Schüler einer Grundschule dokumentieren ihr Schulleben auf einer Schülerhomepage bei Primolo

Ein Beratungskonzept zur Prozessbegleitung bei der Bearbeitung von Bild- und Textdokumenten für die Präsentation im Internet


Examensarbeit, 2008
54 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Didaktische Legitimation für die Erstellung einer Schülerhomepage

3. Darstellung der Situation an der Barbaraschule Herten
3.1. Technische Ausstattung
3.2. Medienpädagogisches Konzept der Barbaraschule
3.3. Bisherige Internetpräsenz der Barbaraschule
3.4. Organisatorische Aspekte zur Realisierung einer Computer-AG
3.5. Angaben zur Lerngruppe

4. Beschreibung des Homepagegenerators Primolo

5. Darstellung des zugrundeliegenden Beratungskonzepts
5.1. Prinzipien und Konzepte der Medienerziehung
5.2. Definition von Beratung im pädagogischen Kontext
5.3. Folgerungen für die Begleitung von Schülern bei der Arbeit mit digitalen Dokumenten
5.3.1. Das Prinzip des autonomen Lernens
5.3.2. Das Prinzip des Expertentums
5.3.3. Das Prinzip der minimalen Hilfe
5.3.4. Das Prinzip des offenen Arbeitens
5.3.5. Das Prinzip der Arbeitsteilung

6. Beratung der Schüler bei der Arbeit mit digitalen Bild- und Textdokumenten
6.1. Erstellung von Dokumenten
6.1.1. Erstellen von Bildern
6.1.2. Schreiben von Texten
6.2. Überarbeitung von Dokumenten
6.2.1. Überarbeitung von Bildern
6.2.2. Überarbeitung von Texten
6.3. Veröffentlichung von Dokumenten bei Primolo
6.3.1. Veröffentlichen von Bildern
6.3.2. Veröffentlichen von Texten

7. Innovieren durch Weitergabe von Expertenwissen und Erfahrungen der Schüler

8. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anlagen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Startseite von Primolo

Abb. 2: Prinzipien des Beratungskonzepts

Abb. 3: Bearbeitung der Größe von Bildern mit IrfanView

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob und inwiefern neue Medien ihre Berechtigung in der Grundschule finden. VON HENTIG etwa kritisiert, dass der Einsatz von Computern in der Schule dafür sorgt, dass das Kind an seinem Stuhl festgehalten wird, seine anderen Kontakte ausgeschaltet werden und sein Geist auf das Frage-und-Antwort-Schema des Programms gebannt wird.[1] Fest steht aber, dass Schule auf die veränderten Lebensbedingungen der Schüler und Schülerinnen[2] reagieren muss, wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden will, Schüler zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen, da der Umgang mit Medien immer stärker zu den Voraussetzungen des Alltagslebens gehört.[3] Ich schließe mich daher der Meinung von KOHLHOF an: „Wenn es zum Bildungsauftrag der Grundschule gehört, Kindern ihre Lebenswelt zu erschließen und ihre Erfahrungen aufzuarbeiten, dann dürfen Erfahrungen mit der Informationstechnik nicht ausgeschlossen werden.“[4]

Die vorliegende Arbeit knüpft an diese Überlegungen an und setzt sich mit der Beratung von Viertklässlern bei der Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von digitalen Bild- und Textdokumenten am Computer auseinander.

Mein Interesse am Gegenstand der vorliegenden Arbeit entwickelte sich auf der gemeinsamen Klassenfahrt nach Reken im Sommer 2007, in deren Rahmen die Schüler der Klasse 4b der Barbaraschule in Herten selbst Fotos mit ihren eigenen Digitalkameras machten und überlegten, wie sie die Fotos auf unkomplizierte Weise allen Interessierten zugänglich machen könnten. Es entwickelte sich ein Gespräch zwischen mir und den Schülern, in welchem deutlich wurde, dass häufig Erlebnisse des gemeinsamen Schullebens zwar in Form von Texten (etwa Klassentagebüchern) oder Bildern (wie in diesem Fall selbst gemachte Fotos) festgehalten werden, die Ergebnisse aber häufig nicht allen Beteiligten und Interessierten zugänglich sind. Aus diesem Gespräch heraus entstand die Idee, im Rahmen einer freiwilligen Computer-Arbeitsgemeinschaft (im Folgenden: Computer-AG) im Nachmittagsbereich mit interessierten Schülern des vierten Jahrgangs eine eigene Schülerhomepage zu entwickeln, auf der schulbezogene Erlebnisse anhand von Texten und Fotos festgehalten und so einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden können. Als mögliche Zielgruppe kommen nicht nur die Mitschüler in Betracht, sondern z.B. auch die eigenen Eltern oder Verwandte, Schüler anderer Klassenstufen oder Eltern, deren Kinder in der nächsten Zeit an der Barbaraschule eingeschult werden.

Die Gründung einer Computer-AG für die vierte Jahrgangsstufe mit dem Ziel, Schüler bei der Erstellung einer Schülerhomepage zum Schwerpunktthema „das Schulleben der Barbaraschule“ zu beraten und darüber ihre Fähigkeiten zur Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von digitalen Dokumenten im Sinne von Medienkompetenzerwerb zu stärken, basiert somit zum einen auf dem Interesse der Schüler am Umgang mit digitalen Dokumenten und deren Veröffentlichung, zum anderen aber auch auf meinem eigenen Interesse an der Thematik der Nutzung von neuen Medien in der Grundschule und legitimiert sich u.a. durch die veränderte Lebenswirklichkeit der Kinder.

Im Laufe dieser Arbeit werde ich bei der Entwicklung und Anwendung eines Beratungskonzeptes zur Prozessbegleitung bei der Arbeit mit digitalen Dokumenten immer wieder praktische Beispiele aus meinen eigenen Erfahrungen einfließen lassen, die ich während meiner Arbeit mit den Schülern der Klasse 4b gesammelt habe. Das Ergebnis der Arbeit der Klasse 4b ist einsehbar unter www.primolo.de/home/Herten.[5]

Um ein übersichtliches Gesamtbild über die pädagogische Problemstellung zu schaffen, die dieser Arbeit zugrunde liegt, werden im Folgenden die einzelnen Teilbereiche, welche in dieser Arbeit thematisiert werden, skizziert:

Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Lernziele sowie die didaktische Legitimation für die Erstellung einer Homepage mit Schülern, basierend auf Fachliteratur, Richtlinien und Lehrplänen. Anschließend wird auf die technische Ausstattung der Schule, das bestehende medienpädagogische Konzept, die bisherige Internetpräsenz der Barbaraschule, organisatorische Aspekte und Voraussetzungen zur Gründung einer Computer-AG sowie auf Angaben zur Lerngruppe eingegangen. Weiterhin werden die wesentlichen Funktionen des Homepage-Generators Primolo erläutert, da die Schüler über diesen ihre Dokumente im Internet veröffentlichen. Es folgt die Entwicklung eines Beratungskonzepts für die Begleitung der Schüler bei der Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Dokumenten anhand bestehender Prinzipien der Medienerziehung sowie einer Definition des Beratungsbegriffs im Sinne der Lehrerfunktion „Beraten“. Daran schließt die Anwendung des Beratungskonzepts auf die Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Bild- und Textdokumenten an. Es folgen Überlegungen zur Weitergabe von Expertenwissen an nachfolgende Schüler anderer Jahrgänge, so dass neben der Lehrerfunktion „Beraten“ die Lehrerfunktion „Innovieren“ durch die Weiterentwicklung des schulinternen Medienkonzepts in den Fokus gestellt wird. Zuletzt erfolgt ein Fazit dieser Arbeit sowie ein Ausblick auf die weitere Arbeit.

2. Didaktische Legitimation für die Erstellung einer Schülerhomepage

Die Durchführung einer Computer-AG, welche das Erstellen, Überarbeiten und Veröffentlichen von Bildern und Texten in den Mittelpunkt stellt, ist aus folgenden Gründen didaktisch legitimiert:

„Der Begriff Medienkompetenz ist heute in aller Munde, wenn es darum geht, Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen zu beschreiben, der in der heutigen und zukünftigen Informationsgesellschaft leben und handeln soll.“[6] Das Ziel der Medienerziehung in der Schule ist demnach der Erwerb von Medienkompetenz.

TULODZIECKI beschreibt fünf Aufgabenfelder der Medienpädagogik:

- Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen
- Verstehen und Bewerten von Medienbotschaften
- Auswählen und Nutzen verschiedener Medienangebote unter Abwägung von Handlungsalternativen
- Selbst gestalten und Verbreiten von Medien
- Analysieren und Beeinflussen von Medien bzgl. ihrer
gesellschaftlichen Bedeutung[7]

Das Erstellen einer Homepage mit Schülern gehört primär zum Aufgabenfeld der eigenen Mediengestaltung und -verbreitung. Im Rahmen der handlungsorientierten Beschäftigung mit diesem Aufgabenfeld erwerben die Schüler folgende Fähigkeiten:

- Produktionsfähigkeit
- Gestaltungsfähigkeit
- Veröffentlichungsfähigkeit[8]

Dieser Prozess von der Produktion über die Gestaltung zur Veröffentlichung spiegelt sich auch im Aufbau der dieser Arbeit zugrunde liegenden Com]puter-AG wider. Im Rahmen dieser AG erfahren die Schüler handelnd die technischen Möglichkeiten von Medien, sie werden in sozialen Verhaltensweisen gestärkt und für ästhetische Ausdrucksmöglichkeiten der Medien sensibilisiert.[9] Da die Schüler sich als Produzenten bei der Erstellung der Homepage jedoch immer wieder auch in die Empfängerseite hineinversetzen müssen, um erkennen zu können, wie ihr Produkt auf andere wirkt, verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen von TULODZIECKI genannten Aufgabenfeldern. Insofern bietet die Erstellung einer Schülerhomepage vielfältige Möglichkeiten, medienpädagogische Aufgabenfelder abzudecken. Diese Vielfalt, die die aktive Auseinander-setzung mit neuen Medien bietet, spiegelt sich auch in den Richtlinien und Lehrplänen für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen wider.

Laut Richtlinien ist es „Aufgabe der Grundschule, die Fähigkeiten, Interessen und Neigungen der Kinder aufzugreifen“.[10] Da der Umgang mit Computern in heutiger Zeit Teil der Lebenswirklichkeit der Kinder ist, ist es legitim, die Arbeit mit Computern in die schulische Arbeit zu integrieren. „Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind [...] Hilfsmittel des Lernens und Gegenstand des Unterrichts. Der Unterricht in der Grundschule [...] leitet [die Schüler] an, die Informations- und Kommunikationsmedien sinnvoll zu nutzen. [...] Die systematische Arbeit mit Medien trägt dazu bei, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln.“[11]

Bezüglich der Arbeit mit Textverarbeitungsprogrammen sieht der Lehrplan Deutsch vor, dass die Schüler „Texte am Computer schreiben, überarbeiten und gestalten“[12] und Methoden verwenden, „um Wörter richtig schreiben zu können, z. B. Ableiten, Nachfragen, Computer-Korrektur, Nachschlagen.“[13] Der Lehrplan Sachunterricht fordert, dass Schüler „eigene Medienangebote erstellen und verbreiten“.[14] Die Schüler lernen im Sachunterricht „wichtige Gestaltungsmöglichkeiten kennen, die die neuen Medien für die Verarbeitung und Präsentation von Informationen und für die Gestaltung von eigenen Produkten bieten. Besonders für Grundschülerinnen und Grundschüler entwickelte Informationsplattformen und Lernwerkzeuge können eine sinnvolle Funktion übernehmen.“[15]

Die Arbeit mit Bildern wird durch den Lehrplan Kunst legitimiert, da er fordert, dass Schüler im Rahmen des Gestaltens mit technisch-visuellen Medien Erfahrungen „mit Kameras und Bildbearbeitung“[16] sammeln.

Aufgrund der vorgenannten Ausführungen ist die Durchführung der dieser Arbeit zugrunde liegenden Computer-AG didaktisch legitimiert.

3. Darstellung der Situation an der Barbaraschule Herten

3.1 Technische Ausstattung

Die Barbaraschule verfügt über einen eigenen Computerraum mit 14 Computern. Alle Computer verfügen über die notwendige Hardware (Rechner, Bildschirm, Tastatur, Maus) und sind über ein lokales Netzwerk mit dem Internet verbunden, so dass die Schüler durch einfaches Anklicken des Internet Explorers Webseiten besuchen können. Die Computer sind mit dem Betriebssystem Windows XP ausgestattet und verfügen über das Textverarbeitungsprogramm „Word 2003“ sowie das Bildbearbeitungs-programm „IrfanView“. Auch in den Klassenräumen stehen jeweils zwei Computer, zum Teil mit Internetanschluss, zur Verfügung. Nachdem die Lehrperson die Stromversorgung aktiviert hat, können die Schüler den Computer hochfahren und sich mit einem Schülerkennwort anmelden. Im Anschluss an diese Anmeldung stehen den Schülern alle notwendigen Funktionen zur Verfügung.

3.2 Medienpädagogisches Konzept der Barbaraschule

Das Schulprogramm der Barbaraschule sieht vor, dass alle Kinder der dritten Jahrgangsstufe im Rahmen des Sachunterrichts einen Grundkurs im Umgang mit dem Computer erhalten. Die Kurse orientieren sich dabei an den Vorerfahrungen der Kinder. Im Rahmen dieses Grundkurses lernen die Schüler anhand des Übungsheftes „KLiCK“[17] u.a.,

- welche Hardware zur Grundausstattung des Computers gehört,
- einen Computer zu starten und herunterzufahren,
- die Tastatur und die Maus zu bedienen,
- wie der Desktop aufgebaut ist,
- mit der Fenstertechnik umzugehen,
- Programme zu starten und zu beenden,
- wie das Dateien- und Ordnersystem aufgebaut ist,
- Dateien zu speichern und zu öffnen,
- das Textverarbeitungsprogramm Word zu bedienen,
- mit Lernsoftware zu arbeiten,

- Software und Suchmaschinen im Internet zur Informationsfindung zu nutzen.[18]

Somit haben am Ende der dritten Jahrgangsstufe alle Schüler Grundkenntnisse, die zur elementaren Bedienung eines Computers notwendig sind. Die Computer-AG kann somit an diese Vorkenntnisse anknüpfen. Im Rahmen dieser Arbeit wird das bestehende medien-pädagogische Konzept der Barbaraschule aufgegriffen und im Sinne der Lehrerfunktion „Innovieren“ weiter entwickelt.

3.3 Bisherige Internetpräsenz der Barbaraschule

Bisher wurde der Computerraum außerhalb des Grundkurses der dritten Klassen selten und nur unregelmäßig genutzt. Eine Computer-AG mit dem Ziel, eine Homepage zu erstellen, wurde bisher nicht angeboten. Eine Schülerhomepage unter Beteiligung von Schülern wurde somit bisher nicht entwickelt. Insofern ist die Entwicklung einer durch Schüler produzierten Internetpräsenz der Barbaraschule innovativ.

3.4 Organisatorische Aspekte zur Realisierung einer Computer-AG

Zunächst müssen zur Gründung einer Computer-AG schulinterne Gespräche geführt werden, da u.U. die Beteiligung anderer Lehrkräfte benötigt wird (etwa bei Fragen der Aufsichtspflicht). Weiterhin muss ein fester wöchentlicher Termin gefunden werden, an dem kein Unterricht ausfällt und alle interessierten Schüler die Möglichkeit haben, an der AG teilzunehmen. Weiterhin sollte gewährleistet sein, dass jeder Schüler seinen eigenen Arbeitsplatz erhält.

Eine Computer-AG lebt vom Interesse und Engagement der Schüler. Somit sind die nächsten Schritte, Schüler und Eltern anhand eines Elternbriefes (siehe Anlage 1) über das Angebot und die Zielsetzung, den wöchentlichen Termin und weitere organisatorische Aspekte der AG zu informieren und den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihr Kind bei Interesse für die Teilnahme an der AG anzumelden.

3.5 Angaben zur Lerngruppe

Die Schüler, die an der Realisation der dieser Arbeit zugrunde liegenden Schülerhomepage der Barbaraschule in Herten mitgewirkt haben, sind zwischen 9 und 11 Jahre alt und besuchen die Klasse 4b der Barbaraschule. Insgesamt sind es 11 Schüler, vier Mädchen und sieben Jungen. Bei einer schriftlichen Befragung der beteiligten Schüler gaben alle 11 Schüler an, zuhause Zugang zu einem Computer zu haben. Zwei der Schüler gaben an, täglich mindestens eine halbe Stunde vor dem Computer zu verbringen, vier weitere Schüler nutzen ihn an mehreren Tagen in der Woche (siehe Anlage 2).

Die Auswertung eines solchen Fragebogens im Vorfeld erstellt ein umfassendes Profil der Lerngruppe und gibt der Lehrkraft wertvolle Hinweise über die Lernvoraussetzungen der Schüler, auf welche im weiteren Verlauf der Arbeit an der Homepage zurückgegriffen werden kann.

4. Beschreibung des Homepagegenerators Primolo

„Primolo ist ein Projekt von Schulen ans Netz e.V., einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Telekom AG.“[19] Die Idee, mit Primolo zu arbeiten, entstand bei einem Besuch des Medienzentrums Gelsenkirchen, welcher vom Studienseminar Gelsenkirchen veranstaltet wurde. Der auf der Internetseite www.primolo.de kostenlos zur Verfügung gestellte Homepagegenerator Primolo wurde als geeignetes Instrument zur Erstellung einer Homepage mit Grundschülern empfohlen, da keine Programmierkenntnisse in der komplizierten Webseiten-Programmiersprache HTML erforderlich sind und so selbst Schüler mit nur wenigen Vorkenntnissen im Umgang mit Computern ansehnliche Ergebnisse erzielen können. Außerdem müssen keine besonderen Programme zur Homepageentwicklung installiert werden, da alle Funktionen direkt online genutzt werden können. Lediglich eine Internetverbindung ist notwendige Voraussetzung für die Erstellung einer Homepage über Primolo. Ein weiterer Vorteil von Primolo ist, dass keine eigene Internetadresse eingerichtet werden muss. Primolo ist demnach ein Generator zur Erstellung von Homepages, welcher direkt auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen von Grundschülern ausgerichtet ist.

Gibt man im Adressfeld des Internetbrowsers die Internetadresse www.primolo.de ein, so gelangt man zunächst auf eine Animation der Primolo-Figur, dann öffnet sich nach kurzer Zeit automatisch die Startseite, welche einen Überblick über die verschiedenen Funktionen von Primolo gibt und bereits kindgerecht und übersichtlich gestaltet ist.

Am oberen Bildrand werden die einzelnen Funktionen angezeigt, die für Schüler, die eine Homepage einrichten möchten, relevant sind.

Abb. 1: Startseite von Primolo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Produktion)

Die Schaltfläche `Erkunden´ führt immer wieder zurück zur Startseite. Die Schaltfläche `Klicken´ verweist auf eine Linksammlung für Kinder. Die Schaltfläche `Schauen´ bietet den Schülern die Möglichkeit, sich Homepages anderer Schüler und Schulklassen anzusehen. Die Homepages lassen sich entweder durch Eingrenzung in Kategorien oder über die Eingabe konkreter Suchbegriffe finden.

Durch Klicken auf die Schaltfläche `Basteln´ gelangen die Schüler auf die Seite, auf welcher der Gruppenname und das dazugehörige Kennwort eingegeben werden muss, um zum passwortgeschützten Bereich zu gelangen. In diesem Bereich haben die Schüler nun die Möglichkeit, diverse (zuvor durch die Lehrkraft je nach Ermessen freizugebende) Funktionen zu nutzen, die im Folgenden beschrieben werden:

Grundlayout: Hier können die Schüler aus verschiedenen voreingestellten Designvorlagen Hintergründe, Farben, Schriftarten und -größen für die Homepage auswählen.

Seitenverwaltung: Hier haben die Schüler die Möglichkeit, eine neue Unterseite der Homepage zu erstellen und zu bearbeiten. Bei der Erstellung einer neuen Unterseite haben sie verschiedene Seitenlayouts zur Auswahl, was beispielsweise die Größe oder Position der Bilder betrifft. Weiterhin können sie auf bereits bestehende Unterseiten zugreifen und sie verändern (Hinzufügen oder Überarbeiten von Texten und Bildern über entsprechende Eingabemasken). Am unteren Rand der Seite „Seitenverwaltung“ schließlich gibt es die Möglichkeit, die Seitenvorschau zu öffnen, welche die Homepage in aktuellem Bearbeitungszustand zeigt.

Primolos Bilderkiste: Dieser Link führt zu verschiedenen von Primolo zur Verfügung gestellten Bildern, die für die eigene Homepage frei genutzt werden können. Nachteilig ist, dass die Bilder nicht selbst erstellt wurden und so keinen besonderen Aussagewert für die einzelne Schule besitzen.

Bilderkiste: Im Gegensatz zu „Primolos Bilderkiste“ haben die Schüler hier die Möglichkeit, selbst erstellte Bilder auf die Internetseite zu übertragen. Voraussetzung dafür ist, dass auf dem Computer ein entsprechendes Bild gespeichert ist, welches nicht größer als 100 Kilobyte sein darf. Der Vorgang des Übertragens von Bildern auf die Homepage wird in Kapitel 6.3.1. näher erläutert.

Mediakiste: Hier können Dateien auf Primolo übertragen werden, welche keine Bilddateien sind, etwa Musikdateien. Aufgrund fehlender Geräte zur Aufnahme habe ich bei meiner Arbeit auf diese Funktion verzichtet.

Mailservice: Diese Funktion ermöglicht es den Produzenten der Homepage, E-Mails von Besuchern der Homepage zu lesen. Auch diese Funktion habe ich bei der Homepageerstellung nicht aktiviert, da die Schüler sich ganz auf die Erstellung, Bearbeitung und Präsentation ihrer Dokumente konzentrieren sollten. Bei weiter führenden regelmäßigen AG´s kann diese Funktion jedoch durchaus sinnvoll sein, da die Schüler so lernen können, neue Medien als Kommunikationsmittel zu nutzen.

Um den Schülern die Möglichkeit zu geben, Primolo kennen zu lernen, haben sie zu Beginn der AG Suchaufträge erhalten, anhand derer sie die Internetseite erkunden konnten (siehe Anlage 3).

5. Entwicklung eines Beratungskonzepts

5.1. Prinzipien und Konzepte der Medienerziehung

Zur Entwicklung eines Beratungskonzepts, mit dessen Hilfe Schüler bei der Arbeit mit digitalen Dokumenten unterstützt werden können, ist eine vorherige Erläuterung der als Grundlage für die Konzeptentwicklung dienenden allgemeinen Prinzipien zur Medienerziehung notwendig. TULODZIECKI u.a. benennen – im Rahmen von Handlungsorientierung als Leitidee – folgende Prinzipien der Medienerziehung:

- Situationsorientierung: Medienerziehung soll die Lebenswirklichkeit der Kinder aufgreifen.
- Kommunikationsorientierung: Medienerziehung soll kommuni-kationsfördernd sein und zu einer Kompetenzerweiterung bzgl. personaler und medialer Kommunikation führen.
- Bedürfnisorientierung: Die Bedürfnisse der Kinder auf die Mediennutzung bezogen sollen bei der Medienerziehung akzeptiert und aufgegriffen werden.
- Erfahrungsorientierung: Bisherige Erfahrungen der Kinder sollen in der Medienerziehung aufgegriffen werden.
- Entwicklungsorientierung: Der sozial-kognitive Entwicklungsstand der Kinder soll berücksichtigt und weiter entwickelt werden.[20]

TULODZIECKI hebt bei seiner Analyse bestehender Konzepte zur Verwendung von Medien in Lehr- und Lernprozessen neben dem Lehrmittelkonzept, dem Arbeitsmittelkonzept, dem Bausteinkonzept sowie dem Systemkonzept das Lernumgebungskonzept hervor, auf welches ich im Folgenden kurz eingehen möchte, da das von mir entwickelte Konzept an die Überlegungen TULODZIECKIS anknüpft.

Grundlegend für das Lernumgebungskonzept ist die Annahme, dass Lernen aktive Auseinandersetzung von Lernenden mit ihrer Lernumgebung ist, und nicht ein Prozess der Vermittlung von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen einer Lehrperson. Im Sinne des Lernumgebungskonzepts werden die Schüler mit komplexen Aufgaben konfrontiert, erarbeiten selbständig Informationen, führen Problemanalysen durch und erarbeiten eigenständige Problemlösungen. Benötigte Informationen erarbeiten sie dabei selbständig in Interaktion mit ihrer Lernumgebung. Die Lehrperson hat die Aufgabe, zur Auseinandersetzung mit komplexen Aufgabenstellungen anzuregen, geeignete Medien bereit zu stellen sowie die Schüler in ihrem Lernprozess zu beraten und zu unterstützen.[21] Die Eigenständigkeit der Schüler sowie die Beraterrolle der Lehrperson sind somit tragende Elemente des Lernumgebungskonzepts, welchen auch in meinem Konzept eine tragende Bedeutung zukommt.

[...]


[1] http://www.geocities.com/hoefigde/Verschiedenes/HentigneueMedien.htm> , abgerufen am 4.5.2008.

[2] Im Folgenden wird aus Gründen der Übersichtlichkeit immer nur die männliche Form verwendet.

[3] Vgl. Moser, Heinz: Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im Medienzeitalter, 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage, GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden, 2006, S. 215.

[4] Kohlhof, Christiane: Erste Schritte am PC. In: Sacher, Werner: Medienerziehung konkret. Konzepte und Praxisbeispiele für die Grundschule, Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2003, S. 33.

[5] http://www.primolo.de/home/Herten> , abgerufen am 4.4.2008.

[6] http://www.teachsam.de/medien/medienpaed/medienpaederz31331.htm, abgerufen am 03.04.2008.

[7] Vgl. Tulodziecki, Gerhard u.a.: Handlungsorientierte Medienpädagogik in Beispielen. Projekte und Unterrichtseinheiten für Grundschulen und weiterführende Schulen, Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 1995, S. 23 ff.

[8] Vgl. Pöttinger, Ida: Lernziel Medienkompetenz. Theoretische Grundlagen und praktische Evaluation anhand eines Hörspielprojekts, KoPäd, München, 1997, S. 85 ff.

[9] Vgl. Six, Ulrike / Frey, Christoph / Gimmler, Roland: Medienerziehung im Kindergarten. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde, Leske + Budrich, Opladen 1998, S. 26 f.

[10] Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, Ritterbach Verlag, Frechen, 2003, S. 15.

[11] Ebd., S. 18.

[12] Ebd., S. 37.

[13] Ebd., S. 48.

[14] Ebd., S. 64.

[15] Ebd., S. 58.

[16] Ebd., S. 120.

[17] Vgl. Kraft, Dieter: KLiCK. Kinder lernen ihren Computer kennen. Das Computerheft, Schroedel, Braunschweig, 2006.

[18] Vgl. Schulprogramm der Barbaraschule Herten.

[19] Frank, Dirk / Dörpinghaus, Brigitte / Fuhrmann, Hans-Jürgen: Eine Homepage im Grundschulunterricht erstellen. In: Praxis Grundschule, Heft 1/2003, Westermann, Braunschweig, 2003, S. 14.

[20] Vgl. Tulodziecki, Gerhard u.a.: Handlungsorientierte Medienpädagogik in Beispielen. Projekte und Unterrichtseinheiten für Grundschulen und weiterführende Schulen, Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 1995, S. 20.

[21] Vgl. Tulodziecki, Gerhard: Medien in Erziehung und Bildung. Grundlagen und Beispiele einer handlungs- und entwicklungsorientierten Medienpädagogik, 3. Aufl., Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 1997, S. 68 f.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Schüler einer Grundschule dokumentieren ihr Schulleben auf einer Schülerhomepage bei Primolo
Untertitel
Ein Beratungskonzept zur Prozessbegleitung bei der Bearbeitung von Bild- und Textdokumenten für die Präsentation im Internet
Hochschule
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Gelsenkirchen; ehem. Studienseminar für Lehrämter an Schulen Gelsenkirchen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
54
Katalognummer
V137155
ISBN (eBook)
9783640448326
ISBN (Buch)
9783640448500
Dateigröße
2128 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Originaltitel wurde hier leicht abgeändert, damit deutlicher wird, worum es in der Arbeit geht.
Schlagworte
Schüler, Grundschule, Schulleben, Schülerhomepage, Primolo, Beratungskonzept, Prozessbegleitung, Bearbeitung, Bild-, Textdokumenten, Präsentation, Internet
Arbeit zitieren
Johanna Sandvoß (Autor), 2008, Schüler einer Grundschule dokumentieren ihr Schulleben auf einer Schülerhomepage bei Primolo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137155

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