Symboldidaktik ist eines der wichtigsten Themen der Religionspädagogik. Es ist schwer jemandem etwas über Symbole und Symboldidaktik zu erklären oder im Religionsunterricht (i. F. RU) beizubringen, ohne selber wirklich Ahnung davon zu haben, ohne sich intensiv mit den Dingen auseinander gesetzt zu haben. Aus diesem Grunde steht zu Beginn dieser Arbeit ein Versuch die zentrale Begriffe „Symbol“ – in dem Zu-sammenhang bleibt es nicht aus auch über die „Zeichen“ zu sprechen – und „Symboldidaktik genauer zu erläutern. Es geht vor allem darum darzustellen, was das Wesentlich ist und wie der Umgang mit Symbolen praktisch verwirklicht werden kann. Im Folgenden Verlauf der Arbeit werden zwei wichtige Vertreter der Symboldidaktik – Halbfas, Biehl – und Teile ihrer Modelle veranschaulicht. Bei der Darstellung werden die wichtigsten Vertreter der katholischen, wie auch der evangelischen Kirche, in Betracht gezogen. Eine mögliche Umsetzung innerhalb des RU bildet den Abschluss dieser Arbeit. Bei der Konzeption einer konkreten Unterrichtsstunde muss man in der heutigen Zeit zunehmend die außerschulischen Faktoren mit einbeziehen. Die Schule sollte nicht der einzige Ort sein, an dem die Symboldidaktik ausgeübt wird und dennoch bilden Firmkurse, Gruppenstunden oder ähnliches nur einen kleinen Randteil dieser Arbeit. Sie werden allerdings nicht völlig außer Acht gelassen, sondern spielen immer mal wieder mit hinein.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 Was ist ein Symbol?
1.2 Was ist Symboldidaktik?
1.3 Der Symbolbegriff nach Tillich
2. ZWEI VERTRETER DER SYMBOLDIDAKTIK
2.1 Halbfas – der wichtigste katholische Vertreter
2.2 Methoden innerhalb der Symboldidaktik bei Peter Biehl
3. VERSUCH EINER UNTERRICHTSSKIZZE – THEMA: GOTTESVORSTELLUNG/ JAHRGANGSSTUFE 13.1
3.1 Voraussetzungen und Einbettung der Unterrichtseinheit (UE)
3.2 Stundenablauf
3.3 Begründung und Ziel der Stunde
3.4 Materialien
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das religionspädagogische Konzept der Symboldidaktik theoretisch zu fundieren und durch eine praktische Unterrichtsskizze für die gymnasiale Oberstufe anwendbar zu machen. Dabei wird untersucht, wie Symbole als Brücke zwischen religiöser Tradition und der persönlichen Lebenswelt von Schülern fungieren können.
- Grundlagendefinition von Symbol und Symboldidaktik
- Vergleich der symboldidaktischen Ansätze von Hubertus Halbfas und Peter Biehl
- Tillichs Beitrag zum theologischen Verständnis von Symbolen
- Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Gottesvorstellung
- Einsatz literarischer Texte und Meditation als methodisches Werkzeug
Auszug aus dem Buch
1.1 Was ist ein Symbol?
Bevor es dazu kommt die eigentliche Symboldidaktik näher zu erläutern, wird das Wort auseinander genommen. Was man erhält, sind zwei weitere Nomen, die es nun heißt genauer zu beschreiben. In Symbol-Didaktik versteckt sich zum einen das Wort „Symbol“ und zum anderen das Wort „Didaktik“.
Beginnen wir mit der Bedeutung des Wortes Symbol. Das uns bekannte Wort Symbol stammt von dem griechischen Wort sýmbolon (‚sýmbolon’), welches abgeleitet ist von dem Verb symballo (‚symballo’). Wortwörtlich übersetzt bedeutet es ‚zusammenfügen’, oder eben substantiviert ‚das Zusammengefügte’. In früheren Tagen wurde ein solches ‚symbolon’ dazu genutzt Vertragspartner wieder zu erkennen oder Freunde wieder zu finden. Dies geschah, indem eine Tontafel, oder ein Knochen entzweit wurde und jeder (Vertrags-) Partner eine Hälfte erhielt. Kamen diese beiden Hälften wieder zusammen, so wusste jeder, dass deren Inhaber die rechtmäßigen Besitzer sind. So entstand denn auch die Bezeichnung des Vertrags, oder der Zeichen.
Die Hälften der Tontafel galten damals schon als äußeres Zeichen für eine Vereinbarung, einen Vertrag oder ein Abkommen; sie sind Symbole für einen Sachverhalt. Während eine solche Tontafelhälfte noch einen, im weiteren Sinne, klare Bedeutung trägt – den Abschluss eines Abkommens – ist es bei verschiedenen anderen Symbolen eher so, dass es mehrere Bedeutungen gibt. Ein Zeichen trägt auch nicht nur eine Bedeutung mit sich. Ein Zeichen ist etwas sinnlich wahrnehmbares, was auf etwas anderes hinweist. Das, worauf man durch ein Zeichen – oder aber durch ein Symbol hin gewiesen wird, ist selbst nicht eindeutig zu erkennen. Zum Phänomen der Zeichen und Symbole gehört also auch, dass es eine ganze Reihe nicht absehbarer Erscheinungen gibt, die sich in einer Bild- und einer Sachebene wieder finden. Beispiele für äußere Zeichen, die jemanden auf eine weitere Bedeutung lenken, wären der Rauch, der auf ein Feuer hinweist, oder aber der Ring am Ringfinger, der auch eine verheiratete Person schließen lässt, genauso, wie die weiße Taube, die für Frieden steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz der Symboldidaktik in der Religionspädagogik ein und umreißt die Struktur der Arbeit, die theoretische Grundlagen sowie praktische Anwendungen umfasst.
2. ZWEI VERTRETER DER SYMBOLDIDAKTIK: Dieses Kapitel stellt die Ansätze von Hubertus Halbfas und Peter Biehl vor, wobei besonders der Fokus auf die anthropologische Grundlage und die didaktische Verknüpfung von Symbolen mit der Lebenswelt der Lernenden liegt.
3. VERSUCH EINER UNTERRICHTSSKIZZE – THEMA: GOTTESVORSTELLUNG/ JAHRGANGSSTUFE 13.1: Der praktische Teil entwirft eine konkrete Unterrichtsreihe für die Oberstufe, in der Schüler anhand von Rilke-Gedichten ihre eigenen Gottesvorstellungen reflektieren.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die methodische Umsetzung, wobei die Bedeutung der Symboldidaktik für die Identitätsfindung der Jugendlichen unterstrichen wird.
Schlüsselwörter
Symboldidaktik, Religionspädagogik, Symbol, Zeichen, Hubertus Halbfas, Peter Biehl, Paul Tillich, Gottesvorstellung, Unterrichtsskizze, Metapher, Meditation, Rainer Maria Rilke, Lebenswelt, Schülerschaft, Symbolverständnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Symboldidaktik im Religionsunterricht als Möglichkeit, Schülern den Zugang zu religiösen Inhalten durch Symbole und deren Deutung zu erleichtern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die theoretischen Begriffsbestimmungen von Symbol und Didaktik sowie deren praktische Anwendung im schulischen Kontext unter Berücksichtigung verschiedener theologischer Strömungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Symbole eine Brücke zwischen der christlichen Tradition und den persönlichen Erfahrungen und Ängsten von Schülern schlagen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen Vertreter (Halbfas, Biehl, Tillich) und einer exemplifizierten Unterrichtsplanung als praxisorientierte Anwendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Symbolbegriffe von Tillich, Halbfas und Biehl sowie eine detaillierte Unterrichtsskizze zur Gottesvorstellung für die Jahrgangsstufe 13.1.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff der Symboldidaktik prägen Begriffe wie Symbol, Metapher, Erfahrungswelt und Gottesbild die inhaltliche Ausrichtung.
Warum spielt Rainer Maria Rilke in der Unterrichtsskizze eine zentrale Rolle?
Rilkes Gedicht „Du sanftestes Gesetz“ dient als poetischer Impuls, der durch seine bildhafte Sprache den Schülern ermöglicht, eigene, instinktive Zugänge zu ihrem Gottesbild zu formulieren.
Was unterscheidet bei Tillich das „Zeichen“ vom „Symbol“?
Tillich betont, dass Zeichen willkürlich austauschbar sind, während ein Symbol eine reale Verbindung mit dem eingegangen ist, was es symbolisiert, und somit „partizipiert“.
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- Andrea Höltke (Author), 2008, Symboldidaktik in Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137257