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Veit Harlans Film ''Opfergang''

Opferbereitschaft und Todessehnsucht

Título: Veit Harlans Film ''Opfergang''

Libro Especializado , 12 Páginas

Autor:in: Thomas Reis (Autor)

Filmología
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Anfang 1943 beendet Veit Harlan, der Starregisseur des Dritten Reichs, einen Film mit dem Titel ''Opfergang'', der dank der Ambivalenz seiner weiblichen Hauptfiguren zu den vielschichtigsten Filmproduktionen des NS-Regimes gehört. Zeitlich zwischen dem antisemitischen Hetzfilm ''Jud Süß' und ''Kolberg'' gelegen, greift Harlan hier auf einen literarischen Stoff zurück, indem er Rudolf G. Bindings 1912 erschienene gleichnamige Novelle für die Leinwand adaptiert. Untypisch für das Kino des Nationalsozialismus finden so tradierte Werthaltungen Eingang in einen Film, der letztlich als eigentümliche Hommage an die Welt des deutschen Bildungsbürgertums gesehen werden kann.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Die literarische Vorlage: Rudolf G. Bindings Novelle ‘’Opfergang’’

II. Die Ambivalenz der weiblichen Charaktere

1) Opferbereitschaft aus privaten Motiven: Octavia

Exkurs: Die Filme Helmut Käutners vor 1945

2) Vitalismus und Todessehnsucht: Aels

Exkurs: ‘’NS-Architekur als Todesglanz’’

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Film „Opfergang“ von Veit Harlan aus dem Jahr 1943 vor dem Hintergrund des NS-Regimes. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie der Film einerseits das nationalsozialistische Weiblichkeitsideal zu spiegeln versucht und andererseits durch die Ambivalenz der weiblichen Hauptfiguren Octavia und Aels sowie eine symbolische „Todessehnsucht“ bestehende ideologische Vorgaben unterwandert oder transzendiert.

  • Analyse der literarischen Grundlage von Rudolf G. Binding.
  • Untersuchung der weiblichen Charakterdarstellungen und deren Konformität bzw. Abweichung vom NS-Ideal.
  • Kontrastierung von privater Opferbereitschaft und kollektiver Ideologie.
  • Intermediale Betrachtung der Filmarchitektur als Ausdruck einer „Todesarchitektur“.
  • Einordnung des Films in den historischen Kontext der Endphase des „Dritten Reichs“.

Auszug aus dem Buch

II. Die Ambivalenz der weiblichen Charaktere

‘’Wir fühlen uns frei beim Erhabenen’’, schreibt Friedrich Schiller in seiner Abhandlung ‘’Vom Pathetischen und Erhabenen’’, ‘’weil die sinnlichen Triebe auf die Gesetzgebung der Vernunft keinen Einfluss haben’’ (Schiller, Friedrich, Vom Pathetischen und Erhabenen, Ausgewählte Schriften zur Dramentheorie, Stuttgart 1970, S. 87).

Ihre mustergültige Verkörperung findet diese am Leitbild der Selbstüberwindung ausgerichtete idealistische Handlungsmaxime in der Figur Octavias; sie vermag sich nicht nur über die emotionalen Regungen der Eifersucht und des Neides gegenüber ihrer Konkurrentin hinwegzusetzen, sondern tritt schließlich sogar einen ‘Opfergang’ an, um die Geliebte ihres Mannes zu retten. Denn Joie (Aels), durch eine lebensgefährliche Krankheit ans Bett gefesselt, findet Trost allein im Erscheinen Albrechts, der allabendlich an ihrem Fenster vorübergeht und sie mit halb erhobener Hand grüßt.

Als Albrecht sich bei der Rettungs von Joies (Aels) Kind mit Cholera infiziert (an der er in Bindings Novelle sowie in der Erstfassung des Harlan-Films stirbt), übernimmt Octavia stellvertretend für ihn den abendlichen Gang:

‘’Und dann verließ diese Frau das Haus, und für einen Toten, den sie geliebt, ging sie an dem langen eisernen Gitter des nachbarlichen Gartens vorüber von einem Ende bis zum anderen; und vor Joies Fenster hob sie die Hand halb zum Gruß, wie es die Art des Toten war’’ (Binding, ebd., S. 46f.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die literarische Vorlage: Rudolf G. Bindings Novelle ‘’Opfergang’’: Dieser Abschnitt erläutert die Entstehung des Films unter Regisseur Veit Harlan und beleuchtet das ambivalente Verhältnis des Autors Rudolf G. Binding zum NS-Staat.

II. Die Ambivalenz der weiblichen Charaktere: Dieses Kapitel analysiert die gegensätzlichen Frauenfiguren Octavia und Aels, deren Handlungen sowohl den NS-Idealen entsprechen als auch davon abweichende, privat motivierte Charakterzüge aufweisen.

III. Schlussbemerkung: Der abschließende Teil ordnet den Film in die Endzeitstimmung des Nationalsozialismus ein und deutet die im Film dargestellte „Lust am Untergang“ als Spiegel des drohenden Zusammenbruchs des Regimes.

Schlüsselwörter

Veit Harlan, Opfergang, Rudolf G. Binding, NS-Ideologie, Octavia, Aels, Todessehnsucht, Vitalismus, Helmut Käutner, Filmarchitektur, Drittes Reich, Selbstaufopferung, nationalsozialistisches Weiblichkeitsideal, Exkurs, NS-Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Publikation untersucht Veit Harlans Spielfilm „Opfergang“ aus dem Jahr 1943 und analysiert dessen Einordnung in die NS-Filmproduktion sowie die ideologische Ambivalenz der Hauptfiguren.

Welche Themenfelder werden vorrangig behandelt?

Neben der literarischen Vorlage stehen die Rollenbilder der Frau im Nationalsozialismus, die Darstellung von Vitalismus und Todessehnsucht sowie die filmarchitektonische Gestaltung als Ausdruck von Zeitgeist und Ideologie im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Film durch die individuellen Handlungsentscheidungen seiner weiblichen Hauptcharaktere bestehende Vereinnahmungsansprüche des NS-Staates konterkariert und ästhetisch verarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse, wobei sie Primärtexte (Novelle, Filmsequenzen) mit zeitgenössischen Theorieansätzen (u.a. Schiller, Kracauer) und zeitgeschichtlichen Kontexten verknüpft.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Octavia als Ideal der Selbstüberwindung, die Analyse von Aels als Verkörperung von Vitalismus und Todessehnsucht sowie einen Exkurs zur funktionalen Wirkung von Film- und NS-Architektur.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Opfergang“, „NS-Ideologie“, „Todeserotik“, „kulturkonservative Werte“ und „autonome Handlungsmotivation“ treffend beschreiben.

Inwiefern spielt der Regisseur Helmut Käutner eine Rolle in der Untersuchung?

Käutner dient im Rahmen eines Exkurses als Kontrast- bzw. Vergleichsbeispiel; seine Filme werden herangezogen, um das „Recht auf eine private Sphäre“ und individuelle Autonomie gegenüber den totalitären Unterordnungsansprüchen der Zeit aufzuzeigen.

Warum wird die Architektur im Film als „Todesarchitektur“ bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass die filmarchitektonische Kulissengestaltung, beeinflusst durch den Stummfilm, eine unterschwellige Fixierung auf den Opfertod und eine Ästhetik des Untergangs bediente, die parallel zu den realen nationalsozialistischen Monumentalbauten verlief.

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Detalles

Título
Veit Harlans Film ''Opfergang''
Subtítulo
Opferbereitschaft und Todessehnsucht
Autor
Thomas Reis (Autor)
Páginas
12
No. de catálogo
V1377269
ISBN (PDF)
9783346916914
ISBN (Libro)
9783346916921
Idioma
Alemán
Etiqueta
Selbstlosigkeit Todessehnsucht Ambivalenz der Charaktere
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Reis (Autor), Veit Harlans Film ''Opfergang'', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1377269
Leer eBook
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