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Navigieren durch Antinomien. Ein tiefer Einblick in das pädagogische Handeln und dessen Widersprüche

Title: Navigieren durch Antinomien. Ein tiefer Einblick in das pädagogische Handeln und dessen Widersprüche

Term Paper , 2023 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tim Hügerich (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Diese Arbeit befasst sich mit den inhärenten Antinomien im pädagogischen Handeln. Sie versucht, die Widersprüchlichkeiten und gegensätzlichen Anforderungen aufzuzeigen, mit denen Lehrerinnen und Lehrer in ihrer täglichen Praxis konfrontiert sind. Darüber hinaus wird sie wirksame Maßnahmen zum Umgang mit diesen Antinomien vorschlagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Antinomien des pädagogischen Handelns

3 Formen von Antinomien im pädagogischen Handeln

3.1 Nähe und Distanz

3.2 Interaktion und Organisation

3.3 Zwang und Freiheit

4 Maßnahmen zum Umgang mit Antinomien im pädagogischen Handeln

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die sich aus unauflösbaren Widersprüchen (Antinomien) im pädagogischen Berufsalltag ergeben, und analysiert Möglichkeiten für einen professionellen Umgang damit, um trotz dieser strukturell bedingten Spannungsfelder ein effektives Lehrerhandeln zu ermöglichen.

  • Konzeptualisierung pädagogischer Antinomien
  • Analyse der Spannungsfelder Nähe und Distanz
  • Untersuchung des Verhältnisses von Interaktion und Organisation
  • Diskussion der Antinomie von Zwang und Freiheit
  • Entwicklung von Maßnahmen zur reflexiven Handhabung im Lehrberuf

Auszug aus dem Buch

3.1 Nähe und Distanz

Eine zentrale Antinomie des pädagogischen Handelns ist das Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz. Um sich im Klassengefüge um Einzelne zu kümmern, oder um in Problemsituationen unterstützen und beraten zu können, müssen Lehrkräfte notwendigerweise zu jedem ihrer einzelnen Schülerinnen und Schülern eine Nähe herstellen. Dieser emotionale Bezug in Form von Empathie, Einfühlvermögen und Zuspruch ist durchaus förderlich und lernpsychologisch zweckhaft. Auf der anderen Seite müssen sie aber die Klasse als Ganzes berücksichtigen und jeden gleich behandeln, da schließlich eine objektive Beurteilung erfolgen soll. Diese Objektivität fordert eine emotionale Neutralität und neutrale Distanz zu allen Lernenden (Schlömerkemper, 2021, S. 135).

Lehrpersonen stehen zusätzlich vor der Herausforderung, dass Kinder und Jugendliche noch nicht in der Lage sind, das Verhalten der Lehrkräfte zu abstrahieren, sondern, dass sie es auf sich und ihr ganzes Selbst beziehen. Eine Beanstandung des Arbeitsverhaltens, eine schlechte Note oder eine Bestrafung kann von den Heranwachsenden, entgegen der Intention der Lehrperson, beispielswiese als Kritik auf die eigene ganze Person bezogen werden und somit in einer Infragestellung oder Kränkung des eigenen Selbst enden. Wenn Lehrende dies nicht beachten, verkennen sie, welche Auswirkungen ihr Handeln in der diffus-emotionalen Beziehung zu ihren Schülerinnen und Schülern haben kann (Helsper, 2012, S. 28f.). Doch selbst wenn die Heranwachsenden kognitiv in der Lage sind das Handeln der Lehrkräfte richtig zu deuten, findet dies immer auf der Basis ihrer biographischen Erfahrungen statt und kann daher, geschuldet der eigenen Hintergrundgeschichte, dennoch als Entwertung oder Erniedrigung empfunden werden und sich somit auf die Person als Ganzes beziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik pädagogischer Antinomien ein und verdeutlicht, dass Lehrkräfte im Berufsalltag mit unauflösbaren Widersprüchen konfrontiert sind, die professionelles Handeln erschweren.

2 Antinomien des pädagogischen Handelns: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Antinomie und erläutert, warum pädagogisches Handeln zwangsläufig in einem Spannungsfeld zwischen widersprüchlichen Anforderungen stattfindet.

3 Formen von Antinomien im pädagogischen Handeln: Hier werden drei konkrete Spannungsverhältnisse – Nähe und Distanz, Interaktion und Organisation sowie Zwang und Freiheit – theoretisch hergeleitet und in ihrer Relevanz für die Schulpraxis analysiert.

3.1 Nähe und Distanz: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Schwierigkeit, emotionalen Zuspruch für den Einzelnen mit der notwendigen objektiven, distanzierten Behandlung der gesamten Lerngruppe zu vereinen.

3.2 Interaktion und Organisation: Der Abschnitt diskutiert, wie formale institutionelle Vorgaben und bürokratische Strukturen die interaktiven pädagogischen Prozesse und die individuelle Förderung einschränken können.

3.3 Zwang und Freiheit: Das Unterkapitel thematisiert den Konflikt, dass Erziehung einerseits Zwang erfordert, um Lernziele zu erreichen, andererseits jedoch die Autonomie und den eigenverantwortlichen Freiheitsgebrauch der Lernenden fördern soll.

4 Maßnahmen zum Umgang mit Antinomien im pädagogischen Handeln: Das Kapitel schlägt Strategien vor, wie Lehrkräfte durch ein tieferes theoretisches Verständnis und reflexive Praktiken mit den unvermeidbaren Widersprüchen umgehen und sich emotional entlasten können.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Antinomien fest zum Lehrerberuf gehören und durch organisierte Reflexion sowie ein Bewusstsein für diese Strukturen in professionelles Handeln integriert werden müssen.

Schlüsselwörter

Pädagogisches Handeln, Antinomien, Lehrerberuf, Nähe und Distanz, Interaktion, Zwang und Freiheit, Schulpraxis, Fallreflexion, Professionalisierung, Reformpädagogik, Erziehung, Schulorganisation, Stressbewältigung, Reflexivität, Bildungswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den sogenannten Antinomien, also den unauflösbaren Widersprüchen, mit denen Lehrkräfte im pädagogischen Alltag permanent konfrontiert sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Spannungsverhältnisse zwischen Nähe und Distanz, Interaktion und Organisation sowie Zwang und Freiheit in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte ein besseres Verständnis für diese Widersprüche entwickeln können, um professioneller und reflexiver mit den daraus resultierenden Belastungen umzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch erziehungswissenschaftliche Literatur, gestützt durch eine diskursive Analyse, um Handlungsspielräume für die pädagogische Praxis abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse dreier spezifischer Antinomie-Formen und die Diskussion von Maßnahmen zur professionellen Handhabung in der Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen pädagogisches Handeln, Antinomien, Professionalisierung, Reflexion und das Spannungsfeld zwischen den Polen Zwang und Freiheit.

Stellen Antinomien ein reines Problem für Berufsanfänger dar?

Nein, die Autorin betont, dass die Problematik der Antinomien erfahrene Lehrkräfte ebenso betrifft wie Berufsanfänger, da langjährige Erfahrung nicht automatisch vor der Komplexität dieser Widersprüche schützt.

Inwiefern kann Digitalisierung die Antinomien im Unterricht beeinflussen?

Die Digitalisierung verändert die Interaktionsmöglichkeiten und kann die Distanz zwischen Lehrkräften und Schülern verändern, was neue Anforderungen an die Balance zwischen Nähe und Distanz stellt.

Gibt es eine einfache Strategie, um Antinomien in der Praxis aufzulösen?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass es kein universelles Konzept gibt, um Antinomien aufzulösen; stattdessen ist eine situative, reflexive Abwägung und Entscheidung im Berufsalltag erforderlich.

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Details

Title
Navigieren durch Antinomien. Ein tiefer Einblick in das pädagogische Handeln und dessen Widersprüche
College
University of Applied Sciences Hamburg  (Psychologie)
Grade
1,0
Author
Tim Hügerich (Author)
Publication Year
2023
Pages
16
Catalog Number
V1371517
ISBN (PDF)
9783346905574
ISBN (Book)
9783346905581
Language
German
Tags
Antinomien Pädagogisches Handeln Reformpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Hügerich (Author), 2023, Navigieren durch Antinomien. Ein tiefer Einblick in das pädagogische Handeln und dessen Widersprüche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371517
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