Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Ödland Ost - Darstellung der Medienlandschaft der neuen Bundesländer zehn Jahre nach der Vereinigung unter besonderer Berücksichtigung des Zeitungsmarktes

Title: Ödland Ost - Darstellung der Medienlandschaft der neuen Bundesländer zehn Jahre nach der Vereinigung unter besonderer Berücksichtigung des Zeitungsmarktes

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Reuhl (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Andererseits
reflektieren sie die Medienkonzentration des Westens. Ziel der Hausarbeit ist es, die
Entstehung der Marktverhältnisse nach zu vollziehen.
Medien hatten im Sozialismus der DDR eine staatstragende Funktion, sie waren fest
in das politische System integriert. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
(SED) sowie die Regierungsorgane bestimmten nicht nur die Struktur des
Mediensystems, sondern gaben auch die Inhalte vor. Medien waren folglich
keineswegs frei, sondern ein Instrument des Systems. Dies galt bis zur Wende im
Jahr 1989. Die Funktionsweise der Kontrolle sowie die Aufgaben der Medien sind
Gegenstand des ersten Teils der Hausarbeit.
Nach dem Rücktritt Erich Honeckers und der politischen Wende in der DDR erlebte
auch das Mediensystem tief greifende Umwälzungen. Unzählige Neugründungen bei
den Printmedien und die Distanzierung der alten Medien von der Partei verdeutlichen
eine Abkehr vom staatlich kontrollierten System. Der Markt der Printmedien weist die
bemerkenswertesten Veränderungen auf, und genau in diesen Bereich drängen
Verlage aus Westdeutschland bereits vor der Vereinigung. Die Besonderheiten
dieses Zeitabschnitts sind Vorläufer der Geschehnisse nach der Wiedervereinigung
und werden in Teil II dargestellt.
Die massiven Bewegungen der Wende-Zeit und kurz nach der Vereinigung finden
auf dem Markt der Printmedien vergleichsweise schnell ein Ende: Die bedeutendsten
Zeitungen der SED werden von der Treuhandanstalt an westdeutsche Verlage
gegeben und sind bis heute weiterhin dominierend auf dem Zeitungsmarkt. Die
Neugründungen der Wendezeit können der Konkurrenz nicht stand halten und
werden eingestellt. Der Konzentrationsprozess dieser Phase ist gegenwärtig weit
gehend abgeschlossen. Der Zeitungsmarkt weist seit längerem keine größeren
Veränderungen mehr auf. Teil III der Arbeit beinhaltet eine Analyse der derzeitigen
Situation in Ostdeutschland. In allen drei Teilen ist der Blick auf den interessantesten Markt, den der Printmedien
fokussiert. Zudem sind die Daten über den Konsum dieser Medien besser zugänglich
und vergleichbar als die Daten des Rundfunks. Dies bedeutet allerdings keine
Gewichtung gegenüber der Ereignisse im Rundfunk – auch hier hatte die politische
Wende einschneidende Auswirkungen, die in den entsprechenden Abschnitten kurz
heraus gearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Medien in der DDR – Funktion und System

I.1. Funktionen der Medien

I.2. Kontrolle der Medien durch den Staat

I.2.1. Organe

I.2.2. Journalisten

I.2.3. Weitere Aspekte der Kontrolle

I.3. Die Entwicklung des Rundfunks in der DDR

I.3.1. Hörfunk

I.3.2. Fernsehen

II Die Wende der DDR-Medien

II.1. Ausgangslage 1989-1990

II.1.1. Die Presselandschaft DDR in Zahlen

II.1.2. Medienpolitischer Wandel

II.2. Reaktionen des Pressemarktes

II.2.1. „Ostmedien“

II.2.2. „Westmedien“ in der Wendezeit

II.3. Bewegung im Rundfunk

III Von der Vereinigung bis heute

III.1. Das Pressewesen

III.1.1. Die Politik der Treuhandanstalt

III.1.2. Die Politik der Unternehmen

III.1.3. Der Zeitungsmarkt 1999

III.2. Der Rundfunk nach der Vereinigung

III.2.1. Die öffentlich-rechtlichen Sender und die Politik

III.2.2. Die Privaten Sender und die Zuschauer

III.2.3. Fernsehkonsum heute

III.3.3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Wandlungsprozesse der ostdeutschen Medienlandschaft zehn Jahre nach der Wiedervereinigung, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Entwicklung des Zeitungsmarktes unter dem Einfluss von Privatisierung und Medienkonzentration.

  • Strukturanalyse des staatlich gelenkten DDR-Mediensystems
  • Transformation der Presselandschaft während der Wendezeit
  • Einfluss der Treuhandanstalt auf den Zeitungsmarkt
  • Konzentrationsprozesse und die Rolle westdeutscher Verlage
  • Unterschiede im Fernsehverhalten und Rundfunkkonsum zwischen Ost und West

Auszug aus dem Buch

I.2.1. Organe

Die Steuerung der Medien in der DDR erfolgte zentral, durch die dem Zentralkomitee der SED zugehörige Abteilung für Agitation und Propaganda, welche die ideologischen Richtlinien fest legte: „Um dem Leser ein richtiges Bild von der objektiven Wirklichkeit in ihren Zusammenhängen zu vermitteln, wird die Auswahl der zu veröffentlichenden Nachrichten, ihre Plazierung, die Zusammenstellung der einzelnen Fakten innerhalb einer Nachricht sowie die Wortwahl und Überschriftengestaltung parteilich vorgenommen.“ Auf der staatlichen Ebene waren dem Vorsitzenden des Ministerrats ein Presseamt sowie das Staatliche Komitee für Rundfunk untergeordnet. 1968 wird ein Staatliches Komitee für Fernsehen hinzu gefügt. Diese drei Organe bewerkstelligten die Konkretisierung der Ideologie in den jeweiligen Medien.

Sie erließen regelmäßig Leitlinien betreffs des gewünschten Inhalts und des Sprachstils der Medien. Die Kundgebung erfolgte beispielsweise über Pressemitteilungen, für die bei den Redaktionen Bezugszwang galt. Weiterhin fanden wöchentlich Besprechungen mit den Chefredakteuren statt, welche die Instruktionen an die jeweilige Redaktion weiter leiteten. Bei Nicht-Befolgung drohte den Journalisten unter anderem Berufsverbot.

Dem staatlichen Presseamt war weiterhin die Nachrichtenagentur „Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst“ (ADN) unterstellt. Die breit gefächerten Dienste der Agentur wurden von jeder Redaktion bezogen und deckten die gesamte Berichterstattung der DDR ab. ADN selbst bezog die Nachrichten von diversen internationalen Agenturen und filterte und manipulierte die Neuigkeiten im Interesse der Partei.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsrahmen: Den Vergleich der ostdeutschen Medienlandschaft zur Zeit der DDR und ihre Transformation in den zehn Jahren nach der Wiedervereinigung.

I Medien in der DDR – Funktion und System: Dieses Kapitel erläutert die staatstragende Funktion der Medien im Sozialismus, die zentralisierte Kontrolle durch die SED und die ideologische Ausrichtung von Presse und Rundfunk.

II Die Wende der DDR-Medien: Die Analyse beschreibt den Zusammenbruch der staatlichen Medienkontrolle, die Anfänge des Medienpluralismus und die ersten marktwirtschaftlichen Ansätze in einer Phase des Umbruchs.

III Von der Vereinigung bis heute: Das Kapitel untersucht den Verdrängungswettbewerb, die Rolle der Treuhandanstalt bei der Vergabe der ehemaligen SED-Bezirkszeitungen sowie die aktuelle Situation des Rundfunks und der Fernsehnutzung in den neuen Bundesländern.

Schlüsselwörter

DDR-Mediensystem, Medienkonzentration, SED-Bezirkszeitungen, Treuhandanstalt, Pressewesen, Rundfunk, Transformation, Medienpolitik, Zeitungsmarkt, Ostdeutschland, journalistische Kontrolle, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Medienmarkt, Meinungsfreiheit, Konzentrationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Veränderungen der ostdeutschen Medienlandschaft, ausgehend vom totalitären Mediensystem der DDR bis hin zur modernen, stark konzentrierten Medienstruktur in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die staatliche Lenkung der Medien vor 1989, der medienpolitische Wandel in der Wendezeit, die Rolle der Treuhandanstalt beim Verkauf ehemaliger SED-Zeitungen und die ökonomischen Entwicklungen des Rundfunkmarktes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Transformationsprozess nachzuvollziehen und zu klären, warum sich nach der Wiedervereinigung ein hochkonzentrierter Pressemarkt entwickeln konnte, in dem westdeutsche Verlage eine dominierende Stellung einnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und medienhistorische Analyse unter Rückgriff auf Zeitungsstatistiken, Regierungsbeschlüsse, Gutachten sowie Fachliteratur zur Presse- und Rundfunkgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des DDR-Systems, die Umbrüche während der Wende sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme des Zeitungs- und Rundfunksektors nach 1990 inklusive der verschiedenen Beteiligungsstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Medienkonzentration, Transformationsprozess, Treuhandanstalt, SED-Bezirkszeitungen und Medienmarkt Ost definieren.

Warum waren die ehemaligen SED-Bezirkszeitungen für westdeutsche Verlage so attraktiv?

Diese Zeitungen verfügten über eine extrem starke Bindung zu den Lesern in ihren jeweiligen Regionen sowie über eine bestehende Infrastruktur, was den Markteintritt deutlich lukrativer und kostengünstiger machte als die Etablierung neuer, konkurrierender Blätter.

Wie wird das Fernsehverhalten der Ostdeutschen bewertet?

Die Analyse zeigt, dass Ostdeutsche auch nach der Vereinigung eine stärkere Präferenz für private Sender und eine höhere tägliche Sehdauer aufweisen, was unter anderem auf sozioökonomische Faktoren und eine wahrgenommene inhaltliche Distanz der öffentlich-rechtlichen Sender zurückgeführt wird.

Excerpt out of 34 pages  - scroll top

Details

Title
Ödland Ost - Darstellung der Medienlandschaft der neuen Bundesländer zehn Jahre nach der Vereinigung unter besonderer Berücksichtigung des Zeitungsmarktes
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Bilanz des deutschen Vereinigungsprozesses
Grade
1,7
Author
Bettina Reuhl (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V13728
ISBN (eBook)
9783638192996
Language
German
Tags
Darstellung Medienlandschaft Bundesländer Jahre Vereinigung Berücksichtigung Zeitungsmarktes Bilanz Vereinigungsprozesses
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Reuhl (Author), 2001, Ödland Ost - Darstellung der Medienlandschaft der neuen Bundesländer zehn Jahre nach der Vereinigung unter besonderer Berücksichtigung des Zeitungsmarktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13728
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  34  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint