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Gesteuerte Demokratie?

Ausprägungen und Ausmaße des Lobbyismus in Deutschland

Title: Gesteuerte Demokratie?

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sandro Sterneberg (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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Das politische System der Bundesrepublik Deutschland (BRD) ist eine parlamentarische Demokratie. Die parlamentarische Demokratie ist eine Form der repräsentativen Demokratie, d.h. die vom Volk gewählten Vertreter sollen das Volk repräsentieren und für einen gerechten Interessenausgleich sorgen. Die Art und Weise der Vertretung von Interessen in der BRD hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Waren es vor dem Umzug der Politik von Bonn nach Berlin noch die Wirtschaftsverbände, die maßgeblich die politische Entscheidungsfindung beeinflusst haben, sind es zunehmend Unternehmen selbst. Die Unternehmen beeinflussen mit eigenen Vertretern, professionellen Lobbyisten, Public-Relations- und Public-Affairs-Agenturen ferner scheinbar bürgernahen Reforminitiativen die Politik und die Öffentlichkeit. Vielfach wird dabei von einer gesteuerten Demokratie gesprochen, in der wirtschaftliche Eliten die Politik und Öffentlichkeit nicht nur massiv beeinflussen, sondern tonangebend sind, gesellschaftliche Spielräume verengen sowie ihre Macht weiter ausbauen. Zu diesem Thema fand im Juni 2004 ein Kongress in Frankfurt am Main statt, auf dem diese Problematik kritisch diskutiert wurde. Ziel der Arbeits ist es, zu überprüfen, inwiefern die Behauptung, dass die Demokratie in der BRD eine gesteuerte Demokratie ist, der Realität entspricht. Die Erarbeitung des Themas erfolgt über die Erläuterung der Entwicklungen der Interessenpolitik in Europa und Deutschland über die Bestimmung des Begriffs Lobbyismus und dessen Einfluss allgemein sowie in der Hauptstadt Berlin. Am Schluss wird ein Fazit gezogen und Lösungsansätze für einen glaubwürdigeren und transparenteren Lobbyismus vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gesteuerte Demokratie?

2. Entwicklungen der Interessenpolitik in Europa

3. Entwicklungen der Interessenpolitik in der BRD

4. Lobbyismus in Deutschland

4.1 Begriffsbestimmung

4.2. Abgrenzungen

4.3. Ort der Einflussnahme

4.4. Aufgaben und Instrumente

4.5. Gruppen

4.6. Berlin – Hauptstadt des Lobbyismus

5. Fazit und Lösungsansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These einer "gesteuerten Demokratie" in der Bundesrepublik Deutschland, indem sie den zunehmenden Einfluss wirtschaftlicher Eliten auf politische Prozesse und die öffentliche Meinungsbildung analysiert. Das zentrale Ziel ist es, die Mechanismen und Akteure des Lobbyismus kritisch zu beleuchten, um zu prüfen, ob die Demokratie in der BRD tatsächlich von Partikularinteressen gesteuert wird.

  • Historische und strukturelle Entwicklung der Interessenpolitik in Europa und Deutschland
  • Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Lobbyismus gegenüber Korruption und Politikberatung
  • Analyse der Einflussnahme durch verschiedene Akteure, Agenturen und Netzwerke
  • Die Rolle Berlins als Zentrum für professionelle Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit
  • Diskussion über Transparenz, politische Glaubwürdigkeit und Lösungsansätze

Auszug aus dem Buch

4.1. Begriffsbestimmung

Der Lobbyismus wird in der Bundesrepublik Deutschland immer bedeutender und einflussreicher. Doch was steckt dahinter? Um diese Frage zu klären, muss zunächst allgemein der Begriff bestimmt werden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahmen in den Vereinigten Staaten von Amerika in der Vorhalle bzw. der Lobby des berühmten Willard Hotels in Washington D.C. Wirtschaftsvertreter mit Abgeordneten Kontakt auf, um Einfluss auf die Entscheidungen hinsichtlich der Erschließung des Landes und der Konzessionsvergabe für den Eisenbahnbau zu nehmen.

Aufgrund des Ortes der Kontaktaufnahme und im Zusammenhang mit der Entstehung der modernen Politik wurden Interessengruppen, die im Vorfeld der Politik informell auf diese Einfluss nahmen, fortan Lobbyisten genannt.4

Die Tätigkeit des Lobbying lässt sich heutzutage folgendermaßen formulieren: „Lobbying ist die Beeinflussung der Regierung durch bestimmte Methoden, mit dem Ziel, die Anliegen von Interessensgruppen möglichst umfassend bei politischen Entscheidungen durchzusetzen. Lobbying wird von Personen betrieben, die selbst am Entscheidungsprozess nicht beteiligt sind.“ 5

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gesteuerte Demokratie?: Einführung in das Thema und Erläuterung der Forschungsfrage, inwieweit wirtschaftliche Eliten die parlamentarische Demokratie in Deutschland massiv beeinflussen.

2. Entwicklungen der Interessenpolitik in Europa: Analyse des Wandels von einer gemeinwohlorientierten Politik hin zu einer zunehmenden Vertretung individueller Gruppeninteressen unter dem Einfluss von Globalisierung und Lobbyismus.

3. Entwicklungen der Interessenpolitik in der BRD: Darstellung der traditionellen Verbändelandschaft und deren Machtverlust im Zuge neoliberaler Trends und einer zunehmenden Individualisierung der Interessenvertretung.

4. Lobbyismus in Deutschland: Detaillierte Untersuchung der Definition, der Akteure und der Methoden des Lobbying im politischen Entscheidungsprozess.

4.1 Begriffsbestimmung: Historische Herleitung und moderne Definition des Lobbying als Beeinflussung politischer Entscheidungen durch interessengeleitete Personen.

4.2. Abgrenzungen: Differenzierung des Lobbyismus gegenüber Begriffen wie Korruption, Politikberatung, Public Relations und Interessenvertretung.

4.3. Ort der Einflussnahme: Untersuchung des zeitlichen und räumlichen Kontexts, in dem Lobbyarbeit stattfindet, mit Fokus auf die Ministerialbürokratie.

4.4. Aufgaben und Instrumente: Analyse der Arbeitsweise von Lobbyisten, insbesondere des Informationsmanagements und der Kontaktpflege.

4.5. Gruppen: Einteilung der Lobbyisten in fünf Kategorien, von Informierern über Druckmacher bis hin zu Politikern als Lobbyisten (Doppelverdiener).

4.6. Berlin – Hauptstadt des Lobbyismus: Beschreibung der heutigen PR-lastigen politischen Kultur in der Hauptstadt und der engen Verflechtung von Medien und PR.

5. Fazit und Lösungsansätze: Zusammenfassende Bewertung der Gefahren für die Demokratie sowie Vorschläge für mehr Transparenz und ethische Spielregeln.

Schlüsselwörter

Lobbyismus, Gesteuerte Demokratie, Interessenpolitik, Politische Beeinflussung, Public Affairs, Korruption, Interessenvertretung, Ministerialbürokratie, Politische Entscheidungsprozesse, PR-Agenturen, Transparenz, Demokratie, Partikularinteressen, Politische Kommunikation, Neoliberalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Lobbyismus in Deutschland und die Frage, ob durch den Einfluss wirtschaftlicher Eliten eine sogenannte "gesteuerte Demokratie" entstanden ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Interessenvertretung, den Methoden der Einflussnahme in der Ministerialbürokratie und den Rollenbildern verschiedener Lobby-Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu überprüfen, ob die Behauptung, die Demokratie in der BRD sei eine gesteuerte Demokratie, der Realität entspricht, und Wege für mehr Transparenz aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung des Themas auf Basis von Fachliteratur, Studien und politischer Theorie.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Interessenpolitik, die begriffliche Definition des Lobbyismus sowie die detaillierte Klassifizierung der Lobby-Akteure und ihrer Methoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Lobbyismus, Partikularinteressen, politische Einflussnahme und Transparenz.

Warum wird Berlin als "Hauptstadt des Lobbyismus" bezeichnet?

Die Arbeit erläutert, dass Berlin nach dem Regierungsumzug zum zentralen Ort wurde, an dem Lobbyismus und Public-Relations-Strategien aufeinandertreffen und die politische Kommunikation nachhaltig verändern.

Welche Rolle spielen Politiker als "Doppelverdiener"?

Der Autor identifiziert dies als die problematischste Gruppe der Lobbyisten, da durch Nebentätigkeiten und Interessenvermischungen die Unabhängigkeit politischer Mandatsträger gefährdet wird.

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Details

Title
Gesteuerte Demokratie?
Subtitle
Ausprägungen und Ausmaße des Lobbyismus in Deutschland
College
Berlin School of Economics  (Fachbereich 1)
Course
Unternehmen, Betrieb, Arbeit aus historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive
Grade
1,5
Author
Sandro Sterneberg (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V137302
ISBN (eBook)
9783640453771
ISBN (Book)
9783640453528
Language
German
Tags
Lobbyismus Deutschland Bundesrepublik Deutschland Interessensvertretung Interessenskonflikte Wirtschaftselite Partikularinteressen Wirtschaftsverbände Public-Affairs-Agentur Lobbying Korruption Politikberatung Public Relations Parteispenden Public-Relations-Agentur Transparenz Intransparenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandro Sterneberg (Author), 2007, Gesteuerte Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137302
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