Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

Die Kinderszenen von Robert Schumann, Zyklus oder Sammlung „putziger Dinger“?

Title: Die Kinderszenen von Robert Schumann, Zyklus oder Sammlung „putziger Dinger“?

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lucie Holtmann (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit widmet sich der Entstehung der Kinderszenen und der Fragestellung, ob die Zusammenstellung der 13 Kinderszenen im Gesamtbild einen zyklischen Charakter aufweisen, und woran sich dieser, wenn vorhanden, festmachen ließe.
Vorab möchte ich kurz auf den Kompositionsstil des Robert Schumann und dessen, in unterschiedliche Schaffensperioden eingebettetes kompositorisches Werk eingehen, nicht zuletzt, da es mir dieser Einstieg ermöglicht, die Kinderszenen vor dem Hintergrund des Gesamtkontextes des musikalischen Werks Schumanns zu betrachten.
Um meiner Leitfrage auf dem Grund zu gehen, werde ich mich zunächst mit der Entstehung der Kinderszenen auseinandersetzen, soweit es die Tagebucheinträge Schumanns und der Briefwechsel zwischen Robert und Clara Schumann heute noch ermöglichen und soweit gegenwärtige Sekundärliteratur die genannte Fragestellung aufbereitet.
Im Anschluss wende ich mich dem Terminus Zyklus im musikalischen Sinne zu, ich möchte den Begriff und dessen Qualitätskriterien genauer fokussieren, um anschließend eine Überprüfung vorzunehmen, ob Schumanns Kinderszenen mit den Qualitätskriterien des Zyklusgedankens übereinstimmen. Vor diesem Hintergrund gilt es zu untersuchen, ob auf musikalischer und epischer Ebene ein inhaltlicher Zusammenhang innerhalb der Kinderszenen auszumachen ist. Abschließend arbeite ich exemplarisch anhand einer kleineren Auswahl von Kinderszenen die kompositorischen Gemeinsamkeiten und Auffälligkeiten der einzelnen Stücke heraus und überprüfe, ob sie mit dem Zyklusgedanken vereinbar sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Robert Schumanns besonderer Kompositionsstil und Schwerpunkte seines Schaffens

3 Der junge Komponist Robert Schumann

4 Motivation zur Komposition der Kinderszenen

5 Zyklus oder Sammlung von Albumblättern?

6 Sinnkonstitutive Elemente: Die musikalischen Bezüge der Kinderszenen untereinander und werkübergreifende Bezüge

7 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, ob die 13 Charakterstücke der „Kinderszenen“ von Robert Schumann als geschlossener musikalischer Zyklus oder als lose Sammlung zu betrachten sind. Dabei wird analysiert, inwiefern kompositorische, formale und inhaltliche Verknüpfungen einen zyklischen Charakter begründen.

  • Biografischer Hintergrund und Entstehungsgeschichte der Kinderszenen
  • Analyse des Begriffs „Zyklus“ in der Musik des 19. Jahrhunderts
  • Untersuchung musikalischer Verknüpfungen (Rhythmus, Motivik, Tonarten)
  • Bedeutung der Titelgebung und außermusikalische Einflüsse
  • Auswertung von Tagebucheinträgen und Briefwechseln mit Clara Schumann

Auszug aus dem Buch

Zyklus oder Sammlung von Albumblättern?

Die Tatsache, dass Schumann von 30 Stücken 12 auswählte, um sie als Kinderszenen zu vermarkten, spricht dafür, dass es sich hierbei um eine lose Sammlung von Albumblättern handelt.

Beachtet man jedoch, dass die 12 Stücke, und ein als Epilog funktionierendes 13-tes Stück nicht bloß demselben inhaltlichen Thema, –der Betrachtung der Kindheit– gewidmet sind, sondern auch einen, wenn auch, durch die Tonart des Stückes Fast zu Ernst gebrochenen, symmetrischen Aufbau verfolgen, so liegt die Zuordnung zur Gattung des Zyklus nah. Beispielsweise wird die Tonfolge und Intervallfolge B-A-C-H in mehreren Bildern der Kinderszenen als musikalisches Motiv aufgegriffen und auch sonst gibt es eine starke musikalische Verknüpfung der Szenen untereinander, durch sich wiederholende, Rhythmusmotive oder melodische Motivvariationen und melodische Zitate. Hierauf werde ich im Folgenden näher eingehen.

