Am 18.08.2007 trat das Unternehmenssteuerreformgesetz in Kraft. Bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 11.11.2005 wurden die grundlegenden Zielsetzungen dieser weitreichenden Reform der Unternehmensbesteuerung festgehalten. werden. [...] Bezüglich der Erreichung einer Belastungsneutralität zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften, wurde für Personen-gesellschaften eine Thesaurierungsbegünstigung für nicht entnommene Gewinne (§ 34a EStG) eingeführt. Damit auch kleinere davon nicht profitierende Personengesellschaften entlastet werden, wurde der § 7g EStG grundlegend überarbeitet. Sinn und Zweck, der für nach der Verkündung des Gesetzes (17.08.2007) endende Wirtschaftsjahre gültigen Regelung, ist es daher weiterhin, die steuerliche Begünstigung von Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen zu verbessern. Eine Gegenüberstellung des vorherigen Gesetztestitels (Sonderabschreibungen und Ansparabschreibungen zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe) mit dem geänderten Gesetzestitel (Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe) könnte schlussfolgern lassen, dass lediglich eine triviale Umtitulierung und daher nur marginale Modifikationen vorgenommen wurden. Dies ist gleichwohl eine zu simple Schlussfolgerung. Es wurden vielmehr ein technischer Systemwechsel sowie signifikante Veränderungen der Anspruchs- und Nutzungsvorrausetzungen und der jeweiligen Rechtsfolgen vorgenommen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, die neue Fassung des § 7g EStG mit der alten Fassung detailliert zu vergleichen, um die wesentlichen Veränderungen und Auswirkungen für die betreffenden Unternehmen herauszuarbeiten. Als These wird der Arbeit zugrundegelegt, dass die Änderungen ausnahmslos zu Verbesserungen für alle bisher begünstigten kleinen und mittleren Unternehmen führen. Der Vergleich erfolgt größtenteils analog zur thematischen Reihenfolge der neuen Fassung des § 7g EStG und wird die Aspekte begünstigte Investitionen und Betriebe, weitere Anspruchs- und Nutzungsvoraussetzungen sowie Rechts-folgen, welche anhand eines praktischen Beispiels illustriert werden, behandeln. Am Schluss der Arbeit wird ein Fazit hinsichtlich der wesentlichen Veränderungen und Verbesserungen respektive potentiellen Verschlechterungen gezogen, wie auch eine Überprüfung der zugrundegelegten These vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Überblick – Die Unternehmessteuerreform 2008
2. Einblick – Die Änderung des § 7g EStG
2.1. Begünstigte Investitionen und Betriebe
2.2. Weitere Anspruchs-/ Nutzungsvoraussetzungen
2.3. Rechtsfolgen anhand eines praktischen Beispiels
3. Ausblick – Die Auswirkungen der Änderung des § 7g EStG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die grundlegende Überarbeitung des § 7g EStG im Rahmen der Unternehmenssteuerreform 2008 und untersucht, ob diese Modifikationen tatsächlich eine Verbesserung der steuerlichen Begünstigung für kleine und mittlere Unternehmen darstellen.
- Technischer Systemwechsel bei Investitionsabzugsbeträgen
- Veränderungen bei Anspruchs- und Nutzungsvoraussetzungen
- Illustration der Rechtsfolgen anhand von praktischen Beispielen
- Vergleich zwischen alter und neuer Gesetzesfassung
- Bewertung der Auswirkungen auf Steuerbelastung und Investitionskraft
Auszug aus dem Buch
2.3. Rechtsfolgen anhand eines praktischen Beispiels
Nachdem die weiteren ANV der alten und der neuen Regelung verglichen wurden, folgt nun die Illustration der unterschiedlichen Rechtsfolgen anhand eines fiktiven praktischen Beispiels.
