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Hedley Bulls „The Anarchical Society“ unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Gesellschaft Europas

Title: Hedley Bulls „The Anarchical Society“ unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Gesellschaft Europas

Term Paper , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Gebhardt (Author)

Politics - Topic: History of Inernational Relations
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In der Lehre der internationalen Beziehungen gibt es inzwischen eine breite Diskussion über die Bedeutung von Normen, Ideen und Institutionen als Bestimmungsfaktoren über die internationalen Beziehungen, aber auch der Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenpolitik. Von diesen Debatten ist auch die Denkschule des politischen Realismus nicht ganz unberührt geblieben. So hat der australische Politikwissenschaftler Hedley Bull schon in den siebziger Jahren auf die Notwendigkeit verwiesen, die Vorstellung, zwischen den Staaten herrsche Anarchie, zu revidieren. Bull sah in der fortschreitenden Verregelung der internationalen Beziehungen Ansätze einer normativen Integration von Teilbereichen des internationalen Systems. Diese normative Integration erlaube es, von der Herausbildung internationaler Gesellschaften zu sprechen.
Hedley Bull definiert die Staatengesellschaft in seinem Werk „The Anarchical Society“ folgendermaßen: Eine internationale Gesellschaft besteht, wenn eine Gruppe von Staaten sich anhand von gemeinsamen Interessen und Werten durch ein Regelsystem verbunden sieht und über gemeinsame Institutionen verfügt. Die vorliegende Arbeit befasst sich vorerst mit der Herausbildung der internationalen Gesellschaft und der Sicherstellung der internationalen Ordnung. Hierbei werden gewisse Ordnungskriterien aufgeführt, die als Teil der normativen Integration innerhalb der internationalen Gesellschaft für die Bewahrung dieser einen notwendigen Bestandteil darstellen. Im Folgenden wird die Staatengemeinschaft Europas in den Vordergrund gestellt und dabei insbesondere auf die Europäische Union eingegangen. In diesem Zusammenhang werden die Entwicklungen und Veränderungen der europäischen Staatengesellschaft herausgearbeitet, um schließlich eine Analyse des Übergangs von der europäischen zur universalen Staatengesellschaft zu erstellen. Zum Schluss wird untersucht, inwiefern Bulls Ansätze auf das gegenwärtige Staatensystem übertragbar sind und in welcher Sparte Bull mit seinen Überlegungen angesiedelt werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Hedley Bulls Denkansatz/Modell einer anarchischen Staatengesellschaft

1. Internationale Gesellschaft und internationale Ordnung

2. Fünf Ordnungskriterien

a) Das Gleichgewicht der Mächte

b) Das Völkerrecht

c) Die Diplomatie

d) Die Großmächte

e) Die Funktion des Krieges

II. Hedley Bull und die internationale Gesellschaft Europas

1. Die europäische Staatengesellschaft

2. Die Expansion der Internationalen Gesellschaft

III. Die internationale Gesellschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts (Schlussbetrachtung)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das von Hedley Bull entwickelte Denkmodell der „anarchischen Gesellschaft“ im Kontext der internationalen Beziehungen. Ziel ist es, die zentralen Ordnungskriterien zu analysieren, die das Zusammenleben von Staaten ermöglichen, und diese Erkenntnisse kritisch auf die europäische Staatengesellschaft sowie deren globale Expansion anzuwenden.

  • Analyse des Konzepts der „internationalen Gesellschaft“ nach Hedley Bull.
  • Untersuchung der fünf zentralen Ordnungskriterien: Gleichgewicht der Mächte, Völkerrecht, Diplomatie, Großmächte und Krieg.
  • Anwendung von Bulls Theorien auf die Entwicklung der europäischen Staatengesellschaft und die Europäische Union.
  • Kritische Reflexion über die globale Expansion der internationalen Gesellschaft und die Herausforderungen der kulturellen Heterogenität.

Auszug aus dem Buch

1. Internationale Gesellschaft und internationale Ordnung

Ein berühmtes und bedeutendes Konzept innerhalb der Studien der internationalen Beziehungen ist die Vorstellung der „internationalen Gesellschaft“, die erträgliche und geeignete Bedingungen für das Zusammenleben von Staaten verspricht. Die Englische Schule übernimmt diese Vorstellung als zentrales Grundprinzip ihrer Theorien über moderne internationale Beziehungen. Das Entstehen einer internationalen Gesellschaft setzt das Vorhandensein eines Staatensystems oder internationalen Systems voraus. Dieses besteht, wenn zwei oder mehrere Staaten sich untereinander derart beeinflussen, dass sie gegenseitigen Einfluss auf ihre Entscheidungen und Handlungen haben und sich dadurch veranlassen, sich wie ein Teil des Ganzen zu verhalten. Zugleich können zwei oder mehrere Staaten auch nebeneinander existieren, ohne ein internationales System zu bilden. Zum Beispiel formten die unabhängigen amerikanischen Staaten vor der Entdeckung durch Kolumbus kein Staatensystem mit den zu dieser Zeit existierenden Staaten Europas. Besteht aber ein Staatensystem, wie beispielsweise in der heutigen Europäischen Union, kann die gegenseitige Beeinflussung direkt, bei unmittelbarer Zusammenarbeit oder bei einem Wettkampf um ein Projekt oder Unternehmen, oder indirekt, durch Einfluss von weiteren mit einbezogenen Staaten oder des ganzen Systems auf eine der Parteien, ausfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der internationalen Beziehungen und die Relevanz von Hedley Bulls Denkmodell.

I. Hedley Bulls Denkansatz/Modell einer anarchischen Staatengesellschaft: Fundamentale Definitionen von internationalem System und internationaler Gesellschaft sowie Herleitung der fünf zentralen Ordnungskriterien.

II. Hedley Bull und die internationale Gesellschaft Europas: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die historische und gegenwärtige europäische Staatengesellschaft inklusive einer Analyse ihrer Expansion.

III. Die internationale Gesellschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts (Schlussbetrachtung): Einordnung von Bulls Position zwischen Realismus und Neoinstitutionalismus sowie Reflexion über die Anwendbarkeit der Theorie auf die moderne Weltordnung.

Schlüsselwörter

Internationale Gesellschaft, Anarchische Gesellschaft, Hedley Bull, Staatensystem, Internationale Ordnung, Mächtegleichgewicht, Völkerrecht, Diplomatie, Großmächte, Krieg, Europäische Union, Staatengesellschaft, Normative Integration, Weltordnung, Internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk von Hedley Bull und sein Konzept einer „anarchischen Gesellschaft“, um die Bedingungen für Stabilität und Ordnung zwischen souveränen Staaten zu erklären.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der internationalen Gesellschaft, die Institutionen zur Bewahrung von Ordnung und die historische Entwicklung hin zu einer globalen Staatengesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine umfassende Darstellung des Denkmodells von Hedley Bull sowie die kritische Anwendung dieses Modells auf die europäische Staatengesellschaft und globale Entwicklungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der Primärquellen von Hedley Bull sowie ergänzender wissenschaftlicher Literatur, die sein theoretisches Werk kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der fünf Ordnungskriterien (Gleichgewicht der Mächte, Völkerrecht, Diplomatie, Großmächte, Krieg) und die praktische Anwendung auf die EU und die globale Weltordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „internationale Gesellschaft“, „Anarchie“, „Ordnungskriterien“ und „Staatensystem“ definiert.

Wie definiert Bull den Unterschied zwischen internationalem System und Gesellschaft?

Ein System entsteht durch die bloße Wechselwirkung von Staaten, während eine Gesellschaft voraussetzt, dass Staaten gemeinsame Werte, Interessen und Institutionen teilen.

Welche Rolle spielt das Mächtegleichgewicht laut Bull?

Es fungiert als wichtige Institution, um zu verhindern, dass ein einzelner Staat eine Vormachtstellung erlangt, die das gesamte System bedrohen würde.

Wie beurteilt die Arbeit die Rolle der heutigen Großmächte?

Die Arbeit stellt fest, dass Großmächte zwar eine wichtige Rolle zur Stabilisierung spielen können, in der Realität jedoch oft eher zur Unruhestiftung beitragen.

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Details

Title
Hedley Bulls „The Anarchical Society“ unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Gesellschaft Europas
College
University of Bonn  (Seminar für Politische Wissenschaft)
Grade
1,3
Author
Andrea Gebhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V137755
ISBN (eBook)
9783640468881
ISBN (Book)
9783640468614
Language
German
Tags
Hedley Bull Englische Schule Theorien der Internationalen Beziehungen Internationale Gesellschaft Anarchische Gesellschaft Anarchical Society Barry Buzan Staatengesellschaft Internationale Politik Europa Bull
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Gebhardt (Author), 2004, Hedley Bulls „The Anarchical Society“ unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Gesellschaft Europas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137755
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