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Das Sokratesbild in Xenophons Schriften (Memorabilien und Symposion)

Title: Das Sokratesbild in Xenophons Schriften (Memorabilien und Symposion)

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mario Stenz (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Sokrates als historische Persond und Philosoph ist ein Problem. Und diese Problematik ergibt sich auf Grund der Tatsache, weil Sokrates selbst keine Schriften als Dokumentation seines Denkens hinterlassen hat: Er wird zwar als Erfinder des philosophischen Dialogs angesehen, glänzte aber durch Aliteralität. Er ist nur aus „zweiter Hand“ überliefert und zwar aus den Werken des Philosophen Platons (427-347), der Schüler des Sokrates war, und gemeinhin als ergiebigste, wenn auch nicht unumstrittene Quelle für das Verständnis von Sokrates als Philosoph gilt. Weitere Quelle sind, neben dem Komödiendichter Aristophanes, der Schriftsteller und Historiker Xenophon, der ebenfalls zeitweise zum engeren Bekanntenkreis des Sokrates zählte. Dessen Sokratesbild wird im Folgenden hauptsächlich interpretiert. Dazu werden vornehmlich die Memorabilien des Xenophons ausgelegt und dargelegt wie dieser Sokrates sah und was er an ihm als für die Nachwelt bewunderns- und bewahrenswert erachtete. In diesem Zusammenhang kommen Charaktereigenschaften des Sokrates, so wie sie Xenophon darstellt, differenziert zur Sprache. Die abschließenden Betrachtungen versuchen eine angemessen Einordnung des Xenophon-Sokrates in die Debatte um die "richtige" Sokrates-Interpretation zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Vorgehensweise:

3. Der Xenophon – Sokrates

3.1 Ein irritierendes Gerichtsurteil: Xenophons Apologie des Sokrates

3.2 Die vermeintlich neuen Götter: Sokrates und die Mantik

3.3 Sokrates - die menschlichen Dinge und die Bedeutung des Wissens

3.4 Sokrates als Befreier von Lastern und Förderer der Tugend

3.5 Sokrates als Protreptiker und Paränetiker

3.6 Sokrates als Patriot und Demagoge

3.7 Sokrates der Nomophile und Gerechte

4. Xenophons Fazit und ein apologetischer Schluss

5. Resümee des Xenophon – Sokrates

6. Quellenangabe:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Sokratessbild, wie es in den Schriften Xenophons, insbesondere in den „Memorabilien“ und dem „Symposion“, gezeichnet wird. Ziel ist es, durch eine tiefgehende Analyse der Texte die spezifischen Wesensmerkmale des Xenophon-Sokrates herauszuarbeiten und zu prüfen, inwiefern diese Darstellung eine Antwort auf die historische Anklage gegen den Philosophen darstellt.

  • Die apologetische Intention in Xenophons Werk
  • Sokrates als Vorbild und Erzieher zur Tugend
  • Die Rolle der Sorge um die „menschlichen Dinge“
  • Sokrates als gesetzestreuer und patriotischer Bürger
  • Kritische Reflexion des Xenophon-Sokrates im Vergleich zu anderen Quellen

Auszug aus dem Buch

3.3 Sokrates - die menschlichen Dinge und die Bedeutung des Wissens

Aus diesem Zusammenhang der xenophonischen Verteidigung des Sokrates ergeben sich noch weitere aufschlussreiche Merkmale des Sokrates. Etwa, dass sich Sokrates gerne unter Menschen aufhielt und mit ihnen Gespräche führte, er aber dabei nichts Gotteslästerndes kundgab, noch etwas Unrechtes tat. So heißt es bei Xenophon:

„Wahrlich, Sokrates hielt sich immer in der Öffentlichkeit auf: Am Morgen ging der zu den Wandelhallen und zu den Turnplätzen, und wenn der Markt voller Leute war, konnte man ihn dort sehen....Keiner aber sah jemals bei Sokrates eine dem menschlichen oder göttlichen Recht zuwiderlaufende Handlung, noch hörte er ihn etwas Derartiges sagen. Denn nicht einmal über die Natur des Alls unterhielt er sich auf die Art wie die meisten übrigen“(Mem. I, 1,10).

Sokrates verbrachte also viel Zeit unter den Menschen in der Öffentlichkeit, fiel dabei nicht sonderlich auf und stellte auch keine naturphilosophischen Überlegungen an. Was aber waren dann die Gesprächsthemen des Sokrates?

Vielmehr „untersuchte er bei ihnen, ob sie im Glauben, über die menschlichen Dinge schon genügend zu wissen, sich um derartiges zu kümmern begännen, oder ob sie das Menschliche vernachlässigen und meinten, mit der Untersuchungen des Göttlichen das Richtige zu tun“ (Mem. I, 1,12).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die heterogene Rezeptionsgeschichte des Sokrates und stellt die Bedeutung der „Memorabilien“ Xenophons als Quelle dar.

