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Die Reform der Gracchen: Die Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus - Persönlicher Antrieb, konfliktreiche Praxis

Title: Die Reform der Gracchen: Die Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus - Persönlicher Antrieb, konfliktreiche Praxis

Seminar Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kristine Greßhöner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Was treibt einen Mann aus der Nobilität an, sich als eine Art Bauernpolitiker für die Landlose der plebs rustica zu engagieren und darüber hinaus die Festen der stadtstaatlichen Ordnung ins Wanken zu bringen? Verschiedene Thesen versuchen die Beweggründe des -aus Sicht seiner Anhänger zum Märtyrer stilisierten- Volkstribunen Tiberius Sempronius Gracchus zu erläutern. Vielleicht hat Tiberius das soziale Ungleichgewicht zwischen Reichen und Armen wirklich gerührt. Auf der anderen Seite kam die Agrarkrise dem zuvor Gescheiterten als politisches Sprungbrett gerade recht. Ob nun der Wunsch nach Macht oder Wohlstand Tiberius antrieben –so durchdacht auch die theoretische Idee hinter den Ackergesetzen wirken möge, desto schwieriger gestaltete sich die Praxis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. LEX SEMPRONIA AGRARIA

2.1. INHALT

2.2. MOTIVATION UND ENTSTEHUNG

2.3. PROBLEMATIK: IDEE UND PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG

3. KONFLIKTE

3.1. IM INNERN: DER VERFASSUNGSBRUCH

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe und die praktische Umsetzung der Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus sowie die daraus resultierenden politischen Konflikte, die zum Ende der Römischen Republik führten.

  • Analyse der lex Sempronia agraria als Instrument zur Landumverteilung
  • Untersuchung der persönlichen und politischen Motivationen des Tiberius Gracchus
  • Bewertung der praktischen Schwierigkeiten und Widerstände bei der Durchführung der Agrarreform
  • Betrachtung der Eskalation durch den Verfassungsbruch und die Absetzung des Marcus Octavius

Auszug aus dem Buch

2.2. Motivation und Entstehung

Die Frage nach der Motivation des Tiberius beschäftigt die Historiker weiterhin, was die zahlreichen Publikationen über die Gracchen-Zeit belegen. Für die einen steht Tiberius Sempronius Gracchus dar als Mann, der sich selbstlos für die Armen einsetzte, ein geradezu „idealer Held“. Seinen Anstoß zum Handeln sehen sie in möglichen Unruhen der plebs urbana, die aufgrund von Getreidemangel im Anschluss an die Sklavenunruhen in Sizilien drohten. Für andere ist nicht die soziale Lage der Bevölkerung auf dem Lande wegweisend, sondern deren Konsequenzen: „Der Rückgang von Bauern mit wehrdienstfähigem Zensus ist danach der Motor der Reform [...].“ Gekennzeichnet ist diese Agrarkrise durch die Verdrängung der Kleinbauern durch Großgrundbesitzer. Allerdings war trotzdem nicht mit einer großen Anzahl von Landsuchenden zu rechnen, da nach erfolgter Ansiedlung von Kolonien in Oberitalien und der Verstärkung der bestehenden Kolonien kaum noch Besitzlose auftraten. Auf der Suche nach Neubürgern ließ man auch Bundesgenossen zu und so blieb 177 v. Chr. Luna die letzte Koloniegründung vor dem Tribunat des Tiberius.

Zur Debatte steht weiterhin die Frage nach den Motivationsgründen des Volkstribunen, der sich auffallend ehrgeizig und letztendlich bis zu seinem Tod für seine lex agraria einzusetzen versuchte. Der Gedanke einer Reform und der damit verbundenen Lösung der angeführten Probleme waren wohl nicht die Antriebe, die Tiberius schließlich sein Leben kosteten. Zu vermuten ist, dass persönliche Gründe ihn ermutigten, gegen den Senat zu intervenieren. Seine beispiellose Karriere hatte Schaden genommen, als 137 v. Chr. der Senat den so genannten Mancinus-Vertrag verwarf, den der Konsul C. Hostilus Mancinus zur Rettung seines in Spanien eingekesselten Heeres mit den Numantinern geschlossen hatte und den Tiberius in seiner Funktion als Quästor unterzeichnet hatte. Vermutlich verließen sich die Numantiner bei der Vertragsschließung hauptsächlich auf Tiberius, dessen Vater in jenem Teil Spaniens 180-178 v. Chr. Statthalter war, so dass das fehlende Einverständnis des Senats „a brutal blow“ gegen sein Ansehen und seinen Stand war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der gracchischen Reformen und Skizzierung der Forschungsfrage nach den Motiven des Tiberius Sempronius Gracchus.

2. LEX SEMPRONIA AGRARIA: Analyse des Inhalts der Ackergesetze, ihrer Entstehungsgeschichte sowie der komplexen praktischen Durchführung und der Widerstände gegen die Landreform.

3. KONFLIKTE: Betrachtung der politischen Eskalation, insbesondere des Verfassungsbruchs durch die Absetzung des Volkstribunen Marcus Octavius und der gewaltsamen Unruhen.

4. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Persönlichkeit des Tiberius Gracchus und des Scheiterns sowohl seiner Person als auch der angestrebten Reform.

Schlüsselwörter

Tiberius Sempronius Gracchus, lex Sempronia agraria, Römische Republik, Agrarreform, Volkstribun, Nobilität, ager publicus, Kleinbauern, Senat, Marcus Octavius, Landverteilung, Sozialreform, politische Motivation, Verfassungsbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus, ihre Entstehung, die schwierige Umsetzung und die daraus resultierenden politischen Konflikte im alten Rom.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Felder sind die römische Sozialpolitik, die Agrarkrise im zweiten Jahrhundert v. Chr., die Rolle des Volkstribunats und die internen Auseinandersetzungen zwischen Senat und Volk.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, inwiefern Tiberius Gracchus aus altruistischen Motiven handelte oder ob persönliche politische Interessen und Ehrgeiz seine treibenden Kräfte waren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der kritischen Sichtung antiker Quellen und moderner wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Inhalt der lex Sempronia agraria, die Hintergründe der Agrarkrise sowie die Zuspitzung des Konflikts, die zur Absetzung von Marcus Octavius und schließlich zum Tod des Tiberius führte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Gracchische Reformen, lex agraria, Römische Republik und politische Krise.

Warum wird die Freundschaft zwischen Tiberius Gracchus und Marcus Octavius in Frage gestellt?

Die radikale Vorgehensweise bei der Abberufung und die Berichte über hitzige Rededuelle legen nahe, dass die in manchen Quellen beschriebene enge Freundschaft eine historische Konstruktion sein könnte.

Welche Rolle spielten die Ratgeber des Tiberius Gracchus bei der Entstehung des Gesetzes?

Bernstein und andere Historiker weisen darauf hin, dass die lex agraria vermutlich ein Produkt einflussreicher Mentoren und Politiker war, die Tiberius als politisches Instrument nutzten.

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Details

Title
Die Reform der Gracchen: Die Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus - Persönlicher Antrieb, konfliktreiche Praxis
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Geschichte)
Course
Von Romulus bis zu den Gracchen - Das staatliche System der römischen Republik
Grade
1,7
Author
Kristine Greßhöner (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V13711
ISBN (eBook)
9783638192873
ISBN (Book)
9783640679522
Language
German
Tags
Reform Gracchen Ackergesetze Tiberius Sempronius Gracchus Persönlicher Antrieb Praxis Romulus Gracchen System Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristine Greßhöner (Author), 2003, Die Reform der Gracchen: Die Ackergesetze des Tiberius Sempronius Gracchus - Persönlicher Antrieb, konfliktreiche Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13711
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