Diese Arbeit behandelt den übersetzungsrelevanten Begriff der Äquivalenz und deren Zusammenspiel mit den Faktoren Invarianz und Adäquatheit. Vor allem die Äquivalenz ist ein Thema, das schon seit langer Zeit in übersetzungstheoretischen Fragestellungen auftritt.
Hier werden einige Ansichten darüber näher erläutert, jedoch konzentriert sich diese Arbeit auf den Äquivalenzbegriff, wie er von Jörn Albrecht geprägt wurde, da dieser mittlerweile weitläufig akzeptiert und praktiziert wird und gut fundierten Überlegungen entspringt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KLÄRUNG DER ALLGEMEINEN WORTBEDEUTUNG: INVARIANZ, ÄQUIVALENZ, ADÄQUATHEIT
3 DER ÄQUIVALENZBEGRIFF IM ÜBERBLICK
3.1 Der Äquivalenzbegriff nach Heidrun Gerzymisch-Arbogast
3.2 Pauschale Äquivalenzbegriffe
3.2.1 Der Äquivalenzbegriff nach Eugene A. Nida
3.2.2 Der Äquivalenzbegriff nach Hans G. Hönig und Paul Kussmaul
3.2.3 Der Äquivalenzbegriff nach Katharina Reiß und Hans J. Vermeer
3.3 Relative Äquivalenzbegriffe
3.3.1 Äquivalenzbegriff nach Werner Koller
4 DER ÄQUIVALENZBEGRIFF NACH JÖRN ALBRECHT
4.1 Äquivalenz
4.2 Invarianzforderungen
4.3 Adäquatheit
5 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die theoretischen Konzepte von Invarianz, Äquivalenz und Adäquatheit in der Übersetzungswissenschaft. Das primäre Ziel ist es, die terminologische Unschärfe dieser Begriffe zu klären und den Ansatz von Jörn Albrecht als praxisorientiertes Modell für die Beschreibung von Übersetzungsbeziehungen darzustellen.
- Grundlagen der Begriffe Invarianz, Äquivalenz und Adäquatheit
- Kategorisierung übersetzungswissenschaftlicher Ansätze (pauschal vs. relativ)
- Analyse prominenter Äquivalenztheorien (Nida, Hönig/Kussmaul, Reiß/Vermeer, Koller)
- Detaillierte Erläuterung des Äquivalenzmodells nach Jörn Albrecht
- Gegenüberstellung von theoretischer Reflexion und praktischem Übersetzerhandeln
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
In dem italienischen Wortspiel „Traduttore traditore“, der Übersetzer ist ein Verräter, ist bereits die ganze Bandbreite der Problemstellungen in der Übersetzung zu erkennen. Erstens beschreibt es die Zweifel, die viele an der Möglichkeit des Übersetzens haben, zweitens kann dieses Wortspiel nicht direkt ins Deutsche übertragen werden, denn es geht dabei verloren. Allein der Sinn kann weitertransportiert werden. Es ist also zu überlegen, ob es eine Entsprechung im Deutschen gibt. Besitzt die deutsche Sprache ein Wortspiel, eine Redewendung, die vielleicht anders lautet, aber den Sinn des italienischen Verwandten wiedergibt? Was ist zu tun, wenn man vor die Aufgabe gestellt wird, diesen kleinen Ausspruch zu übersetzen? Man sucht nach einer äquivalenten Lösung.
Diese Arbeit behandelt den übersetzungsrelevanten Begriff der Äquivalenz und deren Zusammenspiel mit den Faktoren Invarianz und Adäquatheit. Vor allem die Äquivalenz ist ein Thema, das schon seit langer Zeit in übersetzungstheoretischen Fragestellungen auftritt. Wolfgang Wilss beschreibt das Problem der Äquivalenz folgendermaßen:
Kaum ein Begriff hat in der übersetzungstheoretischen Diskussion seit der Antike soviel Nachdenken provoziert, soviel kontradiktorische Meinungsäußerungen bewirkt und so viele Definitionsversuche ausgelöst wie der Begriff der Übersetzungs äquivalenz zwischen ausgangs- und zielsprachlichem Text (Wilss 1977: 156).
