Handlungsmöglichkeiten kommunaler Familienpolitik

Am Beispiel familienfördernder Maßnahmen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Bevölkerungsentwicklung in Gelsenkirchen

3. Familienstrukturen in Gelsenkirchen
3.1 Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf

4. Kommunale Familienpolitik: Wirksame Umsetzung politischer Ziele vor Ort zum Schutz und Wohl der Familie
4.1 Handlungsfelder Kommunaler Familienpolitik
4.2 Familie als wichtiger Motor kommunaler Entwicklung

5. Gelsenkirchen: Praktische Beispiele der Familienpolitik
5.1 Konzept der Familienförderung / Familienbildung
5.1.1 Hausbesuche bei Erstgeborenen
5.1.2 Gelsenkirchener Elternschule
5.1.3 Offene Eltern-Baby/Kind-Treffs
5.1.4 Hilfe für Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf
5.2. Das Gelsenkirchener Bündnis für Familie
5.3 Vereinbarkeit von Beruf und Familie

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bevölkerungsstruktur in Deutschland finden sich auch im Erscheinungsbild der Familie wieder. Neben dem Rückgang der Geburtenrate kommt es zur Erosion traditioneller Familienformen und so steigt die Anzahl unverheirateter Paare mit Kindern sowie der Anteil an Familien mit alleinerziehenden Müttern und Vätern.

Nach dem Grundgesetz sind Bund, Länder und Gemeinden dazu verpflichtet, Ehe und Familie unter besonderen Schutz zu stellen. Ferner sind Familien in ihren Funktionen für Kommunen auch bedeutende Leistungsträger. So erfüllen sie durch tägliche Konsumentscheidungen eine wichtige wirtschaftliche Funktion, tragen zum Erhalt des Humanvermögens bei, bieten eine unerlässliche Sozialisationsfunktion und vermitteln dadurch den kommenden Generationen die Fähigkeit eines solidarischen Lebens innerhalb der Gesellschaft. Die Familie ist demzufolge ein essenzieller Motor für die Kommune und benötigt gerade bei erodierenden Bevölkerungszahlen besondere Unterstützung. Anders als Bund und Länder erleben Kommunen Familien vor Ort und können dort gezielt auf Probleme reagieren.

Daher beschäftigt sich die vorliegende Forschungsarbeit mit der Frage, wie sich der Handlungsspielraum für eine Kommune auf familienpolitischer Ebene gestaltet. Welche Pflichten und Möglichkeiten hat sie, um gezielte Unterstützung für Familien zu leisten, und welche sind dabei besonders effektiv? Als Beispielkommune dient dafür die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen, die im landesweiten Vergleich innerhalb Nordrhein-Westfalens besonders stark von den Auswirkungen des demographischen Wandels betroffen ist und in diesem Zusammenhang seit 2005 verschiedene familienfördernde Projekte und Maßnahmen begonnen hat.

Zu Beginn wird auf die Bevölkerungsentwicklung in Gelsenkirchen seit 1976 eingegangen. Mit den dabei verwendeten Daten des statistischen Informationssystems Nordrhein-Westfalens soll ein Überblick über die Veränderung der Bevölkerungsstruktur Gelsenkirchens in den letzten 30 Jahren geschaffen werden. Im Weiteren scheint es ebenso sinnvoll speziell auf die aktuellen Familienstrukturen in Gelsenkirchen hinzuweisen. Die in diesem Kapitel verwendeten Daten beziehen sich ausschließlich auf den Familienbericht Gelsenkirchen 2006, welcher im Rahmen eines Modellprojekts des Landes Nordrhein-Westfalen vom Zentrum für Interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum erhoben wurde. Hierdurch soll ein Einblick über die aktuelle Entwicklung der Bevölkerungs- und Familienstruktur Gelsenkirchens geliefert werden. Danach wird der eigentlichen Frage nachgegangen, was kommunale Familienpolitik bedeutet, welche Notwendigkeit eine gezielte Familienpolitik darstellt und welchen politischen Spielraum Kommunen dabei besitzen. Abschließend folgt eine Betrachtung der Kommune Gelsenkirchen. Anhand von verschiedenen Beispielen soll verdeutlicht werden, welche familienfördernden Maßnahmen die Stadt umgesetzt hat, um gegen die Auswirkungen des demographischen Wandels vorzugehen.

2. Bevölkerungsentwicklung in Gelsenkirchen

Betroffen von der demographischen Entwicklung sind Gemeinden, Städte und Kreise in ganz Deutschland. Dies bedeutet zugleich eine gesellschaftliche wie auch wirtschaftliche Veränderung des Landes. „Die Pluralität von Lebensstilen, Individualisierungstendenzen, die wachsende Anzahl (junger und alter) Alleinlebender und die infolge von Arbeitslosigkeit zunehmende Armut führen zu einer Auflösung traditioneller Strukturen“ (Schmidt/Starmann Große 2006: 8). Die Auswirkungen gestalten sich hierbei jedoch höchst unterschiedlich, so sind manche Regionen stärker vom demographischen Wandel betroffen als andere. Vorreiter sind vor allem strukturschwache Regionen, zu denen auch das Ruhrgebiet zählt. Eine besondere Rolle spielt hier vor allem die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen. In dem nun folgenden Überblick über die demographische Entwicklung der Stadt soll kurz auf die Veränderung der Bevölkerungsstruktur seit 1976 eingegangen werden. Damit soll deutlich gemacht werden, welchen Herausforderungen Kommunen vor allem auf familienpolitischer Ebene gegenüberstehen.

Wie in Abbildung 1 deutlich zu erkennen ist, leidet Gelsenkirchen in den letzten Jahren an einem hohen Bevölkerungsschwund. Zwar kam es zwischen 1987 und 1992 zu einem leichten Zuwachs, dennoch reduzierte sich die Zahl von 317980 Einwohnern im Jahr 1976 auf 266772 Einwohner 2006. Dies bedeutet für die Stadt einen Rückgang von 16,01 % in rund 30 Jahren.

Abb. 1: Bevölkerungsentwicklung Gelsenkirchens von 1976 bis 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquelle: Landesdatenbank NRW

Vergleicht man diese Daten nun mit der Bevölkerungsentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen (Abb. 2), ist ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist die Einwohnerzahl in Gelsenkirchen zwischen 1976 und 1986 kontinuierlich gesunken.

Abb. 2: Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zu NRW von 1976 bis 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Index: 1976 = 100 Datenquelle: Landesdatenbank NRW

Zwar verringerte sich auch auf der Landesebene die Bevölkerungszahl bis 1986 geringfügig um 2,34 %, jedoch erreichte sie bereits 1989 wieder ihr ursprüngliches Niveau und stieg in den kommenden Jahren konstant an. Erst im Jahr 2006 sind die Zahlen auch auf Landesebene wieder leicht rückläufig. Insgesamt verbuchte das Land, und somit ganz im Gegensatz zu der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen, innerhalb von 30 Jahren einen Bevölkerungszuwachs von 5,6 %.

Der landesweite Vergleich zeigt deutlich, dass der demographische Wandel in Gelsenkirchen besonders stark zu spüren ist. Betroffen von der Entwicklung ist jedoch nicht nur die Bevölkerungsdichte einer Region. “So nimmt der Anteil der Älteren in den Kommunen zu, der Anteil der Kinder sinkt und zugleich wachsen viele Kinder in sozial schwierigen Verhältnissen auf“ (Meier/Esche 2006: 6).

Betrachtet man die Daten aus Abbildung 3, ist eine weitere Veränderung in der Gesellschaftstruktur deutlich zu erkennen. Im Jahr 1976 lag die Quote der unter 18 Jährigen noch bei 23,15 %, bis 1992 schrumpfte der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung von Gelsenkirchen bereits auf 18 %.

