„Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ Paulus war der wohl bekannteste Apostel, auch wenn er nicht zu den zwölf gewählten Aposteln zählte. Er, der voller Eifer das mosaische Gesetz befolgte und half, die Christen in Kerker zu werfen, wurde von Jesus selbst zur Mission der Heiden berufen. Aufgrund dieses Auftrags gab es einige Auseinandersetzungen mit Jerusalem und den Ältesten, die der Meinung waren, dass die Mission der Juden Priorität hatte. Doch Paulus ließ sich nicht von seinem Auftrag, den er ja von Gott persönlich erhalten hatte, abbringen. Dafür nahm er etliche Entbehrungen und Strapazen auf sich.
Mit dieser Arbeit werde ich im Groben das Leben des Paulus skizzieren. Dazu gehe ich kurz auf seine Herkunft und seinen Lebenslauf ein. Danach werde ich etwas über seine Reisen berichten, da dies für das eigentliche Thema relevant ist. Ausführlicher gehe ich auf die Theologie des Paulus ein, denn diese war ein großer Streitpunkt zwischen ihm und den Juden. Darauf folgt das Thema meiner Arbeit, die Auseinandersetzungen mit den Juden in Kleinasien. Zum Abschluss berichte ich über ein Paar, welches zu den wichtigsten Mitarbeitern des Paulus zählte. Priska und Aquila sind auch heute noch die Vorbilder für missionarische Teamarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Paulus von Tarsus
2.1. Die Missionsreisen des Paulus
2.2. Die Theologie des Paulus
3. Die Auseinandersetzungen der Juden in Kleinasien mit Paulus
4. Priska und Aquila
5. Schlusswort
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1. Quellen und Hilfsmittel
6.2. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit skizziert das Leben und Wirken des Apostels Paulus, mit einem besonderen Fokus auf seine theologische Lehre, seine missionarischen Tätigkeiten sowie die Spannungsfelder seiner Arbeit – insbesondere in der Auseinandersetzung mit jüdischen Gemeinden in Kleinasien und der Zusammenarbeit mit seinen engen Mitarbeitern Priska und Aquila.
- Biographische Skizze und Quellenlage zu Paulus von Tarsus
- Analyse der paulinischen Theologie und Heilslehre
- Untersuchung der Konflikte zwischen Paulus und den jüdischen Gemeinden
- Würdigung der Rolle von Priska und Aquila in der urchristlichen Mission
Auszug aus dem Buch
2. Paulus von Tarsus
Paulus, nach seiner Herkunft auch Paulus von Tarsus genannt, ist die wohl greifbarste Gestalt unter den neutestamentlichen Autoren und des Urchristentums überhaupt. Allerdings schwankt das Urteil über ihn extrem. Für die Einen hat er das Christentum vom Judentum „befreit“, für die Anderen hat er es „rabbinisiert“.
Als Quellen darf man den ersten Brief des Paulus an die Thessalonicher, den ersten und zweiten Brief des Paulus an die Korinther, den Brief des Paulus an die Philipper, den Brief des Paulus an die Galater, den Brief des Paulus an Philemon, den Brief des Paulus an die Römer und in gewissen Grenzen auch die Apostelgeschichte betrachten. Mit Vorsicht sollte man den Kolosserbrief, den Brief an die Epheser, den zweiten Brief des Paulus an die Thessalonicher, die beiden Briefe an Timotheus und den Brief an Titus als Quellen heranziehen. Denn diese sind wahrscheinlich von Schülern des Paulus geschrieben worden und weisen einige Merkmale auf, die nicht zum Stil des Paulus passen. Ohne jeglichen historischen Wert sind die „Paulusakten“, der Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus, sowie andere neutestamentliche Apokryphen und Pseudoepigraphen.
Paulus stammte aus einer streng jüdischen Familie der Diaspora. Sein Geburtsort war vermutlich Tarsus in Zilizien. Er besaß eine solide griechische, aber auch eine jüdische Ausbildung, welche er vielleicht sogar in Jerusalem genossen hat. Mit Eifer studierte er die jüdische Überlieferung. Im Blick auf die Tora zählte er sich zu den Pharisäern, weshalb er die „Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte“. Auf einer seiner Verfolgungen hatte er eine Vision des Auferstandenen, welche er selbst als eine Offenbarung des Sohnes Gottes bezeichnete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung gibt einen Überblick über die Person des Apostels Paulus, seine Berufung durch Jesus und die thematische Struktur der Arbeit, die sein Leben, seine Theologie und seine engsten Mitarbeiter beleuchtet.
2. Paulus von Tarsus: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft, die Ausbildung und die Berufung des Apostels sowie die chronologische Einordnung und Quellenbasis seiner Missionsreisen.
2.1. Die Missionsreisen des Paulus: Es wird die Chronologie der Reisen anhand verschiedener Briefe und der Apostelgeschichte rekonstruiert, wobei die Schwierigkeiten der Datierung und die unterschiedlichen Phasen seines Wirkens dargestellt werden.
2.2. Die Theologie des Paulus: Der Abschnitt erläutert die komplexe Heilslehre des Paulus, insbesondere die Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben an Christus im Gegensatz zur bloßen Erfüllung des mosaischen Gesetzes.
3. Die Auseinandersetzungen der Juden in Kleinasien mit Paulus: Hier werden die Spannungen und Konflikte zwischen Paulus und den jüdischen Gemeinden während seiner Tätigkeit in Kleinasien, insbesondere in Ephesus und Jerusalem, analysiert.
4. Priska und Aquila: Dieses Kapitel würdigt die Bedeutung des Ehepaares Priska und Aquila, die als wichtige Mitarbeiter des Paulus agierten und durch ihre missionarische Teamarbeit eine tragende Rolle im Urchristentum einnahmen.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst die bleibende Bedeutung des Apostels für die Ausbreitung des Christentums zusammen und betont die Notwendigkeit, sich auch heute mit seinem Leben und seiner Lehre auseinanderzusetzen.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten biblischen Quellen, historischen Schriften und wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
6.1. Quellen und Hilfsmittel: Aufzählung der primären Texte wie die Bibel und das Werk von Flavius Josephus.
6.2. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Fachliteratur zu Paulus und zur urchristlichen Mission.
Schlüsselwörter
Paulus von Tarsus, Urchristentum, Apostel, Missionstätigkeit, Theologie des Paulus, Rechtfertigung, Glaube, Judentum, Heidenchristen, Kleinasien, Priska und Aquila, Hausgemeinde, Apostelgeschichte, Missionsreisen, Gesetzeserfüllung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über das Leben, die theologische Lehre und das missionarische Wirken des Apostels Paulus, eingebettet in den historischen Kontext des Urchristentums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Paulus als Person, die Entwicklung seiner Theologie, seine Konflikte mit jüdischen Gemeinden und die Rolle seiner Mitarbeiter wie Priska und Aquila.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Bild des Apostels Paulus zu zeichnen, das sowohl seine intellektuelle Leistung als Theologe als auch seine Rolle als Missionar und seine Beziehungen zu anderen Mitarbeitern würdigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse neutestamentlicher Schriften, Briefe des Paulus und historische Dokumente wie die Apostelgeschichte und zeitgenössische Quellen (z.B. Josephus), um eine historisch-theologische Skizze zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Paulus' Ausbildung, seine Missionsreisen, sein theologischer Bruch mit dem Gesetzverständnis seiner Zeit sowie die spezifischen Konflikte in Kleinasien und die Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Priska und Aquila detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Apostel der Heiden, Rechtfertigung, Urchristentum, Mission, Diaspora-Judentum und urchristliche Teamarbeit.
Warum wurde Paulus laut der Arbeit nicht bekehrt, sondern berufen?
Die Arbeit betont, dass Paulus sein Erlebnis vor Damaskus nicht als konventionelle Bekehrung zum Christentum, sondern als eine persönliche Berufung durch Gott verstand, die seinen Auftrag als Apostel der Heidenvölker definierte.
Welche besondere Rolle spielten Priska und Aquila für Paulus?
Das Ehepaar wird als Paradebeispiel für missionarische Teamarbeit beschrieben; sie boten ihm materielle Unterstützung, stellten ihr Haus als Versammlungsort zur Verfügung und festigten die Mission durch die Gründung von Hausgemeinden.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Apostelgeschichte bei der Chronologie von Paulus?
Die Arbeit nutzt die Apostelgeschichte als wichtige Quelle, weist aber darauf hin, dass sie kritisch betrachtet werden muss, da der Verfasser oft ausschmückte und historische Daten nicht immer zweifelsfrei nachprüfbar sind.
- Quote paper
- Susanne Werner (Author), 2005, Die Auseinandersetzungen zwischen Paulus und den Juden in Kleinasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137165