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Zu: Iweins Brunnenaventiure

Title: Zu: Iweins Brunnenaventiure

Seminar Paper , 1997 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christiane Debray (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Hartmann von Aue gilt als ein wichtiger Vertreter der mittelalterlichen Literatur. Von ihm sind zwei Artusromane, Iwein und Erec, bekannt. Leider sind beide nicht vollständig, bzw. in voneinander abweichenden Handschriften überliefert, so daß man einige Textstellen nicht eindeutig bestimmen kann.
Der Artusroman spielt immer am Hof des Königs Artus. Von dort gehen die Ritter auf A-ventiuresuche und dorthin kehren sie auch wieder zurück. Sie sind dadurch in ein be-stimmtes Verhaltensschema eingebunden. Ihr höchstes Ziel ist es viele Aventiuren zu be-stehen. Das sind im weitesten Sinne Abenteuer, die sie bestehen müssen. Eine Aventiure kann ganz verschiedenartig sein. Es kann sich sowohl um Turnierkämpfe, als auch um Kämpfe mit Sagengestalten oder anderen Rittern handeln. Für den Artusritter ist es wich-tig diese Kämpfe zu bestehen und dadurch Ehre zu erlangen. Wenn er die Aventiure be-weisen kann ,erhält er mehr Ehre und steigt so im Ansehen.
Der Gesamtzusammenhang von Aventiure und Ehre ist sehr komplex und mit unserem heutigem Verständnis schwer zu durchschauen. Es ist schwierig die verschiedenen Ebe-nen zu beurteilen und die Absicht des Helden zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Übersetzung: Iwein Verse 1008-1050

3 Iweins Brunnenaventiure

3.1 Die Vorgeschichte

3.2 Das Brunnenabenteuer

3.3 Die Verfolgung Ascalon durch Iwein

4 Einordnung der Brunnenaventiure

4.1 Iweins Normenverstoß

4.2 Iweins Gründe für den Alleingang

5 Erklärung des Geschehens durch Laudine

6 Vergleich: Erzählung und Brunnenabenteuer

6.1 Kalogrenants Erzählung

6.2 Iweins Brunnenabenteuer

7 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die zentrale Schlüsselszene des "Iwein" von Hartmann von Aue, das sogenannte Brunnenabenteuer, und untersucht Iweins Motivation, seinen Normenverstoß sowie die narrative Gestaltung durch den Erzähler.

  • Strukturelle Analyse der Brunnenaventiure im Kontext des Artusromans
  • Vergleich zwischen der Erzählung des Kalogrenant und Iweins tatsächlichem Abenteuer
  • Untersuchung von Iweins Handlungsbeweggründen und dem Streben nach Ehre
  • Rolle des Erzählers und dessen bewusste Spannungssteuerung
  • Interpretation der moralischen Dimension des Kampfes gegen Ascalon

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Brunnenabenteuer

Das Brunnenabenteuer Iweins ist als Schlüsselszene des ganzen Romans anzusehen. Die Aventiure verläuft zunächst so, wie der Leser es erwartet. Ascalon erreicht den Brunnen und es kommt zum Kampf mit Iwein. Der Erzähler bleibt im Hintergrund und berichtet neutral über den Kampf. Unvorhergesehen unterbricht er jedoch den Bericht und wendet sich direkt ans Publikum (Vgl. Iwein Vers 1029). Er bricht den Bericht über den Kampf an der spannendsten Stelle ab und erklärt dem Leser, daß er eigentlich nichts zu berichten habe, da die Zeugen des Kampfes fehlen(Vgl. Iwein Vers 1032 ff). Das weist auf den weiteren Verlauf des Romans hin, denn eine Heldentat ohne Zeugen ist nicht am Artushof beweisbar und somit hinfällig. Der Erzähler nimmt an dieser Stelle der Erzählung die Spannung und erreicht somit einen Schnitt. Den Rest des Kampfes bringt er mit wenigen Worten zu Ende. Das Publikum erfährt nichts über den genauen Verlauf des Kampfes. Es wird nur gesagt, daß einer der beiden Kämpfenden stirbt (Vgl. Iwein Vers 1037: ir einer wart da erslagen). Wer der Tote ist löst der Erzähler erst ein paar Verse weiter unten auf (Vgl. Iwein Vers 1048-1050). Dadurch wird die Spannung nochmals gesteigert und der Leser wird begierig darauf weiterzulesen.

