bei lernschwachen Kindern führe, obwohl die Symptomatik oft ähnlich sei.

Warum ist das Würzburger Trainingsprogramm laut der Arbeit effektiv?

Es ist effektiv, weil es kleinschrittig ansetzt, verschiedene Ebenen (Reime, Silben, Phoneme) trainiert und wissenschaftlich nachweisbar sowohl Risikokindern als auch anderen Kindern beim Schriftspracherwerb hilft.

Welche Bedeutung kommt der alphabetischen Phase zu?

In dieser Phase ist die phonologische Bewusstheit auf Phonemebene besonders wichtig, da das Kind lernt, Grapheme und Phoneme lautgetreu in Beziehung zu setzen, was die Basis für alles weitere Schreiben darstellt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit und Möglichkeiten der Prävention bei Legasthenie
College
University of Siegen  (FB 3 Germanistik)
Course
Orthographie und Zeichensetzung
Grade
1,0
Author
Katharina Beyer (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V137009
ISBN (eBook)
9783640447350
ISBN (Book)
9783640447596
Language
German
Tags
Legasthenie phonologische Bewusstheit Lernstörung gestörter Schriftspracherwerb Schriftspracherwerb LRS Prävention Legasthenie Therapie Legasthenie Lehrer Legasthenie Lehrer Sprache Grundschule Schreiben lernen Probleme Schriftspracherwerb Phonembewusstheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Beyer (Author), 2009, Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit und Möglichkeiten der Prävention bei Legasthenie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137009
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint