Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Medienethik

Niklas Luhmann: "es sei denn: man tötet ihn" - Eine überblicksartige Besprechung der systemtheoretischen Betrachtung von Ethik und den Konsequenzen moralischen Handelns

Titel: Niklas Luhmann: "es sei denn: man tötet ihn" - Eine überblicksartige Besprechung der systemtheoretischen Betrachtung von Ethik und den Konsequenzen moralischen Handelns

Seminararbeit , 2009 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ludwig Andert (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medienethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Beispiel der wissenschaftlichen Reflexion von Moral zeigt Luhmann, dass eine rücksichtslos vereinfachende Vorgehensweise zu einer „Infektion“ führen kann, so dass ein Wissenschaftler am Ende nicht mehr wissenschaftliche, sondern moralische Urteile fällt. Damit ist er einem zentralen Problem jeder Ethik auf der Spur: Letztlich soll ein Theoriegebäude der Moral dazu dienen, die Begründung der Moral von einem seinerseits moralischen Urteil unabhängig zu machen. Doch wenn eine Ethik nicht moralischen Kriterien genügen muss, wie kann sie dann Basis für Werturteile wie „gut“ oder „schlecht“ sein?

Der vorliegende Text wird Luhmanns Vorschlag beleuchten, Ethik als Problemlösungsstrategie moralischer Reflexion zu verstehen, die historisch unter dem Einfluss moralexterner Rahmenfaktoren steht und zwischen diesen und der konkreten Ausformulierung von Moral vermittelt. Außerdem soll ein Blick auf die Konsequenzen der Ethiktheorie Luhmanns geworfen werden.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Moral: Achtung und Missachtung

3. Ethik: Begründung des moralischen Urteils?

4. Metaethik: Die Moral und der Zweck

5. Aggressivität

6. Fundamentalismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit liefert eine überblicksartige Besprechung der systemtheoretischen Betrachtung von Ethik nach Niklas Luhmann und untersucht dabei kritisch die Konsequenzen moralischen Handelns sowie die strukturellen Implikationen einer ethischen Reflexion innerhalb funktional ausdifferenzierter Gesellschaftssysteme.

  • Systemtheoretische Analyse der Moral als Kommunikationsmedium
  • Die Differenz von Achtung und Missachtung
  • Grenzen der ethischen Begründungsversuche
  • Das Verhältnis von Moral und Aggressivität
  • Kritik an fundamentalistischen Argumentationsstilen

Auszug aus dem Buch

5. Aggressivität

„Wer moralisiert, will verletzen.“ Luhmann zieht die Moral zur Verantwortung, indem er ihr die dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte anlastet: Von „Aufständen“, „Unterdrückung“, „Inquisition“ und „Kriegen“ ist in seiner Bilanz die Rede, fast so, als wäre die Gesellschaft ohne einen Begriff von Achtung oder Missachtung besser dran.

Der Zusammenhang zwischen Moral und Aggressivität ist zwar intuitiv nachvollziehbar, da er sich in der Realität leicht beobachten lässt. Dennoch scheint Luhmanns Feststellung im Widerspruch zu stehen mit einem alltäglichen Verständnis von Moral, das ihr einen unverzichtbaren Wert für das Zusammenleben der Menschen beimisst. Wie kann Moral zu einem Problem für die Gesellschaft werden?

Im Falle moralischer Kommunikation handelt es sich stets um symmetrische Kommunikation, bei denen Alter und Ego gleichermaßen betroffen sind, d.h. a) eine Programmierung des Codes Achtung/Missachtung, die jemand auf eine Person anwendet, muss auch auf diesen selbst anwendbar sein; sowie b) eine Programmierung dieses Codes, die für irgendjemanden gilt, muss aus dessen Perspektive zwangsläufig auf alle anderen anwendbar sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische Problematik von Ethik und Moral ein und erläutert den Ansatz, Ethik als Problemlösungsstrategie moralischer Reflexion zu untersuchen.