Nach Hans de Leeuwe wendet sich der Komponist in drei der Szenen in dialogischer Form direkt an ein imaginäres Subjekt, er bezeichnet die Szenen mit epischen Titeln, ganz so, als wolle er jemanden zum aufmerksamen Zuhören auffordern, Von fremden Ländern und Menschen (erste Szene), Träumerei (mittig positionierte, siebte Szene), und Der Dichter spricht (epilogische, 13. Szene). Mithilfe dieses rhetorischen Kunstgriffes gewährleistet Schumann eine direkte Ansprache der Zuhörerschaft, und nimmt zugleich eine Gliederung vor, welche auch dem tonartlich symmetrischen Aufbau folgt.

Aufgrund der konzeptionellen Durchstrukturierung des Opus 15 und seiner so geschaffenen logisch-stringenten Gestalt lässt sich das Werk wohl zweifelsfrei dem Zyklusgedanken zuordnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des zyklischen Charakters der Kinderszenen und der methodischen Vorgehensweise.

2 Robert Schumanns besonderer Kompositionsstil und Schwerpunkte seines Schaffens: Einordnung der Kinderszenen in Schumanns frühes Klavierwerk und Überblick über seine weiteren Schaffensperioden.

3 Der junge Komponist Robert Schumann: Untersuchung des sozialen Hintergrunds, der persönlichen Lebensumstände und der Beziehung zu Clara Wieck während der Entstehungszeit.

4 Motivation zur Komposition der Kinderszenen: Analyse der Entstehungsgeschichte anhand von Tagebuchaufzeichnungen und der Resonanz von Clara Schumann.

5 Zyklus oder Sammlung von Albumblättern?: Kritische Erörterung der Gattungszuordnung unter Berücksichtigung struktureller und musikalischer Kriterien.

6 Sinnkonstitutive Elemente: Die musikalischen Bezüge der Kinderszenen untereinander und werkübergreifende Bezüge: Vertiefende Analyse der musikalischen Konstruktion, Tonartenstrukturen und literarischer Bezüge.

7 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass die Kinderszenen aufgrund ihrer inneren Logik als Zyklus zu betrachten sind.

Schlüsselwörter

Kinderszenen, Robert Schumann, Musikzyklus, Romantik, Charakterstücke, Clara Schumann, Klavierkomposition, Opus 15, Musiktheorie, Formanalyse, E.T.A. Hoffmann, Kreisleriana, Musikgeschichte, Zyklusgedanke, Harmonik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die „Kinderszenen“ Opus 15 von Robert Schumann hinsichtlich ihrer strukturellen Zusammengehörigkeit und klärt, ob sie einen geschlossenen Zyklus bilden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, der biografische Kontext zu Clara Schumann, die formale Analyse der musikalischen Bezüge sowie die Frage nach der Gattungsdefinition.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob die Zusammenstellung der 13 Stücke einen zyklischen Charakter aufweist und welche musikalischen oder inhaltlichen Indizien diese These stützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung kombiniert eine hermeneutische Analyse biographischer Quellen (Briefe, Tagebücher) mit einer musiktheoretischen Werkanalyse von Form und Harmonik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der motivischen Verknüpfung der Stücke, der Bedeutung der Tonartenabfolge und dem Vergleich mit literarischen Einflüssen, insbesondere durch E.T.A. Hoffmann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kinderszenen, Musikzyklus, Schumann, Charakterstücke, Formanalyse, autobiographischer Bezug und zyklische Struktur.

Welche Rolle spielt die „Träumerei“ im Werkzusammenhang?

Das siebte Stück, die „Träumerei“, fungiert als symmetrischer Mittelpunkt und tonartlicher Tiefpunkt, der das Werk in zwei gleichwertige Hälften unterteilt.

Warum wird E.T.A. Hoffmann in der Arbeit erwähnt?

Der Titel „Von fremden Ländern und Menschen“ rekurriert auf Hoffmanns „Kreisleriana“, was Schumanns Absicht verdeutlicht, durch programmatische Titel einen übergeordneten, poetischen Sinnzusammenhang zu stiften.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Die Kinderszenen von Robert Schumann, Zyklus oder Sammlung „putziger Dinger“?
College
Folkwang University of the Arts Essen  (Fachbereich 2)
Course
Seminar: Das Charakterstück im 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Lucie Holtmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V137227
ISBN (eBook)
9783640457892
ISBN (Book)
9783640458035
Language
German
Tags
Kinderszenen Robert Schumann Zyklus Sammlung Dinger“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lucie Holtmann (Author), 2009, Die Kinderszenen von Robert Schumann, Zyklus oder Sammlung „putziger Dinger“?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137227
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint