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Gerechte Verteilung von Gesundheitsleistungen unter Berücksichtigung der Ressourcenknappheit

Modelle und Diskussion der praktischen Umsetzung

Title: Gerechte Verteilung von Gesundheitsleistungen unter Berücksichtigung der Ressourcenknappheit

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dr Giulia Bradaran (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die vorliegende Ausarbeitung zielte darauf ab, mögliche Ressourcenverteilungsarten im Gesundheitswesen aus Sicht des Prinzips der Gerechtigkeit aufzuzeigen und die Übertragbarkeit auf die aktuelle Ressourcenallokationsproblematik zu evaluieren. Die Evaluation des Transfers auf die Ressourcenproblematik wurde anhand praktischer Beispiele vorgenommen. Im Fokus standen hierbei die Gerechtigkeitsaufteilung nach Aristoteles (1911) sowie die in der Literatur dominierenden Modelle zur Verteilungsgerechtigkeit (Gleichheits-, Freiheits-, Effizienz- und Fairnessmodell).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Ziele und Aufgaben der Medizin

3. Definition der Gerechtigkeit

3.1. Gerechtigkeit nach Aristoteles

3.2. Der moderne Begriff der Gerechtigkeit

4. Gerechtigkeitsaufteilung nach Aristoteles

4.1. Die ausgleichende Gerechtigkeit

4.2. Die austeilende Gerechtigkeit

4.2.1 Praktische Übertragbarkeit der austeilenden Gerechtigkeit

5. Verteilungsmodelle

5.1. Praktisches Beispiel

5.1.1 Praktische Umsetzung des Gleichheitsmodells

5.1.2 Praktische Umsetzung des Freiheitsmodells

5.1.3 Praktische Umsetzung des Effizienzmodells

5.1.4 Praktische Umsetzung des Fairnessmodells

6. Weitere medizinethische Prinzipien

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht mögliche Strategien der Ressourcenallokation im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund des medizinethischen Prinzips der Gerechtigkeit, um Strategien für einen gerechten und transparenten Verteilungsumgang bei begrenzten Mitteln zu identifizieren.

  • Analyse der Gerechtigkeitsvorstellungen nach Aristoteles
  • Evaluation dominanter Verteilungsmodelle (Gleichheit, Freiheit, Effizienz, Fairness)
  • Diskussion aktueller Herausforderungen wie Ressourcenknappheit und Kosten-Nutzen-Verhältnisse
  • Verknüpfung medizinethischer Prinzipien mit klinischen Entscheidungsnotwendigkeiten

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Praktische Übertragbarkeit der austeilenden Gerechtigkeit

Bei der praktischen Umsetzung der austeilenden Gerechtigkeit in Bezug auf die Verteilung von Gesundheitsleistung stößt man jedoch auf unterschiedliche Schwierigkeiten. Zum einen sind die Begriffe, welche die axia der Person ausmachen, keine messbaren Begriffe. Wie soll festgestellt werden, ob Patient A oder Patient B bedürftiger ist? Anhand welcher Paramater kann dies festgelegt werden? Ist die Schwere der Erkrankung ausschlaggebend? Ist es die Dauer der Erkrankung, welche die Bedürftigkeit ausdrückt? Oder sind es doch die Lebensumstände? Eine Einheitlichkeit in Bezug auf die Beantwortung dieser Fragen besteht nicht, sodass es folglich schwierig ist, die Bedürftigkeit einzelner Personen einzuschätzen. Die Termini „Bedürftigkeit“, „Verdienstlichkeit“ oder „Würdigkeit“ lassen sich zudem nicht in Zahlen ausdrücken, was die verhältnismäßige Verteilung der Güter erschwert. Wie kann man feststellen, ob Patient A die doppelte Anzahl an Gesundheitsleistungen erhält, wenn man nicht zahlenmäßig ermitteln kann wie „hoch“ seine Bedürftigkeit ist? Es besteht demnach kein objektives Maß. Des Weiteren sind die Bezeichnungen Verdienstlichkeit, Würdigkeit und Bedürftigkeit abhängig von gesellschaftlichen Wertbegriffen und verschiedenen staatlichen Systemen (Engisch, 1971). Ihre Definition ist demnach veränderbar und folglich schwer festzulegen (Engisch, 1971). Die Beurteilung von „ungleich“ oder „gleich“ zwischen zwei Personen orientiert sich an der geltenden Sittlichkeitsauffassung und ermöglicht keine universelle Übertragbarkeit. Aus Sicht der Praktikabilität ergeben sich in Bezug auf die austeilende Gerechtigkeit zahlreiche Schwierigkeiten. Ihre Anwendbarkeit bezüglich des Allokationsproblems von Gesundheitsleistungen ist folglich erschwert. Die Verteilungsgerechtigkeit lässt sich grob anhand vier Verteilungsmodelle beschreiben. Im Folgenden werden diese anhand eines praktischen Beispiels kritisch durchleuchtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die durch demografischen Wandel und medizinisch-technischen Fortschritt verursachte Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen und begründet die Notwendigkeit ethischer Allokationsstrategien.

