Der erste Teil der Ausarbeitung nimmt Bezug auf den ersten Teil des Referates, nämlich „Der
schwache Schüler im Sportunterricht“. In einem ersten Schritt werden verschiedene
Definitionen des Begriffs der Schwäche aufgeführt, die dann im nächsten Schritt kritisch
betrachtet und analysiert werden. Im dritten Schritt werden Ursachen und Genese der
Leistungsschwäche vorgestellt und erläutert, im letzten Schritt wird versucht, ein Bild des
leistungsschwachen Schülers zu zeichnen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Der schwache Schüler im Sportunterricht
1.1 Definitionen der Schwäche / Leistungsschwäche
1.2 Kritische Anmerkungen
1.3 Ursachen und Genese der Leistungsschwäche
1.4 Das Bild des leistungsschwachen Schülers
2 Sportpädagogische Betreuung des leistungsschwachen Schülers
2.1 Der leistungsschwache Schüler in der Unterrichtspraxis
2.2 Didaktische Folgerungen
2.3 Programm für didaktisches Handeln
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Definition und Identifikation leistungsschwacher Schüler im Sportunterricht auseinander und entwickelt basierend darauf sportpädagogische Lösungsansätze sowie Programme für ein didaktisches Handeln, um den Schülern eine angemessene Teilhabe zu ermöglichen.
- Analyse verschiedener Definitionen von Leistungsschwäche im Kontext des Sports.
- Untersuchung der Ursachen und Entstehungsbedingungen motorischer Leistungsschwächen.
- Kategorisierung leistungsschwacher Schüler zur differenzierten pädagogischen Betrachtung.
- Entwicklung didaktischer Strategien zur Betreuung und Förderung betroffener Schüler.
- Kritik am traditionellen, wettbewerbsorientierten Sportunterricht.
Auszug aus dem Buch
1.2 Kritische Anmerkungen
Die Gemeinsamkeit aller Definitionen ist, dass eine Erwartung gestellt ist, der der Schüler nicht gerecht wird. Auch erscheinen sie auf den ersten Blick allesamt schlüssig und überzeugend; jedoch stellen sich gewisse Probleme.
Die Sportnote als Kriterium heranzuziehen erscheint nicht als sinnvoll, da sie nur eine geringe Objektivität aufweist. Die Berücksichtigung sportlicher Disziplinen, die außerhalb der Schule möglich sind, ergeben ein ganz anderes Bild. Diese Sportarten, häufig Trendsportarten wie z.B. Skateboard, Inlineskating, Klettern, etc. sind häufig die Lieblingsdisziplinen und bleiben unberücksichtigt, während die betreffenden Schüler dort hervorragende Leistungen zeigen.
Es wäre also demnach angebracht, diese Schüler mehr als „schulsportschwach“ denn als generell sportschwach zu bezeichnen, da sich die Schwäche ja oft nur auf den Bereich des Schulsports bezieht. Hier sei auch ein veraltetes Sportcurriculum mit nur wenigen Teildisziplinen ( Fußball, Basketball, Volleyball, Leichtathletik, Turnen ) zu nennen, was oft zu der oben beschriebenen Kategorisierung führt.
Auch ein Vergleich mit den Klassenkameraden erweist sich als unzureichend für eine Kategorisierung als leistungsschwach, denn die festgestellte Schwäche bezieht sich eben nur auf die jeweiligen Disziplinen, die in einer bestimmten Schule betrieben werden. Dies zeigt sich in Hempfers Überlegungen zu Kriterien, Schüler im Sportunterricht und allgemein im Bereich des Sports als „leistungsschwach“ zu kategorisieren:
Wenn wir von Leistungsschwäche sprechen, so kann diese Leistungsschwäche aufgrund der Beurteilungsmöglichkeiten nur bedeuten, dass ein als leistungsschwach festgestellter Schüler in den Disziplinen, die in einer ganz bestimmten Schule betrieben werden, deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Es ist aber falsch und unzulässig, aufgrund dieser Feststellung und Benotung einen Schüler allgemein auf sportlichem Gebiet als leistungsschwach zu bezeichnen. Das wäre eine unzulässige Verallgemeinerung ( Hempfer 1973, S. 158 )
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der schwache Schüler im Sportunterricht: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Leistungsschwäche, reflektiert kritisch über gängige Beurteilungskriterien und beleuchtet die Ursachen sowie das Erscheinungsbild betroffener Schüler.
2 Sportpädagogische Betreuung des leistungsschwachen Schülers: Hier werden didaktische Konsequenzen für die Unterrichtspraxis abgeleitet und ein strukturiertes Programm für didaktisches Handeln vorgestellt, das Diskriminierung vermeiden und Kompensation ermöglichen soll.
Schlüsselwörter
Leistungsschwäche, Sportunterricht, Sportpädagogik, Didaktik, Bewegungsmangel, motorische Entwicklung, Sportnote, Schulsport, Inaktivität, Förderung, körperliche Beeinträchtigung, Diskriminierung, Kompensation, Grundlagentraining.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik leistungsschwacher Schüler im Sportunterricht, hinterfragt aktuelle Definitionsansätze und sucht nach Wegen, diese Schüler pädagogisch sinnvoll zu betreuen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Begriffsdefinition von Schwäche, die Ursachenforschung hinsichtlich motorischer Leistungsdefizite, eine Kategorisierung der betroffenen Schüler und daraus resultierende didaktische Handlungsempfehlungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für leistungsschwache Schüler zu schaffen und Ansätze zu entwickeln, um sie durch einen angepassten Sportunterricht besser in das Klassengefüge zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung auf Basis sportpädagogischer Fachliteratur, die durch die Analyse von Definitionen und Modellen (z.B. von Söll und Kern) didaktische Folgerungen ableitet.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse der Definitionen und Entstehungsursachen der Leistungsschwäche sowie in einen praktischen Teil, der pädagogische Betreuungsstrategien und Programme für didaktisches Handeln beschreibt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Leistungsschwäche, sportpädagogische Betreuung, Didaktik, motorische Förderung und die Kritik am Leistungsgedanken im Schulsport.
Warum wird die Sportnote als unzureichendes Kriterium kritisiert?
Die Note wird als wenig objektiv bewertet, da sie oft nur ein enges Spektrum an traditionellen Disziplinen abdeckt und sportliche Leistungen außerhalb der Schule oder in anderen Sportarten unberücksichtigt lässt.
Welches "didaktische Handeln" wird für leistungsschwache Schüler empfohlen?
Empfohlen wird eine Abkehr von übermäßigem Leistungsdruck, die Vermeidung von Diskriminierung durch geeignete Aufgabenwahl sowie die Förderung grundlegender konditioneller und koordinativer Fähigkeiten.
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- Christian Stuhlfauth (Author), 2008, Der schwache Schüler im Sportunterricht und seine sportpädagogische Betreuung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137719