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Der christlich-muslimische Dialog. Theorie und Praxis

Title: Der christlich-muslimische Dialog. Theorie und Praxis

Thesis (M.A.) , 2011 , 164 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Yavuz Yilmaz (Author)

Politics - Miscellaneous
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Vordergründig geht es um den Dialog zwischen Christen und Muslimen. Was ist die theoretische Grundlage des interreligiösen Dialogs und in welchen Formen wird er in die Praxis umgesetzt? Dazu wurden Verantwortliche aus den jeweiligen Religionsorganisationen befragt und anhand der Inhaltsanalyse ausgewertet. Diese akademische Arbeit soll erste Anhaltspunkte für alle liefern, die an diesem Thema interessiert sind und einen solchen Dialog in ihrer Gemeinde, ihrer Stadt oder ihrem Land beginnen wollen.

Meine Arbeit unterteilt sich in zwei Hälften. Der ersten Hälfte geht eine Definition des interreligiösen Dialogs voran. Der eigentliche Einstieg in den christlich-muslimischen Dialog beginnt mit dem gegenseitigen Verhältnis beider Religionen im historischen Rückblick. Dem folgt die Geschichte des Islams und die Geschichte des christlich-muslimischen Dialogs in der Bundesrepublik Deutschland, wobei die Jahre vor 1945 aus Platzgründen vernachlässigt werden. Zudem beschränke ich mich auf die sunnitischen Muslime in Deutschland, die die Mehrheit unter den Muslimen darstellen. Das Kernstück der ersten Hälfte sind die Ziele des christlich-muslimischen Dialogs in den Quellen und Dokumenten der Repräsentanten beider Religionen. Auf christlicher Seite lege ich den Fokus auf die beiden großen Konfessionen, der Katholiken und Protestanten, auf islamischer Seite beschränke ich mich auf die Organisationen der sunnitischen Muslime. In welcher Hinsicht Übereinstimmungen und Gewichtungen der Zielsetzungen vorhanden sind, wird als letzter Punkt in prägnanter Form dargelegt. In der zweiten Hälfte geht es um die empirische Untersuchung des Dialogprozesses. An der Hermeneutik des Verstehens von Fremdheit orientierend soll der Prozess des Verstehens im Hinblick auf die Ziele des Dialogs durch Experteninterviews nachgezeichnet werden. Die Auswahl der Methoden und der Interviewpartner wird im betreffenden Abschnitt näher erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der interreligiöse Dialog

3. Historie und Theorie des christlich-muslimischen Dialogs

3.1 Das gegenseitige Verhältnis beider Religionen

3.1.1 Das Verhältnis des Christentums zum Islam

3.1.2 Das Verhältnis des Islams zum Christentum

3.2 Geschichte und Gegenwart des christlich-muslimischen Dialogs in Deutschland

3.2.1 Die Geschichte der muslimischen Migration seit 1945

3.2.2 Die Organisationen der Muslime

3.2.3 Der Dialog mit Muslimen und ihren Organisationen

3.2.4 Der heutiger Stand des christlich-muslimischen Dialogs

3.3 Quellen und Dokumente der Religionen zum Dialog

3.3.1 Die Dokumente des Vatikan

3.3.2 Die Dokumente der Evangelischen Kirche

3.3.3 Die Islamischen Quellen

3.3.4 Die Gemeinsamkeit der Ziele

4. Die praktische Umsetzung der Dialog-Ziele

4.1 Die Forschungsmethode

4.1.1 Die qualitative empirische Sozialforschung

4.1.2 Das Leitfadeninterview mit Experten

4.1.3 Der Leitfaden zur Expertenbefragung

4.2 Die Durchführung der Untersuchung

4.2.1 Die Experten und ihre Auswahl

4.2.2 Die transkribierten Interviews als Materialgrundlage

4.2.3 Die qualitative Inhaltsanalyse

4.2.4 Die Ergebnisse der Inhaltsanalysen

4.2.5 Die Diskussion der Ergebnisse

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und das Potenzial des christlich-muslimischen Dialogs in Deutschland. Dabei wird primär der Frage nachgegangen, wie der Prozess des Verstehens auf verschiedenen Ebenen verläuft und welche Faktoren zu einem gelingenden interreligiösen Dialog beitragen oder ihn hemmen.

  • Historische und theoretische Grundlagen des christlich-muslimischen Dialogs
  • Geschichte der muslimischen Migration in Deutschland seit 1945
  • Strukturen muslimischer Organisationen und deren Rolle im Dialog
  • Quellenauswertung von Dokumenten der christlichen Kirchen und des Islams
  • Qualitative empirische Untersuchung mittels Experteninterviews

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das Verhältnis des Christentums zum Islam

Die Geschichte des Verhältnisses von Christentum und Islam ist überwiegend eine Geschichte der Polemik, Apologetik, Aggression und Verzweiflung. Die Ausnahme bildet das einst muslimisch beherrschte Spanien, die eine Zeit kultureller Befruchtung und religiöser Verständigung war.

Die rasche Ausdehnung des Islams in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts veränderte die politische und religiöse Landkarte im Mittelmeerraum gewaltig. Knapp 80 Jahre nach dem Tod Muhammeds ging der Vordere Orient, Arabien, Persien und selbst Teile Europas an die Muslime verloren. Das Christentum stand dem Islam hilflos gegenüber.

Die Abweisung des Islams als völkerumfassende Religion durch die Christen machte sich in ihrer Benennung deutlich: Die Gläubigen des Islams wurden als „Mohammedaner“ bezeichnet und ihre Religion als der „Glaube der Sarazenen“ oder „Türken“.

Die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam begann mit Johannes von Damaskus (650 – 754). Er hielt den Islam für eine christliche Häresie arianischer Prägung. „Diese These von der Beeinflussung Muhammeds durch einen christlichen Mönch ist in der langen Tradition der antiislamischen Polemik sowohl byzantinischer wie lateinischer Provenienz immer wieder aufgegriffen worden.“ Es bildeten sich viele Legenden über die Entstehung des Islams, die den Zweck hatten, die neue Religion als nicht originär und damit als Fälschung abzustempeln. „Auf diese Weise sollte der Anspruch des Korans, Offenbarungsschrift göttlichen Ursprungs zu sein, entkräftet und aufgehoben werden.“ Um einen solchen Beweis zu erbringen, entstand im 12. Jahrhundert die erste lateinische Koranübersetzung, die Petrus Venerabilis (1094 – 1156) in Auftrag gab und der Engländer Robert von Ketton (ca. 1110 – 1150) ausführte. Ihm unterliefen aber schwerwiegende Fehler (falsche Übersetzungen, falsche Lesarten, Übertreibungen), so dass der Wert dieser Übersetzung gemindert und eine objektive, kritische Auseinandersetzung mit dem Koran bis in die Zeit der Aufklärung verhindert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der gesellschaftlichen Relevanz des interreligiösen Dialogs vor dem Hintergrund globaler Konflikte und der Situation in der europäischen Multikulturalität.

2. Der interreligiöse Dialog: Definition des Dialogbegriffs und Differenzierung zwischen verschiedenen Dialogformen wie dem strategischen oder generativen Dialog.

3. Historie und Theorie des christlich-muslimischen Dialogs: Detaillierte Analyse des religiösen Verhältnisses im historischen Rückblick, der Migrationsgeschichte und der Entwicklung islamischer Organisationen sowie theologischer Dialogquellen.

4. Die praktische Umsetzung der Dialog-Ziele: Methodische Beschreibung der qualitativen Untersuchung, inklusive Leitfadenentwicklung und Auswertung von Experteninterviews zur Praxis des Dialogs.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Reflexion über die zukünftige Gestaltung des christlich-muslimischen Verhältnisses.

6. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Christlich-muslimischer Dialog, Integration, Migration, Islam, Christentum, Religionsfreiheit, Interreligiöse Kompetenz, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Dialog-Ziele, Moscheegemeinden, Theologie, Konvivenz, Religiöse Identität, Werteverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis und den Dialog zwischen Christen und Muslimen in Deutschland, beleuchtet historische Hintergründe und analysiert die gegenwärtige Dialogpraxis.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Mittelpunkt stehen die Migrationsgeschichte, die Rolle muslimischer Organisationen, die theologischen Dialogansätze beider Religionen und die praktische Umsetzung des Dialogs vor Ort.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu rekonstruieren, wie Verstehensprozesse im Dialog ablaufen und warum die Umsetzung der Dialogziele in der Praxis häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die qualitative empirische Sozialforschung, insbesondere leitfadengestützte Experteninterviews und die Mayring-Technik der qualitativen Inhaltsanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der religiösen Beziehungen und eine empirische Analyse von Expertenmeinungen zu Dialogaktivitäten und -hindernissen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind interreligiöser Dialog, Identität, Konvivenz, Religionsfreiheit und die soziologische Betrachtung von Integrationsprozessen.

Welche Rolle spielen die islamischen Organisationen im Dialog?

Die Arbeit beschreibt, wie verschiedene Verbände wie DITIB oder IGMG den Dialog prägen und wie sie sich im Spannungsfeld zwischen religiöser Betreuung und politischer Repräsentation bewegen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur praktischen Umsetzung?

Der Autor stellt fest, dass der Dialog oft an der Basis durch praktische Nöte und mangelnde institutionelle Unterstützung gehemmt wird und die politische Instrumentalisierung nach 2001 den Dialog belastet hat.

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Details

Title
Der christlich-muslimische Dialog. Theorie und Praxis
College
University of Cologne  (Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen)
Course
Hauptseminar
Grade
2,3
Author
Yavuz Yilmaz (Author)
Publication Year
2011
Pages
164
Catalog Number
V1373718
ISBN (PDF)
9783346910196
ISBN (Book)
9783346910202
Language
German
Tags
Islam Christentum InterreligiöserDialog Multikulturalismus Respekt Kommunikation Zusammenleben Religion Moderne Gesellschaft Organisation Vatikan Katholisch Evangelisch Muslimisch EmpirischeForschung Interview
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yavuz Yilmaz (Author), 2011, Der christlich-muslimische Dialog. Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1373718
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