2.Ziele und Aufgaben der Medizin: Definiert das Wohl des Patienten als oberstes Ziel der Medizin und diskutiert, wie begrenzte Ressourcen diesen Auftrag beeinflussen.

3. Definition der Gerechtigkeit: Erörtert philosophische Grundlagen, beginnend bei Aristoteles bis hin zum modernen, an Menschenrechten orientierten Gerechtigkeitsbegriff.

4. Gerechtigkeitsaufteilung nach Aristoteles: Unterscheidet zwischen ausgleichender und austeilender Gerechtigkeit und prüft deren Anwendbarkeit auf die moderne Ressourcenverteilung.

5. Verteilungsmodelle: Analysiert anhand eines pädiatrischen Fallbeispiels vier verschiedene Modelle zur Verteilung medizinischer Güter und deren ethische sowie praktische Konsequenzen.

6. Weitere medizinethische Prinzipien: Ergänzt das Gerechtigkeitsprinzip um das Autonomieprinzip, das Nicht-Schadens-Prinzip sowie das Fürsorgeprinzip für eine ganzheitliche ethische Bewertung.

7. Fazit und Ausblick: Plädiert für die Entwicklung eines transparenten, pluralistischen Verteilungsmodells unter Einbeziehung ethischer Standards und evidenzbasierter Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Ressourcenknappheit, Verteilungsgerechtigkeit, Verteilungsmodelle, Gesundheitswesen, Ressourcenallokation, Medizinethik, Gleichheitsmodell, Freiheitsmodell, Effizienzmodell, Fairnessmodell, Priorisierung, Rationierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Herausforderung, medizinische Leistungen bei begrenzten finanziellen Mitteln gerecht auf die Bevölkerung zu verteilen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Philosophie der Gerechtigkeit nach Aristoteles, verschiedene theoretische Verteilungsmodelle und die konkrete Anwendung medizinethischer Prinzipien in der gesundheitspolitischen Praxis.

Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Übertragbarkeit aristotelischer und moderner Gerechtigkeitsmodelle auf die aktuelle Ressourcenallokationsproblematik zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-ethische Analyse, die mittels eines praktischen Fallbeispiels die Anwendbarkeit verschiedener Verteilungsmodelle im medizinischen Alltag prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition von Gerechtigkeit, die detaillierte Darstellung von vier Verteilungsmodellen sowie die Diskussion weiterer medizinethischer Prinzipien.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Ressourcenknappheit, Verteilungsgerechtigkeit, Priorisierung und Medizinethik.

Wie unterscheidet sich das Fairnessmodell von anderen Ansätzen?

Das Fairnessmodell priorisiert explizit die Bedürftigen, denen es gesundheitlich am schlechtesten geht, nimmt dabei jedoch Einbußen bei Effizienz und Gleichheit in Kauf.

Warum ist das Effizienzmodell aus ethischer Sicht problematisch?

Da es stark auf Kosten-Nutzen-Rechnungen und klinischer Evidenz basiert, führt es systematisch zur Benachteiligung älterer oder chronisch kranker Menschen, die unter bestimmte Nutzen-Schwellen fallen.

Was bedeutet die "pluralistische Strategie" im Fazit?

Sie schlägt vor, kein einzelnes Modell isoliert zu betrachten, sondern Bedürftigkeit, medizinischen Nutzen und Kosteneffektivität kombiniert zu berücksichtigen.

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Details

Title
Gerechte Verteilung von Gesundheitsleistungen unter Berücksichtigung der Ressourcenknappheit
Subtitle
Modelle und Diskussion der praktischen Umsetzung
College
Fresenius University of Applied Sciences Idstein
Grade
1,3
Author
Dr Giulia Bradaran (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V1370967
ISBN (eBook)
9783346920775
ISBN (Book)
9783346920782
Language
German
Tags
Ressourcenallokation Gerechtigkeit Ethik Gesundheitswesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr Giulia Bradaran (Author), 2013, Gerechte Verteilung von Gesundheitsleistungen unter Berücksichtigung der Ressourcenknappheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370967
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