Diese Arbeit untersucht die bedeutenden sozialen Bewegungen und Riots in der Geschichte Frankreichs. Angefangen bei der französischen Revolution bis hin zu den Gelbwestenprotesten und den Ereignissen von 2005 in den Banlieues, analysiert die Arbeit die besondere Rolle dieser Bewegungen und Aufstände in der französischen Gesellschaft. Das Hauptziel der Arbeit ist die Kategorisierung und Erläuterung der Begriffe "soziale Bewegung" und "Riot" im Kontext dieser historischen Ereignisse.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Chronik der Ereignisse
AkteurInnen
Begrifflichkeiten
Soziale Bewegungen
Riots
Vergleich „soziale Bewegungen“ und „riots“
Verortung der Ereignisse in Frankreich 2005
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unruhen in den französischen Banlieues im Jahr 2005 vor dem Hintergrund der Protestforschung. Ziel ist es, die wissenschaftliche Einordnung der Ausschreitungen vorzunehmen, indem die Begrifflichkeiten "soziale Bewegungen" und "Riots" präzisiert und auf die Ereignisse von 2005 angewendet werden, um deren Charakter zu bestimmen.
- Chronologische Darstellung der Ereignisse in den Banlieues 2005
- Charakterisierung der Akteure hinter den Ausschreitungen
- Theoretische Grundlagen und Bestimmung des Begriffs "Soziale Bewegungen"
- Analyse und Definition des Begriffs "Riots" in der Sozialforschung
- Vergleichende Gegenüberstellung beider Protestformen
- Wissenschaftliche Verortung der französischen Unruhen
Auszug aus dem Buch
Riots
Der nachfolgende Absatz widmet sich der Erörterung des Begriffes des „riot“ und stützt sich im Wesentlichen auf den Konzipierungen „Zur Verortung eines unscharfen Phänomens“ (2016) von Johanna Frenzel, Philipe Greif, Fabian Klein und Sarah Uhlmann, sowie auf die „Anmerkungen zu Begriff und Konzept [der riots]“ (2016) und der Arbeit zu „Gewalt und neue[n] soziale[n] Bewegungen“ (XXXX), die beide von Dieter Rucht verfasst wurden. Rucht liefert folgenden Definitionsvorschlag, an dem sich der Abschnitt orientiert:
„Ein riot wird angetrieben von Wut oder Empörung über verletzte Vorstellungen von Gerechtigkeit bzw. Würde und manifestiert sich als eine ungeplante und unkoordinierte Serie von zeitlich verdichteten kollektiven Gewaltakten gegen Sachen und/oder Personen“ [Hervorhebung durch den Autor] (Rucht 2016: 29)
Um sich dem Begriff riot zu nähern betrachtet dieser Absatz zuerst den Ursprung der Begrifflichkeit. Der Begriff riot stammt aus der englischen Juristerei und „stellt folgenden Strafbestand dar: Eine Gruppe von zwölf oder mehr Personen droht oder wendet absichtlich gesetzeswidrige Gewalt an, sodass anwesende Personen Grund haben, sich um ihre Sicherheit zu sorgen.“ (Frenzel/Greif/Klein/Uhlmann 2016: 10). Dieser Strafbestand erweitert die obengenannte Definition um die Betrachtung der Teilnehmendenzahl. Es erscheint Rucht (2016: 29) als sinnvoll, „bezogen auf die Zahl der Beteiligten und regionale Ausdehnung […] riots in einer mittleren Dimension anzusiedeln“ [Hervorhebung durch den Autor].
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die französische Protestgeschichte ein, benennt die Ereignisse von 2005 als zentrales Untersuchungsfeld und definiert das Ziel, die Ausschreitungen wissenschaftlich entweder als soziale Bewegung oder als Riot einzuordnen.
Chronik der Ereignisse: Dieses Kapitel zeichnet den zeitlichen Ablauf der Unruhen von 2005 nach, beginnend beim Tod der Jugendlichen in Clichy-sous-Bois bis hin zur Verhängung des Ausnahmezustands und der schließlichen Beruhigung der Lage.
AkteurInnen: Es wird analysiert, wer die Teilnehmer der Unruhen waren, wobei insbesondere deren soziale Herkunft, Bildungsstand und die wahrgenommene politische Identitätskrise beleuchtet werden.
Begrifflichkeiten: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretischen Definitionen von sozialen Bewegungen und Riots, um anschließend die Unterschiede zwischen diesen Protestformen herauszuarbeiten.
Verortung der Ereignisse in Frankreich 2005: Hier findet die praktische Anwendung der zuvor erarbeiteten Definitionen statt, um die Ausschreitungen von 2005 konkret als gewaltvolle Protestakte zu verorten.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Ereignisse in den französischen Vorstädten eher als Riots denn als soziale Bewegungen einzustufen sind.
Schlüsselwörter
Protestforschung, Frankreich 2005, Banlieues, Soziale Bewegungen, Riots, Ausschreitungen, relative Deprivation, Gewalt, kollektives Handeln, Identitätskrise, soziale Ausgrenzung, Protestformen, politische Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Einordnung der Unruhen in den französischen Banlieues im Jahr 2005 mittels unterschiedlicher Protestbegriffe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Chronologie der Ereignisse von 2005, die Soziologie der beteiligten Akteure sowie die theoretische Unterscheidung zwischen sozialen Bewegungen und Riots.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob man die Ausschreitungen in den französischen Vorstädten im Jahr 2005 als "soziale Bewegung" definieren kann oder ob der Begriff "Riot" treffender ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Anwendung definitorischer Kriterien der Sozialforschung auf ein spezifisches Fallbeispiel basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung der Unruhen, die Charakterisierung der Teilnehmenden sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Konzepte sozialer Bewegungen und Riots.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Besonders prägend sind die Begriffe Banlieues, Soziale Bewegungen, Riots, relative Deprivation und kollektive Gewalt.
Wie werden die Teilnehmer der Unruhen von 2005 in der Arbeit beschrieben?
Sie werden als mehrheitlich junge Menschen mit Migrationshintergrund beschrieben, die aus armen Verhältnissen stammen und sich durch eine empfundene Chancenlosigkeit und Vernachlässigung durch die Regierung charakterisieren lassen.
Warum kommt der Autor zu dem Schluss, dass es sich bei den Unruhen um Riots handelte?
Der Autor argumentiert, dass es an langfristigen, einheitlichen Zielsetzungen, einer zentralen Organisation oder einer klassischen Mobilisierungsstrategie mangelte; stattdessen seien die Aktionen unkoordiniert, emotional motiviert und auf symbolische Gewalt begrenzt gewesen.
- Arbeit zitieren
- Lukas Daniel (Autor:in), 2019, Soziale Bewegungen und Riots. Eine Analyse der Proteste in der französischen Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1373958