2. Moral: Achtung und Missachtung: Das Kapitel beschreibt Moral als Medium der Formung sozialer Beziehungen, das durch den binären Code von Achtung und Missachtung strukturiert ist.

3. Ethik: Begründung des moralischen Urteils?: Hier wird die Problematik behandelt, dass komplexe Gesellschaften dazu neigen, Moral nicht nur anzuwenden, sondern diese selbst zu problematisieren.

4. Metaethik: Die Moral und der Zweck: Das Kapitel hinterfragt die historische Entstehung moralischer Reflexion und die Motive, die hinter der Ausformulierung von Moral und Ethik stehen.

5. Aggressivität: Dieser Abschnitt beleuchtet den Zusammenhang zwischen Moral und Aggressivität und zeigt auf, wie moralische Kommunikation zu einer Gefahr für gesellschaftliche Inklusion werden kann.

6. Fundamentalismus: Hier wird dargelegt, warum die Vermischung von Moral mit anderen Systemcodes zu riskanten Effekten führt und worin der Fundamentalismus als problematischer Argumentationsstil besteht.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Systemtheorie, Moral, Ethik, Kommunikation, Achtung, Missachtung, Metaethik, Aggressivität, Fundamentalismus, Sozialsysteme, Gesellschaftsstruktur, moralisches Urteil, semantische Reflexion, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der systemtheoretischen Perspektive von Niklas Luhmann auf den Bereich der Ethik und die Auswirkungen von Moral innerhalb moderner Gesellschaftssysteme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?

Im Zentrum stehen die Struktur des moralischen Codes (Achtung/Missachtung), die Kritik an traditionellen ethischen Begründungsversuchen und die destruktiven Potenziale moralischer Kommunikation.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, den systemtheoretischen Blick auf Ethik als Form der Problembewältigung in funktional differenzierten Systemen nachzuvollziehen und dabei die Risiken moralischen Handelns aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, diskursive Analyse der systemtheoretischen Schriften von Niklas Luhmann unter Einbeziehung kritischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des Moral-Codes, hinterfragt die Metaethik, beleuchtet das Aggressionspotenzial moralischer Kommunikation und problematisiert fundamentalistische Argumentationsmuster.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Systemtheorie, Moral, Kommunikation, Ethik, Gesellschaft, Fundamentalismus, Achtung, Missachtung.

Warum sieht Luhmann die Moral als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft?

Luhmann argumentiert, dass die moralische Kommunikation zur Ausgrenzung führen kann, da sie den Code von Achtung und Missachtung nutzt, was soziale Inklusion behindern und Aggressionen schüren kann.

Was bedeutet es im Kontext des Textes, dass Moral ein „Code“ ist?

Moral fungiert als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium, das durch die binäre Unterscheidung von Achtung und Missachtung steuert, wie Menschen in sozialen Interaktionen aufeinander reagieren.

Inwiefern kritisiert der Autor fundamentalistische Argumentationsstile?

Der Autor kritisiert, dass Fundamentalismus durch die Vermengung verschiedener Systemcodes oder den Versuch einer Letztbegründung die logische Stringenz aufhebt und gefährliche Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Diskurs hat.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Niklas Luhmann: "es sei denn: man tötet ihn" - Eine überblicksartige Besprechung der systemtheoretischen Betrachtung von Ethik und den Konsequenzen moralischen Handelns
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Autor
Ludwig Andert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V137619
ISBN (eBook)
9783640455362
ISBN (Buch)
9783640455508
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Moral Systemtheorie Metaethik Fundamentalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ludwig Andert (Autor:in), 2009, Niklas Luhmann: "es sei denn: man tötet ihn" - Eine überblicksartige Besprechung der systemtheoretischen Betrachtung von Ethik und den Konsequenzen moralischen Handelns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137619
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  10  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum