„Case Management gehört der Sozialarbeit an und hat die Kernfunktion, den Klienten-Systemen (einzelnen Menschen, Familien und ihren Angehörigen, Kleingruppen, Nachbarn, Freunden usw.) in koordinierter Weise Dienstleistungen zugänglich zu machen, die von ihnen zur Lösung von Problemen und zur Verringerung von Spannungen und Stress benötigt werden. Sozialarbeiter erfüllen damit einen wichtigen Teil ihres Mandates und ihrer Funktion, indem sie soziale oder gesundheitliche, therapeutische und erzieherische, religiöse, juristische u.a. Hilfen denen vermitteln und zukommen lassen, die auf derartige Leistungen ambulant (im eigenen Haushalt) oder in Institutionen und Organisationen angewiesen sind.“ Ich habe dieses Zitat von Lowy vor der eigentlichen Einleitung gewählt, weil ich finde, dass dies ein guter Einstieg in mein Thema Case Management ist. Meine Entscheidung fiel auf dieses Thema, weil ich mich für diese Form der Therapie schon länger interessiert habe. Allerdings wollte ich meine Hausarbeit zuerst über die Soziale Einzelhilfe schreiben und bin bei Recherchen zu diesem Thema auf die weiterentwickelte Form gekommen, nämlich auf das Case Management. Somit entschied ich mich um, da es mein Interesse weckte. Ich wollte erfahren, wie es entstanden ist und wie die Vorgehensweise ist. In meiner Hausarbeit möchte ich mich genau damit beschäftigen. Zuerst werde ich auf die Geschichte eingehen und anschließend werde ich näher erläutern wie die genauen Abläufe sind.
Wie das Zitat von Lowy schon verdeutlicht ist das Case Management in vielen verschiedenen Handlungsfeldern zu finden. Eingesetzt wird es beispielsweise in der Altenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Obdachlosenhilfe, Krankenhaussozialarbeit und in der Rehabilitation behinderter Menschen. Interessant ist, dass sich das Case Management den ständig wechselnden Erfordernissen und den Veränderungen anpassen kann. Der Grundsatz des Case Management bleibt, egal wo es speziell eingesetzt wird, immer der gleiche. Es verhält sich neutral zu seinen Anwendungen. Alles wird individuell angepasst, was in Deutschland zu den unterschiedlichen Bezeichnungen führt. In der Sozialarbeit heißt es „Unterstützungsmanagement“, im Gesundheitswesen „Fallmanagement“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte und Tradition
2.1. Konzept
3. Rahmenbedingungen
3.1. Einsatzgebiete
4. Modelle
4.1. Phasen
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Case Managements als weiterentwickelte Methode der Sozialen Arbeit. Das primäre Ziel ist es, den Ursprung, die methodische Vorgehensweise und die praktische Anwendung dieses Unterstützungsmodells zu beleuchten, um aufzuzeigen, wie Klientensysteme durch eine koordinierte Fallarbeit effektiv in ihrer Lebenssituation stabilisiert werden können.
- Historische Entwicklung des Case Managements aus der Sozialen Einzelhilfe.
- Strukturelle Rahmenbedingungen und Anforderungen an den öffentlichen Sektor.
- Die sechs Phasen des Case Managements: Von der Kontaktaufnahme bis zur Evaluation.
- Anwendungsgebiete im Sozial- und Gesundheitswesen.
- Die Schlüsselrolle des Case Managers bei der Ressourcenkoordination.
Auszug aus dem Buch
1. Phase: Kontaktaufnahme, Klärungshilfe
Die erste Phase des Case Management beschreibt die Kontaktaufnahme zu den Klienten, wohin der Dienst reicht und wie der Zugang zum Dienst gestaltet ist. Sie lässt sich in drei Funktionen „outreach“, „access“, und „intake“ gliedern. Die erste Funktion „outreach“ beschäftigt sich mit der Frage der Reichweite, also wie man die Klienten erreicht, für die der Dienst gedacht ist. Entweder der Dienst erschließt sich ihnen oder er geht auf sie zu.
