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Gattungsspezifische Fragen zu Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt"

Titel: Gattungsspezifische Fragen zu Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt"

Hausarbeit , 2023 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jörg Schunk (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit von Jörg Schunk befasst sich mit gattungsspezifischen Zugängen zu Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt". Zunächst gibt der Verfasser einen kurzen Überblick über gattungsrelevante Grundfragen, mit besonderer Berücksichtigung des historischen Romans und des Verhältnisses von Mythos und Historie im Werk. Er betont dabei unter anderem: „Durch die
verwendeten Stilmittel, wie Anachronismen und Katachronismen, entsteht ein Eindruck der Gleichzeitigkeit, der die antike Welt als mögliche aktuelle Welt kennzeichnet“. Dass Gattungsfragen bereits die frühe Rezeption des Werks prägten, zeigt der Verfasser am Beispiel einer Sendung des Literarischen Quartetts vom 30. September 1988. Angesichts der kontroversen Diskussionen entschließt er sich zu der Einschätzung, „dass es sich ... um einen historischen Roman handelt, welcher inhaltlich gesehen als ein Buch des Protestes angesehen werden kann“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Roman

3. Verknüpfung von Mythos und Historie

4. Diskussion aus dem literarischen Quartett

5. Fazit

6. Nachwort

6.1 Literaturliste

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Gattungsfrage von Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt" unter Einbeziehung von Theorien zur Intertextualität und Transtextualität sowie einer historischen Kontextualisierung. Das primäre Ziel besteht darin, durch die Analyse der Zeitvermischung, der Verwendung von Anachronismen und einer kritischen Auseinandersetzung mit Diskursen zur Gattungsdefinition zu bestimmen, ob das Werk klassisch als historischer Roman eingestuft werden kann oder ob es über diese Gattungsgrenzen hinausweist.

  • Analyse des historischen Romans als Hybridform nach Hans Vilmar Geppert.
  • Untersuchung der strukturellen Verflechtung von Mythos und Historie im Werk.
  • Interpretation von Schlüsselszenen wie Nasos Rede im Stadion und den Albtraumsequenzen von Thies.
  • Reflexion der literaturkritischen Debatte aus der Sendung "Das literarische Quartett".
  • Einordnung des Werkes als Roman des Protests gegen Machtstrukturen.

Auszug aus dem Buch

3. Verknüpfung von Mythos und Historie

In Ransmayrs Werk werden auf bemerkenswerte Weise die Metamorphosen des Ovid bearbeitet. Durch die Gestaltung von Sprache, der Zeitvermischung und den damit verbundenen Räumen oder Ebenen, entsteht eine „Verflechtung von Geschichte und Mythos“ (Merchiers 2015:250). Im Handlungsstrang werden zwei bedeutsame Orte voneinander unterschieden. Zum einen Tomi, der Stadt am Schwarzen Meer, der Ort wohin Naso verbannt wurde und zum anderen Rom, ein Ort von Macht und Ordnung.

„Der Leser begegnet sowohl historisch attestierten Figuren als auch mythische Gestalten, die direkt aus den Metamorphosen stammen“ (Merchiers 2015:250).

Die historische Wahrheit der Geschichte wird immerzu von den verwendeten Anachronismen zerstört. Im Gegenzug verweisen die Katachronismen immer wieder auf die Haupthandlung, sie deuten retrospektiv auf die Historie und Ovids Mythen. Hierbei sollte der Unterschied zwischen den beiden Orten aufgeschlüsselt werden. Rom steht für das Zentrum der römischen Macht, indem Ordnung und Stabilität herrschen. Den Gegensatz hierzu bildet Tomi, eine Stadt am äußersten Ende des römischen Reiches, welches im Werk selbst als verfallene, verwilderte und scheinbar gesetzlose Stadt bezeichnet wird (vgl. Merchiers 2015:250).

„Ransmayr trennt Mythos und Geschichte nicht, sondern verschränkt sie auf subtile Weise miteinander, wie es das Beispiel der Pest auf Aegina deutlich macht“ (Merchiers 2015:250).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung der Gattungseinordnung von Ransmayrs "Die letzte Welt" vor und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand von Intertextualität und Diskursanalyse.

2. Historischer Roman: Dieses Kapitel definiert den historischen Roman als Hybridform nach Geppert und beleuchtet die gattungsspezifische Dynamik von Fiktion und historischem Diskurs.

3. Verknüpfung von Mythos und Historie: Hier wird die Verschränkung antiker Mythen mit historischen Realitäten untersucht, insbesondere durch die Analyse von Anachronismen und Schlüsselereignissen im Roman.

4. Diskussion aus dem literarischen Quartett: Dieses Kapitel greift die kontroverse Debatte aus der Sendung "Das literarische Quartett" auf, um verschiedene Expertenmeinungen zur Gattungsfrage gegenüberzustellen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet den Roman abschließend als historischen Roman mit inhaltlichen Merkmalen des Protests ein.

6. Nachwort: Das Nachwort bietet einen kurzen formalen Abschluss sowie eine Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Christoph Ransmayr, Die letzte Welt, Historischer Roman, Metamorphosen, Ovid, Zeitvermischung, Anachronismen, Intertextualität, Machtkritik, Literaturgeschichte, Gattungsfrage, Epik, Romananalyse, Das literarische Quartett, Mythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der Gattungszugehörigkeit von Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt" und hinterfragt, inwiefern das Werk den Konventionen des historischen Romans entspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Verschränkung von Mythos und Historie, die Bedeutung von Anachronismen und die politische Dimension des Romans im Kontext von Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine wissenschaftlich begründete Gattungszuordnung des Romans unter Einbezug von Literaturtheorie und zeitgenössischen Expertenrezensionen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Analyse sowie eine diskursorientierte Methode, indem literaturwissenschaftliche Definitionen mit Ausschnitten aus einer zeitgenössischen TV-Debatte (Literarisches Quartett) kombiniert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Definition des historischen Romans, die funktionale Bedeutung der Anachronismen für das Werk, die Analyse von Schlüsselszenen (Stadionrede, Albtraumsequenzen) und die kontroverse Fachdiskussion zur Einordnung des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autorennamen und dem Werktitel sind Begriffe wie Anachronismus, Zeitvermischung, Literaturtheorie und Machtkritik zentral für die Charakterisierung.

Warum spielt die Stadionrede von Naso eine zentrale Rolle?

Die Rede dient als Schlüsselszene, in der das Verhältnis von Individuum und Machtapparat kritisch thematisiert wird und durch sprachliche Parallelen zur NS-Zeit eine Verbindung zwischen antiker Historie und Moderne hergestellt wird.

Wie positioniert sich der Autor zur Gattungsfrage?

Jörg Schunk schließt sich der Auffassung an, dass das Werk trotz seiner postmodernen Spielformen und inhaltlichen Provokationen als historischer Roman zu klassifizieren ist, dem jedoch eine starke politische Ebene als "Buch des Protests" inhärent ist.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gattungsspezifische Fragen zu Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt"
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Postmoderne Romane
Note
1,0
Autor
Jörg Schunk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
18
Katalognummer
V1370832
ISBN (PDF)
9783346905611
ISBN (Buch)
9783346905628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gattungsfrage Gattung Christoph Ransmayrs Ransmayrs Die letzte Welt Literatrisches Quartett Postmoderne Romane Postmoderne Romane Historischer Roman Roman Anachronismen Stilmittel Mythos Historie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jörg Schunk (Autor:in), 2023, Gattungsspezifische Fragen zu Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370832
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Leseprobe aus  18  Seiten
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