Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Fragestellungen: Mit welchen Herausforderungen und Chancen wird das Bildungssystem in Deutschland konfrontiert, wenn sich Flüchtlingskinder und -jugendliche in der Schulklasse befinden? Welche Hürden werden den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern in ihrem Bildungsweg gestellt? In der Arbeit steht besonders der Begriff der Integration im Vordergrund und nicht der Begriff der Inklusion. Die beiden Begriffe stehen oft im Zusammenhang mit Migration in Deutschland und lösen häufig kontroverse Debatten aus. In den letzten Jahren wurde häufig darüber diskutiert, den Begriff der Integration durch den der Inklusion zu ersetzen. Denn der Integrationsbegriff wird oft als einseitiger Prozess interpretiert und als Anpassungsleistung von Migrant*innen und deren Nachkommen verstanden. Die Kritik besteht vor allem in der Polarisierung der zu Integrierenden.
Zunächst soll im Rahmen des Kapitels 2 der Arbeit eine Beschreibung der Fluchtbewegungen seit 2014 gegeben werden. Dabei wird Bezug auf die Situation Deutschlands genommen und die Fluchtbewegungen von Flüchtlingskindern. Auch die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, werden thematisiert. Im darauffolgenden Kapitel werden die schulischen Rahmenbedingungen erläutert. Daraus ergibt sich eine Übersicht zu den verschiedenen Modellen der Beschulung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler. Die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlichen und die damit einhergehenden Anforderungen der Schulen und Lehrkräfte wird im letzten Teil der Arbeit erläutert. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Diskussion, in der sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen für die Weiterentwicklung von Schulen Lehrkräften diskutiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund
2.1 Flüchtlinge und ihre Fluchtgründe
2.2 Zustand der Flüchtlingskinder
2.3 Definition Integration
3. Bildungsteilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Schulorganisatorische Modelle
3.3 Fallbeispiel: Eingliederung von Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse am Ricarda-Huch-Gymnasium, Gelsenkirchen
4. Integration in der Schule
4.1 Anforderung an die Lehrkräfte und Schulen
4.2 Strukturelle und Kulturelle Integration von Kindern und Jugendlichen
5. Diskussion
Zielsetzung & Schwerpunkte der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen, denen sich das deutsche Bildungssystem gegenübersieht, wenn geflüchtete Kinder und Jugendliche in Schulklassen integriert werden müssen. Dabei stehen insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen, die schulorganisatorischen Modelle sowie die pädagogischen Anforderungen an Lehrkräfte im Fokus der Analyse.
- Analyse der Fluchtursachen und der individuellen Situation von geflüchteten Kindern.
- Untersuchung der rechtlichen Grundlagen für den Bildungszugang in Deutschland.
- Vergleich verschiedener schulorganisatorischer Integrationsmodelle.
- Praxisbeispiel der Eingliederung an einem Gelsenkirchener Gymnasium.
- Diskussion über die pädagogische Weiterentwicklung der Lehrkräfte im Kontext von Flucht und Trauma.
Auszug aus dem Buch
3.3 Fallbeispiel: Eingliederung von Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse am Ricarda-Huch-Gymnasium, Gelsenkirchen
Die Eingliederung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Schulen soll anhand eines Praxisbeispiels nähergebracht werden. Seit 2014 nimmt das Ricarda-Huch-Gymnasium Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse in einer begrenzten Menge auf (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Dabei werden in der Regel bis zu 15 Schüler*innen aufgenommen (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Das Herkunftsland sowie die -sprache sind bei der Aufnahme irrelevant (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Allerdings wird darauf geachtet, dass nur Kinder bis zur 7. Klasse aufgenommen werden (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Damit wird den Kindern die Möglichkeit gewährleistet die gymnasiale Oberstufe zu besuchen (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Das Ziel der Schule „…ist die Vermittlung von Deutschkenntnissen in einer speziellen Deutschförderklasse innerhalb von zwei Jahren und die parallellaufende sukzessive Eingliederung der Schülerinnen und Schüler in die altersgemäße Regelklasse“ (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Somit wird am Ricarda-Huch-Gymnasium das Teilintegrative Modell zur Eingliederung von Schülerinnen und Schülern genutzt (siehe Tabelle 1). Die Aufnahme der Schüler*innen erfolgt in Form eines Gesprächs gemeinsam mit den Eltern oder einer anderen erziehungsberechtigten Person, einem Übersetzer oder einer Übersetzerin, sowie der Schulleitung und den Deutschförder-Lehrer*innen (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 107). Nach dem Gespräch werden die Kinder anhand folgender Kriterien aufgenommen: „Eindruck beim Aufnahmegespräch“, „Alter/ Geschlecht und Zeugnisse bzw. bisherige Schullaufbahn im Herkunftsland (falls vorhanden)“, „ggf. Empfehlungen durch bisherige Schulen oder durch Betreuer“ und „Muttersprache und weitere Fremdsprachenkenntnisse“ (Klee & Zimmermann-Sutcliffe, 2016, S. 108).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die aktuelle Fluchtsituation und definiert das Ziel sowie die Forschungsfrage der Bachelorarbeit.
2. Hintergrund: Hier werden die Definitionen von Flüchtlingen, Fluchtgründen sowie der Zustand und die spezifischen Belastungen von Flüchtlingskindern wissenschaftlich eingeordnet.
3. Bildungsteilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, schulorganisatorische Modelle und stellt ein konkretes Fallbeispiel zur Eingliederung vor.
4. Integration in der Schule: Der Fokus liegt hierbei auf den Anforderungen an Lehrkräfte sowie der strukturellen und kulturellen Ebene der Integration im Schulalltag.
5. Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Herausforderungen sowie die Chancen für die Weiterentwicklung von Schulen.
Schlüsselwörter
Flüchtlingskinder, Integration, Bildungssystem, Schule, Fluchtgründe, Traumapädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Teilhabe, Deutschförderung, Schullaufbahn, Migrationsforschung, Inklusion, pädagogische Herausforderungen, Lehrkräfte, Bildungszugang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Situation und die Herausforderungen geflüchteter Kinder und Jugendlicher bei der Integration in das deutsche Schulsystem.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bildungsteilhabe, die Belastungen durch Fluchterfahrungen sowie verschiedene schulorganisatorische Modelle der Eingliederung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Institutionen und Lehrkräfte geflüchtete Kinder besser unterstützen können, um faire Bildungschancen trotz der bestehenden Hürden zu ermöglichen.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung anhand von Fachliteratur sowie die Analyse eines praktischen Fallbeispiels an einem Gymnasium.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Flucht und Integration, die Darstellung gesetzlicher Vorgaben und eine detaillierte Betrachtung schulpraktischer Integrationsmodelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Integrationsbegriff sind Begriffe wie Trauma, Bildungsteilhabe, Migrationssensibilität und schulorganisatorische Modelle prägend.
Warum ist der Begriff „Integration“ in der Arbeit so umstritten?
Die Arbeit diskutiert, dass der Integrationsbegriff oft einseitig als Anpassungsleistung der Migranten interpretiert wird, was zu kritischen Debatten in der Migrationsforschung führt.
Welche Bedeutung kommt dem Fallbeispiel am Ricarda-Huch-Gymnasium zu?
Das Beispiel illustriert in der Praxis, wie eine Eingliederung durch Deutschförderklassen und die Unterstützung durch „Buddies“ erfolgreich gestaltet werden kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Die Schule als Lernort. Integration von geflüchteten Kindern als Herausforderung und Chance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376767