Die Presse ist das älteste Massenmedium. Sie ist in Jahrhunderten gewachsen und weist deshalb besonders traditionelle Strukturen auf. Und dabei ist sie jedoch wie kaum ein anderer Bereich ständigen Veränderungen unterworfen, wobei die Strukturen nicht so leicht aufzubrechen sind wie bei jüngeren Medien. Andererseits ist sie gerade deshalb einem größeren Anpassungsdruck ausgesetzt. Deshalb stellt sie immer wieder ein besonders interessantes Untersuchungsfeld dar. Verschiedene technische Neuerungen1 bewirken die von Grund auf neue Gestaltung des Medienmarktes. „Der Kampf um die wirtschaftliche Existenzsicherung, wie er nicht zuletzt auch in der intensiven Werbung um Leser, Hörer und Zuschauer ablesbar wird, hat zum Teil neue Dimensionen erreicht und ist in seinen Konsequenzen noch nicht absehbar.“2
Doch ich möchte in meiner Hausarbeit nicht in die Zukunft blicken, sondern darstellen, in welcher aktuellen Situation sich die französische Presse derzeit befindet. In meiner Hausarbeit werde ich nur einen kleinen Einblick in die Entwicklungstendenzen der wichtigsten Zeitungen und Zeitschriftengeben können. Verschiedene Daten und Hintergründe und auch Vergleiche zu Deutschlands Presse sollen das Ganze abrunden.
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1 Zum Beispiel das Internet.
2 Vgl. Große/ Lüger, Seite 245
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungstendenzen der der Presse
2.1 Sinkende Auflagen bei der französischen Tagespresse
2.1.1 Die Tageszeitung Le Monde
2.1.2 Andere nationale Tageszeitungen
2.1.3 Die Online-Auftritte der PQN
2.2 Positive Auflagenentwicklungen bei der Zeitschriftenpresse
2.2.1 L’ Express
2.2.2 Le Nouvel Observateur
2.2.3 Le Point
2.2.4 L’Evenement du jeudi
2.2.5 Marianne
2.2.6 Le canard enchaîné
2.2.7 Den Nachrichtenmagazinen geht trotz allem der Atem aus
2.3 Große Verluste im Anzeigengeschäft
2.4 Konzentrationstendenzen
2.5 Die Herausbildung einflussreicher Pressekonzerne
2.6 Gesetzesänderungen bieten Pressekonzentration keinen Einhalt
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtige Krisensituation der französischen Presse unter Berücksichtigung ökonomischer Faktoren und vergleicht diese mit der Entwicklung der Presselandschaft in Deutschland.
- Analyse der Auflagenentwicklungen bei Tageszeitungen und Zeitschriften.
- Untersuchung des Strukturwandels durch neue Medien und verändertes Leserinteresse.
- Bewertung der ökonomischen Einflussfaktoren wie Anzeigengeschäft und Pressekonzentration.
- Diskussion politischer Rahmenbedingungen und gesetzlicher Maßnahmen zur Eindämmung der Konzentration.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Die Tageszeitung Le Monde
Die in Paris herausgegebene Tageszeitung halten viele als eine der besten überhaupt. Sie ist über die Grenzen Frankreichs hinaus wegen ihrer umfassenden, inhaltlich fundierten und thematisch vielfältigen Berichterstattung bekannt und beliebt. Sie hat deshalb einen großen Einfluss auf den französischen Pressemarkt: erst wenn etwas hier veröffentlicht wurde, gilt es als Nachricht, als glaubwürdig und relevant. Die Aufmacher dienen häufig als Vorlage für die Gestaltung der Abendnachrichten im Fernsehen.
Als modellhaft bei Le Monde galten – zumindest bis 1995 – die Besitz- und Entscheidungsstrukturen. Als die Zeitung 1944 von Hubert Beuve-Méry gegründet wurde, ging sie nicht in den Besitz eines privaten Verlegers über, sondern wurde eine GmbH. Deren Grundkapital wurde nach einem bestimmten Schlüssel auf die Redakteure, Gründungsmitglieder, Herausgeber und die übrigen Angestellten verteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Presse als Massenmedium und Darlegung der aktuellen Relevanz des Untersuchungsgegenstandes.
2. Entwicklungstendenzen der der Presse: Detaillierte Analyse der Krise des französischen Pressemarktes mit Fokus auf Tageszeitungen, Zeitschriften, Anzeigenmarkt und Konzentrationstendenzen.
3. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der strukturellen Krise und der Zukunftsaussichten der französischen Presse im Kontext eines globalen Medienwandels.
Schlüsselwörter
Frankreich, Presse, Tageszeitungen, Zeitschriften, Auflagenentwicklung, Konzentration, Medienkonzerne, Journalismus, Anzeigenmarkt, Le Monde, Le Figaro, Libération, Medienkrise, Pressefreiheit, Medienmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Situation und den spezifischen Entwicklungstendenzen der französischen Presse, wobei die strukturellen Herausforderungen des Marktes im Vordergrund stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Auflagenentwicklung von Printmedien, die ökonomischen Probleme durch den Anzeigenschwund, die Konzentrationstendenzen in der Branche sowie der Vergleich zum deutschen Medienmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die aktuelle Krisensituation der französischen Presse darzustellen, Hintergründe für den Strukturwandel aufzuzeigen und die Rolle wirtschaftlicher Faktoren zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um Daten zu Auflagen, Marktkonzentration und publizistischen Rahmenbedingungen auszuwerten und in einen landeskundlichen Kontext zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Tages- und Zeitschriftenpresse, die Auswirkungen des Anzeigengeschäfts auf die redaktionelle Freiheit sowie die Analyse der Medienkonzentration und gescheiterter gesetzlicher Regulierungsversuche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Frankreich, Presse, Auflagenentwicklung, Medienkonzentration, Pressefreiheit und der Vergleich zwischen französischer und deutscher Medienlandschaft.
Welche Rolle spielt die Zeitung „Le Monde“ für den französischen Markt?
Le Monde nimmt eine Sonderrolle als einflussreiche, qualitativ hochwertige Zeitung ein, die lange Zeit als meinungsbildend und maßgeblich für das Verständnis des französischen Pressemarktes galt.
Wie bewertet die Autorin die Wirkung gesetzlicher Maßnahmen gegen Pressekonzentration?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass legislative Eingriffe in Frankreich, wie das Gesetz von 1983, aufgrund politischer Regierungswechsel und struktureller Schlupflöcher weitgehend wirkungslos geblieben sind und die Konzentrationsprozesse kaum eindämmen konnten.
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- Susanne Richter (Author), 2003, Die aktuelle Situation der französischen Presse (Stand 2003), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13778