Diese Arbeit untersucht die sprachlichen und wissenschaftsdiskursiven Verästelungen in den drei Erzählungen "Die Ermordung einer Butterblume", "Die Tänzerin und der Leib" und "Astralia" von Alfred Döblin. Dabei wird gezeigt, weshalb dieser Autor, angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, aktueller ist denn je. Hierbei sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie steht der Mensch zu sich selbst, wie steht er zur Natur? Welche Rolle spielt "Kultur" bei Umweltzerstörung und beim Raubbau des Menschen an sich selbst?
Der Arzt und Schriftsteller Alfred Döblin erkundete in seinen Erzählungen mit bemerkenswerter Beobachtungsschärfe die Beziehungen des Menschen zu seiner Umgebung. Psychiatrische Fallbeschreibungen, Literatur und Kulturanalyse fließen dabei auf engstem Raum ineinander.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Bürgerlichkeit und psychische Störungen - Erzählte Kulturordnungen in Die Ermordung einer Butterblume
- 1.1 Der Titel als strukturelle Verdichtung.
- 1.2 Zur fragilen Prädisposition des Protagonisten
- 1.3 Zur sprachlichen Auflösung der Trennung von Subjekt und Objekt..
- 1.4 Zur Totalität des Wahns
- 1.5 Die Allmacht der Natur - Zu den strukturellen Implikationen des Bußdienstes sowie der abschließenden Subjektauflösung….....
- III. Wider die Separierung - Ganzheit des Daseins als vielschichtige poetologische Standortbestimmung in Die Tänzerin und der Leib
- 1.1 Der Titel...
- 1.2 Der Triumph des Willens - Zur inhaltlich-strukturell verankerten Entzweiung von Geist und Leib
- 2. Kultur als Leerstelle - Zur Verortung der Erzählung in einem kulturellen Resonanzraum von Tanz-, Ballett- und Musikdiskursen....
- 3. Literatur als synthetisierende Metawissenschaft - Zur textimmanenten Evokation, Überlagerung und Blockierung von Psychiatrie- und Psychoanalysediskursen......
- IV. Der Kampf um das dem Menschen Angemessene - Kultur als vielschichtiges Determinierungsraster in Astralia...........
- 1.1 Zum Titel....
- 1.2 Erleuchteter oder Paranoiker? - Zum Verhältnis von narrativer Instanz und erzählter Wirklichkeit.....
- 2. Die Verflüchtigung aus dem Dasein - Zur Verortung der Erzählung in einem religiös-kulturellen Diskursraum..\n
- V. Wissensarchäologie - Zu den Nährböden und Entwicklungslinien Döblinscher Kultur- und Subjektkritik....
- 1.,,Gesund oder krank?” - Zur übergelagerten diskursiven Verortung kulturkritischer Anknüpfungspunkte
- 2. Descartes und Platon - Die Grundlegungen des abendländischen Rationalitäts- und Subjektbildungsprozesses als metapoetischer Angriffspunkt
- 3. Vom herrischen zum Erlebnis-Ich - Ein erweiterter Blick auf die drei Erzählungen vor dem Hintergrund der „Dialektik der Aufklärung” und der „Gespräche mit Kalypso\"..\n
- VI. Schlussgedanken........
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frühwerk Alfred Döblins und konzentriert sich auf drei Erzählungen: „Die Ermordung einer Butterblume”, „Die Tänzerin und der Leib” und „Astralia”. Ziel der Arbeit ist es, die vielschichtige Kulturkritik in Döblins Werk zu beleuchten und dessen Bedeutung für die literarische Moderne aufzuzeigen.
- Das Verhältnis von Mensch und Welt, von Mensch, Natur und Kultur
- Die Problematik des Subjekts und dessen Verhältnis zu sich selbst
- Die Rolle der Sprache in der Konstruktion von Welt und Subjekt
- Die Integration von medizinischen, psychiatrischen, psychoanalytischen und kulturtheoretischen Diskursen in Döblins Werk
- Die Bedeutung der Wissensarchäologie für die Analyse von Döblins Kultur- und Subjektkritik
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel II untersucht „Die Ermordung einer Butterblume” und betrachtet den Titel als strukturelle Verdichtung, die fragilen Prädisposition des Protagonisten, die sprachliche Auflösung der Trennung von Subjekt und Objekt und die Allmacht der Natur.
- Kapitel III analysiert „Die Tänzerin und der Leib” und untersucht den Titel, die Entzweiung von Geist und Leib, die Verortung der Erzählung in einem kulturellen Resonanzraum sowie die synthetisierende Funktion von Literatur im Kontext von Psychiatrie- und Psychoanalysediskursen.
- Kapitel IV widmet sich „Astralia” und beleuchtet den Titel, das Verhältnis von narrativer Instanz und erzählter Wirklichkeit, die Verortung der Erzählung in einem religiös-kulturellen Diskursraum.
Schlüsselwörter
Alfred Döblin, Kulturkritik, Frühwerk, „Die Ermordung einer Butterblume”, „Die Tänzerin und der Leib”, „Astralia”, Bürgerlichkeit, Psychische Störungen, Subjekt, Sprache, Wissen, Wissensarchäologie, Diskursanalyse, Poetik, Moderne, Interdisziplinarität.
Häufig gestellte Fragen
Welche Werke von Alfred Döblin werden in dieser Arbeit analysiert?
Die Arbeit konzentriert sich auf das Frühwerk Döblins, speziell auf die Erzählungen „Die Ermordung einer Butterblume“, „Die Tänzerin und der Leib“ und „Astralia“.
Was ist das zentrale Thema der Kulturkritik bei Döblin?
Es geht um das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zur Natur und zur Kultur sowie um die Rolle der Kultur bei der Umweltzerstörung und dem Raubbau am Menschen.
Welche Rolle spielt die Psychiatrie in Döblins Erzählungen?
Döblin, der selbst Arzt war, integriert psychiatrische Fallbeschreibungen und Diskurse der Psychoanalyse in seine literarischen Texte, um psychische Störungen und Subjektkrisen darzustellen.
Was bedeutet „Wissensarchäologie“ im Kontext dieser Arbeit?
Sie dient dazu, die Nährböden und Entwicklungslinien von Döblins Kultur- und Subjektkritik zu untersuchen, unter anderem durch den Rückgriff auf Philosophen wie Descartes und Platon.
Warum wird Döblins Werk als heute noch aktuell betrachtet?
Seine Beobachtungen zur Entfremdung des Menschen von der Natur und die sprachliche Auflösung der Trennung von Subjekt und Objekt sind angesichts moderner ökologischer und psychologischer Herausforderungen hochrelevant.
- Arbeit zitieren
- Alkimos Sartoros (Autor:in), 2010, Totalität des Daseins. Zur Vielschichtigkeit der Kulturkritik im Frühwerk Alfred Döblins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370848