Die vorliegende Arbeit handelt von den Theorien der Macht und Herrschaft anhand der Ausführungen von Heinrich Popitz, Max Weber und Michel Foucault. Des Weiteren wird untersucht, in welcher Relevanz sie zu den Erziehungswissenschaften stehen.
Der erste Teil widmet sich dem soziologischen Machtbegriff. Basis der Überlegung ist die Macht- und Herrschaftstheorie von Max Weber. Dabei ist es wichtig, den Macht- und Herrschaftsbegriff näher zu definieren und die Strukturformen und Funktionsweisen der Herrschaft herauszuarbeiten. Dasselbe Schema erfolgt bei Heinrich Popitz, welches als Grundlage für den im späteren Teil der Arbeit erfolgten Vergleich dient. Der nächste Teil der Arbeit befasst sich mit den Ausführungen von Michel Foucault, indem sein Verständnis von dem philosophischen Machtbegriff aufgezeigt wird.
Darauf aufbauend wird im fünften Kapitel ein Vergleich gezogen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des verschiedenen Verständnisses von Macht herauszufiltern. Anschließend betrachte ich die aktuelle Relevanz der verschiedenen Theorien und inwiefern sie bedeutend zur heutigen Zeit sind.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Soziologische Machtbegriffe
- 2.1 Das Verhältnis von Macht und Herrschaft nach Weber
- 2.2 Machtkonzept nach Heinrich Popitz
- 3. Philosophischer Machtbegriff nach Foucault
- 4. Vergleich der Machttheorie.
- 5. Aktuelle Relevanz
- 6. Fazit
- 7. Literaturverzeichnis.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht tiefgehend die Theorien von Macht und Herrschaft, basierend auf den Ausführungen von Heinrich Popitz, Max Weber und Michel Foucault. Dabei wird nicht nur die Bestimmbarkeit und der Ursprung von Macht ergründet, sondern auch deren Relevanz für die Erziehungswissenschaften beleuchtet. Es wird die Frage gestellt, wie Machtverhältnisse zustande kommen und ob deren Ursprung herausgefiltert werden kann.
- Detaillierte Analyse der soziologischen Machtbegriffe nach Max Weber und Heinrich Popitz.
- Erkundung des philosophischen Machtbegriffs nach Michel Foucault.
- Ein umfassender Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den vorgestellten Machttheorien.
- Betrachtung der aktuellen Relevanz und Präsenz dieser Machttheorien in der heutigen Gesellschaft.
- Untersuchung der Bedeutung der Theorien für die Erziehungswissenschaften.
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Verhältnis von Macht und Herrschaft nach Weber
Macht im Sinne Max Webers ist die „Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht" (Weber 1947, S.28). Dadurch wird deutlich, dass Macht vom Individuum selbst ausgeht, indem es versucht seine eigenen Bestrebungen durchzusetzen bei der bestmöglichen Gelegenheit. Im Unterschied dazu definiert Weber Herrschaft als die „Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angehbarer Person Gehorsam zu finden“ (ebd., S.28). Da eine legitime gültig anerkannte Ordnung Voraussetzung ist, gehört Herrschaft beim Bewältigen dieser zu dem Ausnahmefall der Macht. Dadurch ist eine Analyse der Herrschaft mittels der Soziologie ausführbar, jedoch nicht hinreichend genug für die Untersuchung der Macht (vgl. Neuenhaus-Luciano 2012, S.97). Denn Weber wendet kritisch ein, dass Macht soziologisch amorph sei. Denn alle denkbaren Qualitäten eines Menschen sei es seine Eigenschaften, Ressourcen oder Konstellationen können einen Menschen dazu verleiten seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen (vgl. Weber 1947, S.28). Aus diesem Grund widmet sich Weber nicht maßgebend der Macht zu und nennt lediglich eine Definition, die dennoch ausschlaggebend genug ist für sein politisches Denken und seinen soziologischen Ansatz. Denn er geht davon aus, dass das „subjektiv sinnhaften“ Handeln des Individuums die Zentrale des Sozialen spielt, was den ganzen soziologischen Standpunkt von Weber widerspiegelt. Es bildet somit die Basis von Macht und Herrschaft, denn Weber definiert im späteren Verlauf das moderne charakteristische Verhältnis von Macht und Herrschaft als konträr. Dies lässt sich daran begründen, dass Herrschaft als einesteils als Sonderfall, aber wiederrum als ein Gegensatz dargelegt wird. Demzufolge ergibt sich eine Diskrepanz, die Weber jedoch als Charakteristikum der sozialen Entwicklung und nicht als Auflösbar anerkennt. (vgl. Neuenhaus-Luciano 2012, S. 97).
Herrschaft basiert auf Disziplin und Rationalität., worauf das Soziale bis hin zum Automatismus sich stützt. Gehorsamkeit und der Eigennutzen ohne eine sinnhafte Orientierung ist ein wichtiger Faktor um einen Machtkampf lahmlegen zu können und was zur Anpassung des sozialen Handelns bezweckt. Dennoch bleibt sie „ihrerseits abhängig von dezisionistischer Machtausübung, deren Bindung an subjektiven Sinn Intentionalität und freie Entscheidung der handelnden Individuen impliziert“ (Neuenhaus-Luciano 2012, S. 98).
Es muss zudem angemerkt werden, dass es nicht möglich ist sich der Herrschaft zu entziehen, denn Widerstand ist zwecklos. Dies benötigt Herrschaft auch nicht, dennoch sind bestimmte „Motive der Fügsamkeit“ miteinkalkuliert sowie ein „bestimmtes Minimum an Gehorchenwollen, also Interesse (äußerem oder innerem) am Gehorchen, die zu „jedem echten Herrschaftsverhältnis“ dazu gehören (Weber 1947, S, 122).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die alltägliche Präsenz von Macht ein, stellt die Forschungsfrage nach der Bestimmbarkeit und dem Ursprung von Macht und skizziert die Hauptthemen der Arbeit: die Macht- und Herrschaftstheorien von Popitz, Weber und Foucault sowie deren Relevanz für die Erziehungswissenschaften.
