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Der Umgang mit Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts am Beispiel von Ungarn

Title: Der Umgang mit Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts am Beispiel von Ungarn

Term Paper , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Xenia Janzen (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„De sagittis Hungarorum liberas nos, Domine!“ – „Vor den Pfeilen der Ungarn befreie uns, oh Herr!“
Mit diesem Satz wandten sich die Menschen seit dem 10. Jahrhundert im gesamten ost-fränkischen Raum an Gott, um den Schutz „vor den Pfeilen der Ungarn“ zu erflehen. So wurde im Abendland der Name des Volkes bekannt, das durch seine verheerenden Streifzüge die Menschen in West- und Mitteleuropa, wenn seine bewaffneten Heerscharen auf der Suche nach „Frauen, Gold, Stoffen, Rindern und Pferden“ über sie herfielen, in Angst und Schrecken versetzte. Der Geschichtsschreibung liegt eine Vielzahl von Quellen vor, in der zahlreiche Chronisten - Schreiber, Bischöfe und Könige - von Fulda, Regensburg, Sankt Gallen, Salzburg und Cordoba - in ihren Chroniken Zeugnis von den Ungarn und ihren Einfällen ablegen. Dabei versuchen sie alle, herauszufinden, „wer die neuen Feinde sind und warum sie die christliche Welt, die Welt der einzig richtigen, gottgewollten Ordnung auf Erden so unerbittlich bedrängen.“
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie man im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts mit dem Fremden umgegangen ist. Am Beispiel der Ungarneinfälle soll vor Augen geführt werden, wie fremde Eindringlinge im ostfränkischen Raum zu dieser Zeit wahrgenommen wurden. In der dazu dienenden Analyse der drei ausgewählten zeitgenössischen Quellen soll dabei genau beobachtet werden, ob sich das Ungarnbild im Laufe des genannten Jahrhunderts gewandelt hat und falls ja, welche Gründe für diesen Wandel als ursächlich genannt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Eigene und das Fremde im christlich-mittelalterlichen Europa

2.1. Zur Konkretisierung des Fremdheitsbegriffs

2.2. Der Umgang mit dem Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa

3. Die Ansiedlung der Ungarn im Karpatenbecken

3.1. Herkunft und Geschichte Ungarns bis zur Landnahme

3.2. Ungarn im 10. Jahrhundert

4. Die Darstellung der Ungarn in den Quellen des 10. und frühen 11. Jahrhunderts

4.1. Regino von Prüm

4.2. Widukind von Korvei

4.3. Thietmar von Merseburg

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Umgang mit dem Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts. Anhand der Ungarneinfälle als Fallbeispiel wird analysiert, wie sich das Ungarnbild in zeitgenössischen Quellen wandelte, welche Faktoren diesen Wandel beeinflussten und wie christliche Autoren das fremde Volk in ihren Schriften einordneten.

  • Wahrnehmung des Fremden und Identitätsbildung im Mittelalter
  • Die Rolle von Religion und Stereotypen bei der Beschreibung "anderer" Völker
  • Historische Einordnung der Landnahme der Ungarn im Karpatenbecken
  • Vergleichende Quellenanalyse von Regino von Prüm, Widukind von Korvei und Thietmar von Merseburg
  • Der Wandel vom heidnischen Feindbild zum christlichen Nachbarn

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Ungarn in den Quellen des 10. und frühen 11. Jahrhunderts

Da der Geschichtsschreibung eine Vielzahl von Quellen, wie zum Beispiel Chroniken und Gesta (Beispielssammlungen), vorliegt, welche die Einfälle der Ungarn innerhalb des 10. Jahrhunderts bezeugen, bedeutete dies, die Quellenauswahl einzugrenzen. Dabei wurde als Kriterium ihr chronologischer Aufbau festgelegt. Davon ausgehend, wurden folgende drei Quellen ausgewählt: die Chronik von Regino von Prüm, die Sachsengeschichte von Widukind von Korvei und die Chronik von Thietmar von Merseburg. Alle drei Werke – jedes auf seine eigene Art und Weise – beschreiben die Ungarn und ihre Einfälle nach West- und Mitteleuropa im Laufe des 10. und beginnenden 11. Jahrhunderts. In dieser Arbeit werden Editionen benutzt, die innerhalb der Reihe „Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters der Freiherr vom Stein – Gedächtnisausgabe“ herausgegeben wurden. Die Quellenzitierung wird in der deutschen Sprache erfolgen.