2. Vorgehensweise: Erläutert die methodische Herangehensweise und den Fokus auf Xenophons Hauptwerk sowie die ergänzende Einbeziehung des Symposions.

3. Der Xenophon – Sokrates: Analysiert den Charakter des Sokrates hinsichtlich seiner Verteidigung gegen Anklagen, seiner Frömmigkeit, seines Dialogverständnisses und seiner gesellschaftlichen Rolle.

3.1 Ein irritierendes Gerichtsurteil: Xenophons Apologie des Sokrates: Beschreibt Xenophons Verwunderung über die Anklage und die Einleitung der apologetischen Verteidigung.

3.2 Die vermeintlich neuen Götter: Sokrates und die Mantik: Widerlegt den Vorwurf der Gotteslästerung, indem das „Daimonion“ als legitime Form der Mantik interpretiert wird.

3.3 Sokrates - die menschlichen Dinge und die Bedeutung des Wissens: Arbeitet den Fokus auf menschliche, existenzielle Fragen statt naturphilosophischer Spekulationen heraus.

3.4 Sokrates als Befreier von Lastern und Förderer der Tugend: Zeigt Sokrates als moralisches Vorbild, das durch Selbstbeherrschung andere zur Tugend führt.

3.5 Sokrates als Protreptiker und Paränetiker: Untersucht die appellative Funktion des Sokratischen Dialogs zur Ermahnung und Erziehung.

3.6 Sokrates als Patriot und Demagoge: Analysiert die Verbundenheit mit Athen und den Wunsch nach sittlicher Erneuerung der Polis.

3.7 Sokrates der Nomophile und Gerechte: Charakterisiert Sokrates durch seine unbedingte Gesetzestreue und Gerechtigkeitsauffassung.

4. Xenophons Fazit und ein apologetischer Schluss: Führt die xenophonische Sicht zusammen und stellt die Unschuld des Philosophen dar.

5. Resümee des Xenophon – Sokrates: Kritische Würdigung des „idealen“ Sokratesbildes bei Xenophon im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Quellen.

6. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Sokrates, Xenophon, Memorabilien, Apologie, Tugend, Wissensethik, Paideia, Gerechtigkeit, Daimonion, Lebensführung, Philosophie, Athen, Protreptik, Antike, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild des Sokrates, wie es der Historiker Xenophon in seinen Werken, vornehmlich den „Memorabilien“, entwirft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verteidigung des Sokrates gegen die Anklagen seiner Zeitgenossen, seiner moralischen Vorbildfunktion und seinem Wirken als Erzieher in Athen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den „Xenophon-Sokrates“ als durchweg positiven und tugendhaften Philosophen herauszuarbeiten, um die historische Verurteilung des Sokrates als Irrtum darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine interpretatorische Textanalyse der xenophonischen Schriften und vergleicht diese kritisch mit gängigen Expertenmeinungen und anderen Quellen zur Person des Sokrates.

Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Facetten des Sokratessbildes, darunter sein Verhältnis zu Göttern, seine ethische Lehre, sein politisches Engagement und seine Rolle als Ermahner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Xenophon, Tugend, Sokratessbild, apologetische Schrift und ethische Lebensführung.

Wie steht Xenophon zur Anklage gegen Sokrates?

Xenophon betrachtet die Anklage als völlig unbegründet und falsch, da er Sokrates als den frömmsten und gerechtesten Bürger Athens schildert.

Was ist das „Daimonion“ im Kontext dieser Arbeit?

Es wird als eine innere göttliche Stimme interpretiert, die Sokrates vor Fehlern bewahrt und als Beweis für seine Frömmigkeit innerhalb der anerkannten Weissagekunst dient.

Warum übt der Autor Kritik an der Darstellung Xenophons?

Der Autor merkt an, dass Xenophons Bild des Sokrates sehr idealisiert und „schön und gut“ wirkt, was im Vergleich zu anderen Quellen (wie Platon) die Frage nach der historischen Authentizität aufwirft.

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Details

Title
Das Sokratesbild in Xenophons Schriften (Memorabilien und Symposion)
College
University of Koblenz-Landau  (Philosophie)
Course
Griechische Philosophie und Sprache I
Grade
1,0
Author
Mario Stenz (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V137090
ISBN (eBook)
9783640451760
ISBN (Book)
9783640451852
Language
German
Tags
Sokrates Platon Ethik Wissen Tugend Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Stenz (Author), 2009, Das Sokratesbild in Xenophons Schriften (Memorabilien und Symposion), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137090
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