Mit der Entscheidung internationale Tätigkeiten im Unternehmen aufzunehmen, erweitert das Management seine Aufgaben über die Landesgrenzen hinweg. Grundsätzlich stellt sich somit die Frage, welchen Herausforderungen sich das internationale Management zusätzlich zu stellen hat. Zur Eingrenzung des Spektrums des Aufgabengebietes ist die Frage zu klären, welche Stellung die Muttergesellschaft gegenüber der ausländischen Tochtergesellschaft einnehmen kann. Internationale Tätigkeiten bedeuten gleichzeitig interkulturelle Interaktionen. Dem Management sind die unterschiedlichen Werte und Traditionen der verschiedenen Kulturen bewusst und das wirft die Frage auf, ob und wie die nationalen Kulturen der Mitarbeiter Auswirkungen auf das Unternehmen haben.
Bei der Entscheidung international zu agieren, fehlt dem Management oft ein klares Konzept zur Umsetzung des Vorhabens vor Ort. Eigene Vorstellungen und Theorien über Management und Organisationen werden vom Management wie praktiziert in das Ausland übertragen. Als Folge geben viele deutsche Fach- und Führungskräfte nach einem Auslandsaufenthalt an, dass es „nicht so richtig voran geht“ (Thomas, 2021). Ein wesentlicher Grund ist die Missachtung von interkulturellen Begegnungen und Problemen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau
2 Erläuterung wichtiger Begriffe
2.1 Strategisches Management
2.2 Internationale Aspekte
2.3 Interkulturelle Aspekte
3 Internationalisierung am Beispiel der Eröffnung einer Auslandsniederlassung in Frankreich
3.1 Führungskonzepte
3.1.1 Internationale Strategie
3.1.2 Transnationale Strategie
3.2 Nationale Kulturen im Unternehmen
3.2.1 Kulturelle Unterschiede am Beispiel Deutschland – Frankreich
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen des strategischen Managements bei der Internationalisierung, insbesondere im Kontext interkultureller Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich. Zentrales Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Unternehmen durch die Wahl geeigneter Führungskonzepte und die Berücksichtigung nationaler kultureller Prägungen eine erfolgreiche Auslandsniederlassung etablieren und Identifikationsprobleme vermeiden kann.
- Grundlagen des strategischen Managements im internationalen Kontext
- Analyse von Führungskonzepten bei der Internationalisierung
- Bedeutung interkultureller Kompetenz für Unternehmenserfolg
- Kulturelle Dimensionen nach Hofstede an Praxisbeispielen
- Vergleich der Unternehmenskulturen in Deutschland und Frankreich
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Kulturelle Unterschiede am Beispiel Deutschland – Frankreich
Das Zitat des Philosophen Blaise Pascal (1623-1662): „Was diesseits der Pyrenäen Wahrheit ist, ist jenseits der Pyrenäen Irrtum“ (Pascal, 1972, S. 215) veranschaulicht die Unterschiede der Werte und damit der Kulturen bereits benachbarter Regionen wie Deutschland und Frankreich.
Verschiedene Ansätze zielen darauf ab, Kulturen anhand von zugrundeliegenden Werten und Wertunterschieden objektiv greifbar zu machen. Ein wirtschaftlich bedeutsamer Ansatz sind die Kulturdimensionen von Hofstede, wobei die ursprünglichen vier um zwei weitere ergänzt wurden (Hofstede, G., Hofstede, G. J., & Minkov, M, 2010). Als einer der ersten untersuchte er den Einfluss der nationalen Denkmuster und Verhaltensweisen am Arbeitsplatz (Ternès & Towers, 2017, S. 15), weshalb der Autor die Unterteilung Hofstedes für diese Arbeit heranzieht. Zur Ermittlung der Dimensionen führte Hofstede umfangreiche Befragungen innerhalb eines multinationalen Konzerns in über 90 Ländern durch und erstellte für jede der Dimensionen einen Index (Hofstede, 1980).
Zur Veranschaulichung von Unterschieden zwischen den Kulturen Deutschlands und Frankreichs wählt der Autor zwei Dimensionen, um diese beispielhaft zu betrachten. Die gewählten Dimensionen weisen stärkere Unterschiede des jeweilig berechneten Indexes auf als andere Dimension, wobei die Berechnung des Index für diese Arbeit keine Rolle spielt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten des Managements bei der Internationalisierung aufgrund vernachlässigter kultureller Unterschiede und definiert Zielsetzung sowie Aufbau der Arbeit.
2 Erläuterung wichtiger Begriffe: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis für die Begriffe Strategisches Management, internationale Aspekte und interkulturelle Aspekte.
3 Internationalisierung am Beispiel der Eröffnung einer Auslandsniederlassung in Frankreich: Der Hauptteil analysiert Führungskonzepte und den Einfluss nationaler Kulturen anhand eines fiktiven Beispiels und vergleicht deutsch-französische Kulturunterschiede.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz kultureller Berücksichtigung bei der Strategiewahl zusammen und gibt Impulse für weiterführende Forschungsaspekte.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Internationalisierung, Interkulturelle Kompetenz, Unternehmenskultur, Transnationale Strategie, Führungskonzepte, Hofstede, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Deutschland, Frankreich, Organisationsstruktur, Globales Management, Auslandsexpansion, Unternehmenserfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die entstehen, wenn ein Unternehmen seine Aktivitäten international ausweitet, und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die notwendige Anpassung von Managementkonzepten an die lokale Landeskultur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen das strategische Management, internationale Führungsstrukturen, interkulturelle Kommunikation sowie die Anwendung kulturwissenschaftlicher Modelle in der Unternehmenspraxis.
Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage wird verfolgt?
Die Arbeit untersucht, wie eine Muttergesellschaft ihre Tochtergesellschaft führen sollte und inwiefern der Erfolg dabei von der Berücksichtigung kultureller Unterschiede der Mitarbeiter abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die durch ein fiktives Praxisbeispiel (Expansion von Deutschland nach Frankreich) und die Anwendung der Kulturdimensionen nach Hofstede veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil evaluiert verschiedene Führungsmodelle (Internationale vs. Transnationale Strategie) und diskutiert detailliert die Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung im Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Strategisches Management, Internationalisierung, Unternehmenskultur und das spezifische Modell der Kulturdimensionen nach Geert Hofstede.
Warum scheitern viele Unternehmen bei der Internationalisierung?
Laut der Arbeit scheitern Unternehmen häufig daran, dass sie ihre bewährten Managementmethoden ungeprüft auf das Gastland übertragen und dabei interkulturelle Unterschiede in den Normen und Werten der Belegschaft ignorieren.
Was bedeutet die "transnationale Strategie" im Kontext der Arbeit?
Sie gilt als überlegene Strategie, da sie Effizienz- und Standardisierungsvorteile globaler Integration mit der lokalen Reaktionsfähigkeit verbindet, erfordert jedoch eine hohe managementseitige Komplexität.
Welche Rolle spielen Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung?
Diese Dimensionen nach Hofstede helfen zu verstehen, wie Mitarbeiter ihre Vorgesetzten und die Arbeitsabläufe wahrnehmen; sie dienen als Indikatoren, um notwendige Anpassungen in der Organisationsstruktur für den französischen Markt abzuleiten.
- Arbeit zitieren
- Christine Herkströter (Autor:in), 2022, Strategisches Management. Internationale Aspekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1377496