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Negativ Narrative. Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative?

Titel: Negativ Narrative. Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative?

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Verschwörungserzählungen können von relativ harmlosen Überzeugungen, wie zum Beispiel, die Erde sei eine Scheibe, deren Erzählungen unter anderem die Flat Earth Society folgt, bis hin zu gefährlichen extremistischen Ansichten reichen, die zur Gewaltanwendung führen können.

Die starke Entwicklung der sozialen Medien hat die Verbreitung der Verschwörungserzählungen weltweit stark geprägt und gefördert. Die Ausbreitung von Falschinformationen und Propaganda hat dazu beigetragen, dass mehr Menschen als noch vor 20 Jahren an Verschwörungserzählungen glauben und diesen folgen. Dies hat zu einer Zunahme von Problemen geführt, darunter Verlust des Vertrauens in etablierte Institutionen oder die Verbreitung von Hass und Vorurteilen gegenüber bestimmtem Gruppen.

Die Auswirkungen von Verschwörungserzählungen können gravierend sein und eine Bedrohung für die Demokratie, die Gesellschaft und das individuelle Wohlbefinden darstellen. Doch warum glauben Menschen an solche Verschwörungserzählungen? Warum glauben Menschen, beispielsweise Bill Gates habe Covid-19 als Biowaffe erschaffen, um die Menschheit zu dezimieren? Warum folgen Menschen Narrativen, wie der Holocaust sei von den Alliierten erfunden, nur um Deutschland zu schaden und damit "die Juden" immer wieder aufs neue Wiedergutmachungszahlungen und Macht erpressen können?

Diese Frage wird in der folgenden Hausarbeit aufgearbeitet, um einen Überblick zu geben, warum einige Menschen Verschwörungserzählungen Glauben schenken und folgen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung

2.1 Verschwörungsnarrative

2.2 Toxische Narrative

3 Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative

3.1 Kontrolle

3.2 Identität

3.3 Große Ursachen

3.4 Mittel zum Zweck

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die psychologischen und sozialen Beweggründe hinter dem Glauben an Verschwörungserzählungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum Menschen trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz solchen Narrativen folgen und welche Funktionen diese für den Einzelnen in Krisensituationen erfüllen.

  • Die Entstehung und psychologische Wirkung von Verschwörungsnarrativen
  • Die Rolle von Bedürfnissen wie Kontrolle, Identität und Selbstwert
  • Der Zusammenhang zwischen großen gesellschaftlichen Krisen und Verschwörungsglaube
  • Die instrumentelle Nutzung von Verschwörungsmythen als Mittel zum Zweck

Auszug aus dem Buch

3.1 Kontrolle

Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle ist eines der wichtigsten und grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen. Reale Lebenserfahrungen gehen entweder mit der Einsicht einher, dass der Mensch erreicht, was er tatsächlich angestrebt hat, oder dass dem eben nicht so ist. Das eigene Verhalten hat also somit einen positiven Einfluss auf das angestrebte Ziel oder einen negativen, wenn das Ziel nicht erreicht wurde. Das sind die sogenannten positiven und negativen Kontrollerfahrungen. Laut Grawe kann man auf Kontrolle nicht verzichten, wenn man zum Überleben und zum anderen irgendein oder irgendwelche Bedürfnisse befriedigen will. Ein Kleinkind beispielsweise drückt seine Bedürfnisse durch Schreien, Weinen und lauten Äußerungen aus. Nun kann das Kleinkind entweder die Erfahrung machen, dass es erreicht, was es angestrebt hatte (zum Beispiel von der Mutter auf den Arm genommen werden) oder die Erfahrung, dass dem Kind nicht gelingt. Dies sind die oben genannten Kontrollerfahrungen. Aus diesen Kontrollerfahrungen, die ein Mensch lebenslang erfährt, entwickeln sich diverse individuelle positive oder negative Kontrollüberzeugungen. Konkret haben Menschen dadurch Grundüberzeugungen bezüglich ihrer Möglichkeit Einfluss auf die Umgebung zu nehmen entwickelt. Menschen lernen also, ob es in bestimmten Situationen oder im Alltag allgemein eine Voraussehbarkeit und Kontrollmöglichkeit der Situation gibt, also ob es sich lohnt sich einzusetzen und zu engagieren oder nicht. Diese Orientierung gibt Sicherheit und ein Gefühl der Sicherheit. Das Bedürfnis nach Kontrolle und Orientierung umfasst den Wunsch der Menschen eine Vorstellung zu haben oder besser noch zu wissen, was in unmittelbarer oder weiterer Zukunft passieren wird. Außerdem umfasst dieses Bedürfnis auch den Wunsch, die Welt zu verstehen und auf Ereignisse Einfluss zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die durch die Covid-19-Pandemie verstärkte Relevanz von Verschwörungserzählungen ein und skizziert die Problematik des Vertrauensverlusts in etablierte Institutionen.