Wendt sagt: „Der englische Terminus „outreach“ für die Dimension, die hier in Rede steht, ist ein kaum zu übersetzender Ausdruck, denn er vereint den Sinn des aktiven Sicherstreckens eines Dienstes, der Reichweite eines Dienstes (wie er auf mögliche Nutzer zugeht) mit dem Sinn der Erreichbarkeit und des Zugangs (für Nutzer).“ Die Frage nach der Reichweite kann nur geklärt werden, wenn vorab die Zielgruppe des Dienstes definiert ist. Die kann von der Art der Dienstleistung und dem Einzugsgebiet abhängig gemacht werden. Je nachdem welche Personengruppe in Betracht kommt, der Zugang (access) zu ihr kann leicht aber auch schwer sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Wahl des Themas Case Management und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit sowie den geplanten Aufbau.
2. Geschichte und Tradition: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Case Managements aus den Wurzeln der Sozialen Einzelhilfe und der amerikanischen Psychologie nach.
2.1. Konzept: Hier wird der theoretische Rahmen des Case Managements als ganzheitliches Unterstützungsmodell und die Bedeutung der Ressourcenorientierung dargelegt.
3. Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt analysiert die strukturellen Voraussetzungen und die institutionellen Kontexte, in denen Case Management Anwendung findet.
3.1. Einsatzgebiete: Das Kapitel bietet einen Überblick über die fünf wichtigsten Handlungsfelder, darunter Jugendhilfe, Arbeit mit Erwachsenen und Altenpflege.
4. Modelle: Es wird die grundlegende Struktur der Fallarbeit beschrieben, welche prozess-, beziehungs- und systemorientierte Anforderungen vereint.
4.1. Phasen: Die einzelnen Arbeitsschritte des Case Managements werden hier detailliert unterteilt und erläutert.
5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Einschätzung des Autors und einer kritischen Reflexion über die zukünftige Realisierbarkeit des Modells.
Schlüsselwörter
Case Management, Soziale Arbeit, Fallarbeit, Sozialpädagogik, Klientensysteme, Unterstützungsmanagement, Hilfeplanung, Gesundheitswesen, Ressourcenorientierung, Sozialhilfesystem, Fallmanagement, Netzwerkarbeit, Soziale Therapie, Qualitätsmanagement, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Case Managements als Methode der Sozialen Arbeit, um Hilfeprozesse für Klienten effizienter und koordinierter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den theoretischen Konzepten, den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie der praktischen Umsetzung in sechs verschiedenen Prozessphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entstehung des Case Managements nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie dieses Modell durch gezielte Ressourcenplanung und Koordination eine ganzheitliche Hilfeleistung ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale theoretische Positionen von Fachautoren wie Neuffer, Wendt und Stimmer gegenüberstellt und reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen sowie die detaillierte Beschreibung der sechs Phasen der Fallarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Case Management, Soziale Arbeit, Fallarbeit, Hilfeplanung und Ressourcenorientierung.
Wie unterscheidet sich Case Management von klassischer Einzelfallhilfe?
Case Management ist als eine weiterentwickelte, systemorientierte Form der Sozialen Einzelhilfe zu verstehen, die stärker auf die Vernetzung von Hilfsangeboten und eine durchgängige Fallverantwortung setzt.
Welche Bedeutung hat das "Assessment" in diesem Modell?
Das Assessment ist die zweite Phase des Prozesses und dient der vollständigen Erfassung, Analyse und Bewertung der individuellen Lebenslage des Klienten, um daraus die notwendige Unterstützung abzuleiten.
Warum ist das "Outreach"-Prinzip wichtig?
Das "Outreach"-Prinzip beschreibt die aktive Reichweite eines Dienstes; es stellt sicher, dass der Zugang zu Hilfsangeboten nicht nur von der Eigeninitiative des Klienten abhängt, sondern auch von der aktiven Erreichbarkeit durch den Anbieter.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der zukünftigen Anwendung?
Die Zukunft des Case Managements in Deutschland hängt laut Autor maßgeblich von den Entwicklungen in der Sozialpolitik und der ökonomischen Finanzierbarkeit im öffentlichen Sektor ab.
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- Marianne Schwarz (Author), 2006, Case Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137440