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Das Stimulus-Response-Modell - Sinn und Weiterentwicklungen

Title: Das Stimulus-Response-Modell - Sinn und Weiterentwicklungen

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcus Breisinger (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Lang / Lang (1981: S. 655) schreiben unter der Überschrift „ The modell that never was“ beispielsweise: „Few, if any reputable social scientists in the pre-World-War II era [...] worked with what was later described as the ‘hypodermic needle model’” (zit. n. Brosius/Esser ebd.)

Warum also wird das Stimulus – Response – Modell immer wieder zitiert, zu Vergleichen herangezogen und warum wird es Generationen von Studenten als Basismodell der Wirkungsforschung weitergegeben? Brosius und Esser sehen als Gründe für das Überdauern dieses „Mythos“ von der S-R-Theorie in folgende Umstände (1998: S. 356 ff.):

1. Mangelnde Reflektiertheit – klassische Studien werden meist nur noch anhand von Sekundärliteratur studiert, vermittelt und oftmals unkritisch als „Entwicklungsgeschichte des Fachs“ rezipiert.
2. Gegenwartsbezogene Überheblichkeit – die Zusammenhänge und Entwicklungen aus den Klassikerstudien wird nicht mehr sensitiv beleuchtet, da man davon ausgeht, dass neuere Studien diese „ablösen“.
3. Rhetorisches Abgrenzungsbedürfnis - Das S-R- Modell wird als leicht zu widerlegendes Gegenargument zu eigenen Ansätzen benutzt.

Positiv formuliert könnte man auch sagen, dass das S-R-Modell ein leicht zu verstehendes Bild vermittelt, auf dessen Basis weiterführende Theorien veranschaulicht werden können. Diese Arbeit soll die Zusammenhänge und Weiterführungen aufzeigen und so versuchen, einen Beitrag zu Verständnis und Wertschätzung dieser Klassikerstudie zu leisten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Stimulus – Response – Modell und die Weiterentwicklungen

2.1 Ansätze in direkter Tradition des S-R-Modells

2.1.1 Das Kontaktmodell

2.1.2 Die Yale – Studien

2.1.3 Die Agenda –Setting – Hypothese

2.1.4 Gewaltforschung

2.1.5 Kultivierung

2.2 Ansätze auf Basis des selektiven Verhaltens von Rezipienten

2.2.1 Kognitive Dissonanz / Selective Exposure

2.2.2 These der Wirkungslosigkeit / Verstärkerthese

2.2.3 “Uses & Gratifications – Approach” / Mood Management

2.3 Ansätze auf Basis der Effekte reflexiver Struktur

2.3.1 Two – Step – Flow / Multi – Step – Flow

2.3.2 Personal Influence

2.3.3 Die empirische Diffusionsforschung

2.3.4 Knowledge – Gap

2.3.5 Die Schweigespirale

2.4 Mischformen

2.4.1 Der dynamisch – transaktionale Ansatz

2.4.2 Modell von Riley & Riley

2.4.3 Feldschema der Massenkommunikation nach Maletzke

2.5 Einschränkungen

3 Überblick und Zusammenhänge

4 Fazit / Ausblick

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung und die Weiterentwicklungen des Stimulus-Response-Modells innerhalb der Kommunikationswissenschaft, mit dem Ziel, dessen theoretische Basis sowie die nachfolgenden komplexeren Wirkungsmodelle systematisch aufzuzeigen und einzuordnen.

  • Klassische Medientheorien und deren Weiterentwicklung.
  • Die Rolle des Rezipienten zwischen passiver Aufnahme und aktiver Selektion.
  • Interpersonelle Einflüsse und reflexive Strukturen in der Gesellschaft.
  • Differenzierung von Wirkungsansätzen und Nutzenansätzen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Kognitive Dissonanz / Selective Exposure

Konsistenztheoretische Ansätze wie dieser gehen davon aus, dass der Mensch dazu tendiert, zwischen seinen Kognitionen ein Gleichgewicht, eine Harmonie herzustellen und zu bewahren. Durch Widersprüche, kulturelle Bräuche, neue Meinungen, Erfahrungen, Informationen usw. kann diese Harmonie gestört werden, es entsteht „kognitive Dissonanz“. Leon Festinger hat sich eingehend mit diesem Phänomen beschäftigt und kommt zu folgenden Ergebnissen:

1. Es kann zwischen kognitiven Elementen Dissonanz oder „nicht passende“ Beziehungen geben.

2. Die Existenz von Dissonanz erzeugt einen Druck zur Reduktion der Dissonanz und zur Vermeidung der Dissonanzzunahme.

3. Die Wirkungsweise dieses Drucks manifestiert sich in Verhaltensänderung, Änderung von Kognitionen und der Vorsicht bei der Konfrontierung mit neuen Informationen und neuen Meinungen (vgl. Festinger 1978: S.42).