Bevor zur Quellenarbeit übergegangen werden kann, sind an dieser Stelle die Unstimmigkeiten in der Bezeichnung und Zuordnung der Ungarn festzustellen. Dieses bis dahin unbekannte Volk der Nomaden wird oft aufgrund seiner Ähnlichkeit und Kampfweise mit den schon früher nach Europa vorgedrungenen Steppenvölkern, wie den Hunnen und den Awaren, identifiziert: „Die Awaren, welche Ungarn heißen.“ Daher erscheint das Ungarnvolk während des gesamten 10. Jahrhunderts in den zeitgenössischen Quellen häufig unter der Bezeichnung „Awaren“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Ungarnstürme im 10. Jahrhundert ein und umreißt die Zielsetzung, den Wandel des Ungarnbildes durch die Analyse zeitgenössischer Quellen zu untersuchen.

2. Das Eigene und das Fremde im christlich-mittelalterlichen Europa: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Fremdheitsforschung und diskutiert, wie Identitätsbildung durch Abgrenzung zum "Fremden" in der mittelalterlichen Gesellschaft stattfand.

3. Die Ansiedlung der Ungarn im Karpatenbecken: Der Abschnitt bietet einen historischen Überblick über die Herkunft, die Landnahme und die politische Entwicklung der Ungarn bis zum Ende des 10. Jahrhunderts.

4. Die Darstellung der Ungarn in den Quellen des 10. und frühen 11. Jahrhunderts: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem die Schriften von Regino von Prüm, Widukind von Korvei und Thietmar von Merseburg detailliert auf ihr Ungarnbild und die dahinterstehenden Intentionen untersucht werden.

5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie sich die Wahrnehmung der Ungarn vom bedrohlichen "heidnischen Feind" hin zum integrierten christlichen Nachbarn wandelte.

Schlüsselwörter

Ungarneinfälle, Mittelalter, Fremdheitsforschung, Regino von Prüm, Widukind von Korvei, Thietmar von Merseburg, Identitätsbildung, Christentum, Heidentum, Stereotype, Nomaden, Karpatenbecken, Quellenanalyse, Geschichtsschreibung, Kulturkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Volk der Ungarn im 10. Jahrhundert im christlich-mittelalterlichen Europa wahrgenommen wurde und wie sich dieses Bild in zeitgenössischen Quellen über die Zeit hinweg veränderte.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Fremdheitswahrnehmung, die Konstruktion von Feindbildern, die Rolle von Religion bei der Identitätsbildung sowie die historische Entwicklung Ungarns im Kontext der europäischen Völkerwanderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und warum sich das Bild der Ungarn in den Quellen wandelte – vom unbekannten, grausamen Nomadenvolk bis hin zum christlichen Nachbarn – und welche literarischen oder politischen Absichten die Autoren dabei verfolgten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse der Chroniken von Regino von Prüm, Widukind von Korvei und Thietmar von Merseburg durchgeführt, ergänzt durch theoretische Ansätze aus der modernen Fremdheitsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der drei genannten Quellen, wobei untersucht wird, welche negativen Stereotype verwendet wurden und inwiefern die Darstellung der Ungarn als „Awaren“ oder „Feinde Gottes“ zur Instrumentalisierung der Herrscherdienste diente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Ungarnbild, Fremdheitsbegriff, christlich-mittelalterliche Identität, Stereotype, Landnahme, Geschichtsschreibung und Christianisierung.

Warum wird in den Quellen oft die Bezeichnung „Awaren“ für Ungarn verwendet?

Autoren des Mittelalters griffen oft auf antike oder tradierte Deutungsmuster zurück, um das unbekannte Volk der Ungarn einzuordnen. Die Identifizierung mit den bereits bekannten, gefürchteten Awaren diente dazu, das "Fremde" in ein bekanntes, bedrohliches Schema zu pressen.

Wie beeinflusste der christliche Glaube die Wahrnehmung der Ungarn?

Die Religionszugehörigkeit war ein entscheidender Faktor für die Identitätsbildung. Heidnische Völker wurden primär als Bedrohung wahrgenommen, während die Christianisierung der Ungarn später den Weg für eine normalere politische Integration und eine positivere Darstellung in den Chroniken ebnete.

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Details

Title
Der Umgang mit Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts am Beispiel von Ungarn
College
University of Bremen
Course
Mit Missionaren unterwegs
Grade
1,3
Author
Xenia Janzen (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V137079
ISBN (eBook)
9783640451319
ISBN (Book)
9783640451517
Language
German
Tags
Umgang Fremden Europa Jahrhunderts Beispiel Ungarn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Xenia Janzen (Author), 2008, Der Umgang mit Fremden im christlich-mittelalterlichen Europa des 10. Jahrhunderts am Beispiel von Ungarn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137079
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