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Sterbehilfe in Deutschland - Ein philosophisch-bioethischer Ansatz im rechtlichen Kontext

Title: Sterbehilfe in Deutschland - Ein philosophisch-bioethischer Ansatz im rechtlichen Kontext

Examination Thesis , 2009 , 90 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Benedikt Steinhäuser (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Ziel der Untersuchung ist es, den Beitrag der Philosophie (bioethischer Ansatz) zum aktuellen Diskurs in der medialen Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Teilöffentlichkeit zu untersuchen und zu bewerten. Dabei geht es auch um die wichtige Frage nach den Grundlagen der Diskussion überhaupt, d.h. um die Suche nach gemeinsamen Ausgangspositionen in der gesamten Sterbehilfe-Debatte. Hier gilt es in Rechnung zu stellen, dass alle Diskursteilnehmer bestimmte Wertvorstellungen haben, die oft unausgesprochen bleiben und deshalb einen methodisch und sachlich geordneten Diskurs erschweren. Diese Versachlichung (einschließlich einer überprüfbaren heuristischen Strategie!) ist aber unerlässlich, um eine konstruktive Basis für die weiteren Diskussionen zu haben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Das Recht zu sterben – Eine Freiheit der Person?

1.1 Personenbegriff als Notwendigkeit eines bioethischen Diskurses

1.2 Wann ist ein Mensch tot?

1.3 Das Recht zu sterben, die Freiheit zu sterben?

1.4 Zwischenfazit

2. Tun und Unterlassen – Wann handelt der „Helfer“?

2.1 Notwendigkeit einer Differenzierung

2.1.1 Zum Tun

2.1.2 Zum Unterlassen

2.1.3 Zum Versuchen

2.2 Handeln

2.3 Patientenentscheidung und ärztliches Handeln

3. Rechtliche Bedingungen und Einordnungen

3.1 Juristische Terminologien auf ärztlicher Seite

3.2 Juristische Terminologien den Patienten betreffend

3.3 Fazit

4. Sterbehilfe - Hilfe, Begleitung oder Tötung?

4.1 Perspektivische Betrachtung

4.1.1 Zustimmungsebene

4.1.2 Handlungsebene

4.2 Die Patientenverfügung als Patientenwunsch

4.3 Sterbehilfe philosophisch

4.4 Fallbeispiele

4.4.1 Hannelore F.

4.4.2 Künstliche Ernährung

4.4.3 BGH- Beschluss, 17. März 2003

4.4.4 Eluana Englaro

4.4.5 Aktive Sterbehilfe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt einen handlungs- und anwendungsorientierten Ansatz, um bioethische Fragestellungen rund um den Komplex „Sterbehilfe“ zu untersuchen. Ziel ist es, die philosophischen Grundlagen und die rechtliche Einordnung zu analysieren, ohne dabei einseitige normative Wertungen vorzunehmen, sondern vielmehr die Schnittmengen und Kernargumente der aktuellen Diskussion zu erschließen.

  • Grundlagen des Personenbegriffs im bioethischen Diskurs
  • Differenzierung zwischen Tun, Unterlassen und Versuchen bei ärztlichem Handeln
  • Analyse der rechtlichen Situation in Deutschland im Vergleich zu medizinethischen Positionen
  • Bedeutung der Patientenverfügung als Ausdruck von Selbstbestimmung
  • Kritische Würdigung der handlungsorientierten Rechtssprechung anhand konkreter Fallbeispiele

Auszug aus dem Buch

Einleitung – Wovon wir bei Sterbehilfe reden

Auf seiner Internetseite bietet der schweizerische Verein „DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben“ eine Broschüre mit dem Titel „Wie funktioniert DIGNITAS? Auf welcher philosophischen Grundlage beruht die Tätigkeit dieser Organisation?“ an. Diese „Streitschrift“ behandelt neben der Beschreibung von Verfahren und der Kritik von und an „Politikerinnen und Politiker, die auf Grund ihrer engen religiösen weltanschaulichen Grundlage den Suizid innerlich ablehnen[…]“ das Beispiel einer Frau namens Bettina Meierhofer. Sie ist Interessentin der „Freitodbegleitung“ und stammt aus München. Der Bezug zu Deutschland und den deutschen Bestimmungen zur Sterbehilfe zieht sich durch diesen Prospekt, auch in Form eines abgedruckten E-Mail-Kontakts mit Frau Meierhofer. Im zweiten Abschnitt dieser „Streitschrift“ wird die „Philosophisch-politische Grundlage der Tätigkeit von DIGNITAS“ vorgestellt und erläutert. Die Erörterung bietet den Interessenten von DIGNITAS insofern eine Argumentationshilfe, als hier einerseits die verfassungspolitischen und juristischen Vorgaben im Rechtssystem der Schweiz präsentiert und kommentiert werden. Andererseits operiert das Institut DIGNITAS („Würde“ von dem lateinischen Lexem <dignitas>) auf der philosophisch-ethischen Ebene, indem Schlüsselbegriffen wie Menschlichkeit, Solidarität, Pluralität, Respekt und demokratische Entscheidungsfreiheit vorgestellt und diskutiert werden. Bezeichnenderweise schließt dieser philosophische Teil mit dem Kapitel „Der Bürger ist nicht Objekt des Staates“ gleichsam programmatisch.

