Während einige Gelehrte nach wie vor auf McCarthys 4P setzen, sind andere der Meinung man solle sie komplett verwerfen, da sie nicht mehr zeitgemäß sind. Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass der klassische Marketing-Mix von McCarthy schon einige Jahrzehnte alt ist, aber wie so oft muss man das Thema differenzierter betrachten. In dieser Arbeit sollen die 4Ps genauer beleuchtet und im Hintergrund der Digitalisierung bzw. der zukünftigen Marktentwicklungen bewertet werden. Weiters werden bisherige Alternativen und Erweiterungen des Modells vorgestellt, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben. Am Ende wird analysiert, welche Daseins-Berechtigung die 4Ps heutzutage haben und inwiefern diese überhaupt noch angewendet werden können. Weiters werden einige Anregungen für moderne Marketing-Strategien in unserer zunehmend digitalisierten Welt gegeben. Hierzu wird ebenfalls ein Fall-Beispiel eines noch jungen, modernen und erfolgreichen Unternehmens vorgestellt.
The Walt Disney Company ist einer der größten und bekanntesten Konzerne der Welt bzw. der USA und war im Jahre 2022, mit einem Umsatz von über 82 Milliarden US$ auf Platz 53 der Fortune 500 Liste. Mit dem Aufkauf diverser Filmstudios, hat Disney weitere Meilensteine unternommen, um im digitalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben. In dieser Arbeit wird vor allem die Distributionspolitik der Walt Disney Company im TV-, Video- und Streaming-Markt näher beleuchtet und analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 REFLEXION DES 4P-MODELLS
1.1 EINLEITUNG
1.2 DAS KLASSISCHE 4P-MODELL
1.2.1 Product
1.2.2 Price
1.2.3 Place
1.2.4 Promotion
1.3 ERWEITERUNGEN DES 4P-MODELLS
1.3.1 Die 7Ps
1.3.2 Die 4Cs
1.3.3 Das SAVE-Modell
1.4 FAZIT UND REFLEXION
2 CASE STUDY: DISTRIBUTIONSPOLITIK DER WALT DISNEY COMPANY
2.1 EINLEITUNG
2.2 ABSATZKANÄLE UND VERTRIEBSSTRATEGIE IM TV- UND VIDEOMARKT
2.3 DIE WINDOWING-STRATEGIE
2.4 FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Relevanz und Anwendbarkeit des klassischen Marketing-Mix (4P-Modell) in der heutigen digitalen Wirtschaft auseinander. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern das traditionelle Modell noch als Basis dienen kann und welche modernen Erweiterungsmodelle notwendig sind, um eine nachhaltige Kundenbindung durch gezielte Problemlösungen und Mehrwert zu etablieren.
- Reflexion klassischer Marketinginstrumente (Product, Price, Place, Promotion)
- Analyse moderner Modelle zur Ergänzung (7Ps, 4Cs, SAVE-Modell)
- Untersuchung der Distributionspolitik am Beispiel der Walt Disney Company
- Evaluation von Windowing-Strategien im digitalen Medienzeitalter
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Windowing-Strategie
Die Windowing-Strategie ist eine Form von Release-Strategie innerhalb der Film-Industrie, welche die Art und Weise der Veröffentlichung eines Films bestimmt. Dabei geht es vor allem um die Freigabe seitens der Filmstudios an Dritte nach der Spielzeit in den Kinos. Früher wurden neue Filme erst nach einem Zeitraum von ca. 2 bis 3 Jahren für das öffentliche Fernsehen freigegeben. In Zeiten der digitalen Inhalte ist diese Praxis veraltet. Wie auch andere Studios experimentiert Disney von Zeit zu Zeit mit unterschiedlichen Windowing-Optionen, um zu sehen, welche langfristig am meisten Sinn ergeben. Vor allem in außergewöhnlichen Zeiten, wie es auch während der Corona-Pandemie der Fall war, sehen sich die Studios gezwungen andere Herangehensweisen umzusetzen. Normalerweise werden Neuerscheinungen zunächst so lange wie möglich ausschließlich in den Kinos gezeigt. Nachdem die Kinokassen ausreichend gefüllt sind, verdienen die Filmstudios noch eine Zeit lang an diversem Merchandise zu den Filmen (Fan-Artikel, Spielzeug, gebrandete Kleidung, DVDs, Spiele, etc.). Im Falle Disneys kommt dann noch die Tourismus-Branche hinzu, wo der Konzern mit Familien den meisten Profit macht. Kurz gesagt bezeichnet die Windowing-Strategie die zeitlich versetzte bzw. verzögerte Veröffentlichung von Produkten der Film-Industrie, um den maximalen Gewinn aus Produktionen abzuschöpfen. Mit dem Animationsfilm „Frozen“, welcher zu einem der erfolgreichsten Kinofilme überhaupt wurde, schuf sich Disney solche Zeitfenster.
Zusammenfassung der Kapitel
1 REFLEXION DES 4P-MODELLS: Eine grundlegende Analyse des 1960 entwickelten Marketing-Mix und dessen Anpassung durch verschiedene Erweiterungsmodelle (7Ps, 4Cs, SAVE) aufgrund der Digitalisierung.
2 CASE STUDY: DISTRIBUTIONSPOLITIK DER WALT DISNEY COMPANY: Eine detaillierte Untersuchung der Vertriebs- und Release-Strategien von Disney, inklusive der Entwicklung hin zu direkten Streaming-Angeboten und der Anwendung moderner Windowing-Methoden.
Schlüsselwörter
Marketing-Mix, 4P-Modell, SAVE-Modell, Disney, Distributionspolitik, Windowing-Strategie, Digitalisierung, Streaming, Medienindustrie, Kundenorientierung, Direct-to-Consumer, Mehrwert, Online-Handel, Absatzkanäle, Content-Marketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz des traditionellen 4P-Marketing-Modells in einer zunehmend digitalisierten Welt und wie Unternehmen ihre Strategien anpassen müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Reflexion klassischer Marketing-Mix-Instrumente, der Vorstellung moderner Erweiterungen wie dem SAVE-Modell und einer detaillierten Fallstudie zur Distributionsstrategie der Walt Disney Company.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen den klassischen Marketingansatz um zeitgemäße, kundenorientierte Strategien ergänzen können, um in einem dynamischen digitalen Umfeld langfristig erfolgreich zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Auseinandersetzung mit Marketing-Modellen mit einer angewandten Case Study kombiniert, um die theoretischen Aspekte an einem praktischen Beispiel aus der Unterhaltungsindustrie zu validieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung des 4P-Modells und Alternativen werden die Absatzkanäle, Distrubutionsstrategien und speziellen Release-Modelle (Windowing) von Disney analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Kernthemen sind Marketing-Mix, Digitalisierung, Distributionspolitik, Kundenorientierung und die strategische Neuausrichtung von Medienkonzernen wie Disney.
Wie unterscheidet sich das SAVE-Modell vom klassischen 4P-Ansatz?
Das SAVE-Modell fokussiert sich statt auf Produkte auf Lösungen für die Zielgruppe, statt auf den Ort auf einfache Zugänglichkeit, statt auf den Preis auf Wertschöpfung und statt auf Promotion auf Information.
Warum musste Disney seine Windowing-Strategie überdenken?
Durch verändertes Konsumverhalten, den Erfolg von Streaming-Anbietern und den Druck, Inhalte schneller digital verfügbar zu machen, sind starre Zeitfenster zwischen Kino-Premiere und digitaler Veröffentlichung nicht mehr zeitgemäß.
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- Mary Lamb (Author), 2023, Das klassische 4P-Modell im digitalen Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371851