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Wie ist Aristoteles Mesoteslehre aufgebaut und wie überzeugend ist sie?

Möglichkeiten und Probleme der Tugend als Mitte

Title: Wie ist Aristoteles Mesoteslehre aufgebaut und wie überzeugend ist sie?

Term Paper , 2023 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: David Bautz (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Das Hauptziel dieser Hausarbeit ist, die Frage „Wie ist Aristoteles Mesoteslehre aufgebaut und wie überzeugend ist sie?“ zu beantworten.

Die von Aristoteles verfasste "Nikomachische Ethik" ist ein Werk, welches den/die Leser*in dazu anleiten soll, ein gutes Leben zu führen. Unser Handeln und Vorhaben orientiert sich stets an Zielen, wobei diese in ihrer Rangordnung unterschiedlich sind. An der Spitze dieser Ordnung steht das Glück, auch bekannt als "eudaimonia". Auf dieser Grundlage kommt Aristoteles zum Ende des ersten Buches der Nikomachischen Ethik zu folgendem Ergebnis: Man kann über das Glück sagen, dass es durch
„Tätigkeiten im Sinne der Gutheit“ zu erreichen ist. Die Gutheit sei für ihn mit der Tugend (aretḗ) gleichzusetzen. Unsere Tugenden erhalten wir erst durch das tugendhafte Handeln. Jede Tugend besitzt allerdings eine Form des Übermaßes und des Mangels, sie stellen extreme Formen der Tugenden dar. Beide Fälle wirken sich jedoch negativ auf den Charakter aus. Zum Beispiel wird eine Person mit einem Übermaß an Mut tollkühn, mit einem Mangel an Mut feige. Deshalb soll der Mensch aus sich selbst heraus an die richtige Mitte zwischen den Extremen gelangen um tugendhaft zu handeln. Was diese Mitte ist und wie man sie erreicht, stellt Aristoteles mit der Mesoteslehre in seiner Nikomachischen Ethik dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Darstellung der Mesoteslehre

1.1 Die Gewöhnung an die Tugend und ihre Extreme

1.2 Was ist die Tugendmitte und wie ist sie zu erreichen?

2 Wie überzeugend ist die Mesoteslehre?

2.1 Die Chancen der Mesoteslehre

2.2 Die Probleme der Mesoteslehre

2.3 Beurteilung der Mesoteslehre

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den systematischen Aufbau der Aristotelischen Mesoteslehre in der Nikomachischen Ethik und analysiert kritisch deren Überzeugungskraft sowie Anwendbarkeit als ethischer Leitfaden für ein gutes Leben.

  • Definition und Herleitung der Tugend durch Gewöhnung
  • Unterscheidung zwischen Extremen (Übermaß und Mangel) und der Tugendmitte
  • Analyse der Chancen der Mesoteslehre hinsichtlich der Vereinbarkeit von Moral und Glück
  • Kritische Beleuchtung konzeptioneller Probleme der Mesoteslehre
  • Bewertung der Anwendbarkeit des Modells unter Berücksichtigung moderner Perspektiven

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Gewöhnung an die Tugend und ihre Extreme

Nach Aristoteles befinden sich in der menschlichen Seele Affekte (pathos), Anlagen (dynamis) und Dispositionen (hexis). Mit „pathos“ sind unsere Emotionen gemeint. Wut, Trauer oder Liebe beeinflussen und lenken unser Verhalten, darüber hinaus ist jede Emotion mit Lust oder Unlust verbunden. Affekte, die man gerne, also mit Lust, empfindet, möchte man beibehalten. Verspürt man jedoch Unlust durch eine Emotion, versucht man sie zu beseitigen. Anlagen dagegen beschreiben unsere Fähigkeit, für unsere Gefühle empfänglich zu sein. Unsere Dispositionen beschreiben die Art, wie wir abhängig von unseren Affekten handeln. Verspürt jemand Furcht, besitzt diese Person eine Disposition, wie sie sich in diesem Fall verhält. Beispielsweise könnte dieser Jemand der Furcht nachgehen und sich vor dem gefürchteten Objekt verstecken. Oder die Person besitzt die Disposition, sich der Furcht zu stellen und mutig zu handeln.

Gewissermaßen stellen Dispositionen unsere Charakterzüge dar. Darin sieht Aristoteles auch die Gattung der Tugend. Das tugendhafte Handeln ist eine der Dispositionen, die der Mensch besitzen kann. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie man an die Disposition der Tugend gelangt und welche Art mit tugendhaftem Verhalten gleichgesetzt werden kann.

Wie bereits erwähnt definiert Aristoteles zu Beginn des zweiten Buches die Tugenden als etwas, was nicht angeboren ist - stattdessen erlangen wir sie durch Gewöhnung. Damit stellen Tugenden einen Gegensatz zu unseren angeborenen Fähigkeiten wie dem Sehen oder Hören dar. So ist es uns zu Beginn unseres Lebens bereits möglich, etwas mit unseren Augen wahrzunehmen. Das tugendhafte Handeln dagegen ist nicht von Anfang an ausführbar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Herleitung des Glücks (eudaimonia) und der Definition der Tugend durch die Mesoteslehre.

1 Darstellung der Mesoteslehre: Erläutert die Grundlagen der aristotelischen Ethik, insbesondere die Entstehung von Tugend durch Gewöhnung und das Konzept der Mitte.

1.1 Die Gewöhnung an die Tugend und ihre Extreme: Analysiert, wie durch wiederholte Handlungen Dispositionen geformt werden und warum Extreme als schädlich für den Charakter gelten.

1.2 Was ist die Tugendmitte und wie ist sie zu erreichen?: Erklärt die Relativität der Mitte „in Bezug auf uns“ und die Rolle der Vernunft bei der Bestimmung des angemessenen Maßes.

2 Wie überzeugend ist die Mesoteslehre?: Einleitende Betrachtung der Attraktivität des Konzepts als ethischer Leitfaden.

2.1 Die Chancen der Mesoteslehre: Diskutiert die Vorteile des Modells, insbesondere die Vereinigung von persönlichem Glück und moralischem Handeln.

2.2 Die Probleme der Mesoteslehre: Beleuchtet Schwachstellen wie die unklare Definition des Glücksbegriffs und die Konflikte zwischen Lust und dem tugendhaften Handeln.

2.3 Beurteilung der Mesoteslehre: Synthese der Argumente und Bewertung der Plausibilität sowie der Grenzen der Anwendbarkeit des Modells.

Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Schlussfolgerung zur Bedeutung der Lehre.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Mesoteslehre, Tugend, Tugendmitte, Glück, Eudaimonia, Gewöhnung, Dispositionen, Ethik, Moral, Vernunft, Übermaß, Mangel, Tugendethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Mesoteslehre des Aristoteles als zentralem Bestandteil seiner Tugendethik und untersucht, wie diese als Wegweiser für ein gelingendes Leben dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Aufbau der Tugend durch Gewöhnung, das Verhältnis zwischen Extremen und der richtigen Mitte sowie die kritische Gegenüberstellung von Tugendethik und Glücksbegriff.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Mesoteslehre aufgebaut ist und eine fundierte Antwort auf die Frage nach ihrer Überzeugungskraft zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse der Nikomachischen Ethik und bezieht ergänzende philosophische Sekundärliteratur zur Interpretation und Kritik ein.

Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird Aristoteles' Definition von Tugend als Disposition, die Rolle der Gewöhnung und die praktische Bestimmung der „Mitte in Bezug auf uns“ als Orientierungspunkt erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Aristoteles, Mesoteslehre, Tugendmitte, Eudaimonia, Gewöhnung, Dispositionsbildung und das Zusammenspiel von Moral und individuellem Glück.

Warum ist die Bestimmung der Tugendmitte „in Bezug auf uns“ so komplex?

Weil sie sich nicht auf eine starre mathematische Mitte bezieht, sondern durch die Vernunft je nach Person, Situation und Kontext individuell neu justiert werden muss.

Welcher zentrale Konflikt wird in Bezug auf die „Lust“ identifiziert?

Ein Konflikt entsteht, wenn eine tugendhafte Handlung mit persönlicher Unlust verbunden ist; die Lehre fordert allerdings eine Ausrichtung, bei der moralisches Handeln idealerweise auch als erstrebenswert empfunden wird.

Ist die Mesoteslehre nach Ansicht des Autors universell anwendbar?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Mesoteslehre ein wertvoller Leitfaden ist, jedoch nicht als alleiniger Maßstab für jede Lebenssituation dienen kann, da sie teilweise an normativen Voraussetzungen scheitert.

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Details

Title
Wie ist Aristoteles Mesoteslehre aufgebaut und wie überzeugend ist sie?
Subtitle
Möglichkeiten und Probleme der Tugend als Mitte
College
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Course
Aristoteles: Nikomachische Ethik
Grade
2,0
Author
David Bautz (Author)
Publication Year
2023
Pages
14
Catalog Number
V1372641
ISBN (PDF)
9783346908278
ISBN (Book)
9783346908285
Language
German
Tags
Aristoteles Nikomachische Ethik Mesotes Mesoteslehre Tugend Mitte Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Bautz (Author), 2023, Wie ist Aristoteles Mesoteslehre aufgebaut und wie überzeugend ist sie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1372641
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