Dieses Beispiel von DIGNITAS zeigt, wie es möglich ist, aus einer vergleichsweise defensiven und konservativen Position heraus eine Argumentationstopik zu entwickeln, um das Konzept der Sterbehilfe zu legitimieren und auf mehreren Ebenen – nämlich rechtlich, verfassungspolitisch, ethisch und nicht zuletzt wirtschaftlich – zu begründen. In der vorliegenden Untersuchung soll zunächst auf kritische Bewertung eines solchen Konzepts verzichtet werden. Das Erkenntnis leitende Interesse meiner Untersuchung gilt nicht der Erschließung und Begründung von Normen. Im Zentrum der folgenden Ausführungen steht das Interesse an anwendungsorientierten und bioethischen Fragestellungen im Zusammenhang des komplexen Themas „Sterbehilfe“. Prägnant formuliert: Die vorliegende Untersuchung verfolgt einen handlungs- und anwendungsorientierten Ansatz im Sinne eines bioethischen Modells.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Recht zu sterben – Eine Freiheit der Person?: Dieses Kapitel untersucht die ethischen und biologischen Grundlagen des Lebens und Sterbens, insbesondere die Frage, ob aus dem Recht zu leben ein Recht zu sterben abgeleitet werden kann.

2. Tun und Unterlassen – Wann handelt der „Helfer“?: Es wird analysiert, wie ärztliches Handeln in der Sterbehilfe begrifflich zwischen Tun, Unterlassen und Versuchen unterschieden werden kann und welche Rolle die Intention dabei spielt.

3. Rechtliche Bedingungen und Einordnungen: Dieses Kapitel betrachtet die deutsche Rechtslage, insbesondere im Kontext von Patientenverfügungen und der Abgrenzung von Tötungsdelikten.

4. Sterbehilfe - Hilfe, Begleitung oder Tötung?: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse auf konkrete Fallbeispiele angewandt, um die Diskrepanz zwischen juristischer Handlungsorientierung und ethischer Patientenautonomie aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Patientenverfügung, Bioethik, ärztliches Handeln, Patientenautonomie, aktive Sterbehilfe, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, Handlungsphilosophie, Strafgesetzbuch, Lebensende, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Kausalität, Intentionalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und ethischen Hintergründe der Sterbehilfe in Deutschland unter Berücksichtigung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen aktivem und passivem Handeln, der Status der Patientenverfügung sowie die Rolle des ärztlichen Handelns im Kontext der Patientenautonomie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine anwendungsorientierte Analyse der Sterbehilfe-Debatte, um eine strukturierte Grundlage für das Verständnis von Patientenwunsch und ärztlicher Verantwortung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein bioethischer, handlungsphilosophischer Ansatz gewählt, der durch eine Analyse juristischer Termini und die Auswertung relevanter Fallbeispiele ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Modi des Handelns (Tun/Unterlassen), den rechtlichen Unsicherheiten bei Sterbehilfemaßnahmen und der kritischen Bewertung konkreter Fälle wie Hannelore F. oder Eluana Englaro.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Patientenautonomie, Intention, juristische Handlungsorientierung, Sterbehilferegelung und Menschenwürde bilden den Kern der Untersuchung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Formen der Sterbehilfe?

Die Arbeit differenziert zwischen freiwilliger, unfreiwilliger und nicht-freiwilliger Sterbehilfe sowie zwischen aktiven, passiven und indirekten Handlungsweisen, um deren rechtliche und ethische Komplexität zu beleuchten.

Welche Rolle spielen Fallbeispiele wie Eluana Englaro in der Argumentation?

Sie dienen dazu, die abstrakten philosophischen Kriterien an der Realität zu prüfen und die Problematik aufzuzeigen, wie ein Betreuer oder Arzt im Sinne eines nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten handeln kann.

Warum wird die Patientenverfügung als wichtig erachtet?

Sie wird als Instrument zur Verlängerung der Selbstbestimmung gewertet, die es ermöglicht, auch bei Verlust der Autonomie den zuvor artikulierten Willen der Person zu wahren.

Können Ärzte nach dieser Arbeit Sterbehilfe leisten?

Die Arbeit zeigt, dass die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland den Arzt in eine schwierige Lage bringt, da sie stark handlungsorientiert ist und die Patientenintention oft nur zweitrangig behandelt; sie plädiert für mehr Rechtssicherheit durch neue Regelungen.

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Details

Title
Sterbehilfe in Deutschland - Ein philosophisch-bioethischer Ansatz im rechtlichen Kontext
College
University of Cologne  (Philosophisches Seminar)
Grade
2,7
Author
Benedikt Steinhäuser (Author)
Publication Year
2009
Pages
90
Catalog Number
V137239
ISBN (eBook)
9783640445158
ISBN (Book)
9783640445462
Language
German
Tags
Sterbehilfe Euthanasie Bioethik Recht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benedikt Steinhäuser (Author), 2009, Sterbehilfe in Deutschland - Ein philosophisch-bioethischer Ansatz im rechtlichen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137239
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