Durch meine tägliche Arbeit an Förder- und Regelschulen als Integrationsassistenz mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 - 18 Jahren habe ich feststellen können, dass viele meiner Klienten ein hohes Maß an Bewegung verspüren und gleichzeitig Entwicklungsverzögerungen oder -störungen aufzeigen.
In meinem Arbeitsalltag ist mir immer wieder begegnet, dass die unkontrollierten Bewegungen der Kinder und Jugendlichen von den Lehrkräften unterbunden wurden, mit der Auffassung, dass die Bewegung beim Lernen sie und andere Mitschüler:innen stören würde.
Daher habe ich nach Möglichkeiten gesucht, um dem kindlichen Bewegungsdrang in den Schulen gerecht zu werden, fernab von den Pausenzeiten, um die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen interessenorientiert, ressourcenorientiert und spielerisch zu fördern und habe mich vor dem Hintergrund intensiv mit der Psychomotorik auseinandergesetzt.
In meiner Hausarbeit liegt das Augenmerk auf den Förderschulen und auf einem einzelnen Kind, welches durch mein psychomotorisches Angebot, Lernen als ein „Kinderspiel“ wahrnehmen soll.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
SITUATIONSANALYSE
RAHMENBEDINGUNGEN UND STRUKTUR DER FÖRDERSCHULE
PSYCHOMOTORIK
WAS IST PSYCHOMOTORIK?
EINBETTUNG VON PM IN DIE HEILPÄDAGOGIK
PSYCHOMOTORISCHE EINHEITEN
DIE ZIELSETZUNG DER PSYCHOMOTORISCHEN EINHEITEN
KINDZENTRIERTE PSYCHOMOTORISCHE ENTWICKLUNGSFÖRDERUNG
RAHMENBEDINGUNGEN PSYCHOMOTORISCHER FÖRDERUNG
MEINE ROLLE ALS PSYCHOMOTORIKERIN
ÄUSSERE BEDINGUNGEN
GERÄTE UND MATERIALIEN
ZEITLICHER RAHMEN
INNERE BEDINGUNGEN
GESTALTUNG DES FÖRDERPROZESSES
EINSTIEG
EXTENSIVE PHASE
INTENSIVE PHASE
COOL DOWN
REFLEXION
DARSTELLUNG DER VIER FÖRDEREINHEITEN
1. FÖRDEREINHEIT
2. FÖRDEREINHEIT
3. FÖRDEREINHEIT
4. FÖRDEREINHEIT
ABSCHLUSSREFLEXION UND PERSPEKTIVE
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirksamkeit psychomotorischer Angebote als gezielte Entwicklungsförderung für Kinder mit Förderbedarf in einem heilpädagogischen Einzelsetting zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern durch kindzentrierte, psychomotorische Interventionen eine Verbesserung der Selbstwahrnehmung und Handlungsfähigkeit bei einem Kind mit Autismus-Diagnose erreicht werden kann, um Lernen effektiv als „Kinderspiel“ erlebbar zu machen.
- Grundlagen der Psychomotorik in der Heilpädagogik
- Methodik der kindzentrierten Entwicklungsförderung
- Gestaltung strukturierter Förderprozesse im Einzelsetting
- Praktische Umsetzung und Reflexion psychomotorischer Einheiten
Auszug aus dem Buch
Was ist Psychomotorik?
Der Begriff „Psychomotorik“ repräsentiert die funktionelle Einheit psychischer und motorischer Vorgänge und die daraus resultierende „enge Verknüpfung des Körperlich-motorischen mit dem Geistig-seelischen“.
Während die Medizin sich auf die Behebung der körperlichen, muskulären Störungen konzentriert und psychotherapeutische Verfahren vor allem auf die psychische Befindlichkeit abzielt, stellt Psychomotorik einen ganzheitlichen Anspruch der Förderung. Psychomotorik kommt genau dann ins Spiel, wenn jene Bereiche sich überschneiden.