Abb. 3: Bevölkerungsanteil in Gelsenkirchen nach Alter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquelle: Landesdatenbank NRW

Angaben in %

Obwohl der Wert aus dem Jahr 1992 identisch ist mit dem von 2006, gab es einen deutlichen Wandel in den übrigen Altersgruppen. So zählten 2006 bereits über 21 % zu den über 65 Jährigen, dies bedeutet einen Zuwachs der genannten Altersgruppe von über 3,34 % gegenüber 1992 und 5,67 % im Vergleich zu 1976. Die mittlere Altersgruppe der 18 bis unter 65 hat sich in den letzten 30 Jahren wieder zu ihrer Ursprungsgroße zurück entwickelt, dafür ist der Anteil von älteren Menschen in Gelsenkirchen merklich gestiegen und der Anteil von Kindern und Jugendlichen deutlich gesunken. Somit ist die Bevölkerung von Gelsenkirchen im Schnitt nicht nur älter geworden, der niedrige Anteil an Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren lässt auch darauf schließen, dass in den vergangenen 30 Jahren die Geburtenrate merklich zurück gegangen ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der zur Veränderung des Bevölkerungsbildes der Beispielkommune beiträgt und hier betrachtet werden soll, ist der Zuwachs an Personen mit Migrationshintergrund. Nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit waren 1976 rund 7,49 % der Einwohner Gelsenkirchens (vgl. Abb. 4). Trotz eines leichten Rückgangs Mitte der 80er Jahre und zu Beginn der Jahrhundertwende stieg der Anteil dieser Personengruppe bis 2006 insgesamt auf 13,68 %. Allerdings sind die Zahlen seit den letzten 3 Jahren wieder leicht rückläufig und den bisher höchsten Wert, mit 14,78 %, verbuchte die Stadt bereits 1996.

Abb. 4: Zuwanderungsentwicklung Gelsenkirchens von 1976 bis 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquelle: Landesdatenbank NRW

Angaben in %

Insgesamt stieg der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass an der Gesamtbevölkerung Gelsenkirchens seit 1976 bis zum Jahr 2006 um 6,19 %. Allerdings reichte auch die Zuwanderung von Personen mit Migrationshintergrund nicht aus, um den Bevölkerungsschwund der Stadt auszugleichen.

Bereits diese kurze Einsicht in die Bevölkerungsentwicklung von Gelsenkirchen zeigt deutlich, welchen Wandel die Stadt in den letzten 30 Jahren erlebt hat. Die Kommune steht dabei verschiedenen Herausforderungen gegenüber und muss auf die demographische Entwicklung gezielt reagieren. So verliert die Stadt durch den Bevölkerungsrückgang nicht nur stetig an potentiellen Steuerzahlern, auch das Familienbild hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Die Anzahl von Kindern und Jugendlichen verringert sich und lässt auf einen Rückgang der Geburtenrate schließen. Dazu treffen auf engstem Raum immer mehr Nationalitäten zusammen. Im Folgenden Kapitel soll daher speziell auf die Entwicklung des Familienbildes der Stadt Gelsenkirchen eingegangen werden.

3. Familienstrukturen in Gelsenkirchen

Die in diesem Kapitel verwendeten Daten beziehen sich ausschließlich auf den Familienbericht Gelsenkirchen 2006, welcher im Rahmen eines Modellprojekts des Landes Nordrhein-Westfalen vom Zentrum für Interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum erhoben wurde. Dabei soll lediglich ein Einblick in die aktuelle Familienstruktur von Gelsenkirchen geschaffen werden, auf eine detailierte Betrachtung der Daten wird aufgrund des Umfangs bewusst verzichtet. Wie bereits einleitend schon erwähnt, kommt es zu einer Erosion des traditionellen Familienbildes und nirgends in Deutschland ist es wie im Durchschnitt. Diese Aussage lässt sich auch auf kleinräumigere Bereiche übertragen und somit zeigt sich auch in den verschiedenen Stadteilen Gelsenkirchens ein differenziertes Bevölkerungs- und Familienbild (vgl. Zefir 2006: 45ff).

In den Stadtteilen Hassel und Neustadt liegt der Jugendquotient[1] mit 36 % in Gelsenkirchen am höchsten und jeder fünfte Bewohner hat das Lebensalter von 18 Jahren noch nicht erreicht. Den niedrigsten Jugendquotienten findet man dagegen in der Altstadt und in Resser Mark, wobei der zuletzt genannte Stadtteil mit 45,7 % einen besonders hohen Altenquotienten[2] und gleichzeitig mit 23,2 % den niedrigsten Anteil an Kindern und Jugendlichen zu verbuchen hat (vgl. Abb. 5). In Scholven, Bismarck und Hassel findet sich ungefähr in jedem vierten Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren. Gesamtbetrachtet handelt es sich dabei in 54 % aller Fälle um eine Ein-Kind-Familie, in 33 % der Familien leben zwei Kinder und in nur 13 % liegt die Zahl darüber (56).

Abb. 5: Jugend- und Altenquotienten in den Stadtteilen 2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle: Familienbericht Gelsenkirchen 2006, S. 50.

Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit Migrationshintergrund sind Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf. Das bedeutet nicht, dass diese Gruppen generell benachteiligt werden, […] unbestritten handelt es sich dabei aber um Familien, die häufiger als andere Familien auf Unterstützung angewiesen sind und somit besondere Zielgruppe örtlicher Familienpolitik sein sollten“ (56). Es wird davon ausgegangen, „[…] dass sie aufgrund ihrer Familien- und Lebenssituation besondere Anforderungen und Belastungen im Familienalltag zu bewältigen haben“ (79). Zusätzlich sind kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund besonders armutsgefährdet. Ungefähr die Hälfte aller Familien in Gelsenkirchen fällt unter die Kategorie einer Bedarfsfamilie (154). Daher soll im Folgenden auf diese Gruppe gezielt eingegangen werden.

3.1 Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf

Der Anteil von alleinerziehenden Müttern oder Vätern variiert von 19 % in Hassel bis 30 % in Rotthausen. Besonders hoch ist der Quotient vor allem im Bezirk Mitte und umfasst die Stadtteile Altstadt, Schalke, Schalke-Nord und Erle, wobei auch am nördlichen Stadtrand von Gelsenkirchen, genauer gesagt in Scholven, der Anteil mit am höchsten ist (56). Dabei stehen 81 % der alleinerziehenden Eltern im Monat weniger als 1000 Euro Äquivalenzeinkommen[3] zur Verfügung und werden als arme bzw. armutsnahe Familien definiert[4]. Das entspricht einem Gesamtanteil von 12 % aller Familien in Gelsenkirchen (82). Das Problem hierbei ist die geringe Erwerbsbeteiligung alleinerziehender Mütter bzw. Väter, von denen mehr als die Hälfte keiner Beschäftigung nachgeht (83). Was sich allerdings aufgrund der alleinigen Erziehungsverantwortung auch als durchaus schwierig gestalten kann. Die Anzahl der Familien mit zwei oder mehr Kindern beträgt in Gelsenkirchen anteilig 13 %, davon leben 63 % in armen oder armutsnahen Einkommensverhältnissen (ebd.). Es wird davon ausgegangen, dass diese beiden Gruppen „[…] aufgrund ihrer Familien- und Lebenssituation besondere Anforderungen und Belastungen im Familienalltag zu bewältigen haben“ (79). So fehlt dem alleinerziehenden Elternteil unter gewissen Umständen möglicherweise die Unterstützung eines Partners oder einer Partnerin, auf der anderen Seite müssen größere Familien einen höheren Organisationsaufwand betreiben.

