Ziel dieser Arbeit ist es, die Konzepte der Verdinglichung nach den Philosophen Georg Lukács und Axel Honneth zu erläutern und auf den Bereich des Sports anzuwenden. Diese Studie zielt darauf ab, einen einzigartigen Einblick in die möglichen Auswirkungen und Interpretationen der Verdinglichungstheorie im Sportkontext zu liefern, indem sie sowohl historische als auch zeitgenössische Ansätze zur Diskussion stellt.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
LUKACS VERDINGLICHUNG
HONNETHS VERDINGLICHUNG
UNTERSCHIED LUKACS UND HONNET
VERDINGLICHUNG IM SPORT
DOPING UND WETTBÜRO
BEZUG HONNET UND LUKACS
FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Verdinglichung in der modernen Gesellschaft am Beispiel des Profisports, indem sie die theoretischen Ansätze von Georg Lukács und Axel Honnet vergleichend gegenüberstellt und auf konkrete Ausprägungen wie den Fußball, Doping und die Kommerzialisierung durch Apps wie Kickbase anwendet.
- Theoretische Grundlagen zur Verdinglichung nach Georg Lukács
- Weiterentwicklung des Konzepts durch die Anerkennungstheorie von Axel Honnet
- Kritische Analyse von Kommerzialisierungsprozessen im professionellen Fußball
- Untersuchung von Leistungsdruck und dem Status als "Ware" bei Profisportlern
- Reflektion über die Entfremdung des Menschen von sich selbst im modernen Kapitalismus
Auszug aus dem Buch
Verdinglichung im Sport
Die millionenschweren Spielerwechsel im Profifußball zeigen, wie Personen als Objekte von einem Verein zum nächsten „getauscht“ werden. Dabei wird im professionellen Fußball der Männer deutlich, dass aufgrund irrsinniger Summen die Persönlichkeiten der Spieler verloren gehen. Mit der Einführung der Fußball-Bundesliga 1963 begann der Prozess der Kommodifizierung des Fußballs. Die Fußballindustrie kommerzialisierte sich und die Spieler wurden zunehmend als Warenkörper begriffen. Das Wahre, das Talent für das Fußballspielen, wird zur Ware (Körner 2020).
Der Hochleistungssport wird als Phänomen des Showbusiness repräsentiert. Dabei ist dies nicht nur aus der Perspektive von Individuum und Gesellschaft als ein Medium exzeptioneller Selbstverwirklichung zu interpretieren, sondern auch als ein Phänomen der Entfremdung, das Momente der Motivation und der psychischen Stimmung nicht als Eigenwert, sondern allein in ihrer leistungsvariierenden Funktion relevant werden lässt (Meyer 1973: 59). Das wird deutlich, wenn beachtet wird wie viel Leistungsdruck bereits Kinder von Trainer*innen und Eltern erfahren, um bestmöglich im Wettkampf zu absolvieren, ohne Rücksicht auf deren Psyche. Auf dem Weg Profisportler*in zu werden, entfremdet sich der Mensch immer mehr von seiner eigentlichen Leidenschaft und der Liebe zum Sport, um im Wettbewerb immer erfolgreicher zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Thematik der Verdinglichung anhand des Beispiels von Rekordtransferummen im Fußball ein und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.
LUKACS VERDINGLICHUNG: Hier werden die theoretischen Grundlagen des "westlichen Marxismus" und die Verdinglichungskritik von Georg Lukács dargelegt, insbesondere der Aspekt der Warenstruktur als gesellschaftliches Grundproblem.
HONNETHS VERDINGLICHUNG: In diesem Kapitel wird Axel Honnets Reformulierung des Begriffs präsentiert, die auf einer Anerkennungstheorie aufbaut und die psychologische Ebene der "Amnesie" ergänzt.
UNTERSCHIED LUKACS UND HONNET: Dieser Abschnitt kontrastiert beide Ansätze und zeigt auf, wie Honnet die einseitige Fixierung Lukács' auf die Warenform kritisiert.
VERDINGLICHUNG IM SPORT: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf das Phänomen des Profisports angewendet, wobei die Transformation von Spielern zu austauschbaren Sportobjekten im Fokus steht.
DOPING UND WETTBÜRO: Dieses Kapitel behandelt die extremen Auswüchse von Leistungsdruck und externen Anreizsystemen, die den Sportler als "Ware" weiter entfremden.
BEZUG HONNET UND LUKACS: Hier erfolgt eine zusammenfassende kritische Betrachtung beider Autoren im Kontext der modernen Sportkommerzialisierung.
FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die moderne kapitalistische Gesellschaft das Verhältnis zum Individuum verliert, indem sie menschliche Qualitäten zunehmend auf ökonomische Tauschwerte reduziert.
Schlüsselwörter
Verdinglichung, Georg Lukács, Axel Honnet, Profifußball, Kommodifizierung, Warenfetischismus, Entfremdung, Anerkennungstheorie, Leistungsgesellschaft, Sportökonomie, Kapitalismus, Individuum, Selbstverwirklichung, Doping, Marktmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung philosophischer und sozialtheoretischer Konzepte zur Verdinglichung auf moderne gesellschaftliche Strukturen, speziell auf den professionellen Sport.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Kapitalismuskritik, die Warenform menschlicher Arbeit und die Entfremdung des Subjekts in einem zunehmend leistungsorientierten Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Sportler im modernen Profibetrieb zu Objekten oder Waren degradiert werden, und wie sich dies theoretisch nach Lukács und Honnet begründen lässt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär literaturwissenschaftliche Methoden des Vergleichs und der Anwendung klassischer Sozialtheorie auf zeitgenössische Beispiele nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Lukács und Honnet, gefolgt von einer praktischen Analyse von Fußballtransfers, Kommerzialisierung und leistungssteigernden Substanzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Verdinglichung, Warenform, Anerkennungstheorie, Entfremdung, Kommodifizierung und Leistungsdruck.
Warum wird der Begriff der "Amnesie" bei Honnet hervorgehoben?
Honnet nutzt diesen Begriff, um den Verlust des bewussten Bezugs zu den zwischenmenschlichen Anerkennungsformen zu beschreiben, der einhergeht, wenn man Menschen nur noch als berechenbare Tatsachen wahrnimmt.
Wie werden moderne Apps wie Kickbase in diesem Kontext bewertet?
Sie dienen als Beispiel für eine digitale Verdinglichung, in der Sportler für den Nutzer nur noch als Punkte-Container agieren, was die Entpersonalisierung des Sportlers für das Publikum illustriert.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Anwendung von Lukács und Honneths Verdinglichungstheorien im Sport. Eine ausführliche Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370192