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LERNE, UM ZU LEBEN. Bildungsanspruch in der Theoriegeschichte der Jugendarbeit/-bildung

Title: LERNE, UM ZU LEBEN. Bildungsanspruch in der  Theoriegeschichte der Jugendarbeit/-bildung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: im Auswertungsgespräch

Autor:in: Marius Stelzer (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

[...] Es ist das Gymnasium, in dem Ende April 2002 ein Oberstüfenschüler
aus Verzweiflung Amok lief und zahlreiche Lehrer und Schüler tötete. In der
Zeit darauf wurde immer nur vom „Drama in Erfurt“ berichtet. Ein Städtename
wurde zu einem Synonym für eine menschliche Untat und mutierte zu einem
Schlagwort in der darauffolgenden Debatte um den Bildungs(not-) stand in
der Bundesrepublik; eine Debatte, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
abgeschlossen ist. Der Städtename „Erfurt“ gesellte sich zu „Pisa“, ein
weiterer Städtename, der allerdings nichts mit der real existierenden Stadt in
Italien zu tun hat, sondern für die statistische Vergleichsstudie zur
schulischen Leistung von SchülerInnen im welt- und vor allem europaweiten
Wettbewerb steht. Die bundesdeutschen SchülerInnen schneiden
bekanntermaßen vergleichsweise mittelprächtig ab – einer der Auslöser der
gegenwärtigen Bildungsdebatte.
Es kristallisiert sich meines Erachtens heraus, dass beide Begriffe,
„Erfurt“ und „Pisa“ die Bildungsdiskussionen prägen und grundlegende
Fragen an das Bildungssystem in Deutschland stellen, aber auch zwei Pole
bilden:
Pisa: Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland müssen schlauer
werden, mehr wissen. Im globalen Dorf zählen Wissen, Erfolg und Leistung
und die erfolgreiche Anwendung dieser Kompetenzen in einer beruflichen
Laufbahn. Gefordert werden Ganztagsschulen, frühere Einschulungen,
konsequentere Vermittlung von Inhalten und Fakten im Unterricht.
Erfurt: Nach der Bluttat wurde die Frage nach dem sozialen Lernen
hochgehalten. Wie steht es um eine Wertevermittlung? Auf welche Weise
kann eine Erziehung zur Konfliktfähigkeit junger Menschen geschehen? Wie
können junge Menschen unterstützt werden, damit sie nicht von den
zentrifugalen Kräften der Leistungsgesellschaft, dem „Immer mehr, immer
schneller“ aus dem sozialen System herausgeschleudert werden?
„Erfolg und Leistung sind die letzten Maßstäbe dieser Gesellschaft. Das
Netz, das die Gewalt bändigen soll, ist brüchig geworden, die Tradition hat keine Bindekraft mehr. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Begriff „Bildung“ in der aktuellen Diskussion. Fragen

2. Die „Theorien“ und Konzepte in der Geschichte. Begriffsklärungen

3. Die Theorien und Konzepte in der Geschichte. Überblick

4. Bildungsansprüche im Diskurs. Vergegenwärtigung

5. Bildungsansprüche im Diskurs. Handlungsschritte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Bildungsanspruch innerhalb der Theoriegeschichte der Jugendarbeit und Jugendbildung, ausgehend von aktuellen bildungspolitischen Debatten um Begriffe wie "Pisa" und "Erfurt". Ziel ist es, die pädagogischen Selbstverständnisse und theoretischen Konzepte der außerschulischen Jugendbildung zu analysieren und Wege für eine zukunftsfähige Gestaltung von Bildungsangeboten außerhalb des Schulsystems aufzuzeigen.

  • Historische Analyse pädagogischer Konzepte in der Jugendarbeit.
  • Kritische Betrachtung des Bildungsbegriffs als „Container-Wort“ in der aktuellen Diskussion.
  • Einfluss gesellschaftlicher Umbrüche auf die Theorien der Jugendbildung.
  • Herausforderungen durch Zentralisierung und Bürokratisierung in der Jugendarbeit.
  • Bedeutung von Freiräumen für soziale Bildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

Die „Theorien“ und Konzepte in der Geschichte. Begriffsklärungen

W. THOLE stellt wie W. LINDNER fest, dass Kinder- und Jugendarbeit (Jugendhilfe, Jugendbildung – hier wird das gleich zu klärende Dilemma schon deutlich) auf dem Bildungsmarkt nach je ihren Möglichkeiten mitmischen. Er stellt fest, dass allerdings der Blick weniger gerichtet ist auf Theorien und /oder Konzepte der Arbeit. Es ist nur undeutlich zu erkennen, worauf sich Jugendarbeit reflexiv bezieht, worauf sich Fachkräfte in diesem Arbeitsfeld beziehen (WARUM mache ich das?). Im Zuge der Geschichte ist zu erkennen, dass Jugendarbeit nicht auf ein geschlossenes Theoriegebäude zurückgreifen kann, sondern nur auf uneinheitliche Theorieentwürfe verschiedener Wissenschaftler. Diesbezüglich fällt es selbst heute noch schwer, die Praxis der Jugendarbeit theoretisch zu verankern.

Will man aber Jugendarbeit theoretisch verankern, muss man sich um eine einheitliche Begrifflichkeit bemühen. Für einen geschichtlichen Rückblick heißt dies, Begriffe zu definieren und zu sortieren, damit Entwicklungen begreifbar werden. Denn es gibt viele Begriffe: Theorie, Konzept, Leitlinie, Didaktik Handlungsmuster, Maxime, Idee, Technik, Muster, Entwurf, Richtlinie, Richtung, Modell, Ziel, Zielvorgabe, Hintergrund, ...

Welche Begriffe unterscheiden sich ganz? Welche unterscheiden sich teilweise. Werden unterschiedliche Begriffe synonym verwendet? Was gehört zu einer Theorie, was zu einem Modell? Welche Vorgaben bietet ein Konzept, welche eine Richtlinie? Diese Fragen drängen sich auf; im folgenden wird ein Entwurf beschrieben, der zumindest einige Antworten auf diese Fragen gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Begriff „Bildung“ in der aktuellen Diskussion. Fragen: Analysiert den Bildungsdiskurs anhand der Schlagworte "Erfurt" und "Pisa" und hinterfragt die Rolle der außerschulischen Jugendbildung in einer Leistungsgesellschaft.

2. Die „Theorien“ und Konzepte in der Geschichte. Begriffsklärungen: Setzt sich mit der methodischen Unschärfe und der Notwendigkeit einer strukturierten Begrifflichkeit für eine theoretische Fundierung der Jugendarbeit auseinander.

3. Die Theorien und Konzepte in der Geschichte. Überblick: Skizziert die Entwicklung der pädagogischen Ansätze von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis hin zu den verschiedenen Strömungen der 1960er und 70er Jahre.

4. Bildungsansprüche im Diskurs. Vergegenwärtigung: Beleuchtet die aktuelle Krise der Jugendarbeit, geprägt durch Sparmaßnahmen, Konkurrenz zu kommerziellen Angeboten und den Bedarf an einer klaren Identität.

5. Bildungsansprüche im Diskurs. Handlungsschritte: Präsentiert zukunftsorientierte Denkansätze aus Wissenschaft, Politik und Kirche, um Jugendliche in einer beschleunigten Gesellschaft zu unterstützen.

Schlüsselwörter

Jugendarbeit, Jugendbildung, Bildungsbegriff, Theoriegeschichte, Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Pisa-Debatte, Lebenswissen, Subjektorientierung, Zukunftsfähigkeit, informelles Lernen, Bildungsanspruch, Ganztagsbildung, gesellschaftlicher Wandel, Handlungskompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Stellenwert der außerschulischen Jugendbildung und fragt nach deren Bildungsauftrag in einer durch Leistungsdruck geprägten Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Jugendarbeit, die Problematik des Begriffs „Bildung“ sowie die Suche nach einer zukunftsfähigen pädagogischen Ausrichtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die theoretische Unordnung in der Jugendarbeit zu analysieren und Ansätze zu identifizieren, die eine professionelle Bildungsarbeit ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf einer historischen Rückschau sowie der Auswertung aktueller pädagogischer und bildungspolitischer Thesenpapiere basiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffs- und Theorieanalyse sowie einen historischen Überblick und endet mit einer Diskussion aktueller Handlungsschritte für die Jugendbildung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Bildungsanspruch“, „Subjektorientierung“, „Lebenswissen“ und „Zukunftsfähigkeit“ geprägt.

Welche Rolle spielt die Kirche in der Jugendbildung?

Die Kirche fungiert laut Autor als ein unverzichtbarer Akteur, der insbesondere durch die Orientierung am „Lebenswissen“ einen werteorientierten Gegenpol zur ökonomischen Beschleunigung setzt.

Was ist mit dem „Jonglierball“ Bildung gemeint?

Dies ist ein Bild für die Beliebigkeit, mit der der Bildungsbegriff aktuell in politischen und gesellschaftlichen Debatten zweckentfremdet eingesetzt wird.

Warum wird das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt erwähnt?

Es dient als Ausgangspunkt für die kritische Reflexion des gesellschaftlichen Umgangs mit sozialen Spannungen und der notwendigen pädagogischen Antwort darauf.

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Details

Title
LERNE, UM ZU LEBEN. Bildungsanspruch in der Theoriegeschichte der Jugendarbeit/-bildung
College
University of Münster  (Institut III (Sozialpädagogik, Weiterbildung und empirische Pädagogik))
Course
Hauptseminar: Jugendarbeit/ Jugendbildung. Freiwilliges Engagement von Jugendlichen als Bildungsfaktor
Grade
im Auswertungsgespräch
Author
Marius Stelzer (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V13771
ISBN (eBook)
9783638193306
Language
German
Tags
LERNE LEBEN Bildungsanspruch Theoriegeschichte Jugendarbeit/-bildung Hauptseminar Jugendarbeit/ Jugendbildung Freiwilliges Engagement Jugendlichen Bildungsfaktor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Stelzer (Author), 2002, LERNE, UM ZU LEBEN. Bildungsanspruch in der Theoriegeschichte der Jugendarbeit/-bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13771
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