2 Soziologische Machtbegriffe: Dieses Kapitel beleuchtet soziologische Machtbegriffe, beginnend mit Max Webers Definition von Macht und Herrschaft sowie Heinrich Popitz' Machtkonzept, um deren Grundlagen und Strukturformen darzulegen.
2.1 Das Verhältnis von Macht und Herrschaft nach Weber: Hier werden Max Webers Definitionen von Macht als Chance zur Willensdurchsetzung und Herrschaft als Chance auf Gehorsam für Befehle detailliert erklärt, wobei die Unterschiede und die Basis von Herrschaft auf Disziplin und Rationalität hervorgehoben werden.
2.2 Machtkonzept nach Heinrich Popitz: Dieses Unterkapitel stellt Heinrich Popitz' anthropologisches Machtverständnis dar, das auf Webers Theorie aufbaut und drei Prämissen sowie vier Grundformen der Macht (verletzende Aktionsmacht, instrumentelle Macht, innere/autoritative Macht, datensetzende Macht) identifiziert.
3. Philosophischer Machtbegriff nach Foucault: Foucaults Verständnis von Macht als historische Machtpraktiken, Kräfteverhältnisse und taktische Situationen wird erläutert, wobei sein Fokus auf der Allgegenwärtigkeit und Produktivität von Macht in sozialen Beziehungen und die Verbindung von Macht und Wissen im Vordergrund stehen.
4. Vergleich der Machttheorie: In diesem Kapitel werden die Machttheorien von Weber, Popitz und Foucault gegenübergestellt, wobei die unterschiedlichen disziplinären Ansätze (Soziologie vs. Philosophie) und die jeweiligen Schwerpunkte sowie Gemeinsamkeiten und Kontraste herausgearbeitet werden.
5. Aktuelle Relevanz: Die Arbeit untersucht, inwiefern die Theorien von Weber, Popitz und Foucault in der heutigen Zeit relevant sind, wobei Beispiele wie Mobbing, häusliche Gewalt oder das NS-Regime zur Veranschaulichung der verschiedenen Machtformen und Herrschaftstypen herangezogen werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Kernerkenntnisse der Arbeit zusammen, indem es die soziologischen Machtverständnisse von Weber und Popitz sowie Foucaults philosophischen Ansatz gegenüberstellt und die jeweils herausgearbeiteten Aspekte hervorhebt.
Schlüsselwörter
Macht, Herrschaft, Max Weber, Heinrich Popitz, Michel Foucault, Soziologie, Philosophie, Machttheorie, Kräfteverhältnisse, Legitimation, Machtausübung, Aktionsmacht, Instrumentelle Macht, Autoritative Macht, Erziehungswissenschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit behandelt die Theorien von Macht und Herrschaft nach Heinrich Popitz, Max Weber und Michel Foucault und untersucht deren Relevanz, insbesondere im Kontext der Erziehungswissenschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die soziologischen und philosophischen Machtbegriffe, der Vergleich der verschiedenen Machttheorien sowie deren aktuelle gesellschaftliche Relevanz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie Machtverhältnisse zustande kommen, ob Macht bestimmbar ist und ihr Ursprung herausgefiltert werden kann, basierend auf den Theorien der genannten Soziologen und Philosophen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert und vergleicht primär die Konzepte und Theorien von Macht und Herrschaft verschiedener Denker, was auf eine methodische Herangehensweise im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften hindeutet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die soziologischen Machtbegriffe von Max Weber und Heinrich Popitz, den philosophischen Machtbegriff von Michel Foucault, einen Vergleich dieser Theorien sowie deren aktuelle Relevanz anhand konkreter Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Macht, Herrschaft, Max Weber, Heinrich Popitz, Michel Foucault, Soziologie, Philosophie und Machttheorie.
Wie unterscheiden sich Webers und Popitz' Machtverständnisse von Foucaults Ansatz?
Weber und Popitz nähern sich Macht eher aus einer soziologischen Perspektive, wobei Weber Macht als amorph und Popitz die Machtausübung in konkreten Formen beschreibt; Foucault hingegen betrachtet Macht aus philosophischer Sicht als allgegenwärtige Kräfteverhältnisse, die die Realität produktiv gestalten und nicht nur repressiv wirken.
Welche Formen der Machtausübung identifiziert Heinrich Popitz?
Heinrich Popitz differenziert Macht in vier Grundformen: die verletzende Aktionsmacht, die instrumentelle Macht, die innere oder autoritative Macht und die datensetzende Macht.
Inwiefern ist die Machttheorie von Max Weber heute noch relevant?
Webers Machttheorie ist heute noch relevant, da sie hilft, das Zustandekommen und die Akzeptanz von Herrschaftsverhältnissen zu verstehen, beispielsweise durch seine Typen der Herrschaft (rational-legal, traditional, charismatisch), die auch in aktuellen politischen oder sozialen Kontexten beobachtet werden können.
Was versteht Foucault unter der "Mikrophysik der Macht"?
Foucaults Konzept der "Mikrophysik der Macht" besagt, dass Macht nicht nur von einer zentralen Instanz ausgeht, sondern allgegenwärtig und in den kleinsten sozialen Beziehungen zwischen Individuen wirksam ist, wodurch ein machtfreier Zustand unmöglich wird.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Inwiefern sind Heinrich Popitz, Max Weber und Michel Foucault relevant für die Erziehungswissenschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1375527