In der Übersetzungswissenschaft stellt sich immer wieder die Frage, welche Relation zwischen einem Text und seiner Übersetzung bestehen soll (vgl. Albrecht 1990: 71). Der praktizierende Übersetzungstheoretiker Jörn Albrecht hält diese Relation für „das zentrale Problem jeder Übersetzungstheorie“ (Albrecht 1990:71). Trotzdem ist es bisher nicht gelungen eine „allgemein anerkannte terminologische Regelung“ (ibd.:71) durchzusetzen, die den Gebrauch und den Bedeutungsumfang dieser drei Begriffe näher bestimmt und regelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Übersetzungsäquivalenz und Darlegung der zentralen Forschungsfrage anhand des Beispiels „Traduttore traditore“.
2 KLÄRUNG DER ALLGEMEINEN WORTBEDEUTUNG: INVARIANZ, ÄQUIVALENZ, ADÄQUATHEIT: Definition der drei Kernbegriffe unter Rückgriff auf das Duden-Wörterbuch und Abgrenzung ihrer Bedeutungsgehalte.
3 DER ÄQUIVALENZBEGRIFF IM ÜBERBLICK: Überblick über verschiedene übersetzungswissenschaftliche Positionen, unterteilt in pauschale und relative Äquivalenzbegriffe.
4 DER ÄQUIVALENZBEGRIFF NACH JÖRN ALBRECHT: Detaillierte Untersuchung des Ansatzes von Jörn Albrecht, der Äquivalenz als dreistellige Relation definiert und in den Kontext von Invarianzforderungen und Adäquatheit stellt.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Kritische Reflexion über die Anwendbarkeit der Theorie in der Übersetzungspraxis und Fazit zur Relevanz von Albrechts Modell.
Schlüsselwörter
Übersetzungswissenschaft, Äquivalenz, Invarianz, Adäquatheit, Jörn Albrecht, Translationstheorie, Gleichwertigkeit, Ausgangstext, Zieltext, Funktionskonstanz, Übersetzungsrelevanz, Praxisbezug, Übersetzungstheorie, sprachliche Relation, Übersetzungsstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Grundlegung der Begriffe Äquivalenz, Invarianz und Adäquatheit innerhalb der Übersetzungswissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung dieser Fachbegriffe voneinander sowie die Analyse verschiedener theoretischer Modelle zur Beschreibung der Beziehung zwischen Ausgangs- und Zieltext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die terminologische Verwirrung um den Äquivalenzbegriff zu ordnen und den Ansatz von Jörn Albrecht als besonders praxisnahe Lösung hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftlich orientierte Arbeit, die verschiedene Theorien analysiert, vergleicht und in Bezug auf die praktische Anwendbarkeit prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Überblick über verschiedene Äquivalenztheorien (u.a. Nida, Reiß/Vermeer, Koller) sowie eine tiefgehende Analyse von Jörn Albrechts Modell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Übersetzungsäquivalenz, Invarianz, Adäquatheit, Funktionskonstanz und Translationstheorie charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Adäquatheit und Äquivalenz?
Nach Albrecht wird Adäquatheit als eine prozessorientierte Relation dem Übersetzungsvorgang vorgeschaltet, während Äquivalenz das (produktorientierte) Ergebnis der Erfüllung aufgestellter Invarianzforderungen darstellt.
Warum ist die Theorie von Jörn Albrecht für den Autor besonders relevant?
Die Theorie wird als besonders überzeugend eingestuft, da sie auf der eigenen praktischen Erfahrung Albrechts basiert und somit eine Brücke zwischen theoretischer Reflexion und dem Arbeitsalltag von Übersetzern schlägt.
- Quote paper
- Lissa Sum (Author), 2008, Invarianz, Äquivalenz und Adäquatheit: eine grundlegende Orientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137087