Freiarbeit in der Montessorischule


Hausarbeit, 2001

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Montessoripädagogik und Freiarbeit

2. Freiarbeit in der vorbereiteten Umgebung
2.1 Freiarbeit
2.1.1 Freiheit der Wahl der Arbeit
2.1.2 Freiheit des Interesses
2.1.3 Freiheit der Wahl des Materials
2.1.4 Freiheit der Kooperation
2.1.5 Freiheit der Zeit
2.1.6 Freiheit der Bewegung
2.1.7 Freiheit der Gestaltung
2.2 Die vorbereitete Umgebung

3. Literatur

1.Montessoripädagogik und Freiarbeit

Die Montessoripädagogik ist ein reformpädagogisches Bildungsangebot, das sich unmittelbar am Kind orientiert und konsequent die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt.

Bereits im Jahre 1907 wurde in Rom das erste Montessori-Kinderhaus von Maria Montessori gegründet. Heutzutage wird die Montessoripädagogik, welche ihren Namen Maria Montessoris zu verdanken hat, in vielen Kinderhäusern und Schulen und in fast allen Ländern der Welt angeboten.

Folgende Prinzipien liegen der Montessoripädagogik zugrunde: Das Kind muss in seiner Persönlichkeit geachtet und als ganzer, vollwertiger Mensch verstanden werden. Die Erzieher und Lehrer haben dem Kind zu helfen, seinen eigenen Willen zu entwickeln, indem sie ihm Raum für freie Entscheidungen geben und ihm helfen, selbständig zu denken und zu handeln. Dem Kind muss die Gelegenheit geboten werden, den eigenen Lernbedürfnissen zu folgen, d.h., ihnen muss die Möglichkeit gegeben sein, zu einer bestimmten Zeit etwas bestimmtes zu lernen. Dem Kind muss von den Erziehern und den Lehrern geholfen werden, Schwierigkeiten zu erkennen und zu überwinden, ihnen nicht auszuweichen.

Die Freiarbeit in der Montessoripädagogik ist das Kernstück der reformpädagogischen Bildung Montessoris. Die Kinder haben die Wahlfreiheit, selbst zu entscheiden, womit sie sich beschäftigen möchten. Die gute Beobachtungsgabe des Erziehers sowie das Montessori-Material und die dem Alter gerechte Darstellung der Angebote helfen dem Kind, sich für ein Angebot zu entscheiden.

Durch die freie Entscheidung bei der Arbeitswahl gelangen die Kinder zu einer Disziplin, welche von innen kommt, also nicht vom Erzieher oder Lehrer ausgeht.

2. Freiarbeit in der vorbereiteten Umgebung

2.1 Freiarbeit

Die Freiarbeit oder auch freie Arbeit genannt, besteht nach Montessori nicht nur aus methodischen Gesichtspunkten, sondern wird immer in Verbindung mit Lernen unter bestimmten Bedingungen gesehen. Auch heute noch gelten die folgenden pädagogischen Grundprinzipien Montessoris bezüglich der Freiarbeit: „Erziehung zur individuellen Freiheit verbunden mit der Fähigkeit zur Einfügung in die Kultur der Gegenwart.“ (Vgl. Holtstiege 1977). Montessori verstand unter der freien Arbeit ein auf die gesamte Arbeitssituation des Kindes bezogenes Lernen in Freiheit. Damit schloss sie die Freiheit der Wahl der Arbeit, die Freiheit der Wahl des Materials, die Freiheit des Interesses, die Freiheit der Kooperation, die Freiheit der Zeit, die Freiheit der Bewegung und die Freiheit der Gestaltung ein. (Vgl. Pkt. 2.1.1 bis 2.1.7).

Nach Montessori bedeutet Freiheit nicht, die Kinder sich selbst zu überlassen, sondern ihre spontane Selbsttätigkeit zu leiten. Den Kindern sollen Entscheidungsmöglichkeiten angeboten werden, die ihrem natürlichen Bedürfnis, sich zu begrenzen, d.h. eine Entscheidung treffen zu wollen und zu können, nachkommen. Das subjektive Empfinden, sich frei zwischen verschiedenen Alternativen entschieden zu haben, wird als Freiheit empfunden. Freiheit bedeutet ebenfalls nicht, dass die Kinder tun können, was sie wollen. Auch in der Montessorischule werden den Kindern bestimmte Lernziele vorgegeben, welche sie erreichen müssen. Weinhäupl klärt in diesem Zusammenhang ein mögliches Missverständnis: „Eine Montessori-Schule gibt den Schülern nur sehr wenig inhaltliche Wahl. Die Schüler können nicht wählen, was sie lernen wollen. Es gibt ein Programm, und das ist genau vorgeschrieben. (...). Die Idee, daß unsere Schüler lernen dürfen, was sie wollen, ist ein grundlegendes Mißverständnis, ein Vorurteil, das man leider noch immer hört. Selbstverständlich geben wir unseren Schülern innerhalb des Rahmens der Kultur soviel Freiheit wie möglich, aber nur innerhalb dieses Rahmens. Das soll man gut verstehen. Viel mehr Wahlmöglichkeiten gibt die Form des Unterrichts. Wenn die Totalität der Aufträge einmal deutlich festliegt, dürfen die Schüler selbst wählen, wie sie arbeiten, wann und wo sie arbeiten, mit wem sie arbeiten und wen sie um Hilfe fragen.“ (Vgl. Holtstiege 1977).

Die Freiarbeit ermöglicht den Schülern selbständige Erarbeitung von Sachverhalten, Vertiefung der im Fachunterricht erworbenen Kenntnisse sowie fachspezifische und fächerübergreifende Projekte in einer vorbereiteten Umgebung. Die Freiarbeit und der Fachunterricht sind eng vernetzt. Inhaltlich können die Angebote der Freiarbeit über die Jahrgangsstufe hinausgehen. An der Freiarbeit in der Montessorischule sind in der Regel alle Fächer einer Jahrgangsstufe beteiligt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Freiarbeit in der Montessorischule
Hochschule
Universität zu Köln  (Seminar für allgemeine Didaktik und Schulpädagogik)
Veranstaltung
Freinet-, Montessori-, Waldorfpädagogik. Konzeption und aktuelle Praxis.
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V13745
ISBN (eBook)
9783638193139
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freiarbeit, Montessorischule, Freinet-, Montessori-, Waldorfpädagogik, Konzeption, Praxis
Arbeit zitieren
Kathrin Ziesemann (Autor), 2001, Freiarbeit in der Montessorischule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13745

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