Der bilanzierende Gewerbetreibende G, der ein kleines Umzugsunternehmen betreibt (Wirtschaftsjahr entspricht Kalenderjahr, Betriebsvermögen am 31.12.2009: 200.000 Euro), beabsichtigt zum 01.01.2011 die Anschaffung eines LKW (Nutzungsdauer 4 Jahre) in Höhe von voraussichtlich 100.000 Euro. Er bezweckt damit seinen Fuhrpark zu erweitern, um mehr Aufträge als bisher entgegennehmen zu können und somit seine Wettbewerbssituation zu verbessern. Am 31.12.2009 nimmt er einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40% der prognostizierten Anschaffungskosten in Anspruch (alternativ: Bildung einer Ansparrücklage). Am 01.01.2011 wird der LKW zu den tatsächlichen Anschaffungskosten von 100.000 Euro (Variante A), 120.000 Euro (Variante B) und 80.000 Euro (Variante C) gekauft und geliefert bzw. wird die Investitionsabsicht (Variante D) und die betriebliche Nutzungsabsicht (Variante E) nicht eingehalten.
Das Beispiel ist angelehnt an ein Beispiel von Blumenberg/Benz 2007 sowie zum Teil an ein Beispiel von Sorg 2007, wurde jedoch sehr modifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick – Die Unternehmessteuerreform 2008: Dieses Kapitel erläutert die Hintergründe der Unternehmenssteuerreform 2008 und die Zielsetzung der Überarbeitung des § 7g EStG zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen.
2. Einblick – Die Änderung des § 7g EStG: Dieser Teil analysiert detailliert den Systemwechsel von Ansparrücklagen zu Investitionsabzugsbeträgen sowie die geänderten Voraussetzungen und Rechtsfolgen.
3. Ausblick – Die Auswirkungen der Änderung des § 7g EStG: Das Fazit bewertet die Auswirkungen der Neuregelung und diskutiert, ob die ursprüngliche These der ausnahmslosen Verbesserung für betroffene Unternehmen aufrechterhalten werden kann.
Schlüsselwörter
§ 7g EStG, Unternehmenssteuerreform 2008, Investitionsabzugsbetrag, Ansparrücklage, Sonderabschreibungen, Anschaffungskosten, kleine und mittlere Unternehmen, steuerliche Begünstigung, Systemwechsel, Steuerstundung, Rechtsfolgen, Investitionszeitraum, Nutzungsabsicht, Betriebsvermögen, Gewinnermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der grundlegenden Reform des § 7g EStG durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der technische Systemwechsel bei der steuerlichen Investitionsförderung, veränderte Anspruchsvoraussetzungen und deren Auswirkungen auf die Steuerlast kleiner und mittlerer Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist der detaillierte Vergleich der alten und neuen Fassung des § 7g EStG, um die tatsächlichen Auswirkungen auf betroffene Unternehmen zu ermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Untersuchung erfolgt primär durch einen rechtsvergleichenden Ansatz, ergänzt durch die mathematische Illustration der Rechtsfolgen anhand eines praktischen Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die neuen Kriterien für begünstigte Investitionen, die geänderten Betriebsgrößenmerkmale und die steuerlichen Konsequenzen in verschiedenen Szenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Investitionsabzugsbetrag, Systemwechsel, § 7g EStG, Sonderabschreibungen und Steuerstundung.
Warum wird im Beispiel zwischen verschiedenen Varianten unterschieden?
Die Varianten A bis E dienen dazu, unterschiedliche Situationen (z.B. Abweichungen der tatsächlichen Kosten von der Prognose oder Nichteinhaltung von Bedingungen) anschaulich zu machen.
Was ist das zentrale Fazit zur Ausgangsthese?
Die These, dass die Änderungen ausnahmslos zu Verbesserungen führen, wird verworfen, da für einige Unternehmen, wie etwa Einnahmen-Überschuss-Rechner durch Gewinnobergrenzen, Verschlechterungen entstanden sind.
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- Sandro Sterneberg (Author), 2009, Unternehmenssteuerreform 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137332