Geldmenge und die Politik der EZB


Hausarbeit, 2002

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Geldmenge M1

3. Transaktionen
3.1 Ausweitung und Verringerung der Geldmenge
3.2 Der Akt der Geldschöpfung

4. Reservehaltung einer Bank

5. Hauptrefinanzierungsgeschäfte der Zentralbank

6. Politik der EZB
6.1 Mindestreservepolitik
6.1.1 Mindestreservepflichtige Institute
6.1.2 Festlegung der Mindestreserve
6.1.3 Haltung von Mindestreserven
6.1.4 Meldung, Überprüfung und Nichteinhaltung
6.2 Devisenpolitik

7. Verhältnis des ESZB zu den nationalen Zentralbanken
7.1 Das Europäische System der Zentralbanken
7.2 Die Europäische Zentralbank
7.3 Die nationalen Zentralbanken

8. Schlussbetrachtung

9. Anhang

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff des Geldes spielt für jedermann eine wichtige Rolle im Leben, denn ohne Geld ist ein gesellschaftliches Dasein bekannter Weise nicht möglich. Bildlich gesprochen werden auf den nachfolgenden Seiten die volkswirtschaftlichen Grundsteine zum Bau einer europäischen „Geldpyramide“ gesetzt und gleichzeitig dargestellt, welche Aufgaben die „Steinträger“ zu verrichten haben.

2. Definition der Geldmenge M1

Als Geldmenge M1 bezeichnet man die Summe des Bestandes an Banknoten, Münzen und Sichtguthaben im Staat, privaten Haushalten und Produktionsunternehmen abzüglich der Sichtguthaben des Staates bei der Bundesbank.[1] Sichtguthaben sind Guthaben, die ohne weiteres in Bargeld umgewandelt werden können, beispielsweise täglich fällige Einlagen.

Zusätzlich ist zu sagen, dass dies den allgemeinen Bestand an Geld in den Händen inländischer Nichtbanken darstellt und somit verschiedene statistische Abgrenzungen der Geldmenge wegen Unschärfe des Geldbegriffes nach sich zieht. Somit definiert man außerdem die Geldmenge M2 (entspricht der M1 zuzüglich den Termineinlagen) und die Geldmenge M3 (entspricht der M2 plus Spareinlagen). Betrachtet man die Geldmenge M3 summiert mit den Bankeinlagen im Ausland, so erhält man die erweiterte Geldmenge M3.

Man wählte die o.g. Definition der Geldmenge M1, um eine statistisch messbare Größe hervorzubringen, die der Realität der derzeitigen Geld- und Finanzmärkte entspricht. Es sollte also das geldpolitische Handeln der Zentralbank an eine feste Orientierungsgröße gebunden werden. Daraus ergeben sich zwei Funktionen des Begriffs. Zum einen sollte die definierte Geldmenge ein „Frühwarnsystem“ für monetäre Instabilitäten sein und diese innerhalb eines engen, kausalen Zusammenhangs mit der gemessenen Inflationsrate eher erkennen und entgegenwirken. Zum anderen ergab sich nun eine knapp zu haltende Größe, mit der man Gefahren für den Geldwert ausschließen konnte.

3. Transaktionen

3.1 Ausweitung und Verringerung der Geldmenge

Unter der Ausweitung der Geldmenge versteht man die Schaffung zusätzlichen Geldes. Hierzu bedient man sich der Möglichkeit der Geldschöpfung, die entweder aktiv oder passiv geschieht (siehe Punkt 3.2).

Des weiteren betrachtet man ebenso die Inflation als einen Akt der Geldmengenausweitung. Ohne dass sich die Güterproduktion erhöht, werden die Silber- und Goldvorkommen zu Geld ausgeprägt. Über mehrere Perioden steigt nun das Preisniveau, zieht erhebliche Preiserhöhungen in allen Güterkategorien nach sich und führt zum allgemeinen Kaufkraftverlust des Geldes.

Eine dritte Möglichkeit der Geldmengenausweitung ist die Refinanzierung, die in Punkt 5 noch näher erläutert wird.

Zur Geldmengenverringerung bzw. -reduktion führt die Geldvernichtung.