Des Weiteren haben 24,1 % der Familien in Gelsenkirchen eine Zuwanderungsgeschichte. „In Migrantenfamilien leben durchschnittlich mehr Kinder, so dass sie ein vergleichbar hohes Armutsrisiko haben wie Kinder aus kinderreichen Familien“ (83). Zwar ist das Armutsrisiko dieser Gruppe im Vergleich zu Alleinerziehenden oder kinderreichen Familien noch am geringsten, doch liegt dieses mit 58 % immer noch sehr hoch. Da aber zusätzlich knapp 1/5 aller Familien in Gelsenkirchen Migrationshintergrund aufweist, fällt der Anteil an armen oder armutsnahen Familien im städtischen Vergleich mit 14 % in dieser Gruppe am höchsten aus (ebd.). Der größte Teil der nicht-deutschen Bevölkerung lebt in Neustadt, hier ist jeder 4. ohne Besitz eines deutschen Passes. Generell zentriert sich der Lebensraum der Personen mit Zuwanderungsgeschichte in der Stadtmitte, genauer gesagt in Bulkme-Hüllen, Altstadt, Schalke und Schalke Nord, aber auch in Hassel, am nördlichen Stadtrand von Gelsenkirchen, ist der Anteil hoch (52f).

Nur jeder 14. Familie in der Beispielkommune steht ein Nettoäquivalenzeinkommen von 2000 Euro oder mehr im Monat zur Verfügung und ist somit als wohlhabend zu bezeichnen. Generell ist der größte Anteil an Familien, die in Armut oder armutsnahen Verhältnissen leben, im Stadtbezirk Gelsenkirchen Mitte zu finden, hier fallen 4 von 10 Familien in diese Kategorie. Einen geringeren Wert findet man in den Bezirken Nord und Ost, wobei sich generell kein ausgesprochen wohlhabender Stadtbezirk in Gelsenkirchen identifizieren lässt (154). Familien mit einem Äquivalenzeinkommen unter 1000 Euro sind häufig auf Transferleistungen zum Ausgleich ihrer Armutslage (wie Kinderzuschläge, Arbeitslosengeld II, Sozial- oder Wohngeld) angewiesen, in Gelsenkirchen betrifft dies 56 % der Einkommensgruppe (65). Insgesamt ist jeder 6. Minderjährige in Gelsenkirchen abhängig von der Sozialhilfe (153). Leben in Armut oder armutsnahen Verhältnissen bedeutet dabei nicht nur finanzielle Einschränkungen, im „[…] Gegensatz zu den nicht armen Familien leben arme und armutsnahe Familien noch nicht so lange in Gelsenkirchen, bewohnen kleinere Wohnungen und haben einen geringeren Bildungsstatus sowie etwas häufiger Migrationshintergrund“ (154).

[...]


[1] Der Jugendquotient bezieht sich auf das Verhältnis von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zur Gruppe der Erwachsenen von 18 bis unter 65 Jahren (32).

[2] Der Altenquotient bezieht sich auf das Verhältnis der über 65 Jährigen zur Gruppe der Erwachsenen von 18 bis 65 Jahren (ebd.).

[3] Mehr zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens siehe Familienbericht Gelsenkirchen 2006, Seite 63f.

[4] Die Armutsgrenze wurde festgelegt bei 725 Euro im Monat, dabei bezeichnet man Einkünfte unter 1000 Euro (Äquivalenzeinkommen) bereits als armutsnahe Verhältnisse (65).

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Handlungsmöglichkeiten kommunaler Familienpolitik
Untertitel
Am Beispiel familienfördernder Maßnahmen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Sozialwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V137338
ISBN (eBook)
9783640459667
ISBN (Buch)
9783640459797
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommune, Familienpolitik, Familie, Frühe Hilfe, kommunale Familienpolitik, Gelsenkirchen, Sozialer Wandel, Familienwandel, Eltern, Kinder, Vater, Mutter, Zusammenhalt, Handlungen, Familienbericht, Segregation, Vereinbarkeit, Ruhrgebiet, Gelesenkirchen
Arbeit zitieren
Oliver Müller (Autor), 2008, Handlungsmöglichkeiten kommunaler Familienpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137338

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