Psychomotorik zeichnet sich durch einen individuellen und persönlichen ressourcenorientierten Zugang zur Entwicklungsförderung sowie einen motivierenden Rahmen (Raum und Material) aus, der den Kindern und Jugendlichen gewährt „Ich-Kompetenzen“ (sich und seinen Körper wahrnehmen, erleben, verstehen und mit ihm umgehen können), „Sach-Kompetenzen“ (die materielle Umwelt wahrzunehmen, Informationen über sie erleben und verstehend verarbeiten und in und mit ihr umzugehen) und Sozialkompetenz zu erfahren und zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Autorin begründet ihre Motivation für das Thema und leitet die Untersuchung der spielerischen Entwicklungsförderung für Kinder mit Förderbedarf her.
SITUATIONSANALYSE: Dieses Kapitel beschreibt die strukturellen Rahmenbedingungen der Förderschule sowie die Anamnese des 11-jährigen Klienten Peter G.
PSYCHOMOTORIK: Die theoretischen Grundlagen der Psychomotorik und deren heilpädagogische Relevanz werden erörtert.
PSYCHOMOTORISCHE EINHEITEN: Fokus auf die Zielsetzungen der Einheiten und die Konzeption der kindzentrierten Entwicklungsförderung für Kinder mit aggressivem Verhalten.
RAHMENBEDINGUNGEN PSYCHOMOTORISCHER FÖRDERUNG: Darstellung der persönlichen Rolle als Psychomotorikerin sowie der äußeren und inneren Bedingungen für den Erfolg des Förderprozesses.
GESTALTUNG DES FÖRDERPROZESSES: Detaillierte Beschreibung der Phasen eines psychomotorischen Prozesses vom Einstieg bis zur Reflexion.
DARSTELLUNG DER VIER FÖRDEREINHEITEN: Konkrete Dokumentation und Analyse von vier durchgeführten Fördereinheiten mit spezifischen Themenstellungen.
ABSCHLUSSREFLEXION UND PERSPEKTIVE: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten der individuellen Förderung im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Psychomotorik, Heilpädagogik, Autismus, Kindzentrierte Förderung, Entwicklungsförderung, Einzelsetting, Selbstwahrnehmung, Handlungsfähigkeit, Stimming, Motorik, Sozialkompetenz, Ganzheitliche Förderung, Förderschule, Selbstkonzept, Interaktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung psychomotorischer Angebote als Mittel zur Entwicklungsförderung bei einem Kind mit Förderbedarf und Autismus-Diagnose in einem heilpädagogischen Einzelsetting.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die integrative Verbindung von psychischen und motorischen Prozessen, die Bedeutung der kindzentrierten Arbeitsweise und die Gestaltung strukturierter, ressourcenorientierter Förderprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu zeigen, wie durch psychomotorische Angebote Lernen für ein Kind als freudvolles „Kinderspiel“ erlebt werden kann, um Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Beobachtung und Dokumentation von vier aufeinanderfolgenden psychomotorischen Fördereinheiten unter Anwendung heilpädagogischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse, die fundierte Theoriebildung zur Psychomotorik sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung von vier praxisorientierten Fördereinheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Psychomotorik, Autismus, kindzentrierte Entwicklung, Selbstwahrnehmung und heilpädagogische Förderung.
Wie geht die Autorin mit dem herausfordernden Verhalten des Klienten um?
Durch die Schaffung eines geschützten Rahmens und das Angebot „sich selbst stimulierender Aktivitäten“ (Stimming) wird versucht, dem Kind Selbstwirksamkeit und Entspannung zu ermöglichen, statt aggressives Verhalten lediglich zu unterbinden.
Welche Bedeutung hat das „Einzelsetting“ in dieser Arbeit?
Das Einzelsetting dient dazu, dem Kind einen exklusiven Raum zu bieten, in dem es ohne den Störfaktor lauter Klassenräume oder soziale Überforderung lernt, sich auf eigene Bedürfnisse zu konzentrieren und das Selbstbild positiv zu entwickeln.
- Quote paper
- Anna Wiemer (Author), 2022, Entwicklungsförderung durch psychomotorische Angebote an einer Förderschule im Einzelsetting, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376849