Nachdem der Erzähler mitgeteilt hat, daß einer der beiden tot ist, erklärt er dem Leser, daß der Sieger ein so höfischer Mann ist, daß er es nicht nötig hat mit seiner Tapferkeit zu prahlen und er deshalb auch keinen Beweis für seinen Sieg benötigt (Vgl. Iwein Vers 1040-1044). Dem Leser wird hier völlig klar, daß der Erzähler das ironisch meint und damit eine Pseudobegründung findet. In der Handlungsebene des Romans braucht Iwein sehr wohl einen Beweis für seinen Sieg, da er sonst die Aventiure nicht bestanden hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in Hartmann von Aues Artusromane und den Stellenwert der Aventiure.

2 Übersetzung: Iwein Verse 1008-1050: Deutsche Übertragung der zentralen Kampfsequenz aus dem Originaltext.

3 Iweins Brunnenaventiure: Darstellung der Vorgeschichte, des Kampfablaufs und der Verfolgung des Gegners durch Iwein.

4 Einordnung der Brunnenaventiure: Analyse von Iweins Verhalten im Vergleich zum klassischen Aventiureschema und seinen Beweggründen.

5 Erklärung des Geschehens durch Laudine: Interpretation der Ereignisse aus der Sicht von Ascalons Witwe, die göttliche Vorsehung oder Zauber vermutet.

6 Vergleich: Erzählung und Brunnenabenteuer: Gegenüberstellung der Erzählweise von Kalogrenants Bericht und dem tatsächlichen Brunnenabenteuer Iweins.

7 Zusammenfassung: Resümee über die Bedeutung der Brunnenaventiure für die Identitätsentwicklung und das Gleichgewicht zwischen Minne und Aventiure im Roman.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Brunnenabenteuer, Aventiure, Artusroman, Mittelalterliche Literatur, Laudine, Ascalon, Ehre, Erzählperspektive, Literaturwissenschaft, Heldenreise, Normenverstoß, Kalogrenant, Kampfmotiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der sogenannten Brunnenaventiure im Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue und deren Bedeutung für den Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konzepte von Ehre und Aventiure, der Umgang mit Normen innerhalb der Artuswelt sowie die narrative Funktion des Erzählers.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Iweins Motivation für sein Handeln am Brunnen sowie den Stellenwert dieser Szene im Gesamtzusammenhang des Romans kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse und Interpretation der literarischen Vorlage in Verbindung mit komparatistischen Ansätzen, insbesondere im Vergleich mit dem Epos "Erec".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Schlüsselszene, eine Untersuchung des Normenverstoßes von Iwein und einen Vergleich zwischen berichteter Erzählung und erlebter Handlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Iwein, Artusroman, Aventiure, Ehre, Erzähltechnik und Hartmann von Aue.

Warum spielt der "Zeugen-Aspekt" bei Iweins Kampf eine so große Rolle?

Da eine Heldentat nach ritterlichem Kodex am Artushof bewiesen werden muss, ist der Tod des Zeugen Ascalon für Iwein ein massives Problem, das ihn zur Verfolgung zwingt.

Wie interpretiert der Autor Laudines Reaktion auf den Tod ihres Mannes?

Laudine kann den Tod ihres Mannes rational nicht begreifen und schreibt ihn daher einer höheren Macht oder einem Zauber zu, da sie die Niederlage des unbesiegbaren Ascalon anders nicht erklären kann.

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Details

Title
Zu: Iweins Brunnenaventiure
College
University of Tubingen  (Deutsches Seminar)
Course
Proseminar II: Hartmann von Aue: Iwein
Grade
2,3
Author
Christiane Debray (Author)
Publication Year
1997
Pages
13
Catalog Number
V13735
ISBN (eBook)
9783638193054
ISBN (Book)
9783638758048
Language
German
Tags
Iweins Brunnenaventiure Proseminar Hartmann Iwein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Debray (Author), 1997, Zu: Iweins Brunnenaventiure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13735
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