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Das Obszöne im "verklagten Zwetzler" - Versuch einer Interpretation

Titre: Das Obszöne im "verklagten Zwetzler" - Versuch einer Interpretation

Dossier / Travail , 2009 , 23 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Eva Meyer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

1 Einleitung

(...)Am Beispiel der vermutlich um 1200 entstandenen Erzählung „Der verklagte Zwetzler“ sollen diese kontrastären Positionen untersucht, auf ihre Tauglichkeit geprüft und gegebenenfalls widerlegt werden. Ebenso ist es das Ziel dieser Arbeit zu untersuchen, welcher literarischen Gattung der oben genannte Text zugeordnet werden kann bzw. soll sich kritisch mit Hanns Fischers These, dass es sich dabei um eine „Priapeia“ handelt, auseinandergesetzt werden.
Zu Beginn erfolgt hierzu eine Einführung in die Überlieferungsgeschichte des literarischen Werkes sowie die Schilderung des historischen Hintergrunds mit dem Fokus auf die Erotik und Sexualität im Mittelalter. Anschließend wird kurz der Inhalt des „verklagten Zwetzlers“ zusammengefasst, bevor im Hauptteil die Interpretationsarbeit geleistet werden kann. Diese beginnt zunächst mit dem Aufzeigen der komischen Elemente des Textes. Das Hauptaugenmerk der Interpretation liegt allerdings auf der Untersuchung der Obszönität des literarischen Werkes. Bevor das Spiel mit dem Obszönen erkundet werden kann, ist allerdings eine Bestimmung des Obszönitätsbegriffes notwendig, die in Kapitel 5.2 gefunden werden soll. Auch der Frage nach der obszönen weiblichen Stimme im „verklagten Zwetzer“ soll nachgegangen werden.
Die Suche nach der zugehörigen Gattung des Textes, soll im darauffolgenden Kapitel thematisiert werden. Dabei steht die These Hanns Fischers, dass es sich beim „verklagten Zwetzler“ um eine Märe handelt, im Mittelpunkt.Jene Auffassung soll anschließend diskutiert werden, wobei einerseits die Kritikpunkte an Fischers Konzept aufgezeigt werden sollen, andererseits eine eigenständige Einordnung der Erzählung in die Märendiskussion vorgenommen werden. (...)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überlieferung und literarische Einordnung

3 Der historische Hintergrund: Erotik und Sexualität im Mittelalter

4 „Der verklagte Zwetzler“ – Der Inhalt

5 Interpretation

5.1 Das Komische im „verklagten Zwetzler“

5.2 „Obszön“- Versuch einer Begriffsklärung

5.2.1 Das Spiel mit dem Obszönen

5.2.2 Die Frage nach der „obszönen weiblichen Stimme“

6 „Der verklagte Zwetzler“- eine obszöne Märe?

6.1 Der Märenbegriff nach Hanns Fischer

6.2 Kritik an Fischers Märendefinition

6.3 Einordnung des „verklagten Zwetzler“ in die Mären-Diskussion

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Der verklagte Zwetzler“ im Hinblick auf die mittelalterliche Obszönität und die literarische Gattungszugehörigkeit. Ziel ist es, die konträren Positionen zur mittelalterlichen Obszönität zu prüfen und Hanns Fischers These, das Werk als „Priapeia“ einzuordnen, kritisch zu diskutieren.

  • Analyse der mittelalterlichen Auffassungen von Erotik und Sexualität.
  • Untersuchung komischer und obszöner Elemente in der Erzählung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Märendefinition nach Hanns Fischer.
  • Erörterung der „obszönen weiblichen Stimme“ in der Literatur.
  • Diskussion über die Sinnstiftung in mittelalterlicher Kurzerzählliteratur.

Auszug aus dem Buch

5.1 Das Komische im „verklagten Zwetzler“

Bevor in den nachfolgenden Kapiteln das Obszöne im „verklagten Zwetzler“ behandelt werden soll, liegt das Augenmerk dieses Abschnitts auf den komischen Elementen des Textes.

Zu Beginn der Erzählung erzielt die vergebliche Werbung des jungen Mannes um das Mädchen nach dem klassischen Minnemodell durch den bäuerlichen Stand der beiden einen komischen Effekt. Auch das naive Verhalten des Mädchens (sie weiß nichts mit dem Penis des Jungen anzufangen und lässt sich einreden, dass er ihr gut tun würde) wirkt nicht nur in der Neuzeit, sondern sicher bereits zur Entstehungszeit des Werks lächerlich. Außerdem wird der darauf folgende scheinbar gewaltsame, sexuelle Übergriff des Knechts durch die Worte „ich weiß nit, wie ers übergie, wann das sie in hinein lie. der selb knab was klug. das er unter dem gern truk, das begond toben und leben und wart vast herfür streben.“ bagatellisiert.

Als der Knecht wenig später vor Gericht steht, um für die Verführung des Mädchens bestraft zu werden, kann dies als Persiflage bezeichnet werden, denn der angeklagte Mann verschwindet dabei vollkommen hinter seinem Penis, der sogar mit dem Mädchen (nonverbal) kommuniziert, indem er sich aufrichtet als sie ihn anspricht: „ir secht wol, als ir hie stat, das er gutlichen gein mir aufgestanden hot. gutlich legt er sich nider. er ist mein freund, do ist nit wider.“ Der Urteilsspruch, der ursprünglich den Knecht bestrafen sollte, geht auf das Mädchen über, denn sie verspricht ihm immer treu zu sein, nachdem sein Geschlechtsteil sie wieder erkannt hat. Dies spricht für ein inadäquates Rechtsbewusstsein aller Beteiligten, welches im Hinweis auf Bestechlichkeit des Richters noch direkter zum Ausdruck kommt.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die komische Wirkung des „verklagten Zwetzlers“ nicht nur dem Naivitäts- und Kastrationsmotiv, sondern ebenso der Differenz zwischen dem elitärem Minneverhalten und bäuerlichem Stand sowie einem völlig inadäquaten Rechtsbewusstsein aller Beteiligten entspringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungskontroverse um mittelalterliche Obszönität dar und skizziert das Ziel der Analyse am Beispiel des „verklagten Zwetzlers“.

2 Überlieferung und literarische Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die handschriftliche Überlieferung und die Fassungen des Werkes sowie dessen Datierung in das 14. Jahrhundert.

3 Der historische Hintergrund: Erotik und Sexualität im Mittelalter: Das Kapitel verortet das Verständnis von Erotik im Mittelalter zwischen kirchlicher Sexualmoral und dem freizügigeren Alltagsleben.

4 „Der verklagte Zwetzler“ – Der Inhalt: Es erfolgt eine Zusammenfassung der Handlung des Werkes, von der Werbung über den sexuellen Akt bis hin zur Gerichtsszene.

5 Interpretation: Hier wird die Erzählung detailliert analysiert, wobei der Fokus auf dem Komischen, dem Obszönitätsbegriff und der „obszönen weiblichen Stimme“ liegt.

6 „Der verklagte Zwetzler“- eine obszöne Märe?: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit Hanns Fischers Märentheorie und der Gattungszuordnung als Priapeia auseinander.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Werk eher literarische Phantasien abbildet als soziale Realität.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Der verklagte Zwetzler, Obszönität, Märe, Sexualität, Gattungsdefinition, Hanns Fischer, Minnemodell, Literaturwissenschaft, Priapeia, Komik, Mittelalterliche Literatur, Erzähltheorie, Frauenstimme, Sexualmoral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die mittelalterliche Erzählung „Der verklagte Zwetzler“ unter dem Aspekt, wie Sexualität und Obszönität literarisch dargestellt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die mittelalterliche Sexualmoral, die Gattungsgeschichte der Märe sowie die ästhetische Darstellung von Erotik im 14. und 15. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, ob der „verklagte Zwetzler“ als obszöne Märe klassifiziert werden kann und wie die mittelalterliche Gesellschaft mit dem Thema Sexualität umging.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Forschungspositionen (wie die von Hanns Fischer oder Walter Haug) heranzieht und kritisch auf das Primärwerk anwendet.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der Interpretation komischer Elemente, einer Begriffsbestimmung von „Obszönität“ und der Analyse der „obszönen weiblichen Stimme“.

Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?

Schlüsselbegriffe wie Mittelalter, Märe, Obszönität und Gattungsdefinition spiegeln den literaturwissenschaftlichen Fokus der Arbeit wider.

Warum wird im „verklagten Zwetzler“ die „obszöne weibliche Stimme“ diskutiert?

Da die weibliche Figur im Text sehr explizit über ihre sexuellen Wünsche spricht, untersucht die Arbeit, wie ein männlicher Autor solche Rollen konstruiert hat.

Wie bewertet die Arbeit die These von Hanns Fischer zur „Priapeia“?

Die Arbeit bewertet Fischers Einordnung als „Verlegenheitslösung“, die zwar eine grobe Kategorisierung erlaubt, aber die Komplexität des Textes nicht vollständig erfasst.

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Résumé des informations

Titre
Das Obszöne im "verklagten Zwetzler" - Versuch einer Interpretation
Université
http://www.uni-jena.de/
Cours
Obszöne Dichtung
Note
2,3
Auteur
Eva Meyer (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
23
N° de catalogue
V137426
ISBN (ebook)
9783640452613
ISBN (Livre)
9783640452927
Langue
allemand
mots-clé
obszöne Dichtung mittelalterliche Dichtung Erotik im Mittelalter Zwetzler
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Eva Meyer (Auteur), 2009, Das Obszöne im "verklagten Zwetzler" - Versuch einer Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137426
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Extrait de  23  pages
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