2 Begriffserklärung: Hier werden die zentralen Begriffe „Verschwörungsnarrative“ und „Toxische Narrative“ definiert und voneinander sowie von anderen Erzählungen abgegrenzt.

2.1 Verschwörungsnarrative: Dieser Abschnitt erläutert Merkmale von Verschwörungserzählungen anhand des Akronyms CONSPIR und ordnet diese als Gedankenmodelle zur Steuerung gesellschaftlicher Ereignisse ein.

2.2 Toxische Narrative: Hier wird der Begriff der toxischen Narrative beleuchtet, die gesellschaftliches Klima vergiften und oft an rechtsextreme Ideologien anknüpfen.

3 Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative: Dieses Kapitel verlässt die rein pathologische Betrachtung und analysiert psychologische Grundbedürfnisse, die mit Verschwörungsglaube adressiert werden.

3.1 Kontrolle: Es wird dargelegt, wie das menschliche Bedürfnis nach Orientierung und die Strategie zur Bewältigung von Kontrollverlusten den Glauben an Verschwörungen befördern.

3.2 Identität: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Wunsch nach Zugehörigkeit und Selbstwertsteigerung dazu führt, dass Menschen sich durch Verschwörungsmythen eine Identität schaffen.

3.3 Große Ursachen: Hier wird der „Proportionality Bias“ erklärt, der beschreibt, warum Menschen bei dramatischen Ereignissen dazu neigen, spekulative, aber große Ursachen einfachen Zufällen vorzuziehen.

3.4 Mittel zum Zweck: Dieser Abschnitt thematisiert die instrumentelle Nutzung von Verschwörungsmythen, etwa für finanzielle Zwecke oder zur politischen Mobilisierung.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Verschwörungsglaube oft ein psychologischer Ausweg aus individuellen Krisen ist, der nicht allein durch psychische Erkrankungen erklärbar ist.

Schlüsselwörter

Verschwörungsnarrative, Toxische Narrative, Kontrolle, Identität, Proportionality Bias, Psychologie, Krisenbewältigung, Soziale Identität, Politische Mobilisierung, Rechtsextremismus, Grundbedürfnisse, Verschwörungstheorien, Macht, Desinformation, Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen und Funktionen des Glaubens an Verschwörungsnarrative aus einer psychologischen und gesellschaftlichen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Verschwörungs- und toxischen Narrativen sowie die Analyse psychologischer Bedürfnisse wie Kontrolle, Identität und die Suche nach Sinn bei großen Ereignissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Menschen in bestimmten Lebenssituationen an Verschwörungserzählungen glauben und welchen psychologischen Nutzen sie daraus ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse psychologischer Grundlagen und der Auswertung von Fachliteratur zum Thema Verschwörungs- und Krisennarrative.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, eine tiefgehende Analyse der psychologischen Beweggründe (Kontrolle, Identität, Proportionality Bias) und eine Untersuchung der instrumentellen Nutzung von Verschwörungsmythen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Verschwörungsnarrative, Kontrolle, Identität, Proportionality Bias, Krisenbewältigung und Instrumentalisierung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Verschwörungsnarrativen und toxischen Narrativen?

Verschwörungsnarrative werden als allgemeine Gedankenmodelle über geheime Steuerung erklärt, während toxische Narrative speziell als Erzählungen definiert werden, die gesellschaftliches Klima vergiften und oft rechtsextreme Ressentiments enthalten.

Worauf bezieht sich das CONSPIR-Akronym?

Es dient der Identifikation von sieben Merkmalen verschwörerischen Denkens, wie beispielsweise Misstrauen gegenüber offiziellen Darstellungen (Overriding suspicion) und die Tendenz, Zufälle als geplant umzudeuten (Re-interpreting randomness).

Warum spielt das Bedürfnis nach Kontrolle eine so entscheidende Rolle für Verschwörungsgläubige?

Menschen in Krisensituationen leiden unter Kontrollverlust, der Ängste auslöst; der Glaube an ein strukturiertes, wenn auch böses Verschwörungsschema bietet eine scheinbare Ordnung und Planbarkeit.

Was besagt der Proportionality Bias in diesem Kontext?

Er beschreibt die menschliche Tendenz, für große, dramatische Ereignisse keine trivialen Ursachen akzeptieren zu wollen, sondern komplexe oder spekulative „große“ Erklärungen zu bevorzugen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Negativ Narrative. Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative?
Hochschule
Universität Ulm
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1376151
ISBN (PDF)
9783346912480
ISBN (Buch)
9783346912497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Narrative Verschwörungen Verschwörungstheorien negativ narrative Verschwörungserzählungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Negativ Narrative. Warum glauben Menschen an Verschwörungsnarrative?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376151
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Leseprobe aus  20  Seiten
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