SMK, FOIM, INF, OH, PIGS, XT, SMC, NETZ.
Was klingt wie der Einstieg in ein neues der Lied der Musikgruppe „Die fantastischen Vier“ ist für viele Reisende der Deutschen Bahn im Gebiet Köln/Bonn ein ständiger Begleiter beim Blick aus dem Fenster.
Dies sind Tags von Writern oder Crews, die entlang der Line ihre Throwups, Pieces, Rollertags, Scratching an und in Trains bomben, um fame zu erreichen und zum King of the line zu werden.
Übersetzt bedeutet dies, dass es sich um Namenszüge von Graffitisprayern oder einer Gruppe von Sprayern handelt, welche entlang der Bahnlinie ihre schnellen Namenskürzel, ihre großflächigen Gemälde, ihre Namenszüge mit Farbrollen an Zügen illegal aufbringen oder in Zügen die Scheiben mit ihrem Kürzel zerkratzen um Ruhm in der Szene zu erlangen und der König der Bahnlinie zu werden.
Alleine durch diese unverständliche Sprache möchte ich Ihnen deutlich machen, dass es sich bei Graffiti und Streetart längst um eine eigene Subkultur im Bereich des urbanen Lebens handelt. Graffiti ist für die begeisterten Anhänger eine eigenständige Welt, in der sie Anerkennung suchen.
Graffiti ist allgegenwärtig und sobald man darauf achtet, entgeht einem kaum ein Fußweg an dem man nicht ein Graffito findet. Die Graffiti-Szene ist sehr schnelllebig. Dies hat seinen Ursprung unter anderem in den Präventionsmaßnahmen. Die schnelle Reinigung besprühter Flächen stellt die Writer vor ein Problem, da andere Writer nicht mehr die Chance haben, die Pieces zu sehen. Somit ist der angestrebte Erfolg, das Erreichen von fame, gefährdet. Um dem zu entgehen, bedienen sich die Writer dem Internet als modernes, schnelles Medium zur Verbreitung ihrer Werke. Hierbei werden auch diverse Bewertungssysteme durch die Websitenbetreiber eingefügt, die den fame messbar werden lassen.
Ein kurzes Foto auf diverse Graffiti-Seiten hochladen und die Jagd nach fame geht weiter, selbst wenn die Reinigungskolonne das Werk bereits entfernt hat. Auch die diversen Videoforen lassen die Verbreitung von sogenannten Kamikaze-Videosequenzen einfacher werden und dies natürlich zur Freude der Szene.
So ergab sich für mich als Ersteller im Rahmen der Vorbereitung die zentrale Frage, wie lässt sich das Kriminalitätsphänomen Graffiti wirksam kontrollieren bzw. bekämpfen und verhüten. Auf die diversen Antwortmöglichkeiten werde ich hinarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. GESCHICHTE DES GRAFFITI
1.1. WORTHERKUNFT UND GESCHICHTE
1.2. GESCHICHTE DES KRIMINALITÄTSPHÄNOMEN GRAFFITI IN FORM DES STYLE WRITING
1.3. ERSCHEINUNGSFORMEN DES GRAFFITI – WELCHE METHODEN GIBT ES
1.3.1. AUFTRAGEN
1.3.2. ABTRAGEN - SCRATCHING
1.3.3. KOMPRIMIEREN
1.3.4. POCHOIR (DT. SCHABLONE)
1.3.5. STEMPEL
1.3.6. STICKER
1.3.7. ETCHING – ÄTZEN
2. PHÄNOMENOLOGISCHE BETRACHTUNG
2.1. STRAFBARKEIT
2.1.1. GESETZGEBUNG
2.1.2. URTEILE
2.2. TATORT
2.3. TATZEIT
2.4. TATHERGANG
2.5. TATMITTEL
3. TÄTER UND OPFER
3.1. TÄTERPROFIL
3.2. TÄTERMOTIVATION / SZENEDARSTELLUNG
3.2.1. TAGGER
3.2.2. TOYS
3.2.3. KINGS / DER HARTE KERN
3.3. OPFER UND IHRE SCHÄDEN
3.3.1. ANZEIGEVERHALTEN / DUNKELFELD
3.3.2. SCHADENSAUSMAß
4. PRÄVENTIONSMAßNAHMEN
4.1. BROKEN WINDOW / ZERO TOLERANCE
4.2. FLÄCHENFREIGABE FÜR GRAFFITI
4.3. AUFKLÄRUNG
4.4. VORBEHANDLUNG
4.5. BAULICHE MAßNAHMEN
4.6. PRÄVENTION DURCH REPRESSION
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Graffiti als Kriminalitätsphänomen, um zu analysieren, wie die Szene strukturiert ist, welche Motivationen die Täter antreiben und welche präventiven sowie repressiven Maßnahmen effektiv gegen diese Sachbeschädigung eingesetzt werden können.
- Historische Entwicklung und Erscheinungsformen des Graffitis
- Strafrechtliche Einordnung und phänomenologische Betrachtung
- Analyse der Täterprofile und Szenemotivation
- Wirtschaftliche Folgen und Schadensausmaß
- Bewertung von Präventionsansätzen und Repressionsstrategien
Auszug aus dem Buch
1.3. Erscheinungsformen des Graffiti – welche Methoden gibt es
1.3.1. Auftragen
Hierbei handelt es sich um die am weitesten verbreite Art und Weise des Graffiti Style-Writing. Mittels Markern, Cans, Farbbomben wird Farbe auf den Untergrund aufgetragen. So entstehen die Werke der Writer, ihre Pieces oder Tags. Diese Erscheinungsform wird auch im Voksmund als Graffiti bezeichnet.
1.3.2. Abtragen - Scratching
Bei dieser Erscheinungsform wird das Tag durch Wegkratzen des Untergrunds, meist Glasscheiben, lesbar gemacht. Diese Variante führt zu enormen Schäden, da betroffene Glasscheiben nur ausgetauscht und nicht repariert werden können.
Ebenfalls ist hierunter aber auch das sogenannte Reverse Graffiti zu fassen. Hierbei wird eine schmutzige Grundfläche so punktuell gesäubert, dass das Tag lesbar wird. Das bekannteste Reverse Graffiti ist auf schmutzigen Pkw zu finden, auf dessen Scheiben mit Fingern die Aufforderung: „Wasch mich!“ geschrieben wurde.
1.3.3. Komprimieren
Hier wird durch Verdichten oder Verdrängung des Trägermaterials ein Abdruck sichtbar. Die Menge der Substanz bleibt hierbei gleich.
Als bekanntestes Beispiel hierfür ist der Walk of fame in Hollywood mit den Hand- und Fußabdrücken berühmter Persönlichkeiten im Beton vor dem Graumanns Chinese Theater auf dem Hollywood Boulevard.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Graffiti-Subkultur ein und erläutert die Beweggründe der Writer sowie die Relevanz der Untersuchung im Kontext von Straßenkriminalität.
1. GESCHICHTE DES GRAFFITI: Dieses Kapitel behandelt den Ursprung des Begriffs sowie die historische Entwicklung von steinzeitlichen Höhlenmalereien hin zum modernen Style Writing.
2. PHÄNOMENOLOGISCHE BETRACHTUNG: Der Fokus liegt hier auf der strafrechtlichen Einordnung, dem Phänomen der Tatorte und Tatzeiten sowie der Analyse der verwendeten Tatmittel.
3. TÄTER UND OPFER: Dieses Kapitel analysiert Täterprofile, die psychologische Motivation innerhalb der Szene sowie das Schadensausmaß für Betroffene.
4. PRÄVENTIONSMAßNAHMEN: Hier werden verschiedene Strategien zur Bekämpfung von Graffiti, wie die Broken-Window-Theorie, Flächenfreigaben und repressive Maßnahmen, kritisch diskutiert.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und schlägt eine optimierte Datenbanksystematik zur effektiveren Verfolgung von Tätern vor.
Schlüsselwörter
Graffiti, Style Writing, Vandalismus, Sachbeschädigung, Täterprofil, Prävention, Repression, Broken Window Theorie, Szenemotivation, Tagging, Pieces, Schadensausmaß, Dunkelfeld, Kriminalitätsphänomen, Strafverfolgung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Graffiti als ein ernstzunehmendes Kriminalitätsphänomen und untersucht die Strukturen sowie die Auswirkungen dieser Form der Sachbeschädigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte des Graffiti, die verschiedenen Methoden der Ausführung, das Täterprofil, die wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die verschiedenen Präventions- und Repressionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Phänomen Graffiti tiefgehend zu verstehen und Wege aufzuzeigen, wie dieses durch polizeiliche und präventive Strategien wirksam kontrolliert bzw. bekämpft werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus fachliterarischer Analyse, Auswertung polizeilicher Erkenntnisse und die Betrachtung empirischer Statistiken zum Schadensaufkommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die phänomenologische Betrachtung der Tatbegehung, eine detaillierte Täter- und Motivationsanalyse sowie die evaluierende Darstellung verschiedener Anti-Graffiti-Kampagnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Graffiti, Style Writing, Vandalismus, Prävention, Repression, Täterprofil und das wirtschaftliche Schadensausmaß.
Wie unterscheidet sich ein „Tagger“ von einem „King“?
Ein Tagger befindet sich im Einstiegsstadium und wird primär durch den Kick des Illegalen motiviert, während ein King sich durch überragende Qualität seiner Werke und eine etablierte Position an der Spitze der Szenen-Hierarchie auszeichnet.
Warum ist das sogenannte „Dunkelfeld“ im Bereich Graffiti so hoch?
Das Dunkelfeld ist hoch, da viele Betroffene – insbesondere im öffentlichen Nahverkehr – aufgrund der geringen Erfolgsaussichten auf Aufklärung oder der schieren Masse an Taten von einer Anzeige absehen.
Welchen Nutzen erhofft sich der Autor von einer zentralen Datenbank?
Der Autor schlägt vor, Tags und Pieces in einer Datenbank zu erfassen, um durch Bildvergleichssoftware eine eindeutige Zuordnung von Werken zu einem Täter zu ermöglichen und so die Beweiskraft zu erhöhen.
- Quote paper
- Ralf Winter (Author), 2009, Ist Graffiti ein Verbrechen? Beleuchtung einer urbanen Subkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137052