3.2 Der Akt der Geldschöpfung

Wie bereits oben angesprochen, liegt der Geldschöpfung (auch Kreditschöpfung genannt) eine Geldmengenausweitung zugrunde. Die passive Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die nicht zur Geldmenge zählenden Bankeinlagen, also die Summe aller längerfristigen Forderungen inländischer Nichtbanken gegenüber dem Bankensystem, in solche Einlagenformen umgeschichtet werden, die Bestandteil der Geldmenge sind.

Als eigentlicher Akt der Geldschöpfung wird allerdings die aktive Möglichkeit benannt. Hierbei wird den Nichtbanken von den Geschäftsbanken ein Sichtguthaben in Höhe des aufgenommenen Kredites eingeräumt, wodurch die gesamtwirtschaftliche Geldmenge unmittelbar ansteigt. Diesen Vorgang möchte ich an einem Beispiel näher erläutern.[2]

Es sei angenommen, in einem Geschäftsbankensystem gebe es nur zwei Filialen, nennen wie sie Bank X und Bank Y. Bank X erhält nun Zentralbankgeld aufgrund einer Einlage des Nichtbankensektors und gewährt einem Kunden auf dieser Basis einen Kredit, damit dieser seine Gütereinkäufe tätigen kann. Der entsprechende Lieferant hat sein Konto wiederum bei der Bank Y, die somit eine Überweisung in Höhe des aufgenommen Kredits erhält. Bei der Bank X findet nun ein Aktivtausch statt (Zentralbankgeld gegen Kredit), daraus ist zu erkennen, dass sich der Umfang des Zentralbankgeldes nicht geändert hat, dafür aber zusätzliche Kredite und Einlagen entstanden sind, und diese Einlagen zählen je nach Geldmengenabgrenzung zu einer Kategorie der Geldmenge. Die Kreditausweitung und Geldschöpfung kann beliebig oft wiederholt werden, solange den Banken kein Zentralbankgeld entzogen wird. In der Praxis sind jedoch der Geldschöpfung durch gesetzliche Mindestreserve und Barabhebungen der Nichtbanken Grenzen gesetzt.

4. Die Reservehaltung einer Bank

Um erklären zu können, warum eine Bank nur dann einen Kredit gewähren kann, wenn ihre Reservehaltung größer als die Mindestreserve ist, muss zunächst der Begriff der Mindestreserve an sich geklärt werden.

Die Mindestreserve einer Bank besteht aus deren Zentralbankguthaben, welches sie zur Erfüllung der Mindestreservepflicht halten muss.[3] Der derzeitige Mindestreservesatz beläuft sich auf 2 % und ist maßgebend für alle täglich fälligen Einlagen, des weiteren für die Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu 2 Jahren und letztendlich auch für Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen, ebenfalls mit 2 Jahren vereinbarter Laufzeit. Der gesamte Inhalt der Reservebasis ist der Anlage 1 zu entnehmen.

Das Mindestreservesoll ist nicht täglich, sondern im kalendertäglichen Durchschnitt als Guthaben bei der Zentralbank zu halten. Im allgemeinen wirkt diese Mindestreserve auf dem Geldmarkt als Puffer, der starke Liquiditätsausschläge ausgleicht und Zinsentwicklungen verstetigt.

Die Mindestreserve ist ein Instrument zur Steuerung der Liquidität der Kreditinstitute. Erhöht die Zentralbank den Reservesatz, so sinkt diese. Auf der Grundlage der doppelten Buchführung in der Bilanz einer Geschäftsbank, sind Kredite nur zu bewältigen, wenn genug Barreserven vorhanden sind, da sich das Zentralbankkonto auf der Aktivseite der Bilanz mit den Krediten auf der Passivseite aufhebt. Wenn ein Kunde nun entsprechendes Geld zur Verfügung gestellt bekommen haben will, muss dieser Vorgang durch die Barreserve abgedeckt sein. Es darf die Mindestreserve also nicht berühren, da die Bank am Ende jedes Geschäftstages die Bilanz der Zentralbank melden muss.

[...]


[1] Vgl. www.netschool.de, Isabel Frank, Wirtschaft und Schule – Wissen Geld

[2] Vgl. Stiglitz: Volkswirtschaftslehre, München, 1999, S. 846 ff

[3] Vgl. www.bundesbank.de/de/presse/glossar

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Geldmenge und die Politik der EZB
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Halle
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V13764
ISBN (eBook)
9783638193252
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geldmenge, Politik
Arbeit zitieren
Daniela Möller (Autor:in), 2002, Geldmenge und die Politik der EZB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13764

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