Nation-Building am Beispiel von Belgien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

23 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung

II. Situation vor der Unabhängigkeit Belgiens

III. Der Prozess des Nation-Building
1. Der Begriff des Nationalstaats
2. Der Weg zum belgischen Nationalstaat

VI. Die Entwicklung des belgischen Konflikts
1. Die Flämische Bewegung
2. Die Wallonische Bewegung
3. Die Sprachproblematik und Etablierung der Sprachgesetze

V. Der politische Konflikt 2007

VI. Fazit

Schriftenverzeichnis

I. Einleitung

Seit der Staatsgründung 1830, stehen sich zwei völlig unterschiedliche Volksgemeinschaften gegenüber und wagten den Versuch eines gemeinsamen Einheitsstaates. Ein neuer Nationalstaat wurde erschaffen, um die Interessen anderer Staaten zu schützen, den Frieden in Europa zu sichern und das europäische Mächtegleichgewicht zu bewahren. Aufgrund der weltanschaulichen und sprachlich-kulturellen Unterschiede wurde der Zusammenschluss zwischen den niederländisch-sprachigen Flamen und den französischsprachigen Wallonen als reines Kunstprodukt bezeichnet. Der Sprachenstreit in Belgien, wird gern als Anlass für sämtliche Auseinandersetzungen zwischen Flamen und Wallonen angesehen. Aber es ist meiner Ansicht nach ein Trugschluss, diesen Konflikt allein auf den Sprachkonflikt zurück zu führen. Mit dem Sprachenkonflikt ist der Kulturstreit untrennbar verbunden, da er Ursache und Wirkung zugleich ist. Als Folgeerscheinung der unterschiedlichen Kulturen bildeten sich differente Religionen und Weltanschauungen aus. Ein wichtiger Faktor im flämisch-wallonischen Konflikt, stellte die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in beiden Regionen da. Neben den Diskriminierungen der sprachlichen und kulturellen Identität der Flamen hatten die Diskrepanzen in der Wirtschaftspolitik entscheidenden Anteil am zustande kommen der Staatsreformen ab 1962. In folgendem Verlauf werde ich die historisch und ideologisch geprägten Unterschiede zwischen den flämischen und frankophonen Gruppierungen aufzeigen und die Ergebnisse der Sprachgesetze von 1962 näher erläutern. Die Sprachgesetze sollten den flämisch- wallonischen Konflikt eindämmen und helfen, dass sich die zerstrittenen Gebiete in Belgien gegenseitig respektieren. Doch können bloße Sprachgesetze alleinig nicht als ausreichend angesehen werden, um zwei völlig unterschiedliche Regionen zusammen zu führen. Wie groß die Abneigung zwischen den Regionen noch heute ist, wurde am 14.12.2006 deutlich, als der belgische Rundfunksender RTBF meldetet, dass Flandern angeblich einseitig seine Unabhängigkeit erklärt hätte und Zehntausende innerhalb von nur 30 Minuten auf den Straßen feierten, bis der Moderator die Zuschauer aufklärte, dass es nur um eine Fiktion handelt. Die Enttäuschung über diese Fiktion war gerade auf flämischer Seite deutlich höher als auf wallonischer Seite. Im Rahmen dieser Arbeit soll ersichtlich werden, dass der Prozess des „Nation-Building“ im 19. Jahrhundert sich daran orientieren sollte, eine ethnische Gemeinschaft mit kulturellen Verbindungen grundlegende Basis des Nationalstaats in Europa sein sollte. Die Differenzen zwischen den Regionen in Belgien sind so groß, dass auch Sprachgesetze keine gegenseitige Anerkennung in einem formell vereinten Nationalstaat realisieren können. Ist Belgien ein im 19. Jahrhundert künstlich erschaffener, aber kulturell-sprachlich geteilter Nationalstaat?

II. Situation vor der Unabhängigkeit Belgiens

1477 übernahmen die Habsburger mit der Heirat Maximilians von Österreich und der Herzogin Maria von Burgund das Gebiet der 17 Provinzen, deren weitgehende Eigenständigkeit nun durch Fremdherrschaft ersetzt wurde. Dieses Gebiet der 17 Provinzen umfasste das gesamte Territorium der heutigen BeNeLux-Staaten sowie den Nordosten Frankreichs. Unter Philipp II., dem König von Spanien, wurden die 17 Provinzen von Madrid aus zentralistisch regiert. Insbesondere der im Norden und städtischen Westen der Niederlande stark vertretene Protestantismus wurde von Philipp II. mit harter Hand bekämpft. Dies führte dazu, dass 1581 die sieben nördlichen Provinzen in Utrecht ihre Unabhängigkeit von Spanien deklarierten. Im Jahre 1648 wurden die so entstandenen Niederlande im „Westfälischen Frieden“ von Münster erstmals international anerkannt. Während einer fast 150 Jahre währenden Periode zwischen 1648 und 1795 bildete sich in den südlichen Provinzen erstmals eine gemeinsame Identität heraus. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts fand der Terminus „Belgique“ für das Gebiet der südlichen Niederlande seine öffentliche Verbreitung.1 Im November 1792 wurden die Österreichischen Niederlande und das Prinzbistum Lüttich von Frankreich besetzt, später am 01. Oktober 1795 endgültig annektiert und in das politische System Frankreichs implantiert. Französisch wurde als Einheitssprache in allen Provinzen eingeführt, Flämisch hingegen abgeschafft und in der Folgezeit selbst in Flandern nach und nach aus allen öffentlichen Lebensbereichen entfernt. Die französische Sprache wurde als ein Vehikel der Ideologie der Französischen Revolution angesehen. Den unteren Schichten blieb der damit verbundene soziale Aufstieg hingegen durch die auftretenden Sprachprobleme verwehrt. Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo (heutiges Belgien) 1815 vereinigte die internationale Diplomatie die nördlichen und südlichen Niederlande auf dem „Wiener Kongress“ 1814/1815 zu einem neuen Staat, dem Königreich der Vereinten Niederlande. Dieses Königreich umfasste mit Ausnahme des Gebietes von Eupen-Malmedy das gesamte Gebiet der heutigen BeNeLux-Staaten.2

III. Der Prozess des Nation-Building

1. Der Begriff des Nationalstaats

Die Vergleichende Nationalismus-Forschung hat dazu beigetragen, dass heute Prozesse der Nationalstaatsbildung in vergleichende Perspektive dargestellt und bewertet werden können. Während in Frankreich die Zugehörigkeit zur Nation als Ausdruck einer politischen Willensentscheidung galt, in Deutschland das Spannungsverhältnis zwischen Staats- und Kulturnation entscheidend blieb, macht sich heute eher eine funktionale Betrachtung breit, die Nationalismus mit allgemeiner Modernisierung von er Gesellschaft und politischen Systemen verbindet. Es gelang, dass die voluntaristische Dimension der Zugehörigkeit zu einer Nation als Ergebnis der Französischen Revolution zu erkennen ist, die als Ausgangspunkt des modernen Nationalismus gilt.3 Ein Nationalstaat definiert sich grundlegend als souveräner Staat, in dem sich die Gesellschaft politisch organisiert, die sich als Nation begreift oder als eine solche angesehen wird. Er definiert sich weiter nach dem Prinzip der politischen Selbstbestimmung des Bürgertums im Staat und über den Staat. Diese neue - vom Staatsbürger getragene - Souveränität galt sowohl nach innen als auch für die Stellung des Nationalstaates nach außen anderen Staaten und herkömmlichen Bindungen gegenüber.4 Seit der Französischen Revolution besteht eine idealistische Vorstellung einer weitgehenden Übereinstimmung einer ethnischen Gemeinschaft, wie z.B. der Nation oder dem Volk, und territorial-rechtlicher Herrschaft des Staates. Obwohl auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beruhend, ist der Begriff Nationalstaat politisch-historisch oft durch Absolutheitsansprüche einer Nation gegenüber anderen Nationen und Intoleranz gegenüber Minderheiten stark belastet.5 Eine gemeinschaftliche Sprache ist daher wichtig für die Bildung eines gefestigten Nationalstaats. Sie öffnet ein Feld für gesellschaftliche Kommunikation, bei der Infomationen und Kenntnisse weitergegeben werden können. Informationen, die man im Nationalstaat nicht versteht, haben auch keinerlei Sinn.6 Ihre Rolle der Nationen bildenden Kraft entfaltete die Sprache in Europa erst ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Dies war ein Resultat der Aufklärung und der langsam beginnenden Industrialisierung mit den Folgen wie Migration, Verstädterung, Anonymisierung und Verbreitung von Massenmedien. All diese Faktoren ermöglichen die Vermischung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und erfordern eine einheitliche Kommunikationsbasis.7 Es ist also in Belgien nicht von einer Willensnation auszugehen, in der unterschiedliche Völker in einem Staat zusammenleben, wie dies z.B. in den USA der Fall wäre. Belgien ist ein klassisches Beispiel für einen Staat, der künstlich am Verhandlungstisch von Staatsmännern geschaffen worden ist, ohne ein einheitliches Nationalgefühl einer ethnischen Gemeinschaft. Es ist vielmehr von einem Verbund zweier unterschiedlicher Kulturen in einem Staat auszugehen, die sich gegenseitig provozieren und ihre Vormachtstellung im Staat nicht verlieren wollen, sodass sie in eine Minderheit verfallen. Diese Nation wird politisch noch von einem Monarchen zusammengehalten, der seine eigene Machtposition als Staatsoberhaupt einer Nation natürlich niemals freiwillig aufgeben wird.

2. Der Weg zum belgischen Nationalstaat

Als die Armeen der Alliierten sich im Winter 1813/14 den belgischen Grenzen näherten und die Niederlage Napoleons in Sicht rückte, gab Wien zu verstehen, dass es auf die Niederlande verzichte und stattdessen italienisches Territorium wünsche. Kaiser Franz und Fürst Metternich hatten keinerlei Drang, sich nach den Erfahrungen der Vergangenheit aufs Neue die alte Last aufzubürden. Die Niederlande selber hatten allerdings gehofft, dass die alte Zeit wiederkehren möge. Der Adel und der Klerus der Niederlande. Joseph II. war tot und seine Reformpläne schienen ein harmloses Kinderspiel gegen das, was sie seitdem erlebt hatten. Im großen Ganzen hatten sie das 18. Jahrhundert als eine ruhige, angenehme Epoche in Erinnerung. Die österreichische Herrschaft war katholisch und patriarchalisch geprägt und vor allen Dings mit ihrer Residenz in Wien weit entfernt gewesen. Die Unlust Österreichs hinsichtlich der Provinzen kam keiner gelegener als dem neugebackenem souveränen Fürsten, der soeben befreiten nördlichen Niederlande, Wilhelm I von Oranien-Nassau. Er galt als ehrgeizig und auf die Ausdehnung seiner Macht bedacht, weshalb er auch zum eigentlichen Antriebsmotor der nun folgenden langen und komplizierten Verhandlungen wurde. Am 26. Dezember 1813 erklärte er bereits, dass die gesamten südlichen Niederlande und Luxemburg mit Holland vereint werden müssten. Auch Lüttich und das linksrheinische Gebiet, am besten herauf bis zu Mosel, mit Köln als starker Eckfestung, seien aus militärischen Gründen für den Zukunftsstaat unentbehrlich. Wenn es auch nahelag, war es doch von Wilhelm I. geschickt, auf diese Art die persönlichen Interessen mit der aktuellen europäischen Sorge vor zukünftigen Aggressionen Frankreichs zu verbinden. Da aber immer noch ein Napoleon auf dem Schlachtfeldern in Europa stand, galt die erste Sorge der Engländer eben auch nicht der künftigen Grenzregelung zwischen Holland und Preußen, sondern sie galt vor allem Antwerpen als Handelszentrum. Eine Annäherung und Verständigung zwischen England und Preußen war nicht undenkbar, denn das englische Hauptziel, eine wirkliche Bastion gegen Frankreich zu errichten, brauchte nicht auf einen schönen niederländischen Wunschstaat hinauslaufen. Eine Aufteilung der südlichen Niederlande zwischen Holland und Preußen bot strategisch noch bessere Gewähr. In dieser Betrachtung bewegten sich anfänglich die englischen Zukunftsgedanken. London war auch deshalb weniger von der Eile und dem Eifer begeistert, den Wilhelm I. einstweilen und freilich noch im Einvernehmen mit den preußischen Generälen durch Zuylen van Neyevelt, für eine belgische Erhebung und den Anschluss an Holland agierte. England schritt mit bremsender Wirkung in die Verhandlungen ein und versuchte eine Frontenbildung zu verhindern.8 Wenn vor der Französischen Revolution des Selbstbewusstsein von regional zu provinzial gefärbt war, und wenn sogar bei der Belgischen Revolution die gemeinsame Front gegen die Österreicher ihren Ursprung fand in dem Willen, gerade die traditionelle Verschiedenheit zu bekämpfen und jede Zentralisation zu verhindern, so wurde mit der neuen Struktur auch die Grundlage geschaffen ein neues belgisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Das in der französischen Zeit der Name Belgien allgemein die alte Benennung verdrängte, ist nicht nur ein äußerliches Zeichen. Die neue Gesetzgebung, die auch Lüttich mit einzog, hob die alte Verschiedenheit der Provinzen auf und das neue herrschende Beamtentum bildete ziemlich homogene, über das ganze Land verteilte Schicht, in deren Bewusstsein die alten regionalen Unterschiede allmählich zurücktraten. Es geht zwar zu weit, dass bei dieser Gesellschaftsklasse um 1814 schon von einem ausgeprägten belgischen Nationalbewusstsein zu sprechen, aber wohl lässt sich die negative Formulierung benutzen: sie dachten und empfanden als neuer Stand nicht mehr in den traditionellen regionalen Vorstellungen und bildeten somit einen günstigen Nährboden für ein positiv belgisches Nationalgefühl, bedingt durch die gemeinsame französische Sprache.9 Jedoch brachten die Verhandlungen der Großmächte unterschiedliche Argumente hervor. So hielt der englische Vertreter Castlereagh - von Fürst von Metternich (Österreich) unterstützt – zuletzt zäh fest an dem, was man den Überrest des Barriereprinzips des 18. Jahrhunderts nennen kann. Belgien ist und bleibt, wer immer seither Machthaber sei, als unmittelbar von Frankreich bedrohtes Gebiet europäisches Gemeinschaftsterretorium und es ist unmöglich, einem einzigen Fürsten oder Staatsmann die volle Verantwortung für diesen Staat zu überlassen.10 Als nun die Großmächte in London eine klare Stellung zeigten oder mit konkreten Vorschlägen kamen, blieb den Revolutionären gar nichts anderes als stärkste Anlehnung an Frankreich übrig. Mussten sie nicht glauben, dass es praktisch nur die Wahl zwischen Annexion durch Frankreich oder Restauration des niederländischen Regimes gab. Das Risiko bestand, dass die politische Freiheit von „Belgium“ nur durch den militärischen Schutz von Frankreich Bestand haben könnte. Es ist daher nicht möglich, ohne weiteres zu folgern, dass sie die Annexion an sich einem eigenen Staat vorgezogen hätten. Gerade einen eigenen Staat hatten die Großmächte ihnen ja nie gewährt. Sobald aber London klar wurde, dass Anschluss an Frankreich Krieg mit Europa bedeuten würde und dass vor allem England für ein selbstständiges England sei, fasste der Unabhängigkeitsgedanke bei den Staatsführern Fuß, und zwar so rasch, dass es schon Anfang 1831 zum guten Ton gehörte, die anfänglichen Annexionsbestrebungen zu verleugnen und die Revolution von Anfang an als ein Ausbruch des belgischen Unabhängigkeitswillens hinzustellen. Namentlich Lebeau, der im März 1831 in die Regierung eintrat, muss hier genannt werden, als ein Vertreter der neuen nationalen Richtung, die alle Annexionsbestrebungen ablehnte und sich für ein selbstständiges Belgien einsetzte. Auch adlige Führer des flämischen Katholizismus wie etwa der Graf de Merode, die im Frühjahr 1831 stärker zur Geltung kamen, wirkten in diesem Sinne. Dass in Flandern und Brabant der Anschlussgedanke an Frankreich von Anfang an erheblich weniger Anklang fand, als dies in Wallonien oder auch im industriellen und stark französierten Lüttich, lässt sich ohnehin denken. Die Brabanter-Farben waren rot, gelb und schwarz, die Symbole einer alten regionalen Freiheits- und Unabhängigkeitstradition, die viel mehr nur als eine Trikolore der Revolution gewesen waren. Nach wenigen Tagen war diese Trikolore bereits in vielen Haushalten aufgetaucht, wenn sie auch als anti- holländisch galt, dann doch keineswegs als pro-französisch.11 Zusammenfassend lässt sich als sagen, dass die anti-holländische Stimmung, die Union der Liberalen und Katholiken, die Unzufriedenheit mit dem niederländischen Regime, die sozialen Spannungen den alten Regionalismus neu belebt haben, ja sogar zu einem neuen belgischen Bewusstsein gesteigert und eine Revolution ermöglicht. Als diese Revolution dann ausbrach, zeigte sich, dass dabei auch sofort, vermischt mit dem Regionalismus, eine allgemeine belgische Solidarität, die aber deshalb noch nicht als Ursache der Revolution angesehen werden kann. Die Revolution führte dann im Lauf der Herbst- und Wintermonate 1830/31, bei der allgemeinen europäischen Konstellation auch für die meisten Belgier fast unverhofft, zu einem unabhängigen belgischen Staat. Es verwundert daher auch nicht, dass das Bürgertum im vollen Selbstbewusstsein des Erfolges sich selber mit dem Staat identifizierte. Es sah in Frankreich den großen Bruder und Bundesgenossen, der dem Staat gegen die Holländer zur Hilfe geeilt war und die belgischen Interessen auf der Londoner Konferenz vertrat. Die Bevölkerung betont die Stammesverwandtschaft und Zugehörigkeit zur französischen Kultur, aber es wollte nichts mehr von einer Vereinigung mit Frankreich wissen und blockte alle Verhandlungsversuche ab. Wilhelms Sprachenpolitik, deren Ziel es gewesen war, in Flandern, Limburg und Brabant die eigene Sprache auch in die Verwaltung und Schulen wieder herzustellen, hatte in den wenigen Jahren die „Französisierung“ der gebildeten Klasse nicht rückgängig machen können. Wohl hatten seine Versuche das Flämische vor dem weiteren Zerfall gerettet, denn er hatte in Flandern und Brabant Flämisch zur offiziellen Sprache erhoben, niederländische Lehrstühle an den Universitäten errichtet und Holländisch als Schulsprache wieder eingeführt. Die gebildeten in Flandern sprachen bereits fließend Französisch und verachteten die flämische Sprache, da diese Sprache nur von den unteren Schichten der Gesellschaft gesprochen und deshalb als minderwertig angesehen wurde.12

IV. Die Entwicklung des belgischen Konflikts

Woher rührte die neuralgische Stelle im westeuropäischen Staatensystem? Kurz formuliert daher, dass in den südlichen Niederlanden auf einem kulturell, wirtschaftlich und strategisch hochwichtigen Gebiet ein machtpolitisches Vakuum an der nördlichen Grenze jener Großmacht entstanden war und im 17. und 18.

[...]


1 Hecking, Claus, Seite 27.

2 Hecking , Claus, Seite 28.

3 Holtmann, Seite 376.

4 Drechsler, Gesellschaft und Staat, Seite 564.

5 Schubert/Klein, Das Politiklexikon, 3. Auflage, Bonn 2003, Seite 34.

6 Club van Leuven, Seite 25.

7 Dewachter, 1999, Seite 59.

8 Von der Dunk, Hermann, Seite 25.

9 Von der Dunk, Hermann, Seite 29 f.

10 Von der Dunk, Hermann, Seite 39.

11 Von der Dunk, Hermann, Seite 110 f.

12 Von der Dunk, Hermann, Seite 112 f.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Nation-Building am Beispiel von Belgien
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Politikwissenschaften)
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V137777
ISBN (eBook)
9783640443109
ISBN (Buch)
9783640442874
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nation-Building, Beispiel, Belgien
Arbeit zitieren
Ludwig Späte (Autor), 2009, Nation-Building am Beispiel von Belgien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137777

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