Beim Individuum sind zur Dissonanzvermeidung folgende Strategien zu beobachten:

1. Selective Exposure – der Rezipient sucht sich präkommunikativ Information aus, die mit seinen Kognitionen harmonieren.

2. Selective Perception – während der Kommunikation wird die Information im Sinne der eigenen Kognitionen interpretiert.

3. Selective Retention – der Rezipient erinnert sich postkommunikativ vor allem an die Inhalte, die seinen Kognitionen entsprechen (vgl. Burkart 2002: S. 206 ff.)

An dieser Stelle wird erstmalig der Rezipient nicht als den Medien ausgesetztes „Ziel“, das „beschossen“ wird angesehen, wie im S-R-Modell sondern als aktiver Teilnehmer im Kommunikationsprozess. Die Wirkung der Medien ist abhängig vom Denken und Handeln des Rezipienten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz des Stimulus-Response-Modells ein und erläutert, warum es trotz wissenschaftlicher Kritik als Basismodell der Wirkungsforschung weiterbesteht.

2 Das Stimulus – Response – Modell und die Weiterentwicklungen: Das Kapitel kategorisiert verschiedene theoretische Ansätze, die entweder in direkter Tradition stehen, selektives Rezipientenverhalten betonen, reflexive gesellschaftliche Strukturen untersuchen oder Mischformen darstellen.

3 Überblick und Zusammenhänge: In diesem Kapitel werden die behandelten Theorien in einer übersichtlichen grafischen Darstellung in Bezug zum klassischen S-R-Ansatz gesetzt.

4 Fazit / Ausblick: Das Fazit reflektiert den Nutzen einfacher Modelle in der angewandten Forschung und betont die Notwendigkeit, Pionierstudien trotz ihrer Grenzen als essenzielles Fundament zu wahren.

Schlüsselwörter

Stimulus-Response-Modell, Medienwirkung, Wirkungsforschung, Kommunikation, Rezipient, Selektion, Kognitive Dissonanz, Agenda-Setting, Diffusionsforschung, Schweigespirale, Massenkommunikation, Uses-and-Gratifications-Ansatz, Mediennutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den theoretischen Grundlagen der kommunikationswissenschaftlichen Wirkungsforschung, ausgehend vom klassischen Stimulus-Response-Modell bis hin zu komplexen, transaktionalen Ansätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die direkte Medienwirkung, das selektive Verhalten der Rezipienten, der Einfluss interpersoneller Kommunikation sowie die Rolle gesellschaftlicher Strukturen bei der Informationsverarbeitung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Zusammenhänge und die Weiterentwicklung der klassischen Wirkungsmodelle aufzuzeigen und ein besseres Verständnis sowie eine stärkere Wertschätzung für diese Pionierstudien der Medienforschung zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ansätzen der Kommunikationswissenschaft systematisch aufbereitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert die Theorien in vier Kategorien: Ansätze in direkter S-R-Tradition, Konzepte basierend auf selektivem Rezipientenverhalten, Theorien reflexiver Strukturen und moderne Mischformen wie der dynamisch-transaktionale Ansatz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienwirkung, Stimulus-Response-Modell, Rezipient, Selektion, Kognitive Dissonanz, Agenda-Setting, Diffusionsforschung und Schweigespirale definiert.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise auf den Rezipienten im Vergleich zum klassischen S-R-Modell?

Während der Rezipient im klassischen S-R-Modell als passive "Black Box" betrachtet wurde, wird er in den neueren Ansätzen als aktiver Teilnehmer am Kommunikationsprozess gesehen, der Informationen bewusst selektiert und interpretiert.

Welche Bedeutung hat das "Feldschema" nach Maletzke für die moderne Wirkungsforschung?

Maletzkes Feldschema gilt als ein hoch ausdifferenzierter Ansatz, der die Interdependenzen zwischen Kommunikator, Medium, Aussage und Rezipient veranschaulicht und damit die Grenzen einfacher kausaler Ursache-Wirkungs-Modelle aufzeigt.

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Details

Title
Das Stimulus-Response-Modell - Sinn und Weiterentwicklungen
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Course
Proseminar I: Theorien und Modelle der Kommunikationswissenschaft
Grade
1,3
Author
Marcus Breisinger (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V13717
ISBN (eBook)
9783638192903
ISBN (Book)
9783638643115
Language
German
Tags
Stimulus-Response-Modell Sinn Weiterentwicklungen Proseminar Theorien Modelle Kommunikationswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Breisinger (Author), 2003, Das Stimulus-Response-Modell - Sinn und Weiterentwicklungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13717
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