Die Fernsehlandschaft in der BRD ist durch das s.g. duale Rundfunksystem geprägt.Als jeweilige Repräsentanten werden die ARD und RTL ausgewählt.Als Vollprogramm-Sender sind sie rechtlich verpflichtet, ausführliche und vielfältige Inhalte zu liefern, in denen Information, Bildung und Unterhaltung als das wesentliche Kontingent des Programms fungieren.Diese Arbeit konzentriert sich auf die Säule der Information.Ein Format ist die Nachrichtensendung.Sie genießt den Ruf, ihr Publikum interessant, präzise, aktuell und effizient zu informieren.Der Schwerpunkt liegt in der Analyse der Hauptnachrichtensendungen.Mit ihren täglichen Ausgaben am frühen Abend spielen sie eine entscheidende Rolle für die Einschaltquoten und die Imagebildung der einzelnen Sender.
Die Fernsehnachrichtenforschung beschäftigt sich seit langer Zeit mit der Untersuchung von Aspekten der Nachrichtensendungen.Es lassen sich 3 Teilgebiete abgrenzen: Nachrichtenproduktion, -inhalte und -rezeption.Der Schwerpunkt der Analyse beider Sendungen liegt auf Nachrichteninhalt und -produktion.Anhand von den für diese Forschungskategorien charakteristischen Ansätzen werden die ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht.
Zu Beginn werden das methodische Vorgehen und die verwendeten Theorieansätze im Rahmen der Fallstudie besprochen(2.1).Weiterhin werden die rechtlichen Rahmenbedingungen des Rundfunks in der BRD präsentiert(2.2).Mithilfe eines geschichtlichen Abrisses wird dargestellt, wie die unterschiedlichen Konzepte von der ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ entstanden sind (2.3,2.4).In einem theoretischen Teil werden die formalen und inhaltlichen Charakteristika präsentiert, die zur Analyse der Nachrichtensendungen ihres gegenwärtigen Standes dienen werden(3).Ihre Konzepte werden danach analysiert und miteinander verglichen(4).Im K5 werden die Annahmen der Nachrichtenwert-Theorie beschrieben, anhand deren die Kriterien für die Untersuchung der Berichterstattung der ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ in einem Zeitraum von 10 Tagen gewonnen werden.Der Fokus der Arbeit wurde im Allg. auf Meldungen über politische Ereignisse und im Speziellen auf Ereignisse der internationalen Politik begrenzt. Durch die Nachrichtenfaktoren der Nachrichtenwert-Theorie werden die ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ nach Ähnlichkeiten und Differenzen untersucht(6).Im abschließenden K7 folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse beider Vergleiche, eine kritische Betrachtung sowie einen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gegenstand der Fallstudie
2.1 Vorbetrachtung und Methode
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2.1 Rechtliche Grundlagen des Rundfunks
2.2.2 Programmsäule Information
2.3 ‚Tagesschau’ (ARD/Das Erste)
2.3.1 Identitätsfindung
2.3.2 Profilierung
2.3.3 Konkurrenz
2.4 ‚RTL aktuell’ (RTL)
2.4.1 ‚7vor7’
2.4.2 ‚RTL aktuell’
3 Charakteristika von Hauptnachrichtensendungen
3.1 Themenstrukturen
3.2 Reihenfolge der Nachrichten
3.3 Aufbau
3.4 Nachrichtenpräsentation
3.5 Kameraeinstellungen
3.6 Studioinszenierung
4 Vergleich der Charakteristika von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’
4.1 Themenstruktur
4.2 Reihenfolge der Nachrichten
4.3 Aufbau
4.4 Nachrichtenpräsentation
4.5 Kameraeinstellungen
4.6 Studioinszenierung
5 Nachrichtenwert-Theorie und Nachrichtenfaktoren
5.1 Kausalmodell der Nachrichtenwert-Theorie
5.2 Finalmodell der Nachrichtenwert-Theorie
6 Vergleich von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ anhand der Nachrichtenwert-Theorie
6.1 Untersuchungsgrundlage
6.2 Internationale Politikberichterstattung
6.2.1 Gemeinsamkeiten aller Ereignisse
6.2.2 Ereignis 1 - Atomversuche in Nordkorea
6.2.3 Ereignis 2 - US-Präsident Obama auf Nahost-Reise
6.2.4 Ereignis 3 - Insolvenz von General Motors
6.2.5 Ereignis 4 - Spesenskandal in Großbritannien
7 Schlussbetrachtung
7.1 Charakteristikvergleich von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’
7.2 Faktorenvergleich von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’
7.3 Kritik und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, einen detaillierten Vergleich der Hauptnachrichtensendungen "Tagesschau" (ARD) und "RTL aktuell" (RTL) vorzunehmen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse der unterschiedlichen Konzepte und der redaktionellen Gestaltung dieser Sendungen im Hinblick auf deren Umgang mit Nachrichtenbeiträgen im internationalen politischen Kontext, wobei die Nachrichtenwert-Theorie als analytischer Rahmen dient.
- Strukturelle Unterschiede in der Nachrichtenpräsentation und -dramaturgie.
- Unterschiedliche redaktionelle Ansätze zwischen öffentlich-rechtlichem Informationsauftrag und kommerzieller Marktstrategie.
- Anwendung der Nachrichtenwert-Theorie auf spezifische internationale politische Ereignisse.
- Vergleich von Gestaltungselementen wie Kameraeinstellungen, Studioinszenierung und Moderationsstilen.
- Diskussion des Einflusses von "Hard News" versus "Soft News" auf die Nachrichtenauswahl und Gewichtung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Themenstrukturen
Grundsätzlich können alle Themen Gegenstand von Hauptnachrichtensendungen sein, jedoch haben sich bestimmte Normen bei der Themenauswahl herausgebildet. Für seine Langzeitstudie zur Nachrichtenentwicklung in Deutschland listet Maurer folgende Themenschwerpunkte auf, die in der Nachrichtenforschung als universell gelten:
Gesellschaftlich-relevante Themen ordnet er in drei Themenbereiche Politik, sowohl Inlands- als auch Auslandpolitik, Wirtschaft, bestehend aus Inhalten über Finanzen, Recht, Tarifpolitik, Börsendaten, etc., und Gesellschaft, bezüglich Fragen der Justiz, Menschenrechte, Integrationsprobleme, etc., zusammen.
Unter dem Begriff ‚Sachthemen’ klassifiziert er diejenigen nicht-politischen und nicht-wirtschaftlichen Themen, die sich mit den ‚gesellschaftlichen Subsystemen’ wie Arbeitswelt, Wissenschaft und Technologie, Kirche und Religion, Bildungseinrichtungen und -systeme, Kultur auseinandersetzen.
Innerhalb der Human-Touch-Themen werden vor allem Kriminalität, Verbrechen und Gerichtsverfahren, Unfälle und Katastrophen, ‚Normalbürger’ im Bezug auf kuriose Geschehnisse, Prominenz, Klatsch und Lifestyle sowie Tiergeschichten behandelt.
Der Themenkomplex Private Lebenswelt orientiert sich an dem Verbraucherbedürfnis nach im Alltag nützlichen Informationen. Dazu gehören Themen wie Auto und Verkehr, Reisen, Medizin und Gesundheit wie auch Fitness und Ernährung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Fernsehens als Massenmedium ein und stellt die beiden gewählten Fallstudien-Objekte ARD und RTL vor.
2 Gegenstand der Fallstudie: Hier werden der Untersuchungsgegenstand, die methodische Vorgehensweise und die rechtlichen sowie geschichtlichen Rahmenbedingungen beider Sender dargelegt.
3 Charakteristika von Hauptnachrichtensendungen: Dieses Kapitel präsentiert die wesentlichen Elemente wie Themenstruktur, Aufbau und Präsentation, die eine Nachrichtensendung in der BRD kennzeichnen.
4 Vergleich der Charakteristika von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’: Hier werden die in Kapitel 3 definierten Merkmale direkt auf die beiden Sendungen angewandt, um deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
5 Nachrichtenwert-Theorie und Nachrichtenfaktoren: Es wird die theoretische Grundlage zur Analyse der Nachrichtenselektion durch Journalisten (Kausal- und Finalmodell) ausführlich behandelt.
6 Vergleich von ‚Tagesschau’ und ‚RTL aktuell’ anhand der Nachrichtenwert-Theorie: In diesem zentralen Analyseteil werden reale Nachrichtenbeiträge anhand von Faktoren wie Nähe, Kontroverse und Relevanz qualitativ verglichen.
7 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit, ordnet sie kritisch ein und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Fernsehnachrichten, Tagesschau, RTL aktuell, Nachrichtenwert-Theorie, Nachrichtenfaktoren, Journalismus, Medienvergleich, Politikberichterstattung, Rundfunksystem, Programmstruktur, Nachrichtenproduktion, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Kommerzieller Rundfunk, Mediensystem Deutschland, Nachrichtenselektion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht vergleichend die beiden deutschen Hauptnachrichtensendungen "Tagesschau" und "RTL aktuell" hinsichtlich ihrer konzeptionellen Unterschiede und ihrer redaktionellen Arbeitsweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die inhaltliche Themenauswahl, die dramaturgische Gestaltung, die Rolle der Moderatoren sowie die visuelle Aufbereitung der Nachrichtenbeiträge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der Nachrichtenwert-Theorie zu analysieren, wie die beiden Sender unterschiedliche internationale politische Ereignisse gewichten, aufbereiten und ihrem jeweiligen Publikum vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Fallstudie, die quantitative und qualitative Aspekte der Nachrichteninhalte sowie der Nachrichtenproduktion unter Einbeziehung bekannter Nachrichtenfaktoren kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Nachrichtenwert-Theorie sowie eine detaillierte, empirisch gestützte Analyse und Gegenüberstellung der zwei Nachrichtensendungen im Hinblick auf internationale Politikberichterstattung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachrichtenwert-Theorie, Nachrichtenfaktoren, duales Rundfunksystem, journalistische Selektion, Nachrichtendramaturgie und Mediensystem.
Wie unterscheidet sich die "Tagesschau" konzeptionell von "RTL aktuell"?
Die "Tagesschau" setzt auf eine klassische, distanzierte und sachliche Präsentation basierend auf Tradition und Kontinuität, während "RTL aktuell" auf Dynamik, Personalisierung und stärkere Einbindung des Zuschauers durch ein moderneres, emotionaleres Konzept setzt.
Welche Rolle spielt die Nachrichtenfaktoren-Analyse in Kapitel 6?
Die Nachrichtenfaktoren dienen als systematisches Analysewerkzeug, um objektiv messbar zu machen, warum bestimmte politische Ereignisse in beiden Sendungen unterschiedlich stark gewichtet oder personalisiert werden.
- Quote paper
- Ana Barzakova (Author), 2009, Die Hauptnachrichtensendungen von ARD und RTL - Eine vergleichende Fallstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137019