Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Themenbereichen: Entstehung, Umgang und Bedeutung von Emotionen sowie deren Regulation im beruflichen Kontext - erklärt am Beispiel Pflege. Darstellung ausgewählter Emotionstheorien plus Definiton und Merkmale von Emotionen. Theorie der kognitiven Dissonanz und ihre Anwendung im direkten Kundenkontakt - erklärt am Beispiel Eier aus Bodenhaltung versus Eier von Wanderhühnern. Methoden zur Messung impliziter Motive und deren Anwendung in der Eignungsdiagnostik.
Inhaltsverzeichnis
1. Entstehung, Umgang und Bedeutung von Emotionen sowie deren Regulation im beruflichen Kontext
1.1 Emotionen – Merkmale und Definition
1.2 Ausgewählte Theorien zur Entstehung von Emotionen
1.3 Umgang mit Emotionen, Emotionsregulation im beruflichen Kontext und Emotionsarbeit am Beispiel Pflege
2. Theorie der kognitiven Dissonanz und ihre Anwendung im Kundenkontakt
2.1 Definition: Theorie der kognitiven Dissonanz
2.2 Anwendung der Theorie der kognitiven Dissonanz im direkten Kundenkontakt
3. Methoden zur Messung impliziter Motive und Anwendung in der Eignungsdiagnostik
3.1 Messung impliziter Motive
3.2 Einsatz der Messmethoden in der Eignungsdiagnostik
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht zentrale psychologische Konstrukte und deren Relevanz für den beruflichen Alltag. Das Hauptziel besteht darin, die Prozesse der Emotionsregulation, die Dynamik der kognitiven Dissonanz bei Entscheidungen sowie die Möglichkeiten und Herausforderungen der Erfassung impliziter Motive in der Eignungsdiagnostik aufzuzeigen.
- Emotionsregulation und Emotionsarbeit im Pflegekontext
- Kognitive Dissonanz und ihre Bedeutung für Konsumentscheidungen
- Methodik zur Messung impliziter Motive (projektive Verfahren)
- Rolle der Motivdiagnostik in der modernen Personalauswahl
- Wissenschaftliche Gütekriterien bei der eignungsdiagnostischen Messung
Auszug aus dem Buch
1.1 Emotionen – Merkmale und Definition
Emotionen beschreiben ein komplexes, vielschichtiges, subjektives Konstrukt, welches mit multifaktoriellen Prozessen einhergeht. Bereits Charles Darwin (1809-1882) beschrieb angeborene grundlegende Emotionen und ihre Ausdrucksformen, die kulturübergreifend identisch sind und auch gleichermaßen erkannt werden. Weitere Forschende leiteten daraus sogenannte Basisemotionen ab. Dazu zählen unter anderem Freude, Trauer, Wut, Furcht, Ekel und Überraschung (Dörfler, Roos & Gerrig, 2018, S. 437–438).
Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Begriffe Gefühle, Stimmungen und Emotionen voneinander abzugrenzen. Gefühle beziehen sich ausschließlich auf subjektives Erleben wie beispielsweise Lust und Unlust. Stimmungen hingegen sind diffuse, eher weniger intensive Zustände, die zum einen längere Zeit andauern können und sich zum anderen nicht auf ein bestimmtes Objekt beziehen. Emotionen dagegen beinhalten eine Mischung aus mehreren Merkmalen. Dazu gehört die Empfindung eines Gefühls wie Ärger, Freude oder Angst (Affektivität), die angenehme oder unangenehme Ausrichtung eines Erlebnisses (Valenz), der Bezug zu einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation und eine begrenzte zeitliche Dauer. Somit können Emotionen auch klar von Persönlichkeitseigenschaften abgegrenzt werden. Weiterhin sind einhergehend mit Emotionen messbare physiologische Veränderungen zu beobachten, wie beispielsweise Atmungs- oder Blutdruckveränderungen sowie ein bestimmtes Ausdrucksverhalten, was sich unter anderem an der Mimik ablesen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entstehung, Umgang und Bedeutung von Emotionen sowie deren Regulation im beruflichen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die psychologische Definition von Emotionen und beleuchtet Theorien zu deren Entstehung sowie die praktische Bedeutung der Emotionsregulation, insbesondere der Emotionsarbeit in Pflegeberufen.
2. Theorie der kognitiven Dissonanz und ihre Anwendung im Kundenkontakt: Das Kapitel definiert den Zustand der kognitiven Dissonanz nach Festinger als aversiven motivationalen Zustand und analysiert, wie Menschen durch Einstellungs- oder Verhaltensanpassungen versuchen, diese Dissonanz bei Entscheidungen abzubauen.
3. Methoden zur Messung impliziter Motive und Anwendung in der Eignungsdiagnostik: Dieses Kapitel behandelt die zwei Motivsysteme sowie indirekte, projektive Messverfahren zur Erfassung impliziter Motive und diskutiert kritisch deren Einsatzmöglichkeit als eignungsdiagnostisches Instrument für eine gelungene Personalauswahl.
Schlüsselwörter
Emotionen, Emotionsregulation, Emotionsarbeit, kognitive Dissonanz, Dissonanzreduktion, implizite Motive, explizite Motive, Eignungsdiagnostik, psychologische Gütekriterien, projektive Verfahren, TAT, OMT, Motivation, Arbeitspsychologie, Personalauswahl
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt grundlegende psychologische Prozesse, die das menschliche Erleben und Verhalten steuern, mit einem speziellen Fokus auf deren Anwendung im beruflichen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Emotionspsychologie, der Theorie der kognitiven Dissonanz bei Entscheidungsfindungen sowie der Diagnostik impliziter Motive.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen und Mechanismen dieser Konzepte zu erklären und deren praktische Relevanz sowie Herausforderungen im Berufsalltag – insbesondere in Pflege- und Auswahlprozessen – aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Erfassung der Motive diskutiert?
Es werden primär indirekte, projektive Verfahren wie der thematische Apperzeptionstest (TAT), die Picture Story Exercise (PSE), der Operante Motivtest (OMT) und das Multi-Motiv-Gitter (MMG) analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Emotionen, die Anwendung der Dissonanztheorie im Kundenkontakt und die kritische Bewertung eignungsdiagnostischer Messmethoden für Motive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Emotionsregulation, kognitive Dissonanz, implizite Motive und Eignungsdiagnostik.
Warum spielt die Emotionsregulation im Beruf eine so wichtige Rolle?
Da in vielen Berufen, wie z.B. in der Pflege, das Zeigen situationskonformer Emotionen gefordert ist, dient die Emotionsregulation als notwendige Schlüsselqualifikation zur Erfüllung beruflicher Rollenanforderungen.
Was versteht man in diesem Zusammenhang unter "Surface Acting"?
Surface Acting bezeichnet das Oberflächenhandeln, bei dem das äußere Emotionsverhalten unterdrückt oder angepasst wird, während das innere Gefühl unverändert bleibt, was langfristig zu Dissonanzstress führen kann.
Warum ist die Messung impliziter Motive in der Eignungsdiagnostik so schwierig?
Da implizite Motive dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich sind, erfordern sie indirekte Verfahren, die oft als weniger objektiv oder zeitaufwendig gelten und bei Testpersonen auf weniger Akzeptanz stoßen können.
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- Eva Hagel (Author), 2023, Emotionen und die Theorie der kognitiven Dissonanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370964